Waldorfpädagogik – Verfassungskonformität; Eine Erörterung einer ehemaligen Waldorflehrerin: Teil II


Liebe Leser,

Hier folgt der zweite Teil:

„Aus dem Schulleben einer ehemaligen Waldorflehrerin“

(Teil I können Sie hier nachlesen)

  •  2. Die Unterrichtsmethoden weisen auch im Selbstverständnis der Waldorfpädagogik kultischen Charakter auf (Faschismusvorwurf)

Methodisch wird nun so vorgegangen, dass den Kindern der Grundschulklassen diese als wesentlich erachteten Unterrichtsinhalte in eigens erlernter Erzähltechnik vorgetragen werden. Anschließend werden diese Inhalte nicht etwa besprochen (reflektiert), sondern es wird vor allem gemalt.

Das Malen nimmt viel Zeit in Anspruch und wird vom Lehrer durch Tafelzeichnungen mitvollzogen. Tafelzeichnungen hat der Waldorflehrer in seiner Ausbildung genauso wie Erzählen gelernt oder soll es sich selber aneignen (Lit.: Margrit Jünemann, Tafelzeichnungen, Pädagogisch-künstlerische Gesichtspunkte, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1995)

Darüberhinaus werden durch Rezitieren und chorisches Sprechen (im Eurythmieunterricht werden Unterrichtsinhalte zudem aufgegriffen und eingeübt) die Inhalte weiter vertieft.

Da den ausgewählten Texten ein tiefer Wahrheitsgehalt unterstellt wird und der Lehrer die Aufgabe hat, die Auswahl des Stoffes zu prüfen, wird nach eigener Auffassung darüber die (inhaltliche) Qualitätssicherung geleistet, denn Waldorfschulen sind autonom, der Lehrer vertritt seinen Unterricht selber (hier stellt sich die Frage nach dem [arbeits] rechtlichen Status des Waldorflehrers). Die von Schulseite vorgebrachte Argumentation bleibt notwendig zirkulär, wenn die Grundlegung nicht infragegestellt werden darf.

Die regelrechte Infundierung der betrachteten Unterrichtsinhalte entspricht kultischen Praktiken.

  • 3. Die Realitätsferne der Waldorfpädagogik begründet sich aus der Stoffauswahl

Die mangelnde Reflektion der Inhalte, der oft in der Natur der ausgewählten Inhalte liegende fehlende Bezug zur Wirklichkeit (bei Märchen etc.) und falsches Inbezugsetzen zur Wirklichkeit (durch Animismus, Anthropomorphismus, Verklärung, Kitsch, Klischee) führen den Schüler in eine phantastische Welt ein, die zwar reich ausgestattet ist, aber vom Schüler nicht mit der ihn umgebenden Realität zur Deckung gebracht werden kann.

Das kann bis hin zur Induzierung von Psychosen gehen, die sich in Angstträumen, allgemeinen Ängsten, Realitätsverlust etc. äußern, beim jüngeren Kind und auch beim Jugendlichen aber nicht genügend eingeordnet werden können. Der ursächliche Zusammenhang mit (den in der Waldorfschule behandelten) Unterrichtsinhalten wird selten erkannt.

  • 4. Die mangelnde Transparenz ist durch die Methodenwahl mitverursacht

Die beschriebenen Unterrichtsmethoden führen zu einem Mangel an Begriffsbildungen. Es wird zu wenig aufgeschrieben, stattdessen wird gemalt.

Im Selbstverständnis sollen die gewählten Inhalte nicht gefestigt werden, sie sollen im „Urbildhaften“ verbleiben. Unterrichtsinhalte können mangels Begriffsbildung vom Schüler nicht hinreichend wiedergegeben (reproduziert) werden, was eine innere und äußere Distanzierung auch im späteren Leben erschwert und eine tiefe Bindung an die Waldorfwelt bewirkt.

Die Wiedergabe der erlernten Inhalte in mündlicher oder schriftlicher Form ist ein notwendiger Schritt beim Lernen und eine Voraussetzung zur Überprüfung des Lernerfolges. Die von Waldorfseite kritisierte Bewertung des Lernerfolges ist von diesem unabhängig. Es werden etwa in der Grundschulzeit überhaupt keine Arbeiten geschrieben.

Neue Veröffentlichungen aus den anthroposophischen Verlagen zeigen die unveränderte Haltung zum Thema „Märchen“.

In dem anthroposophienahen Verlagsprogramm des Mayer Verlags 2008/2009 (Verlag Johannes M. Mayer, Stuttgart) wird für die Neuerscheinungen (1) „Grimmsche Märchen als Spiegel der Seele“ von dem Waldorflehrer Marcus Kraneburg und (2) „… vergnügt bis an ihr Ende…“ von Rudolf Geiger geworben mit: „Nicht etwa nur von Zeit und Ort binden uns wahre Märchen los, sondern von der Sterblichkeit selbst…“ (J.G. Herder)

In der Präsentation heißt es: „Das Geheimnissvolle ist dabei jedoch, dass diese Bilder, gerade indem sie das bewussteVerständnis umgehen, mit aller Nachhaltigkeit wirken.“ und: „Marcus Kraneburg führt den Leser hin zu diesem esoterischen Wissen der bekanntesten Grimmschen Märchen…“

Aus dem Buch: „Die Welt der Märchen“ herausgegeben und kommentiert von Almut Bockenmühl, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2006 ist ein Interview mit Rudolf Steiner aud S.214 wiedergegeben: „Es wird gefragt, ob man auch Märchen erzählen kann, in denen blutige Dinge vorkommen. Dr. Steiner: (…) Ich habe einer Mutter gesagt, wenn man es absolut vermeiden will, den Kindern von Blut zu reden im Märchen, so verzärtelt man sie so, dass sie später bei einem Blutstropfen in Ohnmacht fallen…“

Anschließend wird dies an dem (grausamen)  Märchen vom >Machandelboom< von der Herausgeberin kommentiert; schädliche Auswirkungen des Märchens auf das Kind werden auf den Mangel an bildhaftem Denken und auf das Unvermögen der das Märchen erzählenden Erwachsenen, nicht auf den Inhalt des Märchens zurückgeführt: man müsse das Märchen eben in der richtigen Weise auffassen.

Zuvor handelt das Kapitel „Märchen in der Pädagogik“ (S.201-219) unter anderem von der unterschiedlichen Behandlung der Temperamente (die Temperamentenlehre ist ein Grundbaustein der Waldorfpädagogik) mit Märchen- und Legendenmotiven.

Das Kapitel endet: „Wenn man bisher noch geneigt war, Rudolf Steiners pädagogische Erziehungsideale einfach als >sanfte Pädagogik< anzusehen, so weisen diese Äußerungen, wenn man sie ernst nimmt, darauf hin, dass von der Pflege des Bildhaften durch Märchen, Mythen, Gleichnisse das Wohl und Wehe der zukünftigen Menschheit abhängt.“ (Die Herausgeberin, S.219)

Caroline von Heydebrand lobt in der von ihr bearbeitenden Schrift „Vom Lehrplan der Freien Waldorfschule“ (Stuttgart, 1986; S.16) Märchen als Unterrichtsgegenstand für die erste Klasse. An der angegebenen Stelle heißt es: „Die bunten Bilder der Märchen, die die vorstellende Kraft des Kindes anregen und in künstlerischer Bildgestalt die tiefsten Geheimnisse der Menschheit bergen, …bieten den Erzählstoff für diese Klasse“

Die angebliche Weisheit der Märchen ist in der Tat mehr etwas für Erwachsene.

Märchen repräsentieren abgeschlossene Welten aus irgendwelchen vergangenen Zeiten, sie führen nicht in die Gegenwart. Ihnen fehlt zudem die Anbindung an das christliche Weltbild, auf dem das Grundgesetz basiert. Historisch ist jedenfalls christianisiert worden.

In Märchen erscheint Gewalt als normal und legitim, hier wird gemordet und hingerichtet, brutale Gesetze bestimmen das Geschehen. Das Argument, dass die reale Welt nun auch nicht heil ist und Kinder abgehärtet werden müssen, ist nicht gerechtfertigt.

Kinder sollten nicht mit der vollen Härte realer oder vergangener Konflikte konfrontiert werden. Die in den Märchen gebotenen Lösungen, in denen das Gute (immerhin) schlussendlich oft siegt, sind für Kinder nicht nachvollziehbar, absolut unrealistisch und daher untauglich. Die kindliche Phantasie anregen tun Märchen sicherlich, nicht umsonst haben viele Kinder Probleme, die durch die Märcheninhalte in ihnen ausgelösten Ängste zu verarbeiten.

Es ist eine Frage des Inhaltes und Caroline von Heydebrand irrt ganz einfach darin, dass sie Märchen für kindgerecht erklärt. Eine Frage, die sich mir beim Waldorflehrplan immer getellt hat, ist die, wo die ausdrückliche Behandlung neutestamentlicher Inhalte bleibt, denn die Behandlung des Alten Testaments ist nach besagtem Lehrplan für die dritte Klasse vorgesehen. Für die Ausbildung eines christlichen Weltbildes ist das Neue Testament unerlässlich, für die Bildung des christlichen Gottesbegriffes ebenfalls.

Dies ist sogar im Grundgesetz gefordert. In der Präambel des Grundgesetzes ist in erster Linie von der Verantwortung vor Gott die Rede. Vor Gott kann man sich nur verantworten, wenn man Gott kennt, Gott kennen kann man nur, wenn man vernünftigen Religionsunterricht hat.

Gott kommt in den Märchen gar nicht vor, gäbe es die Heilige Schrift nicht, wüssten wir nichts von ihm. Dies ist kein Widerspruch zur Glaubensfreiheit, die jedem zusteht, sondern nur eine Beschreibung der einseitigen Vermittlung an Waldorfschulen im Zusammenhang mit der Verfassungskonformität.

Ich habe mich bewusst auf den Lehrplan von Caroline von Heydebrand beschränkt und damit nur die traditionelle Sichtweise betrachtet. (Neben dem Lehrplan von Caroline von Heydebrand existiert ein weiterer traditioneller Lehrplan von Karl Stockmeyer. Inzwischen gibt es einen modernisierten Lehrplan von Tobias Richter)

Die Frage, ob und wie Waldorfpädagogik reformiert werden kann, erfordert einen Konsens darüber, was die Substanz dieser Pädagogik ausmacht.

Die Frage nach der Verfassungskonformität des Unterrichts und der Rechtssituation für die Lehrer habe nicht nur ich schon vor 25 Jahren gestellt.

Da viele Gründungsinitiativen für Waldorfschulen und -kindergärten bestehen, halte ich eine Klärung der Verfassungskonformität sowie der rechtlichen Situation des Waldorflehrers für absolut nötig.

Waldorfschulen stehen im Brennpunkt vieler Interessen. Der Staat spart einerseits eine Menge Geld, andererseits käme die Selbstauflösung der Waldorfschulen manchen gelegen.

Ein weiterer Beitrag der ehemaligen Waldorflehrerin  mit dem Titel: „Waldorf one world ???“, folgt in Kürze.

Und hier noch ein lesenswerter Bericht zum Thema:

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8 Gedanken zu “Waldorfpädagogik – Verfassungskonformität; Eine Erörterung einer ehemaligen Waldorflehrerin: Teil II

  1. „Staatliche Waldorfschule in Hamburg?

    Hamburg [ENA] Laut Bericht des “Hamburger Abendblattes” vom 19.09.2012 ist erstmals in Deutschland in der Wilhelmsburger Schule Fährstraße eine Zusammenarbeit zwischen Waldorfpädagogen und Lehrern einer Regelschule geplant. Die Lehrer der Regelschule und die Waldorfpädagogen sind für diese Zusammenarbeit. Die Zustimmung des Schulsenators Ties Rabe (SPD) zu einem zehnjährigen Schulversuch dieser Art liegt ebenfalls vor.

    Hintergrund dieser doch eher ungewöhnlichen Zusammenarbeit grundverschiedener Bildungssysteme sind die Pläne der hamburger zwölfköpfigen Waldorfinitiative zur Errichtung einer eigenen Privatschule. Die Schulbehörde hatte offenbar die Befürchtung, wie den Worten des Behördensprechers Peter Albrecht zu entnehmen ist, dass ..”die sogenannten bildungsnahen Wilhelmsburger Familien ihre Kinder aus den öffentlichen Schulen nehmen würden.” Die hamburger Behörde unterbreitete deshalb den Vorschlag, dass die Waldorfanhänger ihre Pädagogik in die bestehende Schule einbringen sollten (…)“

    weiter: https://vikasev.wordpress.com/2012/09/20/staatliche-waldorfschule-in-hamburg/

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  2. Was erwartet einen in der Waldorfschule? Unterricht, der auf der Anthroposophie basiert, zum Beispiel auf Rudolf Steiners „Jahrsiebtelehre“:

    Die Waldorfpädagogik übernimmt die in der Anthroposophie übliche Einteilung des Menschen in „Wesensglieder“. Diese „Wesensglieder“ entwickeln sich laut Rudolf Steiner in zeitlichen Abschnitten von 7 Jahren, den „Jahrsiebten“. Dazu sagt Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“, Zitat:

    „(…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Prof. Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

    zum vollständigen Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

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  3. Eine Waldorfschule ist IMMER eine anthroposophische Schule:

    “Religionsschule Waldorfschule: ein ‘Umkreisen Gottes’

    (…) Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”

    Schwieriger wird es, will man die Religion Anthroposophie auch als solche erkennen, Prange führt aus: „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“ (…)”

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/religionsschule-waldorfschule-ein-umkreisen-gottes/

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  4. “‘Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden’

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück.

    (…) Waldorfschulen, das würden viele Eltern unterschätzen, seien vor allem die Schulen der anthroprosophischen Bewegung (…)

    (…) Das Image der Schulen und die Wirklichkeit würden nur selten übereinstimmen. Die Waldorfschulen seien aus Prinzip intransparent: „Es gibt keinen verbindlichen, dafür angeblich einen geheimen Lehrplan (…)

    (…) G. hat viel Unfug gehört: In den unteren Klassen haben die Kinder Epochenunterricht über Zwerge und Gnome gehabt. Atlantis und Sagen waren Stoff im Fach Geschichte. „Sagen gehören in den Deutsch-, aber nicht in den Geschichtsunterricht“, weiß G., die studierte Historikerin ist (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/

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  5. “Waldorfschule für alle? – Sekte für alle?

    (…) Waldorfschule als „Sekte“ kommt auch von einem ehemaligen Schüler, Zitat: „Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird.“ (…)”

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/brandenburg-waldorfschule-fuer-alle-sekte-fuer-alle/

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  6. Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    (…) „Das Motto der Waldorfbewegung im »Dritten Reich« lautete: »Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.«1

    Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch »die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes« und stand damit »im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates«.2“3 (…)

    Kontinuität bis in die Gegenwart: Atlantis und die Rassen

    „Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus, schrieb Karutz 1934, »gewinnt man auch die positive Einstellung zur Rasse wieder, die unter dem wissenschaftlichen Materialismus verlorengegangen war«31: »Die nationalsozialistische Völker- und Rassenpolitik ist in der geistigen Wirklichkeit verankert.«32

    Um die Zusammengehörigkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre zu dokumentieren, zitierte er Steiner und Hitler nebeneinander als Beweis, »dass sich hierin die auf Blut, Boden, Vererbung aufgebaute Weltanschauung des Dritten Deutschen Reiches und die Geisteswissenschaft nicht widersprechen«.33

    Karutz erklärte: »Der Nationalsozialismus ist, vielen unbewusst, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.«34“35

    „Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht“ – und von denen auch noch in der Gegenwart „gesprochen“ wird, in Waldorfschulen, wenn „Atlantis“ und die darauf folgenden anthroposophischen „Kulturepochen“36 unterrichtet werden. Die Kultusministerien und Schulaufsichten scheinen sich nicht dafür zu interessieren, wenn damit in Waldorfschulen Rassismus in „kindgerechter Form“ vermittelt wird – und die Eltern?

    O-Ton aus dem 45-minütigen TV-Feature des SWR, „Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?“:

    „Mutter: »Also ich bin noch nie über irgendwelche Inhalte gestolpert, die mich irritiert hätten, ist mir nicht passiert.«

    SWR: »Aber uns. Als wir in Julias alten Epochenheften graben, finden wir ein Geschichtsheft, das doch tatsächlich mit der Beschreibung von Atlantis beginnt …«“ (…)“

    zum vollständigen Artikel mit Quellenangaben beim Blog „Ruhrbarone“: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

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  7. „STAATLICHE SCHULE MIT WALDORFPÄDAGOGIK

    Grundschule mit Astralleib

    taz, 01.10.2012, VON BERND KRAMER

    In Hamburg sollen erstmals Waldorflehrer an einer staatlichen Schule unterrichten. Kritiker verweisen auf die esoterischen Wurzeln der Pädagogik (…)

    Heiner Ullrich, Professor für Erziehungswissenschaften an der Uni Mainz, verweist darauf, dass 90 Prozent der Waldorf-Pädagogen eine Befragung zufolge fest in der Anthroposophie Rudolf Steiners verhaftet sind: „Ein so hohes Maß an weltanschaulicher Geschlossenheit gibt es nicht einmal mehr an katholischen Privatschulen“, sagt Ullrich. Steiner glaube beispielsweise an Reinkarnation und ging davon aus, dass Kinder sich in Sieben-Jahres-Rhythmen entwickeln und mit der Pubertät einen farbig-leuchtenden Astralleib als Hülle um ihren Körper gebären – Erkenntnisse, die Steiner mittels Hellsicht gewonnen haben will und die der modernen Erziehungswissenschaft widersprechen. (…)

    Ursula Caberta, einst Sektenbeauftragte und jetzt Jugendschutzreferentin, kritisiert das Vorhaben ihrer Senatskollegen: „Was da passiert, ist völlig unmöglich. Da wird eine staatliche Schule für die abstrusen Lehren von Rudolf Steiner geöffnet.“ (…)

    An den Erfolg des Hamburger Schulversuchs glaubt Ullrich indes nicht: „Am Anfang mag es vielleicht ein paar Berührungspunkte geben“, sagt er. „Aber sobald die Waldorfkollegen bei der Schülerbeurteilung von astralischen Kräften oder von Reinkarnation sprechen, werden die staatlichen Lehrer wohl sagen: bitte nicht!““

    http://www.taz.de/Staatliche-Schule-mit-Waldorfpaedagogik/!102733/

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  8. „Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief an Senator Ties Rabe, Hamburg

    von Andreas Lichte, Berlin, 3. September 2012 (…)
    .

    Sehr geehrter Herr Senator Rabe,

    die „erziehungsKUNST“, Publikation des „Bundes der freien Waldorfschulen“, berichtete im August 2012 über die erste deutsche „Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft“1, die zum Schuljahr 2013/14 in Hamburg entstehen soll.

    Die „erziehungsKUNST“ hebt in ihrem Artikel hervor, dass die “Interkulturelle Waldorfschule Hamburg-Wilhelmsburg“, Zitat, „weder ‘Waldorfpädagogik light’“ werde, „noch dass die Waldorfpädagogik zu einem beliebig austauschbaren Methodenbaustein innerhalb der Staatsschulpädagogik wird.“

    Als ausgebildeter Waldorflehrer2 möchte ich Sie fragen: Wie will die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg sicherstellen, dass das Spezifische der Waldorfpädagogik – der anthroposophische Hintergrund – auch in einer Schule in staatlicher Trägerschaft erhalten bleibt?

    Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt über die Waldorfpädagogik: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”3

    Was meint Prof. Prange damit? Es würde den Rahmen dieses offenen Briefes sprengen, hier eine Gesamtdarstellung der Waldorfpädagogik geben zu wollen, wie es Prof. Prange in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik“ tut, zur Verdeutlichung nur drei Beispiele:
    .

    Rudolf Steiners anthroposophische „Temperamentenlehre“:

    Die Waldorfpädagogik teilt die Schüler in vier Temperamente ein. Diese Temperamente sind Grundlage für die Gestaltung des Unterrichts aller Fächer, auch der wissenschaftlichen, Zitat aus Helmut Eller, „Die Temperamente – und ihre Behandlung im Unterricht“:

    „FEUERARTEN (in der Chemie-Epoche der 7. Klasse):

    [Melancholiker] Erde: Glühen der Eierbriketts, ganz im Innern

    [Phlegmatiker] Wasser: Brennender Spiritus läuft über ein Brett, entzündet aber nicht das Holz

    [Sanguiniker] Luft: eine Bäckertüte wird mit Gas gefüllt, so daß beim Ausdrücken in die Flamme ein kurzer, heller Feuerball entsteht

    [Choleriker] Feuer: Petroleum in einer Blechdose angezündet, läßt sich nicht mit einfachen Mitteln löschen und erzeugt große Hitze

    Diese Versuche findet man in Mackensens Chemie-Abhandlungen. Mit den Kindern spricht man auch in diesem Zusammenhang wiederum über die 4 Temperamente.“

    In Helmut Eller, „Die Temperamente – und ihre Behandlung im Unterricht“, das im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ zur Ausbildung der zukünftigen Waldorflehrer verwendet wurde, finden sich Temperamente in jedem Lebensbereich, natürlich auch in der für Anthroposophen real existierenden Welt der, Zitat Eller:

    „ELEMENTARWESEN

    [Melancholiker] Erde: Gnomen, Zwerge, Wichtelmänner, Wurzelmännlein

    [Phlegmatiker] Wasser: Undinen, Nixen, Nöck

    [Sanguiniker] Luft: Sylphen, Elfen

    [Choleriker] Feuer: Salamander, Feuergeist“ (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-in-staatlicher-traegerschaft-offener-brief-an-senator-ties-rabe-hamburg/

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