Die Lobby der Waldorfpädagogik


Wenn es jetzt um die erste staatliche Waldorfschule in Hamburg geht, darf auch nicht vergessen werden, welch elitäres Etikett Steiners Pädagogik-Irrsinn anhaftet. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Märchenlandschaft etabliert, die im Mainstream nicht positiver konnotiert sein könnte und der auch viele wichtige Persönlichkeiten aufgesessen sind. Die unsäglich verschleiernde Selbstdarstellung des Bundes der Freien Waldorfschulen hat sicher auch viel dazu beigetragen. Allein die Bezeichnung „Reformpädagogik“ spottet jeder Vernunft.

Alice, Waldorf-Lehrerin im Wunderland:


Heiner Ullrich, Professor für Erziehungswissenschaften an der Uni Mainz (Oktober 2012):

verweist darauf, dass 90 Prozent der Waldorfpädagogen eine Befragung zufolge fest in der Anthroposophie Rudolf Steiners verhaftet sind: „Ein so hohes Maß an weltanschaulicher Geschlossenheit gibt es nicht einmal mehr an katholischen Privatschulen“, sagt Ullrich. Steiner glaube beispielsweise an Reinkarnation und ging davon aus, dass Kinder sich in 7-Jahres-Rhythmen entwickeln und mit der Pubertät einen farbig-leuchtenden Astralleib als Hülle um ihren Körper gebären – Erkenntnisse, die Steiner mittels Hellsicht gewonnen haben will und die der modernen Erziehungswissenschaft widersprechen …

… An den Erfolg des Hamburger Schulversuchs glaubt Ullrich nicht: „Am Anfang mag es vielleicht ein paar Berührungspunkte geben“, sagt er. „Aber sobald die Waldorfkollegen bei der Schülerbeurteilung von astralischen Kräften oder von Reinkarnation sprechen, werden die staatlichen Lehrer wohl sagen: bitte nicht!“

Da kann man nur hoffen, dass Herr Ullrich Recht behält. Es könnte jedoch auch passieren, dass einige staatliche Lehrer, sind ja auch nur Menschen, auf den Geschmack kommen. Gerade in der heutigen Zeit der explodierenden spirituellen Sinnsuche wäre es nicht undenkbar. Wer sich dann noch vor Augen hält, welche Promis selbst eine Waldorfschullaufbahn erlebt oder für ihre Kinder gewählt haben, muss doch annehmen, dass da etwas dran sein muss.

Neben vielen anerkannten Künstlern aus allen Bereichen und Wirtschaftsgrößen wie Ferdinand Alexander Porsche, Arend Oetker und Michael Rogowski gibt es eine Reihe ehemalige und amtierende Politiker, die Waldorf in ihr Herz geschlossen haben:

Boris Erasmus Palmer, Grüner Oberbürgermeister von Tübingen, machte 1992 sein Abitur an einer Waldorfschule. Auf seiner Homepage schreibt er, er schätze die Waldorfpädagogik vor allem deshalb, weil sie der Persönlichkeitsentwicklung Vorrang vor reinem Faktenwissen einräume. „Aus diesem Grunde betrachte ich es heute als Glücksfall und für meine Entwicklung entscheidendes Ereignis, dass ich die Chance erhielt, eine Waldorfschule zu besuchen.“

Katrin Göring-Eckardt, Spitzen-GRÜNE und Ämterträgerin der EKD überließ Waldorf die Schulerziehung ihrer Söhne.

Von einer entsprechenden Erziehung der eigenen Kinder machten ebenfalls Wolfgang Clement (SPD), Eberhard Diepgen (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Helmut Kohl (CDU), Klaus von Dohnanyi (SPD), Gerhard Schröder (SPD) und Monika Hohlmeier (CSU) Gebrauch. Die F.J. Strauß Tochter Hohlmeier ist ein besonders nettes Beispiel, denn sie war auch noch CSU Bildungsministerin.

Otto Schily (SPD), Mitbegründer der GRÜNEN und Ex-Innenminister und sein Bruder Konrad (FDP), entstammen sogar einer anthroposophischen Familiendynastie. Mit Otto gibt es ein schönes Interview zum Thema Luzifer und Ahriman in der Politik.  Konrad, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und langjähriger Präsident der Universität Witten- Herdecke, engagierte sich während seiner Abgeordnetenzeit im Gesundheitsausschuss.

Anthroposophen haben maßgeblich an der Gründung der UWH [Universität Witten- Herdecke] mitgewirkt. Der Gründungspräsident Konrad Schily steht der Anthroposophischen Medizin nahe. Die medizinische Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, das nach der anthroposophisch erweiterten Medizin arbeitet. Zahlreiche Förderer der Uni sind Anthroposophen.

Die Allianz ELIANT, ein europäischer Zusammenschluss anthroposophischer Dachverbände, darf auch nicht unerwähnt bleiben. Diese NGO betreibt Lobbyarbeit in Brüssel und wurde von der GRÜNEN Hiltrud Breyer in ihrer Zeit im Europa-Parlament politisch kräftig unterstützt.

Die Namens-Auflistung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da könnte man sicher noch einige mehr nennen, aber es macht deutlich, dass man das Wirken und den Einfluss der Steinerschen Irrlehren nicht unterschätzen sollte.

„Wege zur Versteinerung“ (2001):

Die Anthroposophie ist der Katholizismus unter den esoterischen Lehren. Sie ist mittlerweile schon so alt, daß sie allein dadurch Würde gewonnen hat, die Patina auf den Bildern Steiners verleiht seiner Lehre den Ernst des Althergebrachten. Die Anthroposophen betreiben 168 Schulen in Deutschland, sie unterhalten sowohl ideologisch als auch ökonomisch starke Brückenköpfe in der Ökologiebewegung („Weleda“, „Wala“, „Demeter“) und präsentieren sich insgesamt als eine sanfte Bewegung von Naturfreunden mit leicht schrulligen Ideen zur Architektur. Dann schlägt man einen der über 300 Bände auf, die die Äußerungen des Bewegungsgründers enthalten, und es hebt einem den Rock. Da werden zur Zeit des vollentwickelten Industriekapitalismus infantile Wirtschaftssysteme entworfen, die einer Agrarkultur aus dem Mittelalter entsprechen, da wird Atlantis für bare Münze genommen, da werden krause Theorien über Botanik geäußert, die jeder wissenschaftlichen Betrachtung Hohn sprechen, da wird eine Physik betrieben, über die Archimedes gelacht hätte, da werden hahnebüchene Ernährungslehren formuliert, da wird ekelhafter Rassismus mit wolkig-spirituellem Räucherwerk umgeben. Allein die Tatsache, daß er solchen Nonsens in Vorträgen und Schriften verbreitet hat, die über 300 Bände füllen, sollte sehr nachdenklich stimmen. Es hat echte Genies gegeben, die einen starken Mitteilungsdrang hatten; man denke nur an Aristoteles, der auch Unsinn erzählt hat, aber dabei wenigstens auf der Höhe seiner Zeit war. Nicht so Steiner. Er kümmert sich um den Kenntnisstand seiner Zeit gar nicht, weil er keine Hoffnung haben kann, ihn aufzuholen, und erfindet das Rad in Form einer privaten Pseudowissenschaft neu. Weil es seines ist, darf es dann auch Ecken haben. Was er nicht versteht, oder was ihm nicht paßt, redet er so lange mit einer nichtendenwollenden Kaskade aus Geschwätz nieder, bis es völlig verdrängt ist. Die klaffenden Löcher in seiner eigenen „Theorie“ stopft er mit raunenden Andeutungen von höheren Einsichten, die er entweder gar nicht oder nur durch Querverweise auf Gleichgesinnte belegen kann. „Gewiß“ und „bestimmt“ sind zwei seiner liebsten Vokabeln, und während sie Gewißheit und Bestimmtheit simulieren sollen, bezeichnen sie das gähnende Nichts. Er ist ohne Scham in der Lage, seine wüsten Phantastereien mit den eigenen „Mysteriendramen“ zu belegen. Wo man das Lesezeichen auch hineinsteckt: Steiners Werk ist durchtränkt mit Bestimmtheiten und Gewißheiten, die er nicht belegen kann. Es besteht daraus …

… Das Besondere an Steiner war die Fähigkeit, immer hart an der Grenze des vollentwickelten Wahns entlangzudelirieren und gleichzeitig mit einem ganz erstaunlichen Organisationsgeschick die Unterstützung der Mächtigen für seine Bewegung zu erlangen und zu erhalten …

… Die Zahl von 168 Waldorfschulen in Deutschland [heute, Dezember 2013: 232 Waldorfschulen, die Lobbyarbeit hat gewirkt] zeugt einerseits von dem sozialen Geschick, mit dem die Anthroposophen ihren esoterischen Eintopf unter die Leute bringen, andererseits von einem brennenden Verlangen nach Heil, Genesung, Natur und Sanftheit in einer Gesellschaft, die all das planmäßig abbaut. Die Durchschlagskraft, mit der Steiner seinen sanften Kreuzzug gegen die Moderne und das kritische Denken von Etappensieg zu Etappensieg geführt hat, machen ihn so bemerkenswert. Als soziologisches Phänomen ist die Anthroposophie interessant, ihre Lehre kann man dagegen getrost vergessen.

16 Gedanken zu “Die Lobby der Waldorfpädagogik

  1. Die Waldorfschule hat auch eine Lobby von „no name“-Unterstützer, also Unterstützern, deren Name man eigentlich sofort wieder vergessen kann, so wie „Ambros Waibel“, der für die taz die Kolumne „Der Rote Faden“ schreibt …

    In der Ausgabe „Forza Mussolini!“ vom 30.11. 2013 outet sich Ambros Waibel als Waldorfvater, was natürlich dazu führt, dass er die Waldorfschule verteidigt und über André Sebastiani und die GWUP herfällt … siehe: http://www.taz.de/Kolumne-Der-Rote-Faden/!128482/

    In einem Kommentar habe ich Ambros Waibel zur Erst-Information das „Waldorfschulen Bullshit-Bingo“ des ehemaligen Waldorfschülers Lukas Böhnlein empfohlen:

    https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/10/28/waldorfschulen-bullshit-bingo/

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  2. „Gegenteil-Tag, 365 Tage im Jahr – Rudolf Steiner, ‘Denker’ der Waldorfschule

    Wer ihn kennt, kennt Rudolf Steiner (1861 – 1925) meist als Begründer der Waldorfschulen.1

    1919 finanzierte Emil Molt, Besitzer der „Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik“ in Stuttgart, Rudolf Steiners erste „Waldorf“-Schule. Zuvor hatte Steiner mit mäßigem Erfolg versucht, seine eigene, esoterische Weltanschauung – die „Anthroposophie“ – zu verbreiten, die er aus der Theosophie der Okkultistin Helena Petrovna Blavatsky abgeleitet hatte. Nun sah Steiner mit der Waldorfschule eine neue Chance und sagte in einer Ansprache am 20. August 1919 an seine zukünftigen Lehrer gerichtet:

    „Die Waldorfschule wird ein praktischer Beweis sein für die Durchschlagskraft der anthroposophischen Weltorientierung.“2

    Steiner übernahm persönlich die Ausbildung der Lehrer. Alles was in der Waldorfschule passieren sollte, wurde von ihm vorgegeben. Das ist bis heute so. Steiners Buch „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“, in dem seine Vorträge für die Lehrer aus dem Jahr 1919 festgehalten sind, gehört noch heute „zur Grundausstattung all jener Lehrer, die an einer Rudolf Steiner- oder Waldorfschule unterrichten“3, so das Vorwort, und wird in den anthroposophischen Ausbildungsstätten, „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, gelesen.

    Das Wort Rudolf Steiners ist dem Anthroposophen heilig, nur so ist zu erklären, dass fast jede Äußerung Steiners festgehalten, und als Buch veröffentlicht wurde: der letzte Band der „Rudolf Steiner Gesamtausgabe“ – „GA“ – trägt die fortlaufende Nummer „GA 354“.

    Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass der „Bund der Freien Waldorfschulen“ der Öffentlichkeit erklärt, Anthroposophie spiele in den Waldorfschulen keine Rolle. Und auch öffentliche Schulträger, wie die Hamburger „Behörde für Schule und Berufsbildung“ im Rahmen des Schulversuches „Staatliche Waldorfschule“, betonen, „es gehe lediglich um die Integration allgemein akzeptierter Elemente der Waldorfpädagogik“4 in eine staatliche Regelschule, nicht aber um die Übernahme ihrer anthroposophischen Grundlagen.

    Tabu ist, Rudolf Steiners Original-Texte als Grundlage der Waldorfpädagogik zu diskutieren, es hat den Anschein, Waldorfschulen hätten den inoffiziellen Bildungsauftrag: „Verlernt Lesen!“

    Wer überlegt, sein Kind in eine Waldorfschule zu schicken, sollte vielleicht aber doch einmal zu einem Buch Steiners greifen. Nur so kann der Unterschied von, Zitat Prof. Klaus Prange, „allgemeiner öffentlicher Präsentation der Waldorfschule, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist“, erkannt werden und man vermeidet, mit der anthroposophischen Pädagogik eine „Mogelpackung“ zu kaufen, „die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“5

    Als ausgebildeter Waldorflehrer habe ich natürlich Steiner gelesen, bei der „Steiner-Exegese“ im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Und mir ist etwas aufgefallen. Nein, heute möchte ich nicht über „Rudolf Steiners Rassismus“, „Anthroposophie und Nationalsozialismus“, oder „Atlantis in der Waldorfschule“ sprechen. Etwas anderes:

    Bei Rudolf Steiner ist Gegenteil-Tag, 365 Tage im Jahr

    Rudolf Steiner erklärt am besten selber, was damit gemeint ist, Zitat Steiner:

    „Nun glaubt die Wissenschaft, daß das Herz eine Art von Pumpe ist. Das ist eine groteske phantastische Vorstellung. Niemals hat der Okkultismus eine solch phantastische Behauptung aufgestellt wie der heutige Materialismus. Das, was die bewegende Kraft des Blutes ist, sind die Gefühle der Seele. Die Seele treibt das Blut, und das Herz bewegt sich, weil es vom Blute getrieben wird. Also genau das Umgekehrte ist wahr von dem, was die materialistische Wissenschaft sagt.“6

    (…)“

    weiter: http://www.schiebener.net/wordpress/?p=29762

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    • @ RM

      „fundierte Kritik“ zum Waldorfkindergarten habe ich in Form eines von den Eltern selbst gemachten Buches – ein kurzer Auszug:

      “Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten

      Vorwort der Eltern: „xy“ [von mir anonymisiert] besucht im Alter von 4J/3M bis 5J/8M einen Waldorfkindergarten. Nach 15 Monaten nehmen wir sie vorzeitig heraus. Zwei ihrer Schlüsselsätze waren: “Ich will wieder in den Bauch rein, ich will nicht auf der Welt sein” und ”Ich will sterben, hier auf der Welt will ich nicht sein”.

      Vier Monate vor ihrer Einschulung besucht „xy“ noch einen konfessionellen Kindergarten, in dem es ihr sehr gut gefällt.

      Während der ganzen folgenden Monate beschäftigen sie die Erlebnisse im Waldorfkindergarten noch so nachhaltig, daß „xy“ immer wieder darüber nachdenkt, wie sie andere Kinder davor bewahren könnte, selbst solche Erlebnisse machen zu müssen. Es entsteht der Gedanke, ein Buch zu schreiben. Selber schreiben konnte sie noch nicht, also machten wir ihr den Vorschlag, alle Erlebnisse auf Video zu sprechen. Ganz begeistert davon begann sie zu strukturieren und sprach sie noch am gleichen Tag eine dreiviertel Stunde lang ohne Unterbrechung auf Band. Die Namen in ihren Ausführungen wurden abgeändert.

      [ein Kapitel aus dem Buch „Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten“:]

      Einmal vom Malen

      Also. Mein Freund der Konstantin malte immer gerne Feuerwehrautos und Polizeiautos. Aber das durfte er nicht.

      Einmal aber, da malte er einen ICE. Und da machte er noch die Buchstaben drauf, ganz schön.

      Das konnte die Schilling [Erzieherin] nicht leiden, daß er schon schreiben konnte. Und dann kriegte sie eine Wut und sagte zu ihm: ’Und die ICEs, die läßt du bleiben! Mal Zwerge, Sonnen, schöne Prinzessinnen.’

      So richtig waldörflich mußte er malen. Für einen Jungen war das ein richtiges Problem.”

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  3. @ RM

    ich würde mich freuen, wenn Du beim Soester Anzeiger (oder wo auch immer) kommentierst. Für die Echtheit des Buches garantiere ich Dir. Hier noch ein weiteres Kapitel aus „Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten“:

    „Kapitel:

    Wie es mit den Zwergen war

    Mit den Zwergen war es folgendermaßen: Frau Schilling wollte immer alles mit ihren Zwergen erreichen. Zum Beispiel hat sie mal gesagt, unter den Bäumen wohnen Zwerge, und wenn man an Bäumen hochklettert, dann zertritt man die Zwerge. Damit wollte sie erreichen, daß wir nicht auf Bäume klettern – saudoof. ‚Wenn ihr jetzt nicht schön aufräumt‘, hat sie nach dem Spielen gesagt, ‚dann sind die Zwergelchen traurig‘.

    Manchmal sind wir zum Grillen gegangen, dann mußten wir im Wald immer so kleine Zwergenhäuschen bauen. Während wir grillten, war sie weg und hat in der Zwischenzeit wahrscheinlich die Zwerge ausgeteilt. Ich weiß nicht, ob es so war, ich vermute es mal. Ja, so war das. Und wenn das Zwergenhäuschen nicht schön war, man irgendwas Dummes benutzt hat, zum Beispiel weggeworfenes Plastik – das durfte es in diesem Kindergarten gar nicht geben – dann hat sie kein Zwergelchen reingesetzt. Nachher hat sie gesagt, ihr dürft es nicht, irgendwie so halt. Und alles wollte sie also mit den Zwergen erreichen, und da hat sie noch alle möglichen Sachen gemacht. Und da haben wir im Herbst dafür Blätter gesammelt, Tannenzapfen und so, ja und da haben wir dann mit gespielt.

    Sie wollte alles damit erreichen. Und das fand ich alles ganz, ganz blöd.

    Und immer mußten es die Zwerge am besten haben. Beim Geburtstag hat man immer so ne komische Figur gekriegt, Schneewittchen oder sowas.

    Und das Schaukelpferd mußte immer auf dem Teppich sein, sonst, hat die Frau Schilling gesagt, würde das Schaukelpferd die Zwergelchen zertreten, und wir wußten, daß wir da nicht hindurften. Es war komisch, also diese Zwerge, die hatten so Zipfelmützen und so’n Rohr aus Stoff, innen war Wolle, unten war nicht zu.

    Und wenn der Nikolaus kam, war da immer so’n Korb voller Zwerge da, dabei hat sie gesagt, ich geh mal schnell was holen, und in der Zwischenzeit hat sie den Korb in den Flur gestellt, da waren auch Äpfel drin. Sie sagte: ‚Oh, neue Zwergelchen, da hat bestimmt der Nikolaus gedacht, hier gefällt’s ihnen, in diesen Kindergarten wollen sie hin.'“

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    • “Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten

      Kapitel:

      Über meine Bilder

      Bei diesem Bild, da wollte ich mal was malen. Ein Schiff oder so mit so Farben. Und das durfte man im Waldorf eben nicht. Nur so Zwergelchen und so Sachen. Hier das Schiff mit dem Segel. Ich mal ja heut jetzt andere Schiffe, aber so hab ich halt gemalt, als ich noch kleiner war. Als ich mit dem Bild zur Frau Schilling gegangen bin, da hat sie dann gesagt: ‚“xy“, was fällt dir ein, so etwas zu malen!‘

      Da, wegen dem ‚“xy“‘ war die Frau Schilling unzufrieden. Wir durften keinen einzigen Buchstaben schreiben. Sie hat gesagt: „Schreiben muß man nicht, erst in der Schule, das darf man erst in der zweiten Klasse!‘

      Bei diesem Bild hat sie gesagt: ‚Was glaubst du, so eine verbogene Fabrik zu malen. Wo Fabriken die Umwelt verpesten und der Rauch dieser Fabriken unsere lieben Zwergelchen!‘

      Hier hat sie gesagt: ‚Was glaubst du, diesem Vogel einen so häßlichen Schnabel zu malen!‘

      Und da hab ich mal so einen Wagen gemalt, den erkennt man kaum mehr, mit diesen Rädern und mit dem Blaulicht. Das ist ein Krankenwagen. Und dann ist ihr Liebling zu der Frau Schilling gerannt und wollte petzen. Und dann hab ich schnell so drübergekritzelt.

      Da hat sie mich auch geschimpft, weil das war ähnlich mit schwarz. Und mit diesen Zacken, wir durften ja nichts spitzes und so malen, weil sie wußte, daß das Übungen fürs Schreiben sind, für ‚m‘ und ’n‘.

      Damit war sie zufrieden. Ich wußte ja, was sie sehen wollte. So ‚wunderbar hübsch‘ hat sie das gefunden. Da waren auch die waldörflichen Farben, die sie halt wollte (s. Umschlag).

      Einmal hab ich einen Baum gemalt, da hat sie gesagt: ‚Was glaubst du, die Zweige hochstehend zu machen!‘ Sie wollte sie nach unten haben.

      Einmal hat sie mich auch geschimpft, weil ich Vierecke gemalt hab. Das durften wir nicht. Dann hat sie noch dazu gesagt: ‚I, was für dreckmatschige Farben‘ und hat das Bild weggelegt.“

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  4. Es war in den Siebzigern. Unsere Tochter kam ins Kindergartenaltern. Jemand hatte uns den Waldoofkindergarten, der damals neu eröffnet werden sollte, wärmstens empfohlen. Er lag auch sehr günstig um die Ecke. Es gab eine Infoveranstaltung, zu der wir hingingen. Zwei Quieseln mit geflochtenen Haaren – so richtig die Antwort auf die Spaßgesellschaft – erklärten den ganzen Kram. Es wäre auch nicht erwünscht, dass man die Kinder nachzeitig hinbringt oder vorzeitig abholt. Auch Besuche während der Kindergartenzeit seien tabu. Ich fragte, wie es denn sein könne, dass man als Eltern nicht jederzeit zu seinen Kinder darf. Das sei eben so bei Waldoof, basta. Darauf sind meine Frau und ich gegangen und, das tat mir dann auch sehr Öl, gut zwei Drittel der Anwesenden mit uns.

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  5. Rudolf Steiners Ruf ist ruiniert. Was tun? Die anthroposophische Lobby erfindet einfach einen neuen Steiner:

    „Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’: ‘Des Steiners neue Kleider’

    (…)

    Was Clement nun als ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’ abliefert, ist der Versuch, der Öffentlichkeit eine rein anthroposophische Sicht auf Rudolf Steiner als unabhängige Wissenschaft zu verkaufen.

    Wie weit Clement in seiner anthroposophischen Heiligsprechung Rudolf Steiners geht, mit welchen letzten Mitteln er versucht, Steiner als „eigenständig“ darzustellen, überrascht dann aber doch, Peter Staudenmaier:

    „Ein besonders bedauerliches Beispiel illustriert die Unzulänglichkeiten in Clements Herangehensweise. In seiner Diskussion von Steines Aneignung der fiktionalen Figur des ‘Hüters der Schwelle’ schreibt Clement, dass ‘Kritiker’ der Anthroposophie die ‘Anklage’ erhoben hätten, dass Steiner diese Figur aus einem Roman des neunzehnten Jahrhunderts von Edward Bulwer-Lytton übernommen habe. Aber dies hat nichts mit Kritik zu tun, noch viel weniger mit Anklagen; es ist eine einfache Angabe der Quelle Steiners. Es ist zugleich ein sinnvolles Beispiel für Anleihen des Okkultismus aus der fiktionalen Literatur.

    Clement leugnet rundweg all dies, indem er offensichtlich den historischen Kontext ignoriert. Das ist ein sehr seltsamer Standpunkt, da Steiner offen andere Elemente aus Bulwer-Lyttons fiktionaler Literatur auslieh, so wie den Begriff ‘Vril’, und da der fragliche Roman viele unverhohlen okkulte Bestandteile enthält und ein schönes Beispiel des Viktorianischen Revivals von Themen der Rosenkreuzer ist.“16

    Bulwer-Lyttons „Vril“ wird von Steiner als „Lebenskraft“ übernommen, wie auch die „in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier“17 in Rudolf Steiners rassistischem Science-Fiction-Trash „Aus der Akasha-Chronik“.“

    zum vollständigen Artikel beim Ratgeber-News-Blog (mit Quellenangaben): https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2015/04/14/christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider/

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  6. „Des Steiners neue Kleider“ auch vom anthroposophischen Professor Jost Schieren:

    „Der Waldorf-Werber: Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

    .

    +++ weltweit tätiger Waldorf-Pädagogik-Konzern sucht neues Image +++

    +++ briefing: präsentieren Sie bizarre Pädagogik so, daß sie völlig normal erscheint, und in einem nächsten Schritt für Eltern wünschenswert +++

    +++ Jost Schieren stellt Kampagne seiner Waldorf-Werbeagentur ‘Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft’ vor +++

    .

    Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“, Leiter des „Fachbereichs Bildungswissenschaft“, und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung.

    Dem „Waldorfblog“ gab Jost Schieren ein ausführliches Interview1, in dem er immer wieder das buzzword „Freiheit“ verwendet – in einer einzigen Antwort erstaunliche 7 mal:

    „Die Anthroposophie ist im Kern auf das Ideal des freien Menschen ausgerichtet.“
    „Freiheitsentwicklung als Teil des Weltgeschehens“
    „Freiheitsentfaltung unseres Menschseins“
    „Position der Freiheit“
    „Begriff der Freiheit“
    „Entwicklungsraum der Freiheit“
    „freien Persönlichkeitsentwicklung“

    Für Schieren macht einfach alles frei, was Anthroposophie ist. Wie die Waldorfpädagogik, die auf der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861 – 1925) basiert.

    Über einen Vortrag Rudolf Steiners sagt Kurt Tucholsky: „Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.“

    „Freiheit“: mit diesem Riesenbegriff macht Jost Schieren Werbung für die Waldorfpädagogik.

    .

    Reinkarnation macht frei

    Beim Werber Jost Schieren ist „Reinkarnation“ normal, wird zu einer weiteren „Sichtweise auf den Menschen“, die – Verkaufsargument! – von „Fremdbestimmung“ befreit:

    Der Gedanke der Reinkarnation erlaube es, so Jost Schieren, „den Menschen nicht als irgendwie allein fremdbestimmtes Wesen (Gene, Sozialisation, Gehirnprägungen usw.) zu denken.“ Das Kind sei nicht das alleinige Resultat von Vererbung und Umgebung, sondern trage in sich „eine eigene auf sich selbst begründete Persönlichkeit“, die nicht zufällig entstanden sei, da „der Mensch sein eigenes Wesen selbstverantwortlich durch eine Reihe von Verkörperungen selbst bildet.“

    Schon gekauft! oder?

    Was bedeutet „Reinkarnation“ überhaupt? Reinkarnation bei Rudolf Steiner.

    Weit verbreitet ist die Idee im asiatischen Kulturkreis, im Hinduismus und den verschiedenen Erscheinungsformen des Buddhismus. Gemeinsam ist ihnen, daß das Ziel ist, dem „endlosen Kreislauf der Wiedergeburten“ zu entkommen, sich von der Fessel des „Karma“ zu befreien.

    Helena Petrovna Blavatsky und in ihrer Nachfolge Rudolf Steiner kehren die Idee in ihr Gegenteil um: Der Mensch soll im Kreislauf der Wiedergeburten bleiben, so kann er sich – und damit die Menschheit – perfektionieren. Pflichterfüllung.2 Von „Freiheit“ keine Spur.

    Rudolf Steiner verspricht eine Form der (geistigen) Unsterblichkeit und befriedigt zugleich das Bedürfnis seiner – zur Zeit der Begründung der Anthroposophie – aristokratischen und großbürgerlichen Klientel nach „Elite“: „WIR bringen die Menschheit (-sentwicklung) voran!“

    Und natürlich kann die Menschheit auch nicht an einem Tag an Ihrem Bestimmungsort, dem Planeten „Vulkan“, ankommen – dann wäre Steiners Geschäftsmodell sofort erledigt …:

    Ich gebe einem Freund eine Inhaltsangabe von Rudolf Steiners Buch „Aus der Akasha-Chronik“:

    „Es ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich dem Eingeweihten zeigt. So eine Art ‘Evolutionsgeschichte’, nur dass der Eingeweihte auch in die Zukunft schauen kann. Die Menschheit entwickelt sich laut Steiner auf sieben Planeten. Von Planet zu Planet steigt das Menschengeschlecht höher in der Entwicklung. Dabei helfen ihm Führer, die selber schon auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Es geht los auf dem Saturn, dann kommt die Sonne, der Mond und schließlich die Erde …”

    „Wieso Sonne und Mond – das sind doch keine Planeten?!”

    „Für den Esoteriker Steiner schon. Die Erde formt sich im nächsten Entwicklungsschritt in den Jupiter um, dann kommt die Venus und zuletzt der Vulkan. Sieben Planeten, und auf jedem Planeten durchleben die Menschen sieben mal sieben Entwicklungsstufen … Ja, ich weiß, das klingt nach Science Fiction … ich habe mich an die Perry Rhodan-Hefte erinnert, du weißt schon, diese Groschenromane …“

    .

    Anthroposophie: Seine Eltern sucht man sich selber aus …

    Rudolf Steiners Vorstellung der Reinkarnation kann man natürlich auch aus der Schüler-Perspektive betrachten:

    (…)“

    weiter: http://www.schiebener.net/wordpress/der-waldorf-werber-prof-jost-schieren-alanus-hochschule-fuer-kunst-und-gesellschaft/

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  7. Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ fest in Waldorfhand:

    Ein ehemaliger Waldorfschüler interviewt Hennig Kullak-Ublick, Vorstand des „Bundes der freien Waldorfschulen“ –

    der Kommentator „Ionensturm“ erklärt:

    http://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2016-07/waldorfschulen-hamburg-wilhelmsburg-unterricht-staatliche-schule-interview?cid=7568014#cid-7568014

    „Ionensturm

    Ein sehr tendenziöser und unkritischer Artikel.

    Das, was hier Pädagogik und Philosophie genannt wird ist nichts anderes als die wissenschaftlich unhaltbare, krude esoterische Lehre Rudolf Steiners. Das hat nichts an öffentlichen Schulen zu suchen und es war klar, dass es zu Konflikten führen muss.

    Unfassbar, dass die ZEIT dem Thema hier eine so unkrische Plattform bietet. Wieviel „Waldorf“ steckt in der Redaktion?“

    http://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2016-07/waldorfschulen-hamburg-wilhelmsburg-unterricht-staatliche-schule-interview?cid=7585519#cid-7585519

    „Ionensturm

    (…) Und ja genau, ich fresse Babies, weil ich die Frage stelle, ob eine Redaktion der Waldorfpädagogik nahe steht. Herr Dehoust hat tatsächlich sein Abitur an einer Waldorfschule gemacht, was natürlich seine kritische Distanz als Interviewer zu diesem Thema unterstreicht.

    Die Zeit hat in der Vergangenheit immer wieder in Artikeln zum Themenkreis Rudolf Steiner (Anthroposophie, Waldorfpädagogik etc.) eine unkritische bis beschönigende Haltung bewiesen.“

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    • … „DIE ZEIT“ …

      weitere Beispiele für Lobbyarbeit der „ZEIT“ für die Waldorfschulen / Anthroposophie:

      Dorion Weickmann, ehemalige Waldorfschülerin und freie Mitarbeiterin von Dr. Detlef Hardorp, „Bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg“, suggeriert in der „ZEIT“, dass die Anthroposophie in Opposition zum Nationalsozialismus stand.

      Dorion Weickmann, in einer Buchbesprechung der „ZEIT“, Zitat Weickmann:

      „Dass die Waldorfschulen im Nationalsozialismus verboten waren und Anthroposophen in den Konzentrationslagern starben, erfährt der Leser nicht.“

      Leider erfährt der Leser der „ZEIT“ von Dorion Weickmann nicht, dass Privatschulen im „Dritten Reich“ allgemein abgelehnt und verboten wurden.

      Leider erfährt der Leser der „ZEIT“ von Dorion Weickmann nicht, dass die Waldorfschule Dresden unter der Protektion des „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Heß stand.

      Leider erfährt der Leser der „ZEIT“ von Dorion Weickmann nicht, dass sich Anthroposophen im „Dritten Reich“ an der Gestaltung der KZs beteiligten, siehe den Artikel:

      Anthroposophie und Nationalsozialismus: „Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft“

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