Irrlehre Waldorfpädagogik: Von wegen Freiheit – alles Karma und Schicksal!


Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Der Waldorf-Werber

 

Von Andreas Lichte

BERLIN. (hpd) Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“, Leiter des „Fachbereichs Bildungswissenschaft“, und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung …

Reinkarnation macht frei

Beim Werber Jost Schieren ist „Reinkarnation“ normal, wird zu einer weiteren „Sichtweise auf den Menschen“, die – Verkaufsargument! – von „Fremdbestimmung“ befreit:

Der Gedanke der Reinkarnation erlaube es, so Jost Schieren, „den Menschen nicht als irgendwie allein fremdbestimmtes Wesen (Gene, Sozialisation, Gehirnprägungen usw.) zu denken.“ Das Kind sei nicht das alleinige Resultat von Vererbung und Umgebung, sondern trage in sich „eine eigene auf sich selbst begründete Persönlichkeit“, die nicht zufällig entstanden sei, da „der Mensch sein eigenes Wesen selbstverantwortlich durch eine Reihe von Verkörperungen selbst bildet.“

Doch was bedeutet „Reinkarnation“ überhaupt? Und bei Rudolf Steiner?

Weit verbreitet ist die Idee im asiatischen Kulturkreis, im Hinduismus und den verschiedenen Erscheinungsformen des Buddhismus. Gemeinsam ist ihnen, daß das Ziel ist, dem „endlosen Kreislauf der Wiedergeburten“ zu entkommen, sich von der Fessel des „Karma“ zu befreien.

Helena Petrovna Blavatsky und in ihrer Nachfolge Rudolf Steiner kehren die Idee in ihr Gegenteil um: Der Mensch soll im Kreislauf der Wiedergeburten bleiben, so kann er sich – und damit die Menschheit – perfektionieren. Das bedeutet: Pflichterfüllung. Von „Freiheit“ keine Spur.

Rudolf Steiner verspricht eine Form der (geistigen) Unsterblichkeit und befriedigt zugleich das Bedürfnis seiner – zur Zeit der Begründung der Anthroposophie – aristokratischen und großbürgerlichen Klientel nach „Elite“: „WIR bringen die Menschheit (-sentwicklung) voran!“

Und natürlich kann die Menschheit auch nicht an einem Tag an Ihrem Bestimmungsort, dem Planeten „Vulkan“, ankommen – dann wäre Steiners Geschäftsmodell sofort erledigt.

Anthroposophie: Seine Eltern sucht man sich selber aus …

Rudolf Steiners Vorstellung der Reinkarnation kann man natürlich auch aus der Schüler-Perspektive betrachten:

Leute, ich hab mir Eltern ausgesucht, die mir was bieten können. Meint ihr, ich würde hier sonst mit meiner Mum in einem Porsche Cayenne in der zweiten Reihe vor der Rudolf Steiner Schule in Berlin Dahlem chillen? Wenn’s mal mit den Noten nicht so dolle ist, steht mein privater Nachhilfelehrer schon auf der Matte, über die paar Euros redet bei uns keiner. Portokasse. Eigentlich bin ich ganz zufrieden, könnte höchstens ’nen bißchen langweilig werden, mein Leben …

Aber, Alter, Abenteuer doch nur was für Idioten: stell dir vor, du suchst dir Eltern in Syrien aus, und findest dich plötzlich auf ’nem Schlauchboot im Mittelmeer wieder … wie beknackt muß man da eigentlich sein … und jetzt kommt‘s noch dicker: du hast es grad so überlebt, und schon bist du in ’ner Flüchtlingsklasse in der Waldorfschule, die versuchen mit dir ihr Image aufzupolieren, wegen „ausländerfrei“ und so …“

Wenn Schule Schicksal wird …

In einem kritischen Artikel antwortet der Pädagoge André Sebastiani auf Jost Schierens Interview mit dem Waldorfblog, und schreibt: „Es macht für einen Pädagogen doch wohl keinen Unterschied, ob der Mensch nun als Produkt vorangegangener Inkarnationen, oder als Produkt seiner Gene und seiner Umwelt vor ihm steht.“

Wenn der Pädagoge kein Anthroposoph wie Jost Schieren wäre, gäbe es im Ergebnis vielleicht keinen Unterschied.

Für einen Anthroposophen wie Jost Schieren könnte der Unterschied nicht größer sein – Anthroposophie bedeutet hier: Das Kind hat den Lehrer gewählt, das Aufeinandertreffen von Schüler und Lehrer ist „Karma“ – die Schulklasse wird zur Schicksalsgemeinschaft, deswegen ja auch der Verzicht auf das „Sitzenbleiben“ in der Waldorfschule.

Doch wenn Schule Schicksal wird: Woher soll die von Schieren gebetsmühlenartig wiederholte „Freiheit“ kommen? … zum ARTIKEL

11 Gedanken zu “Irrlehre Waldorfpädagogik: Von wegen Freiheit – alles Karma und Schicksal!

  1. „die ‘Alanus Hochschule’ ist übrigens eine anthroposophische Hochschule …“

    „gibt‘s doch gar nicht – höchstens auf dem ‘Planeten Vulkan’ …“

    „ne, echt jetzt, die ist in NRW – und auch noch ‘staatlich anerkannt’ …“:

    „Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eine staatlich anerkannte Kunsthochschule in freier Trägerschaft. Im Rahmen der ihr obliegenden Lehrerausbildung und anderer wissenschaftlicher Fächer nimmt sie darüber hinaus Aufgaben einer Universität wahr. (KunstHG NRW §3). Die Hochschule ist ein Ort der künstlerischen Bildung sowie der wissenschaftlichen Lehre und Forschung. Sie gliedert sich in eine Fakultät für Kunst und Architektur und eine Fakultät für Human- und Gesellschaftswissenschaften.

    In den verschiedenen Studiengängen wird die Möglichkeit zur künstlerischen und wissenschaftlichen Qualifikation geboten.

    Alle Bachelor- und Masterstudiengänge sind akkreditiert und staatlich anerkannt. Im Mai 2010 erfolgte zudem die institutionelle Akkreditierung der Alanus Hochschule durch den Wissenschaftsrat. Außerdem erhielt sie das Promotionsrecht für den Fachbereich Bildungswissenschaft.“

    Quelle: http://www.alanus.edu/profil.html

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    • @ Albero

      https://waldorfblog.wordpress.com/2012/04/09/nazi-ufos/

      „Nazi-UFOs, Schamballah und der Longinus-Speer

      Anthroposophie und UFO-Gläubigkeit im Diskurs der rechten Esoterik

      (…)

      „Die Schwarze Sonne von Tashi Lunpo“

      Die realen Verbrechen des Naziregimes kommen bei Verschwörungstheoretikern wie Ravenscroft allenfalls am Rande vor. Dennoch hielt dieser Autor die Nazis immerhin für schlecht und für die Repräsentanten des Bösen. Doch es war ein Leichtes, sich in der Folge und unter Berufung auf dieselbe Geschichte auf die Seite der Nazis und „Agarthas“ zu schlagen. Ravenscrofts Mythos über den Heiligen Speer, vermischt mit den Annahmen Landigs und Haliks wurden 1991 in dem deutschen Roman „Die Schwarze Sonne von Tashi Lunpo“ auf beunruhigende Weise fortgeschrieben (ich danke Hans-Jürgen Bracker und Arfst Wagner für wertvolle Hinweise). Hier erscheinen Hitler und die seinen als gewaltfreie, attackierte Untergrundorganisation unter dem Segen von Agartha, während die UNO, diverse Freimaurer und westliche Regierungen vor keinem Verbrechen zurückschrecken, um die Nazi-Krieger des Lichts zu stoppen. Natürlich stehen diese westlichen Mächte unter dem Einfluss des finsteren Schamballah. Das Buch erschien im rechtslastigen „Arun-Verlag“, als Autor steht auf dem Cover ein Russel McCloud. Doch der ist ein Pseudonym, das sich ein „Pressebüro Globe“ ausgedacht hat. Die Organisation informiert in ihrer Onlinepräsenz: „Wir realisieren für Sie als Herausgeber, Co-Autoren oder Ghostwriter Ihre Buchprojekte.“ (Pressebüro Globe) und wirbt:

      „Im Bereich des Ghostwriting hat Globe beispielsweise für den Arun Verlag das Buch „Die Schwarze Sonne von Tashi Lhunpo“ (ISBN 3-927940-04-6) unter dem Autorenpseudonym Russell McCloud realisiert. Der Hauptautor wollte bei diesem Thriller um die Wiederkehr des SS-Ordens im Kampf mit dem fiktiven UNO-Geheimdienst lieber nicht namentlich genannt werden. Der Clou des Autorennamens war „to cloud something with a ruse“; d.h. etwas mit einer List (Pseudonym) zu umwölken.“ (ebd.)

      Als Kontaktperson wird auf der Webseite ein „Herr Mögle-Stadel“ angegeben. Stephan Mögle-Stadel, vor allem bekannt durch sein Engagement im Umfeld der UN sowie seine „spirituelle“ Dag Hammarskjöld-Biographie, ist auch als Vortragsredner in der anthroposophischen Welt unterwegs (vgl. Paracelsus-Zweig Basel), ohne mir bekannte Begründungen wurde auch über Verbindungen zu Scientology spekuliert. Mögle-Stadel hat in anthroposophischen Zeitschriften wie „Das Goetheanum“, den Flensburger Heften oder Info3 publiziert. Von Info3 grenzt er sich inzwischen ab:

      „Bemerkenswert dürfte sein, dass Stefan Mögle-Stadel, ehemals selbst Autor für ‚Info3’, zuletzt mit Kontakten zu Peter Ustinov und Yehudi Menuhin im Rahmen der Vereinten Nationen wirkend, und weltweit bekannt als Verfasser der anerkannten Biographie über den ermordeten UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, mir via Email am 11. Juli die Einschätzung gab: ‚Ich hatte ja früher einmal für die (andere) Info3 als Mitarbeiter viel geschrieben. Diese ‚alte’ Info3 erscheint mir Lichtjahre von dem entfernt, was heute daraus geworden ist…’“ (Steiert: Positive Resonanz zur Info3-Kritik)

      Wenn man nähere Angaben zur Person sucht, die hinter dem Autorenpseudonym Russel McCloud steckt, stößt man (wenig überraschend) erneut auf Mögle-Stadel: „Hinter dem angelsächsischen Pseudonym verbirgt sich ein Autorenteam unter der Leitung des deutschen Wissenschaftsjournalisten Stephan Mögle-Stadel.“ (Goodrick Clarke: Im Schatten, a.a.O., 252). Auch im neuen Sammelband von Uwe Puschner und Clemens Vollnhals zur „völkisch-religiösen Bewegung im Nationalsozialismus“ (Göttingen 2012, 532) wird McCloud als Pseudonym für Mögle-Stadel angeführt. Ich wurde darauf hingewiesen, dass Mögle-Stafel sich nicht als Anthroposoph bezeichnet, seine Ideen stehen aber deutlich in der Tradition eines Ravenscroft: Auch bei ihm ist vom tausenjährigen Kampf der Mächte von Agartha und Schamballah die Rede, beide sollen die Nachfahren von Göttern aus Atlantis (bzw. Thule) sein. Dabei kommt Schamballah als dämonische Macht vor, die Geheimdienste, die EU und allerlei anderes kontrolliert, während Agartha in Zusammenarbeit mit den Nazis an der Verwandlung der Menschen zu Übermenschen arbeite. Hitler und die SS stehen im halluzinierten globalen Kampf also auf Seiten der Guten. Was Ravenscroft nur im raunenden Ton anthroposophischer Geschichtsesoterik vorgetragen wurde, Hitlers angebliche Gier nach dem Longinusspeer, wird in der „Schwarzen Sonne von Tashi Lunpo“ zum kitschigen Zauberritual:

      „Plötzlich begann sein Oberkörper zu zittern, erst ganz leicht, dann immer stärker. Schließlich wurden seine Hände, sein Kopf, seine Beine davon ergriffen. Auf seinem Gesicht bildeten sich Schweißtropfen, die bei ihrem Abwärtsgleiten ihre salzigen Spuren auf der Haut hinterließen und die Haare seines schmalen Oberlippenbartes benetzten. Das Zittern ging in einen regelrechten Schüttelfrost über, doch sein Blick blieb weiterhin starr auf die Spitze des Speers gerichtet. Aber die Trance, die ihn überfiel, um sich seines Geistes zu bemächtigen, ließ seine Sinne nichts mehr wahrnehmen. Sein Mund öffnete sich und heraus brach ein Schrei, der nichts Menschliches an sich hatte. Seine Arme schossen nach vorne, packten den Speer, rissen ihn in die Luft. Sein Kopf ruckte nach oben, seine dunklen Augen hefteten sich an das Stück Geschichte, das er in seinen ausgestreckten, zitternden Händen hielt. Seine Uniformmütze rutschte herab und fiel zu Boden. Eine Strähne seiner Haare hing ihm in die schweißgebadete Stirn. Er war eins geworden mit den magischen Kräften, die der Speer ausstrahlte, deren Fluidum sich auf ihn übertrug, ihn erfüllte und ein Hochgefühl erzeugte, wie er es noch nie zuvor erlebt hatte. Vier mal sieben Jahre – 28 insgesamt – hatte er auf diesen Moment gewartet. Jetzt, in der Nacht vom 14. auf den 15. März 1938, hielt er endlich den Speer in seinen Händen. Er war eins mit dem Schicksal geworden, ja er war selbst Schicksal. Sein Schrei verebbte, lief aus in einem Röcheln, sein Oberkörper fiel nach vorne und schlug polternd auf dem kleinen Tisch auf. Seine Finger umkrampften das Stück Metall, so, als ob sie schwören würden, es nie wieder loszulassen.“ (McCloud: Die schwarze Sonne…, a.a.O., 5f.)

      In „Die Schwarze Sonne von Tashi Lunpo“ wird erstmalig die Verbindung zwischen der ominösen „Schwarzen Sonne“ und dem aus 12 Sig-Runen bestehenden, berühmten Emblem aus dem Obergruppenführersaal der Wewelsburg hergestellt, die Himmler zu einer Art „SS-Vatikan“ (Goodrick-Clarke) ausbauen wollte. Als Symbol für die kosmische Evolution taucht bereits bei Helena Blavatsky eine unsichtbare, „zentrale, geistige Sonne“ des Universums auf (vgl. Blavatsky: Die Geheimlehre (1888), Burg-Haamstede, Bd. I, 127). Sie sei das große Mysterium, eine Art ‚Ding an sich‘ des Kosmos und „die Lehrer“ sagten „offen, dass nicht einmal die höchsten Dhyani-Chohans [die „Baumeister der Welt“, identisch mit Steiners siebenfältigen Elohim – AM] jemals die Geheimnisse jenseits jener Grenzen, welche die Milliarden von Sonnensystemen von der ‚Centralsonne‘, wie es genannt wird, trennen, durchdrungen haben.“ (ebd., 41).

      (…)“

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  2. Ich denke, dass sind alles fake-kommentare, die „Eltern“, „Steinerschülerin“, usw. beim blog Ruhrbarone schreiben, weil das google-ranking des Artikels „Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden“ zu gut ist, zu den Suchworten:

    waldorfschule anmelden

    waldorfschule kritik

    „‘Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden’

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück.

    (…)

    „Die Waldorfpädagogik legt keinen Wert darauf, an den wissenschaftlichen Diskursen der Pädagogik teilzunehmen. Man hat ja Steiners Lehre.“ Waldorfschulen, das würden viele Eltern unterschätzen, seien vor allem die Schulen der anthroposophischen Bewegung.

    (…)

    In den unteren Klassen haben die Kinder Epochenunterricht über Zwerge und Gnome gehabt. Atlantis und Sagen waren Stoff im Fach Geschichte.

    (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/1952

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  3. Der Versuch einer „staatlichen Waldorfschule“ ist – extra schnell – gescheitert. Dem „Bund der freien Waldorfschulen“ war nicht genug „Waldorf“ – „Sekte“ – drin. Dazu der Pädagoge André Sebastiani:

    „Hamburger Schulversuch: Ein bisschen Waldorf ging nicht

    Von André Sebastiani

    Der Waldorf-Schulversuch im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ist gescheitert, wie die taz und das Hamburger Abendblatt übereinstimmend berichten. Im Rahmen eines Schulversuchs wollte man an der Ganztagsschule Fährstraße „Elemente der Waldorfpädagogik“ in den Unterricht integrieren.

    Das Projekt erfuhr vor allem durch kritische Aktionen der GWUP bereits im Vorfeld überregionale Aufmerksamkeit.

    Doch weder ein Offener Brief des GWUP-Wissenschaftsrats noch die Unterschriften einer eigens gestarteten Online-Petition konnten Schulsenator Ties Rabe (SPD) zum Umdenken bewegen. Der Senator und seine Behörde hatten eine rein strategische Entscheidung getroffen.

    In Wilhelmsburg hatte sich eine Waldorfinitiative gebildet, die die Gründung einer Waldorfschule im Stadtteil anstrebte. In der Schulbehörde befürchtete man, dass eine Waldorfschule in freier Trägerschaft vor allem Kinder aus den wenigen bildungsnahen Elternhäusern im sozialen Brennpunkt Wilhelmsburg anziehen würde. Um diese Elternhäuser im staatlichen System zu halten, schlug Landesschulrat Rosenboom eine Kooperation vor.

    Die Idee zum Schulversuch war geboren, Kritik am Inhalt unerwünscht.

    „Wir wollen nicht die Lehre Steiners in die Schulen entsenden, sondern waldorfpädagogische Elemente verwenden, die mit den Bildungsplänen vereinbar sind“,

    betonte Senator Rabe.

    Eine Art Quadratur des Kreises also, denn die Elemente der Waldorfpädagogik sind mit der anthroposophischen Esoterik untrennbar verbunden. Der Schulversuch wurde schließlich im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell verkündet. Neben Senator Rabe saß der Sprecher des Bundes der Freien Waldorfschulen (BFWS), Henning Kullak-Ublick.

    Alle Seiten strahlten Zuversicht aus. Das Beste aus beiden Welten sollte an der Fährstraße zusammenkommen.

    Nach nicht einmal zwei Jahren ist der Schulversuch nun also gescheitert. Aus dem Umfeld der Schule hörte man bereits kurz nach dem Start von Misstönen. Öffentlich wurden die Probleme erstmals im Februar durch einen Artikel bei Spiegel-Online. Dort drohte Waldorffunktionär Kullak-Ublick „die Nutzungserlaubnis für den Begriff ‘Waldorfpädagogik’ zurückzuziehen”, sollten „die anfänglichen Zusagen nicht umgesetzt werden“.

    Das Scheitern der Kooperation zeigt, dass die Bedenken der Kritiker gut begründet waren. Man kann nicht Elemente der Waldorfpädagogik herausgreifen und die Esoterik, die ihnen zugrunde liegt, außen vor lassen, wie es von behördlicher Seite suggeriert wurde.

    Mit den Worten des Erziehungswissenschaftlers Prof. Hopmann ausgedrückt:

    „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein.“

    Auf Seiten der Waldorfinitiative und des Bundes der Freien Waldorfschulen sieht man ausschließlich die staatliche Seite für das Scheitern verantwortlich. In einer Pressemitteilung beklagt der BFWS, dass von den „waldorfpädagogischen Elementen nur einige wenige – und die oft mehr formal als mit Leben gefüllt – in das Schulleben einfließen konnten.

    Wer waldorfpädagogische Elemente mit Leben füllen möchte, landet aber automatisch beim Waldorfguru Rudolf Steiner.

    (…)“

    weiter: http://blog.gwup.net/2016/07/06/hamburger-schulversuch-ein-bisschen-waldorf-ging-nicht/

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  4. .

    … wir lernen ein neues Wort:

    „weltanschauungsbelastet“

    „In der erziehungswissenschaftlichen Diskussion gilt die Waldorfpädagogik als weltanschauungsbelastet.“

    grossartig! so hört sich das an, wenn die anthroposophische „Hochschule“ (nicht) darüber redet, dass die Waldorfpädagogik auf der „Sekte“ Anthroposophie basiert …

    Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft

    Standortbestimmung und Entwicklungsperspektiven – Tagung 20.10. – 22.10.2016

    Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft

    Standortbestimmung und Entwicklungsperspektiven – Tagung 20.10. – 22.10.2016

    Verantwortlich: Prof. Dr. Jost Schieren

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      • … die Tagung der Humboldt-Universität „Anthroposophie – kritische Reflexionen“ ist wohl die EINZIGE Tagung, die jemals von einer nicht-anthroposophischen Universität zum Thema Anthroposophie / Waldorfschule veranstaltet wurde …

        erstaunlich, wenn man sich nur mal überlegt, wie viele Waldorfschulen es gibt …

        „Anthroposophie – kritische Reflexionen“, Tagung der Humboldt-Universität zum Thema
        Anthroposophie und Waldorfpädagogik: https://www2.hu-berlin.de/gkgeschlecht/anthro.php

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  5. „Hartmut Traub, Alanus Hochschule und Rudolf Steiner:

    Jeder Mensch ein Wissenschaftler!

    Die anthroposophische „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“ kämpft um eine Anerkennung der „Waldorfpädagogik“ als Erziehungs-„Wissenschaft“1. Dazu muß zunächst für Rudolf Steiner, Begründer der „Anthroposophie“ und Waldorfschulen, ein neues, positives und neutrales Image erschaffen werden: weg vom „verstörenden“ Esoteriker Steiner, hin zum bedeutenden Philosophen Steiner2. Hartmut Traub, Lehrbeauftragter der Alanus Hochschule, hielt dazu im Mai 2016 einen Vortrag, in dem er Steiner wie gewünscht „wissenschaftlich-philosophisches Denken“ bescheinigt.

    In seinem Vortrag „Wissenschaft, Mythos und andere unproduktive Etikettierungen …“zitiert Hartmut Traub auf 15 Seiten nicht ein einziges Mal Rudolf Steiner, und das, obwohl er Steiners „Anthroposophie“ die einzigartige Eigenschaft zuspricht, Mythos und Wissenschaft in sich zu vereinen, Zitat Traub, Seite 7:

    (…)“

    weiter: http://hpd.de/artikel/jeder-mensch-wissenschaftler-13429

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