Waldorfpädagogik – Verfassungskonformität; Eine Erörterung einer ehemaligen Waldorflehrerin: Teil I


Liebe Leser,

Ich möchte mich bei jedem bedanken, der negative Erfahrungen mit Waldorf veröffentlicht, um Aufklärung zu ermöglichen.

Mein spezieller Dank geht an Frau Hollmann und Frau Ruloff, die das Interview mit Andreas Lichte kommentierten.

Weil ich es für sehr wichtig halte, jedem Interessierten, möglichst viele persönliche Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, folgt jetzt ein Bericht einer ehemaligen Waldorflehrerin, die aus der Schulpraxis spricht.

Die Lehrerin schildert ihre 3-jährige Berufserfahrung nach 2-jähriger Waldorflehrerausbildung  so fundiert und quellenbezogen, dass ich nicht darauf verzichten kann, diese zu veröffentlichen,  obwohl sie anonym bleiben möchte.

„Aus dem Schulleben einer ehemaligen Waldorflehrerin: Teil I“

Über die Waldorfpädagogik wird zur Zeit in Deutschland heftig debattiert. Ich staune immer wieder über das hohe Maß an allgemeiner Desinformiertheit über die Waldorfpädagogik: Waldorfpädagogik ist nicht die harmlose Alternativpädagogik, als die sie oft angesehen wird.

Da ich selber die Waldorflehrerausbildung habe, möchte ich durch folgende Ausführungen zur Aufklärung beitragen:

 

Das Arbeiten mit den Schriften Rudolf Steiners ist die Grundlage der Ausbildung zum Waldorflehrer, sodass die Betrachtung der Anthroposophie nicht ausser Acht gelassen werden kann.

Die Vorbereitung zu meiner Waldorflehrerausbildung (1983 bis 1985) bildete die Schrift: „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft“.

In der Ausbildung war die Steiner-Lektüre Pflicht. Aus dem umfangreichen Schrifttum Rudolf Steiners wurden auszugsweise folgende Titel im Original gelesen: „Geheimwissenschaft im Umriss“, „Theosophie“, „Reinkarnation und Karma“, „Philosophie der Freiheit“, „Geisteswissenschaft und soziale Frage“, „Wie erlange ich Erkenntnisse höherer Welten“, „Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit“, „Wendepunkte des Geisteslebens“, „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“ und „Erziehungskunst (Methodisch-Didaktisches)“.

Zur Ausbildung gehörte weiterhin ein Ausflug in die Schweiz, bei dem unter anderem verpflichtend die vielstündigen Aufführungen „Mysteriendramen“ (Die Pforte der Einweihung/ Die Prüfung der Seele/ Der Hüter der Schwelle/ Der Seele erwachen) der Bühne des Goetheanums in Dornach angesehen wurden.

Beim Waldorflehrer soll damit die sogenannte „Einweihung“ vorbereitet werden. Dies wird als eine Art notwendige „Therapie“ im Sinne einer Persönlichkeitsbildung angesehen, denn der Waldorflehrer hat im Selbstverständnis der Waldorfpädagogik eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Aus diesem Grund wird ihm auch eine asketische Lebensführung abverlangt:

Vorschriften über den Genuss von Alkohol, vegetarisches Essen, sexuelle Enthaltsamkeit, täglich durchzuführende Meditationen (Haupt- und Nebenübungen) und ein beständiges Studium der Schriften Steiners sollen ihn zu immer tieferer Einsicht in die Lehre Steiners bringen und ihn in seiner Persönlichkeitsentwicklung voranbringen, von der dann seine Schüler, die eine gewollt enge Bindung an den Lehrer haben, profitieren können.

Eventuell auftretende Lehrer-Schüler-Konflikte werden auch auf karmische Ursachen zurückgeführt, dem Lehrer werden gegebenfalls die sogenannten Karmaübungen empfohlen, damit er über höhere Einsichten einen Zugang zu für ihn schwierigen Kindern finden kann. (Karma ist ein grundlegender Begriff in der Anthroposophie, der in etwa mit dem Begriff der Erbschuld übereinstimmt, den der Kirchenlehrer Augustinus in das abenländische Christentum eingebracht hat; oft wird der Karmabegriff auch mit dem Schicksalsbegriff gleichgesetzt, wobei die Bedeutung Schick-salus, das geschickte Salus [Heil] angenommen wird.)

Dass der Karmabegriff für die Waldorfpädagogik bis heute als grundlegend betrachtet wird, ergibt sich z.B. aus der Schrift „Reinkarnation und Karma in der Erziehung“ (Hrsg. Heinz Zimmermann), die als Bearbeitung der Vortragsnachschriften der Weltlehrertagung 1996 am Goetheanum ( Thema: Die Erziehungskunst im Lichte von Reinkarnation und Karma) 1998 im Verlag am Goetheanum in Dornach erschienen ist.

Die bearbeiteten Vorträge darin: Stefan Leber, Reinkarnation und Karma – Grundlage allen wahrhaften Erziehens / Ernst-Michael Kranich, Menschenerkenntnis unter dem Gesichtspunkt von Reinkarnation /  Pirkko Helakangas und Robert Thomas, Arbeit an der Schicksalsgemeinschaft in der Unter- und Oberstufe / Anne Tandree und Martyn Rawson, Karmische Elemente in der Arbeit des Kollegiums / Joan Almon, Das Kleinkind am Ende des Jahrhunderts / Christof J. Wiechert, Zum Umgang mit den Karmaübungen / Heinz Zimmermann, Das Schicksal der anthroposophischen Schulbewegung am Ende des Jahrhunderts.

Da der Waldorflehrer acht Schuljahre lang seine Klasse als Klasslehrer führt, dabei bis zu acht Fächer unterrichtet (Deutsch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Physik, Chemie, Biologie und Malen), die alle an der Pädagogik Steiners ausgerichtet sind, hat der Lehrer für den Schüler eine Monopolstellung hinsichtlich der Wissensvermittlung.

Der Schüler lernt keine anderen Meinungen kennen (Meinungen gibt es im Waldorfverständnis sowieso nicht, es gibt nur Wahrheiten, die der Lehrer mehr oder weniger gut erkennen und vermitteln kann)

Im sogenannten Epochenunterricht (eine Epoche ist hier eine Unterrichtseinheit – nicht zu verwechseln mit den sogenannten Kulturepochen s.a. unter Stelle 7) unterrichtet der Klassenlehrer allmorgendlich im sogenannten Hauptunterricht zweistündig im ersten Zeitblock des Tages diese genannten acht Fächer. Die Dauer der Epochen sind so bemessen, dass sie zusammengenommen das ganze Schuljahr zeitlich abdecken.

Praktisch unterrichtet der Lehrer zum Beispiel vier Wochen täglich zweistündig (oft einschließlich Samstag) Geschichte (Geschichtsepochen), anschließend fünf Wochen Mathematik (Mathematikepoche), dann vier Wochen Deutsch (Deutschepoche) etc. 

Die Schüler fertigen in dieser Zeit jeweils ein sogenanntes Epochenheft an, in dem der Unterrichtsinhalt festgehalten ist.

Der andere Fachunterricht (Musik, Eurythmie, Fremdsprachen, etc. , auch Übstunden) wird über das ganze Jahr hinweg gleichmäßig in dem für das Schuljahr festgelegten Stundenplan erteilt, so dass hier kein Wechsel auftritt.

Bei der schulischen Praxis müssen inhaltliche und methodische Aspekte getrennt betrachtet werden.

Anhand des Themas Märchen, Fabeln, Mythen, Sagen und Legenden soll dies in vier Punkten verdeutlicht werden.

  1. Die Grundlegung der Waldorfpädagogik in der Lehre Steiners muss auf ihre Legitimierung hin überprüft werden.

Zu den Unterrichtsinhalten gehören wesentlich Märchen, Fabeln, Mythen, Sagen und Legenden. Das lässt sich aus dem Waldorflehrplan ersehen. Der wohl älteste grundlegende Lehrplan wurde von Caroline von Heydebrand bearbeitet.

Sie war eine der ersten Waldorflehrerinnen und stand in engem Austausch mit Steiner. In seinem Vortrag „Christus und das zwanzigste Jahrhundert“, der in Berlin am 25. Januar 1912 gehalten wurde und als Kapitel VI in die Schrift „Wendepunkte des Geisteslebens“ aufgenommen ist, findet sich auf S.150 der Taschenbuchausgabe (Rudolf Steiner, Wendepunkte des Geisteslebens, Taschenbücher aus dem Gesamtwerk Nr. 609, Dornach 1974) folgende dem Lehrplan neben anderen Schriften grundliegende Betrachtung: „Woher rühren die alten Weistümer, die uns in der Menschenentwicklung von den Völkern des Erdenrundes überbracht sind, von ihrem göttlichen Ursprung und der Ewigkeit der Menschenseele? – Aus der Geisteswissenschaft heraus müssen wir uns die Antwort geben: Sie rühren von den auf diese Weise Eingeweihten oder Initiierten, wie man sie auch nennt, her. – In einer eigenartigen Weise treten uns allerdings diese alten Weistümer zutage. In Mythen, Legenden und allerlei bildhaften Darstellungen und Erzählungen ist das gegeben, was wie in einem lebendigen Traume der zu Initiierende in diesen Mysterienstätten erlebte. Ja, man versteht die Mythologien nur, wenn man die in den selben uns entgegengetretenen Gestalten als bildliche Ausgestaltungen dessen auffasst, was die Eingeweihten der Mysterien während ihrer  Einweihung schauten. Man muss also, wenn man zu den alten Religionslehren ein Verhältnis gewinnen will, bis zu den Mysterien zurückgehen, …“

Caroline von Heydebrand versucht nun dieser „Erkenntnis“ (im Steinerschen Sinn) Rechnung zu tragen, indem sie die soeben erwähnten „Weistümer“ als eigens ausgewiesenes Stoffgebiet bestehend aus Märchen, Fabeln, Mythen, Sagen und Legenden systematisch in den Waldorfunterricht einbaut. Ihre Absicht ist es, damit  die Vorbereitung zu einer möglichen Selbsteinweihung (Initiation), wie Steiner sie für zeitgemäß christlich hält ( genauer gesagt: er sieht sie voraus für das 20. Jahrhundert, s.u.), zu leisten: „Das ist, …, der große Fortschritt, dass dieMenschenseele sozusagen zur >>Selbsteinweihung<< reif wurde, einfach unter Anleitung derer, die da wussten, was die Menschenseele durchzumachen hat, … Dasjenige aber,  … wovon uns in den Legenden und Mythen und Mythologien der Völker Kunde erhalten ist, trat durch die Begründung des Christentums auf den grossen Plan der Weltgeschichte“.

und „Was musste ein Kandidat der Einweihung durchmachen, der zum Beispiel bei dem alten persischen oder dem ägyptischen (Anm.: mit Persien und Ägypten sind Kulturepochen in der anthroposophischen Begriffsbildung s.a. Stelle 7, gemeint) Volke seine Seele hinaufbringen sollte zum unmittelbaren Hinschauen in die geistige Welt?“ (beide Zitate ebda. S.151)

Im Schlusskapitel der genannten Schrift auf S.161 heißt es: „Ohne das objektive Mysterium von Golgatha und ohne den objektiven Christus ist kein subjektives inneres Erlebnis mystischer Art (Anm.: Selbsteinweihung), wie es der Mensch im zwanzigsten Jahrhundert erleben wird und wie er es vollständig wissenschaftlich ernst nehmen wird“. (In diesem Zusammenhang spricht Steiner auf S.159 derselben Schrift von der „Erkenntnis-Erlösung“ als Aufgabe des 20.Jahrhunderts)

Die unterrichtliche Behandlung des Stoffes, der die von Steiner als realistisch erkannte Initiation ermöglichen und erleichtern soll, gehört zu Caroline von Heydebrands didaktischem Konzept, das sich durchgängig über die ersten fünf Jahre verteilt im Lehrplan nachweisen lässt.

Folgende Stellen belegen dies:

Stelle 1 (S.16): „Die bunten Bilder der Märchen, die die vorstellende Kraft des Kindes anregen und in künstlerischer Bildgestalt die tiefsten Geheimnisse der Menschheit bergen, …bieten den Erzählstoff für diese (Anm.: erste) Klasse.“

Zum Thema „Märchen“ ist nun zu sagen, dass Märchen auch von Psychologen als wertvoll angesehen werden, so dass hier eine fatale Übereinstimmung zwischen Psychologie (z.B. Bettelheim) und Anthroposophie (zwei „Lager“, die ansonsten oft zutiefst verfeindet sind) festzustellen ist, die die Haltung der Waldorfpädagogik bestärkt. 

Die Brockhaus Enzyklopädie schreibt in der Ausgabe von 1992 zusammenfassend in ihrem Artikel „Märchen“:

„Aus pädagogischer Sicht (Anm.: eigentlich müsste es „aus psychologischer Sicht“ heißen) werden trotz der zum Teil grausamen Elemente der Märchen dem Vorlesen und Lesen der Märchen wegen ihrer Nähe zur kindlichen, durch animistisches Denken bestimmten Weltauffassung positive Wirkungen zugeschrieben, nicht nur im <Märchenalter> (4. bis 8. Lebensjahr), sondern auch im Jugendalter. Sie liegen vor allem in der Anregung der Phantasie und Sprache, der Entwicklung des sittlichen Empfindens, in der Vermittlung grundlegender Einsichten über den Menschen und eines ursprünglichen Vertrauens in einen sinnvollen Weltzusammenhang. Die magische Welt der Märchen hilft dem Kind, seine Erlebniswelt mit ihren Ängsten zu bewältigen, indem es Ängste und Wünsche auf die Märchenfiguren und -geschehnisse projeziert“.

Meiner Erfahrung nach verhält es sich genau anders: es werden die Märchenfiguren und die -inhalte in das kindliche Denken eingeführt und rufen dort z.B. Angstträume hervor; das heißt Ängste und Wünsche werden nicht auf die Märchenfiguren und -geschehnisse projiziert sondern von diesen ausgelöst (induziert). Die Kinder fürchten sich (Rotkäppchen) vor dem Wolf, haben Angst um die Grossmutter, Angst vor dem Schießgewehr des Jägers oder (Hänsel und Gretel) fürchten das Verlassenwerden von den Eltern, das Gefressenwerden von der Hexe oder das Verbranntwerden im Ofen, entwickeln (Die sieben Geislein, die sieben Raben) Straf-,Opfer- oder Erlösungsphantasien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zugehörige Lieder und Märchenaufführungen, wie sie unter anderem in Waldorfkreisen (zur Zeit existieren sehr viele Märchenvereinigungen, die sich vermutlich auf die die psychologische Begründung [z.B. Bettelheim] stützen) verbreitet sind, verfestigen diese Motive beim Kind.

Aus (religions) pädagogischer Sicht müsste es heißen: Märchen entstammen einer meist vorchristlichen Welt, sie sollten nur mit Vorsicht Kindern vorgetragen werden, denn mit ihren oft grausamen Elementen können sie keine Vorbilder sein. Sie führen nicht in die Gegenwart und belasten die kindliche Phantasie, weshalb sie weder der Unterhaltung noch der Belehrung dienlich sind. Ich persönlich halte Märchen im pädagogischen Zusammenhang erst für eine kritische Betrachtung in der Oberstufe geeignet. Märchen stellen sehr wohl ein interessantes Kulturgutdar.

Stelle 2 (S.18): a) „Es lernt Lieder, Spiele, Reigen, Gedichte (Anm.: die oft Märchen etc. zum Inhalt haben) sowie b) „Dies wird geübt an kleinen Gedichten und an Märchenspielen“.

Stelle 3 (S.19): „Beim Erzählen und Nacherzählen sucht man den Übergang vom Märchen zur Tierfabel und Tiergeschichte. … Legendendarstellungen … sind … Ergänzung zur Tierfabel und Tiergeschichte.“

Stelle 4 (S.19/20): „Beim Erzählen und Nacherzählen sucht man den Übergang vom Märchen zur Tierfabel und Tiergeschichte. Das Kind ist in diesem Alter mit seiner Umgebung noch so verbunden, dass es die Tiere am besten versteht, wenn sie menschlich handeln. Das eben lebt in der Fabel. Legendendarstellungen harmonisieren das am Tier erlebte durch das, was dem Kind legendenhaft von dem nach Vollkommenheit strebenden Menschlichen nahegebracht werden kann.“ Ein weitverbreitetes Lesebuch von der Lehrplanautorin („Der Sonne Licht“ herausgegeben von Caroline von Heydebrand, erschienen im Mellinger Verlag, Stuttgart, 15. Auflage 1987, erste Auflage 1928) beinhaltet von ihr ausgesuchte Märchen, Fabeln etc. sowie Gedichte und Sprüche (auch von Steiner)

Stelle 5 ( S.21): „Den Stoff zum Erzählen und  Nacherzählen bieten … die Geschichten des Alten Testaments, der allererste Beginn der Welt- und Kulturgeschichte für das Kind.“ (dabei wird auf das Lesebuch von Caroline von Heydebrand und Ernst Uehli verwiesen, darin: „Und Gott sprach …“

Stelle 6 (S.24): „Erzählstoff und Lesestoff … bilden unter anderem die Sagen der germanischen Mythologie und Heldenzeit“ (Anm.: Nach einer Bemerkung auf S.26 ist hier die Sigfriedsage als Stoff vorgesehen, im Eurythmieunterricht wird dieser Inhalt aufgegriffen und durch Alliterationsübungen vertieft. Solche Übungen werden dann auf den monatlich stattfindenden Bühnenaufführungen der Waldorfschule, den sogenannten „Monatsfeiern“, die manchmal intern, manchmal öffentlich sind, dem Schulpublikum dargeboten)

Stelle 7 (S.27): a) „Erzähl- und Lesestoff bieten unter anderem die Sagen des Klassischen Altertums.“ b) „Geschichte und Kultur der morgenländischen Völker und der Griechen“ c) „Biographien grosser Männer und Frauen“ d) “ … erzählt … wird … an charakteristischen Symptomen das eigenartige Wesen der einzelnen Kulturepochen“ (Anm.: Kulturepoche ist ein innerhalb der anthroposophischen Welt selbstverständlicher Begriff, der sich aus dem Werk Steiners erklären lässt s.o.)

Diese letzte Stelle ist dem Lehrplan der fünften Klasse entnommen. (Alle Stellen wurden zitiert aus: Vom Lehrplan der Freien Waldorfschule, bearbeitet von Caroline von Heydebrand, Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben, 8. Auflage 1986)

In diesem Lehrplan wird auf S.12 eindeutig auf den Zusammenhang mit Rudolf Steiner verwiesen, ein Zusammenhang, der in der Diskussion um Waldorfschulen gern verwischt wird: „Die Darstellung, die hier vom Lehrplan der Freien Waldorfschule versucht wird, kann nur dann voll verstanden werden, wenn man die ihm zugrunde liegende Menschenkunde (Anm.: die von Steiner in seiner Schrift „Allgemeine Menschenkunde“ dargestellt ist) berücksichtigt, wie sie in den Schriften Dr. Rudolf Steiners gegeben ist.“

Die Fortsetzung folgt in einem nächsten Beitrag.

Weitere Blog-Beiträge zum Thema „Waldorf“ finden Sie hier:

 


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11 Gedanken zu “Waldorfpädagogik – Verfassungskonformität; Eine Erörterung einer ehemaligen Waldorflehrerin: Teil I

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  2. Aha…investigativ, aufklärend…so so.
    Da hat ja jemand mal gründlich was missverstanden.
    Pessimistische Sichtweisen, die zudem auch noch mit allen möglichen anderen Sachen vermischt werden.
    So etwas wie eine Sekte also…wirklich sehr interessante und äußerst fantasievolle Sichtweisen, ich muss schon sagen.
    Aber jeder hat ja seine eigenen Gedanken, die er auch gerne der Welt veröffentlichen darf.

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  3. Man sollte meinen Verschwörungstheoretiker beschränken sich auf Kennedy und 9/11, jetzt sind also auch die Waldis dran…tztztz

    als ehemalige Waldorfschülerin mit Abitur (derzeit 34 J.alt) aus nichtanthroposophischem Elternhaus habe ich weder von negativen Einflüssen aus meiner Schulzeit etwas bemerkt, noch wurden wir als Schüler im angeblichen Sinne Steiners beeinflusst oder ideologisiert.

    Die schüler profitieren zunächst einmal nur von den pädagogischen Umsetzungen der anthroposophisch wirkenden Waldorflehrer. Wir wurden zu frei denkenden Persönlichkeiten erzogen, denen es durchaus erlaubt war sich selbst kritisch oder auch negativ zur Anthroposophie zu stellen.
    Wer die „Philosophie der Freiheit“ nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hat, der müsste begreifen, dass die Freiheit des Menschen und seine damit verbundene Möglichkeit sich unabhängig zu entscheiden ein wesentlicher Bestandteil Steiners Theorien ist.

    Wer jedoch schon Probleme mit der traditionellen Vermittlung von Werten durch Märchen hat, wie sie in allen Gesellschaften und Kulturen vorkommen, und dieser Wertevermittlung böse Absichten unterstellt, der sollte vielleicht virtuelle Erziehungsprogramme erstellen und seine Kinder ohne jegliche menschliche und persönliche Einwirkung und Ansprache (durch einen potentiell „führenden“ und deshalb gefährlichen (?) Waldorflehrer/Menschen) rein von Maschinen erziehen lassen.

    Ganz im Sinne emotional toter und wertefreier Generationen, die noch besser in funktionale Schubladen passen und denen die freie Meinungsbildung abgewöhnt wird bzw. gar nicht erst anerzogen wird.

    Waldorfschüler werden nicht nur beschult – das stimmt. Waldorflehrer nehmen auch erzieherische Aufgaben war. Gott sei Dank!
    Sie erziehen zur Freiheit, zur eigenen Entwicklung und zu der Möglichkeit die eigene Persönlichkeit zu entfalten.
    Dafür sollte man Ihnen dankbar sein, statt sie zu dämonisieren….

    Nur weil man nicht zu allen Ansichten Steiners Zugang hat (habe ich auch nicht) wird aus der Waldorfschulbewegung noch lange keine Sekte.

    Ich nahm mir die Freiheit meine eigenen 4 Kinder die ersten 5 Jahre staatlich zu beschulen und erlebte wieviel schlechter und persönlichkeitseinengender diese Schulformen waren….nun sind auch meine Kinder Waldorfschüler und ihre Schule ermöglicht ihnen, sich zu freien Menschen zu entwickeln.

    Meinen Zugang zur Anthroposophie habe ich entsprechend erweitert und stehe manchen Theorien immer noch mit Unverständnis gegenüber.
    Im Gegensatz zur sektenartigen Verschwörungtheorie ist dies jedoch überhaupt kein Problem.

    Lasst die Kirche mal im Dorf (meine ist übrigens nach wie vor evangelisch ;-)) und freut Euch lieber über die schulische Vielfalt, denn Hinterfrager und Querdenker braucht diese Gesellschaft dringend!

    Mimi
    Ex-Waldorfschülerin und kritische Mutter

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  4. Mimi, mir kommen gleich die Tränen bei ihrer Märchengeschichte.

    Hier geht es um „Hänsel und Gretel, ohne glückliches Ende“:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-schloss-hamborn-das-anthroposophische-zentrum-in-ostwestfalen/

    Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen

    Ein Artikel des WDR über ein Gewaltopfer in der Waldorfschule Schloss Hamborn erinnerte unseren Gastautoren Andreas Lichte an seine dortige Hospitation. Hier sein erster Bericht.

    „Sag mal’, seh’ ich eigentlich nach Waldorf aus?!“ fragt mich die Gastmutter und Waldorflehrerin.

    „Nein, natürlich nicht!“ antworte ich wunschgemäss. Der typische, asexuelle Waldorf-Walle-Look ist das wohl eher nicht, aber natürlich gehört auch sie dazu.

    „Ich schicke meine Kinder ja zu ausserschulischen Aktivitäten nach draussen – das ist mir ganz wichtig, damit sie nicht im Ghetto untergehen“, sagt mir ein anderer Lehrer.

    Das „Ghetto“ ist die „anthroposophische Lebensgemeinschaft“ Schloss Hamborn, Westfalen, mit Waldorfschule, Waldorfinternat, Demeter-Laden, Altersheim – und eigenem Friedhof. Also nicht unbedingt die typische Waldorfschule. Aber das unvergleichliche Waldorf-Wir-Gefühl findet sich auch an jeder anderen Waldorfschule. Warum? Waldorf ist nicht einfach nur „Schule“. Waldorf ist eine Lebensform, die nicht mit dem Schul-Gong endet.

    „Und am Wochenende hilfst du dann bei unserem Martinsmarkt?!“ fragt der Gastvater, Waldorflehrer.

    „Nein, tut mir leid, mein Bruder feiert Geburtstag“, antworte ich, wohlwissend, dass das ein Tabubruch ist.

    Mir muss nicht extra gesagt werden, dass man als (zukünftiger) Waldorflehrer Teil einer grossen Gemeinschaft ist, die höhere Ziele verfolgt: „Die Welt wird zum Tempel, die Welt wird zum Gotteshaus“, sagt Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorf-Pädagogik. Für Steiner ist die Waldorfschule der „praktische Beweis für die Durchschlagskraft der anthroposophischen Weltorientierung.“ Nicht weniger. Und die Anthroposophie ist Steiners Haus-Religion: Steiner ist ihr selbsternannter Prophet, Hellseher, dessen Worte Offenbarungscharakter besitzen. Und schon erschallt – Hosianna! – das allgegenwärtige „Rudolf Steiner hat gesagt …“

    Steiner wird in Schloss Hamborn auch „zur Fortbildung“ in der Lehrerkonferenz gelesen, natürlich. Aber auch sonst hat man zu jeder noch so kleinen Lebensäusserung ein „Wahrspruchwort“ Steiners parat, ähnlich wie der vorbildliche Waldorflehrer und Dozent des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, der „Missionar in Sachen Steiner ist“.

    In der Internatsschule Schloss Hamborn gibt es auch „schwererziehbare“ Kinder. Meine Gastmutter erzählt mir, wie sie sie empfängt: Wenn die Kinder im Internat ankommen, ringt meine Gastmutter sie erst einmal nieder, um klar zu machen, wer das Sagen hat: Die Rangordnung muss hergestellt werden … Ich denke, das kann nur ein Spiel sein und frage nicht nach. Mit einem komischen Gefühl. Jahre später lese ich dann von Kindesmisshandlung in einer anderen Waldorfschule, der „Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Alte Ziegelei Rädel“, und dem „Gilde-Griff“ der ehemaligen Leiterin Angelika Gilde. Ist das vielleicht gar nicht Gildes Erfindung? Und aus dem komischen- wird ein mieses Gefühl: was hat meine Gastmutter wirklich mit den Kindern gemacht?

    Und dann kommt ein Artikel des WDR, „Hinter privaten Schultüren“, von Nina Magoley. Dort berichtet Jan Schrecker, Zitat WDR, „von Demütigungen und Misshandlungen während seiner Schulzeit, die ihm noch immer zu schaffen machen. Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, »mit voller Wucht« auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete.“

    Nein, Jan Schreckers Lehrerin ist nicht meine Gastmutter. Aber das macht es nur noch schlimmer. Denn in Schloss Hamborn habe ich selber ein Hänsel und Gretel Gefühl: Die „anthroposophische Lebensgemeinschaft“ liegt mitten im Wald, in einem Tal-Kessel, es ist eine verschworene Gemeinschaft, ich denke: „Von hier dringt niemals etwas nach draussen!“ Und dann doch. Und was passiert?

    Weiter der WDR: „Eine Strafanzeige gegen die Lehrerin, die Schrecker im Jahr 2002 bei der Staatsanwaltschaft Dortmund stellte, wurde wegen Verjährung abgewiesen. Als er sich daraufhin an die Bezirksregierung Detmold wandte, habe man ihm dort erklärt, dass die Behörde für private Schulen, wie Waldorf- oder auch kirchliche Schulen, nicht zuständig sei. Auch auf eine Petition beim Landtag NRW hin bekam der ehemalige Schüler dieselbe Auskunft. Das »Verhalten der Lehrkraft«, heißt es in einem Antwortschreiben, das WDR.de vorliegt, »konnte keine schulaufsichtliche Maßnahme auslösen«, da die Lehrkraft nicht Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen war, sondern in einem privatrechtlichen Vertragsverhältnis zum Schulträger stand« (…)“

    Erwartet hier jetzt irgendjemand noch ein schönes Schlusswort – ein glückliches Ende, wie im Märchen?

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  5. @ M. Kritisch (blödes Pseudonym)

    Sie schreiben: „Wer die „Philosophie der Freiheit“ nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hat, der müsste begreifen, dass die Freiheit des Menschen und seine damit verbundene Möglichkeit sich unabhängig zu entscheiden ein wesentlicher Bestandteil Steiners Theorien ist.“

    Bei Ihnen war die Steiner-Gehirnwäsche erfolgreich. Sehr erfolgreich. Hier ein Artikel für Sie:

    http://www.ruhrbarone.de/eine-sekte-erinnerungen-an-die-waldorfschule/

    „Eine Sekte? Erinnerungen an die Waldorfschule“

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  6. “Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück.

    Es war die Größe, die G. an ihrer Waldorfschule als erstes auffiel: Die Größe der Klassen. „Ich hatte Klassen mit fast 40 Kindern, da ist ein vernünftiger Unterricht kaum möglich. Man kann in so einer großen Gruppe nicht auf die Probleme einzelner Kinder eingehen.“ Vor allem im Sprachunterricht sei die Klassengröße ein Problem. Internationale Studien, erklärt mir G., hätten erwiesen, dass 22 Kinder pro Gruppe die absolute Obergrenze seien (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/

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  7. „Waldorfschule für alle? – Sekte für alle?

    (…) Waldorfschule als „Sekte“ kommt auch von einem ehemaligen Schüler, Zitat: „Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird.“ Die hier beschriebene Schule ist nicht mehr im „Bund der Freien Waldorfschulen“. Diese schon, siehe den Bericht einer Mutter, Zitat: „Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.“ (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/brandenburg-waldorfschule-fuer-alle-sekte-fuer-alle/

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  8. „Religionsschule Waldorfschule: ein Umkreisen Gottes

    Bei den Ruhrbaronen streitet man darüber, ob es an öffentlichen Schulen bekenntnisorientierten Religionsunterricht geben sollte. An den Waldorfschulen gibt es ihn – als Ablenkungsmanöver von der alles durchdringenden religiösen Prägung durch die Anthroposophie. Von Andreas Lichte.

    Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”

    Schwieriger wird es, will man die Religion Anthroposophie auch als solche erkennen, Prange führt aus: „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“ (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/religionsschule-waldorfschule-ein-umkreisen-gottes/

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  9. Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie:

    „(…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Prof. Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun. (…)”

    zum Interview “Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule”: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

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  10. Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

    (…)

    Dokumentiert ist, dass der Lehrplan der ersten Waldorfschulen „Rassenkunde“ enthielt, die in der siebten Klasse einzuführen sei, samt der Diskussion des „Gegensatzes von nördlicher und südlicher Volksart“ und dem kulturellen Ausdruck von „fremden Volksseelen“.2

    Bei einer Pressekonferenz des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ zu Rudolf Steiners Rassismus erklärte Kullak-Ublick [Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“] aber im Widerspruch zur oben dokumentierten Geschichte der Waldorfschule:

    „Schon bei ihrer Gründung sind die Waldorfschulen mit einem Ansatz angetreten, der im krassest möglichen Gegensatz zu den Beschuldigungen [des Rassismus in der Waldorfschule] steht“.3

    Am 6. September 2007 entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Und auch hier fühlt sich Kullak-Ublick nicht an Fakten gebunden:

    „(…) So erläuterte Henning Kullak-Ublick, Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen, in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur der Hörerschaft, die Bundesprüfstelle habe die inkriminierten ‘Stellen für unwesentlich erklärt und … sie eben nicht indiziert. Gerade das hat sie ja nicht getan. Sie wäre dazu verpflichtet gewesen, wenn sie die eben als rassendiskriminierend angesehen hätte.’ Angesichts der Tatsache, dass in der Entscheidung 5505 [der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien] explizit steht, dass das Zwölfergremium zu dem Ergebnis gekommen ist, dass ‘Die Mission einzelner Volksseelen’ in Teilen ‘als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’ sei, muss sich Kullak-Ublick eine Verdrehung der Fakten vorwerfen lassen. (…)“4

    (…)“

    zum vollständigen Artikel beim Blog „Ruhrbarone“ (dort auch Quellenangaben): http://www.ruhrbarone.de/henning-kullak-ublick-der-bund-der-freien-waldorfschulen-und-die-glaubwuerdigkeit/

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  11. Der Historiker Prof. Helmut Zander über die – “desaströse” – kommentierte Neuauflage von Rudolf Steiner, “Geisteswissenschaftliche Menschenkunde”:

    “(…) Den politischen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung markiert eine Stellungnahme der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Sie kam 2007 zu dem Ergebnis, dass es Vorstellungen Steiners gebe, die «als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen» seien. Eine Indizierung entsprechender Bände der Steinerschen Schriften konnten Anthroposophen nur mit der Zusage abwenden, dass spätestens innerhalb eines Jahres eine Überarbeitung dieser Bände vorliegen werde. Damit nahmen sie es aber nicht so genau, es dauerte vier Jahre, bis ein erster Band, die «Geisteswissenschaftliche Menschenkunde» von 1908/09, neu erschien.

    Das Ergebnis ist desaströs. In einem knappen Hinweis distanziert man sich von Interpretationen der Aussagen Steiners, «insofern sie heute in irgendeiner diskriminierenden Art verstanden [. . .] werden sollten», während Steiner mit wenigen Aussagen, die die rassistischen Formulierungen relativieren, freigekauft wird. Aber kein Wort über Steiners Fortschrittsdenken, das seine Rassentheorien bedingt, kein Wort über die «Weissen», die er lebenslang zur kulturellen Avantgarde überhöhte, keines zu den «passiven Negerseelen» in dem Band. (…)”

    Quelle: Helmut Zander, “Rudolf Steiners Rassentheorien – Was tun mit einem unannehmbaren Erbe?”, Neue Zürcher Zeitung, 18. April 2013, http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/was-tun-mit-einem-unannehmbaren-erbe-1.18066165

    Siehe zum Indizierungsverfahren der “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) gegen Rudolf Steiner:

    “3 Jahre Rudolf Steiner ist ‘zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’”

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen/

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