100 Jahre Waldorfschule, nein danke! – „Anthroposophie: Eine kurze Kritik“ von André Sebastiani


André Sebastiani, bekannter Kritiker der Waldorfpädagogik, hat sich nun in einem Buch der gesamten Anthroposophie gewidmet. „Anthroposophie: Eine kurze Kritik“, der besondere Buch-Tipp als dringende Antwort auf das Jubiläum der Waldorfschulen und deswegen hier erst auch ein Interview mit dem Autor.

 

Lieber André, es gibt ja schon eine ganze Reihe Bücher, die sich kritisch etwa mit der Waldorfpädagogik oder der Anthroposophischen Medizin auseinandersetzen. Warum hast du ein weiteres geschrieben?

Die meisten kritischen Bücher beschäftigen sich mit einem der anthroposophischen Praxisfelder. Die meisten davon wahrscheinlich mit der Waldorfpädagogik, gefolgt von einigen kritischen Büchern zur Anthroposophischen Medizin. Meines Wissens nach fehlte bislang eine kritische Einführung in die Anthroposophie als Ganzes mit einer knappen Darstellung der Praxisfelder.

 

Die Waldorfschulen feiern dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Feierst du mit?

Für mich persönlich gibt es da nichts zu feiern, ich kritisiere die Waldorfpädagogik ja schon länger. Dabei stört mich vor allem der krasse Gegensatz zwischen dem Image, das die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit genießen und selbst kultivieren auf der einen Seite und die irrational esoterischen Grundlagen der Waldorfpädagogik auf der anderen Seite. Da tut Aufklärung nach wie vor Not und deshalb habe ich ja auch ein Buch geschrieben.

 

Dein Buch heißt „Anthroposophie“ und behauptet im Untertitel „eine kurze Kritik“ zu sein. Es hat aber immerhin 176 Seiten. Das erscheint erst einmal gar nicht kurz.

Zugegeben klingen knapp 180 Seiten erst einmal viel. Wenn man aber mal bedenkt, dass das wissenschaftliche Standardwerk von Prof. Zander, das sich historisch mit der Anthroposophie beschäftigt, zwei großformatige und eng bedruckte Bände mit rund 1800 Seiten füllt, hat mein Buch doch eine sehr übersichtliche Länge. Verglichen mit den rund 350 Bänden der Gesamtausgabe Steiners ist der Titel erst recht gerechtfertigt, finde ich. Wer eine kritische Einführung in das Thema Anthroposophie sucht, der ist mit meinem Buch hoffentlich gut bedient. Es ist unter anderem auch als kleine Argumentationshilfe gedacht. Vielen Kapiteln ist eine populäre These vorangestellt, z.B. dass das anthroposophische Menschenbild einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen liefert. Diese These wird dann diskutiert und zum Fazit geführt. Wer sich intensiv mit der Anthroposophie auseinandersetzen möchte kommt mit 180 Seiten Lesestoff bei weitem nicht hin.

 

Du kritisierst die anthroposophische Weltanschauung sehr stark. Aber inwiefern ist die Anthroposophie gesellschaftlich überhaupt relevant?

Sie ist sehr relevant, sie fliegt nur häufig unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung durch und wird gar nicht erkannt. Am sichtbarsten sind wohl die inzwischen 245 Waldorfschulen in Deutschland. Es gibt aber darüber hinaus noch beispielsweise die anthroposophische Medizin, die in impfkritischen Kreisen eine gewichtige Rolle einnimmt. Es gibt eine anthroposophische Universität, anthroposophische Banken, Drogeriemärkte, die Demeter-Landwirtschaft, vermögende Stiftungen, sowie andere Lobbygruppen und so weiter. Alle diese Elemente stützen und bestärken sich gegenseitig. Und allen ist gemeinsam, dass sie nicht nach außen kehren, dass sie sich auf eine okkult-esoterische Lehre berufen, die auf den angeblich hellsichtigen Schauungen von Rudolf Steiner fußt. Und wie und wo anthroposophische Lobbyisten wirken, ist oft nicht durchsichtig und einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt. Die besondere Stellung, die anthroposophische Medizin und andere Außenseitermethoden im Arzneimittelrecht genießen, ist so ein Beispiel. Anthroposophen waren maßgeblich daran beteiligt, dass es heute den sogenannten „Binnenkonsens“ gibt, der besagt, dass die sogenannten „Besonderen Therapierichtungen“ für sich beschließen können, welche Mittel „wirksam“ sind. An die vernünftigen Spielregeln der evidenzbasierten Medizin muss sich nur die Medizin halten. Eine absurde Regelung, die dafür sorgt, dass wirkungslose Mittel der drei Außenseitermethoden, Homöopathie, Phytotherapie und eben der Anthroposophischen Medizin, in den Regalen der Apotheken stehen, von Kassen bezahlt und von Ärzten verschrieben werden.

 

Lieber André, gut dass Du die Sonderregelungen erwähnst, es gibt für diese Mittel zwar eine toxikologische Prüfung und der Unbedenklichkeitsnachweis gilt ebenso wie bei allen normalen Arzneimitteln, aber ist das Fehlen einer spezifischen Wirksamkeit nicht ein Betrug am Verbraucher, der staatlich gefördert wird und somit mit einem wirklich enormen Einfluss der Anthroposophischen Lobby assoziiert werden muss?

Ja, da bin ich ganz bei dir. Ohne diesen Betrug hätten Homöopathie und anthroposophische Mittel keinen Platz in der Apotheke und damit sicherlich nicht die Beliebtheit, die sie haben. Und dass die Anthroposophen Einfluss auf den Gesetzgeber ausgeübt haben und weiter ausüben, liegt auf der Hand. Die anthroposophische Lobbyorganisation ELIANT ist beispielsweise ein Zusammenschluss verschiedenster anthroposophischer Verbände und Institutionen, die es geschafft hat, eine Million Unterschriften unter ihrer Charta zu sammeln. Gerade im Bereich der anthroposophischen Medizin ist sie sehr aktiv und übt nach meiner Einschätzung großen Einfluss auf Gesetzgeber auf europäischer und nationaler Ebene aus. ELIANT betreibt regelrechte Desinformationskampagnen – aktuell Beispielsweise zu angeblichen Risiken der Mobilfunkstrahlung.

 

Es wird ja suggeriert, dass es sich um „echte Arzneimittel“ und anerkannte Therapien handelt und nicht nur die Anthroposophen haben ein großes Anliegen daran ihre „Medizin“ als wissenschaftlich wirksam verkaufen zu wollen, was auch recht gut gelingt. Müsste denn nicht das Wissen um die Sonderregelungen jedem als Argument reichen, den Trug zu hinterschauen, denn die Sonderbehandlung sagt ja eindeutig aus, dass es sich nicht um Medizin handeln kann, sonst gäbe es sie nicht oder fehlt es hier einfach an viel, viel mehr Aufklärung?

Mehr Aufklärung ist sicher nie verkehrt und ich finde, wir sollten in den Schulen schon früh ansetzen. Aber wer mal mit Anhängern von Außenseitermethoden der Medizin diskutiert hat, wird festgestellt haben, dass sich vieles auf der emotionalen Ebene abspielt. Da kann man mit rationalen Argumenten meist nicht überzeugen. Ohnehin finde ich es viel verlangt, dass man sich als Verbraucher mit solchen Regelungen beschäftigen muss, um zu einer vernünftigen Einschätzung zu kommen. Grundsätzlich sollte der Durchschnittsverbraucher darauf vertrauen können, dass in Apotheken ausschließlich Medizin und keine Magie verkauft wird.

 

Hat sich dein Blick auf die Anthroposophie nun durch die allgemeinere Betrachtung verändert?

Auf jeden Fall. Insgesamt fand ich es interessant zu recherchieren, wie in der Anthroposophie buchstäblich alles mit allem zusammenhängt und wie die anthroposophischen Konzepte in den Praxisfeldern angewendet werden. Ich fand die Recherche aber auch zum Teil belastend. Vor allem die Auseinandersetzung mit der Anthroposophischen Medizin hat mich manchmal bis in den Schlaf verfolgt, weil hier die anthroposophischen Konzepte noch viel unmittelbarer auf den Menschen einwirken, als in der Pädagogik. Aus der Außenperspektive betrachtet muss man sagen, dass vieles einfach menschenverachtend ist. In einem Interview beschreibt die anthroposophische Medizinerin Michaela Gloeckler z.B., wie sie einer Mutter mit einem schwer behinderten Kind erklärt, dass das vielleicht mit ihren eigenen Problemen zu tun hat. Sie ist also Schuld daran, ein behindertes Kind zu haben, das lässt mich nicht kalt.

 

Stichwort Menschenverachtung: Die gesamte Impfskepsis hat ihren Ursprung in der Anthroposophie. Gerade Steiners Irrglaube, dass das Durchmachen von Kinderkrankheiten einen Entwicklungsschub zur Folge hätte, glauben, laut einer Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2016, 47 % der Eltern. Ist es nicht mehr als beängstigend wie weit die Mythen schon durchgedrungen sind und das mit Hilfe von Heilpraktikern, Hebammen und Alternativ-Medizinern?

Absolut! Und ohne, dass man in der Öffentlichkeit die Anthroposophie direkt damit assoziiert. Das ist zumindest mein Eindruck. Allenfalls über die immer wieder auftretenden Masernausbrüche an Waldorfschulen wird berichtet. Das bringt man aber häufig eher mit den Einstellungen in den Elternhäusern in Verbindung, als mit der Ideologie hinter der Waldorfpädagogik. In der Praxis kommt wahrscheinlich beides zusammen und Eltern, die impfkritisch eingestellt, oder die für sachlich falsche Argumente von Impfkritikern offen sind, bestärken sich gegenseitig und werden von Seiten der Waldorfschulen bestärkt. Nicht selten finden entsprechende Infoabende von anthroposophischen Medizinern zum Thema Impfen an Waldorfschulen statt. Das traurige Ergebnis ist eine, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, mindestens 48-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Waldorfschüler an Masern zu erkranken. Das habe ich anhand von Presseberichten ausgerechnet, die bei Psiram gesammelt werden. Es dürfte eine erhebliche Dunkelziffer dazukommen. Waldorfschulen sind Brutstätten für Masern!

 

Stars der deutschsprachigen Verschwörungsszene wie der selbsternannte „Friedensforscher“ Daniele Ganser, oder Ken Jebsen (KenFM) sind ehemalige Waldorfschüler und sind in der Vergangenheit auch an Waldorfschulen aufgetreten. Ist das Zufall?

Ich glaube nicht, dass das Zufall ist. In der Anthroposophie gibt es eine geheime unsichtbare Welt neben der sinnlich erfahrbaren Welt. Eine Welt, in der allerlei Mächte des Guten und des Bösen, von Engeln über Erdgeistern bis hin zu Dämonen, miteinander kämpfen. Dieser Kampf ist die Folie, vor der Anthroposophen das Weltgeschehen deuten. Schon Steiner spekulierte unter anderem über die geistigen Hintergründe des ersten Weltkriegs. Von dieser Weltanschauung ist es nicht mehr weit hin bis zu handfesten Verschwörungstheorien, bei denen böse Mächte im Geheimen agieren.
In der Vergangenheit gab es ja immer wieder Fälle von einschlägig rechtem Personal an Waldorfschulen. Da ist der Bund der Freien Waldorfschulen immer schnell dabei, diese Fälle zu Einzelfällen zu erklären, aber so einfach ist die Sache nicht. Kritiker weisen zu Recht auf die unsäglichen Rassismen in Steiners Werk hin. Man fragt sich, wie das eigentlich mit der eher links und grün verorteten Waldorfklientel zusammenpasst. Ich glaube, es liegt daran, dass die Anthroposophie nach rechts und links hin offen ist. Einerseits distanziert man sich von Rassismus, andererseits stellt man sich dem Rassismus in Steiners Werk nicht, vermutlich, weil er zu zentral für das anthroposophische Menschenbild ist. Aus einem Weltbild, das Rassen als real existierend annimmt, kann man aber keinen Antirassismus ableiten. Dieser Widerspruch wird an Waldorfschulen nach meiner Beobachtung häufig ausgeblendet und so finden sich vermeintlich Rechte und vermeintlich Linke an Waldorfschulen. Im irrationalen Verschwörungsdenken könnte da sogar ein verbindendes Element liegen.

 

Waldorfpädagogik ist ja auch schon immer ein Thema meines Blogs, wozu der Kritiker Andreas Lichte viel beigetragen hat. Was sagst Du zu seinen Erfahrungen der Waldorflehrerausbildung über die ich mit ihm bereits vor über 10 Jahren sprach? Hat sich in dem Bereich etwas verändert?

Ich habe da keinen direkten Einblick. Ehemalige Waldorflehrer, oder solche, die die Ausbildung abgebrochen haben, berichten mir da schon allerlei reichlich merkwürdige Begebenheiten. Auch die Lehrpläne sind nach wie vor Anthroposophie pur.

 

Lieber André, herzlichen Dank für das Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nun ein kleiner Einblick zum Inhalt des Buches:

 

Realistisch betrachtet war Steiner kein Intellektueller, er war weder ein Philosoph noch ein Wissenschaftler. Er war eher ein geschwätziger Narzisst und Verschwörungstheoretiker, der Gott spielten wollte und nichts anderes hervorbrachte als wahnhafte Hirngespinste. Seine Fantasie und okkulte Geisterseherei kannten dabei keine Grenzen und daraus entstand die dogmatische Esoterikschiene Anthroposophie, eine religiöse Spielart, aber niemals Wissenschaft.

Wer Steiners wirre Ergüsse und Analogien nüchtern betrachtet, kann eigentlich nur annehmen, dass sie von einem Psychopathen stammen müssen, und trotzdem behaupten Anthroposophen allen Einwänden zum Trotz, Wissenschaft zu betreiben.

Über jede Waldorfschulgründung wacht der Bund der Freien Waldorfschulen, der mächtige Dachverband der Waldorfschulen in Deutschland. Er hält die Namensrechte, er erteilt schlussendlich die Genehmigung und deshalb bestimmt er auch die Regeln.

Steiners Dreigliederung ist Bestimmung. Der Staat muss sich raushalten.
Der Einzelne soll sich dem Organismus unterordnen. Autorität des großen Ganzen statt individueller Freiheit. Das Fehlen klarer Hierarchien, Verwaltungsvorschriften, usw. führt in der Praxis jedoch häufig dazu, dass alle bei allem mitreden. Es gibt keine demokratischen Entscheidungen und die Wahrscheinlichkeit ist mehr als groß, dass sich im Geheimen inoffizielle Machtzirkel von Lehrern und Eltern bilden, die dann entsprechenden Einfluss haben.

Waldorfschulen werden nicht einfach von Eltern fröhlich und frei gegründet, so wie es in Presseartikeln immer heißt, denn ohne einen harten Kern an Anthroposophen in den Elterninitiativen geht gar nichts. Zudem braucht es auch einen Gründungslehrer mit langjähriger einschlägiger Erfahrung in Waldorfpädagogik und der Verwaltung von Waldorfschulen.

Die eigene Waldorflehrerausbildung ist ein Skandal für sich, hier offenbart sich ein Konflikt mit dem Grundgesetz, der den Einfluss der Anthroposophen schön verdeutlicht. Vermittelt wird ausschließlich die anthroposophische Esoterik.

Ein Fach Anthroposophie gibt es aber an Waldorfschulen natürlich nicht, denn der gesamte Unterricht ist (angewandte) Anthroposophie. Bereits die Klassen werden als „Schicksalsgemeinschaften“ auf der Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes zusammengesetzt. Die Temperamentenlehre bestimmt die Sitzordnung. Lerninhalte und -methoden sind auf die Jahrsiebtelehre abgestimmt. Die Vorstellungen von Karma sowie einer kosmischen Evolutionskette sind immer präsent. Die Waldorfpädagogik hat kein anderes Anliegen, als alle Kinder in eine bestimmte Anzahl an esoterisch-anthroposophischen Schubläden zu stecken, die von Steiner erschaut wurden und denen auch ein dogmatischer Behandlungsplan beiliegt. Eine freie und individuelle Entwicklung kann und darf es an diesen Schulen eben nicht geben.

Aufklärung darüber gibt es allerdings nicht, weder für die Schüler, noch für die Eltern. Darin liegt auch ein Grund, warum Waldorfabsolventen häufig glauben, in ihrem Unterricht hätte Anthroposophie kaum stattgefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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11 Gedanken zu “100 Jahre Waldorfschule, nein danke! – „Anthroposophie: Eine kurze Kritik“ von André Sebastiani

  1. Zitat André Sebastiani: „Dabei stört mich vor allem der krasse Gegensatz zwischen dem Image, dass die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit genießen …“

    Selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk, macht Werbung für die elitäre PRIVATSCHULE Waldorfschule … und wie! …:

    „100 Jahre Waldorfschule 2019

    Alan Poseners Waldorf-Propaganda im Deutschlandfunk Kultur

    hpd, 15. Januar 2019

    Der ‘Deutschandfunk Kultur’ lädt den Journalisten Alan Posener (‘Die Welt’, Axel Springer SE) zum Gespräch ein, um den 100. Geburtstag der Waldorfschule zu feiern. Was dieser dabei sagte, entsetzte hpd-Autor Andreas Lichte.

    „Hat Posener das wirklich gesagt?“, frage ich mich. Ich kann es nicht fassen und versuche eine Inhaltsangabe – frei, aus dem Gedächtnis –, es geht ja um „Schule“, und das ist doch eine gute Übung, Prüfung …:

    • Bildung sollte privatisiert werden,

    • weil Waldorfschulen besser als öffentliche Schulen sind:

    • Waldorfschulen fördern das Individuum,

    • deswegen waren sie im Nationalsozialismus verboten.

    Boah! Was für ein Blödsinn! Aber meine Inhaltsangabe ist korrekt, wie ich beim Vergleich mit Deutschlandfunk Kultur „Der Mensch im Mittelpunkt“ feststelle. Ich höre mir den Beitrag auch noch einmal an: „Dieser Individualismus (der Waldorfschulen) rekurriert auf das humboldtsche Bildungsideal“, schwärmt Posener im O-Ton.

    „Individualismus“? In der Waldorfschule? Bei meiner Ausbildung zum Waldorflehrer fiel mir dieser Merksatz ein: „In der Waldorfschule steht für jeden eine Schublade offen.“

    In einem Interview mit dem Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Stefan T. Hopmann frage ich danach, Zitat:

    „Lichte: Die Waldorfschulen werben damit, Kinder ‚individuell‘ zu fördern. Sehen Sie hier einen Widerspruch zu der in der Waldorfpädagogik verbindlichen ‚Jahrsiebtelehre‘ (Rudolf Steiners esoterische Einteilung der Individualentwicklung des Menschen in Abschnitte von 7 Jahren)?

    Prof. Hopmann: Waldorfschulen wollen nicht im allgemein üblichen Sinne ‚individualisieren‘, d. h. die je einzigartige Persönlichkeit eines Kindes achten. Vielmehr werden entsprechend den Waldorflehren die Kinder unterschiedlichen Charaktertypen, Entwicklungsstufen, Seeleneigenschaften usw. zugeordnet, denen sich dann die jeweilige pädagogische Behandlung unterordnen soll. Gehörst du zum Typ A, richtet sich die Behandlung nach Verfahren B usw. Man kann das recht gut kennenlernen, wenn man sich ansieht, wie Rudolf Steiner selbst in seinen Lehrerkonferenzen Einzelfälle analysierte. Es ging ihm nicht um konkrete Individuen, sondern darum, jedes Kind in eine anthroposophische Kategorie zu pressen.“

    Wenn es in der Waldorfschule keinen „Individualismus“ gibt, kann das auch nicht der Grund dafür sein, dass Waldorfschulen „im Nationalsozialismus verboten waren“. Waren sie das überhaupt? Alle Privatschulen wurden im Laufe der Zeit im „Dritten Reich“ verboten. Die Waldorfschulen bestanden durch nationalsozialistische Protektion aber länger als andere Privatschulen …

    Posener übernimmt hier Propaganda, die über Jahrzehnte von der Anthroposophie und den Waldorfschulen verbreitet wurde – das immer wiederkehrende Muster ist: „Die Waldorfschulen waren im Nationalsozialismus verboten …“, gedacht, oder ausgesprochen weiter: „… die Anthroposophie war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus!“

    „Widerstand“? In meinem Artikel „Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‚Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft'“ habe ich die Forschungsergebnisse des Historikers Prof. Peter Staudenmaier zur Geschichte der Anthroposophie im Verhältnis zum Nationalsozialismus zusammengefasst. Hier ein Auszug daraus:

    (…)“

    weiter bei „Humanistischer Pressedienst“, „hpd“: https://hpd.de/artikel/alan-poseners-waldorf-propaganda-im-deutschlandfunk-kultur-16386

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    • … der „Deutschlandfunk Kultur“ ist nicht der einzige öffentlich-rechtliche Sender, der für die Waldorfschule wirbt, beeindruckend auch das „SuperWaldorfRadio“ – „SWR“ – mit dem Beitrag: „100 Jahre Waldorfschule: Steiners Erben im Aufbruch“ (bitte googeln, falls nicht unbedingt nötig, verlinke ich nicht auf Waldorf-Propaganda).

      Im SWR hat der “Waldorf-Werber” Jost Schieren seinen großen Auftritt – kein Wort vom SWR dazu, dass die „Alanus Hochschule“, wo Schieren unterrichtet, eine ANTHROPOSOPHISCHE Einrichtung ist, Zitat SWR:

      „Moderne Hirnforschung bestätigt Steiner

      Viele Waldorfpädagogen empfinden es als ermutigend, dass die moderne Hirnforschung mit ihren neuesten Erkenntnissen das Waldorf-Konzept bestätige, sagt Professor Jost Schieren, Schulpädagoge an der Alanus Hochschule in Alftern bei Bonn. Die gleichberechtigte Förderung von intellektuell-kognitiven, künstlerisch-kreativen und handwerklich-praktischen Fähigkeiten etwa werde heute von Neurologen als moderne und effiziente Wissensvermittlung definiert, so Schieren.

      Die Waldorfpädagogik habe die Bedeutung des Körperlichen erkannt, noch bevor über die Hirnforschung nun so genannte Embodiment-Aspekte an die konventionellen Erziehungswissenschaften herangetragen würden: „Wir haben eine Bildung, die lange Jahre, Jahrzehnte immer nur den Kopf adressiert hat. Steiner selbst hat mal formuliert: Der Leib ist nicht nur dafür da, den Kopf in die Schule zu tragen.“ Dementsprechend habe die Waldorfpädagogik das Leibliche von Anfang an ernst genommen, sagt Schieren.“

      Auch „Heiner Barz“ wird nicht vom SWR vorgestellt – seine in Kooperation mit der anthroposophischen „Alanus Hochschule“ erstellte Studie „Bildungserfahrungen an Waldorfschulen: Empirische Studie zu Schulqualität und Lernerfahrungen“ wurde vom „Bund der Freien Waldorfschulen“ und der anthroposophischen „Software AG Stiftung“ finanziell gefördert, Zitat SWR:

      „Empirische Studien, wie die des Düsseldorfer Bildungsforschers Heiner Barz, belegen zudem: Waldorfschüler gehen lieber in die Schule als andere, schneiden in den Pisa-Studien häufig besser ab als die Regelschüler.“

      Ist das noch Journalismus? Oder ein Fall für den „Rundfunkrat“?

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  2. Die „Ausbildung“ zum Waldorflehrer …

    Zitat André Sebastiani: „Ehemalige Waldorflehrer, oder solche, die die Ausbildung abgebrochen haben, berichten mir da schon allerlei reichlich merkwürdige Begebenheiten.“

    Viele können es nicht sein, die „auspacken“, weil „Waldorflehrer“ die letzte Chance ist, einen Job zu finden … aus meinem Erlebnisbericht über die „Ausbildung“ zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

    „(…) Was ist Zeit? Im Waldorf-Seminar verliert L. [= Lichte] sein Gefühl für Zeit. Sein Ziel, einmal Lehrer zu werden, ist in unendliche Ferne gerückt. Täglich heißt es nur noch Steiner, Steiner, Steiner. Wie geht es seinen Mit-Seminaristen?

    Da gibt es die, die alles toll finden, die, denen alles egal ist, und einige wenige, die sich fragen, wo sie eigentlich sind.

    Die, die alles toll finden, waren zum großen Teil schon vorher Anthroposophen – so bezeichnen sie sich selber. Jetzt sind sie unter Gleichgesinnten. Fühlen sie sich schon erhaben? Manchmal scheinen sie durch das Seminar zu schweben, vom „Geist“ beflügelt. Aber wenn jemand eine allzu weltliche Frage stellt, dann wissen sie noch sehr genau, wie sie ihn schnellstens zum Schweigen bringen.

    Die größte Gruppe sind die gleichgültigen Schweiger. Sie wissen, warum sie hier sind: Ihr Ziel ist es, ein Ticket in die berufliche Zukunft zu lösen. Was man ihnen nicht übel nehmen kann: Von 25 Seminaristen sind ca. 20 arbeitslos und von den Frauen die Hälfte allein erziehende Mütter. Einige sind „Opfer“ der Wende: In der DDR waren sie Hilfslehrer, ihre Ausbildung wurde im Westen nicht anerkannt. Wer will da erwarten, dass sie Fragen stellen?

    Und die dritte Gruppe? Bunt gemischt. Arbeitslose Akademiker, die eine neue Chance suchen. Lehrer, die an der staatlichen Schule Probleme hatten. (…)“

    Quelle: „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand“, https://www.novo-argumente.com/artikel/wundersame_waldorf_paedagogik_oder_atlantis_als_bewusstseinszustand

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    • Die „Ausbildung“ zum Waldorflehrer …

      Unten ein Brief an die Berliner Schulaufsicht, der die „Qualität“ der Ausbildung zum Waldorflehrer dokumentiert – ich kenne den Autor des Briefes, der im Deutschlandradio Kultur, „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“, auszugsweise zitiert wurde.

      Der Brief beschreibt die „Alternativlosigkeit“ der Waldorfseminaristen – „niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden“ – und das Verstummen der Kritik, das daraus folgt:

      „M.S.

      Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
      Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
      Beuthstr. 6-8
      10117 Berlin

      Bitte um staatliche Prüfung der Lehrerbildung und damit verbundener Lehrinhalte am Waldorf- Lehrerseminar Berlin- Mitte

      Berlin, 28.2.2007

      Sehr geehrter Prof. Dr. Zöllner,

      ich habe von September 2006 bis Ende Februar 2007 an der Weiterbildung zum Waldorflehrer/ Abendkurs am Seminar für Waldorfpädagogik e.V. in Berlin- Mitte, Weinmeisterstraße 16, 10178 Berlin, teilgenommen.

      Was dort als Lehrerbildung bezeichnet wird, ist meiner Erfahrung nach die Vermittlung anthroposophisch- esoterischer Inhalte, ohne Duldung sachlicher Kritik, die seitens der teilnehmenden Seminaristen geäußert wurde. Zur Weiterbildung gehört die Besprechung und Auslegung esoterischer Texte des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Diese Besprechungen und Auslegungen haben den Charakter einer ideologischen Schulung, die das anthroposophische Menschenbild im zukünftigen Lehrer fest verankern soll. Das bedeutet, dass die äußerst fragwürdigen Anschauungen Steiners in den zu lehrenden Unterrichtsstoff der Waldorfschulen einfließen.

      Noch vor Beginn des Seminars wurde mir vom Dozenten und Seminarleiter Michael Handtmann beim Vorstellungsgespräch versichert, dass ich keinesfalls zum „willigen Schüler Rudolf Steiners“ ausgebildet werden solle. Das Gegenteil war der Fall. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht im Verlauf einer offenen Auseinandersetzung das Seminar verlassen habe, sondern schlicht um eine Auflösung meines Lehrgangsvertrages gebeten habe.

      Viele meiner Mit- Seminaristen waren ebenso verwundert und abgestoßen von der Indoktrination esoterischer Schulungsinhalte, doch offene Kritik kam nur bei den wenigsten auf. Grund dafür ist die berufliche und ökonomische Lage der meisten Seminaristen, die sich durch die Weiterbildung zum Waldorflehrer eine berufliche Perspektive erhoffen. Die meisten der Seminaristen sind ebenso wie ich über 30 Jahre und älter – viele von ihnen von Arbeitslosigkeit bedroht. Da Kritik von den Dozenten des Seminars mit Schweigen oder beleidigter Ablehnung beantwortet wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit schweigt, obwohl viele anders denken – niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden.

      Zur Methodik des Unterrichts: Ich besuchte die Oberstufenmethodik. Auch hier war die Grundlage jeglicher Betrachtung seitens der Dozenten Rudolf Steiner: alles beginnt und endet mit ihm. Jede Empfehlung, jedes Betrachten des Schülers und des Unterrichts wird durch die Texte Steiners erklärt und interpretiert. Da bleibt kein Raum für Veränderungsvorschläge oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung – ein Vergleich mit pädagogischen Standardwerken findet nicht statt.

      Ich frage mich ernsthaft, wo dabei das eigene Denken eines zukünftigen Lehrers bleiben soll, es wird einfach ersetzt, denn die obskuren Schriften Steiners liefern nach Ansicht der Dozenten die Antworten auf alle Fragen. Diese Art von Lehrerbildung verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht im Denken und Handeln der Teilnehmer, sie ist sektiererisch und esoterisch- ideologisch. Deshalb bitte ich sie nachdrücklich, das Aufsichtsrecht des Staates zu nutzen, um die Lehrerbildung des Seminars für Waldorfpädagogik eingehend kritisch zu prüfen.

      Mit freundlichen Grüßen

      M.S.“

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  3. Wenn es nur wenige „Whistleblower“ gibt, die über die verborgene, dunkle Seite der Waldorfpädagogik berichten (siehe Kommentare zur „Ausbildung“ zum Waldorflehrer, oben), kann man auch indirekt schließen …:

    „100 Jahre Waldorfschule 2019:

    100 Jahre Pädagogik aus dem Esoterik-Baukasten

    Im Jahr 2019 wird die Waldorfschule hundert Jahre alt. Gibt es eine andere Schulform, die so starr an den Vorgaben ihres Begründers festhält, wie die Waldorfpädagogik an der Anthroposophie Rudolf Steiners?

    In der sich nach außen hin fortschrittlich präsentierenden, anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“ ist noch immer Rudolf Steiners esoterische „Allgemeine Menschenkunde“ aus dem Jahr 1919 im Programm. Von „2017–2020“ veranstaltet die Alanus Hochschule die, Zitat:

    „Thementage Menschenkunde“

    (…)“

    weiter: https://hpd.de/artikel/100-jahre-paedagogik-dem-esoterik-baukasten-15645

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    • … Rudolf Steiners “Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik”, die auch heute noch an der „Alanus Hochschule“ in der Ausbildung der Waldorflehrer benutzt wird, war so etwas wie eine „anthroposophische Bibel“ im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“.

      Im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wurden nur 3 Bücher gelesen:

      1. “Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik”, Rudolf Steiner, GA 293, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Taschenbuchausgabe 1998

      2. “Menschenerkenntnis und Unterrichtsgestaltung”, Rudolf Steiner, GA 302, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Taschenbuchausgabe 1996

      3. “Theosophie – Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung”, Rudolf Steiner, GA 9, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Taschenbuchausgabe 2000

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  4. Die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ über 100 Jahre „Weltanschauungsschule Waldorfschule“:

    „Waldorfschule feiert 100-jähriges Jubiläum

    Im Jahr 2019 feiert die weltweite Waldorfschulbewegung das hundertjährige Gründungsjubiläum. In Stuttgart hatte der Unternehmer und Rudolf-Steiner-Anhänger Emil Molt (1876-1936) nach dem Weltkrieg eine Schule für die Kinder der Arbeiter seiner Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik gründen wollen. Es war eine unbürokratischere Zeit: Zwischen der Idee und der Schulgründung verging nur ein gutes Jahr, nachdem Molt den Gründer der Anthroposophie für seine Idee hatte interessieren können. Am 7. September 1919 wurde die erste „Freie Waldorfschule“ im Stuttgarter Stadtgartensaal von Rudolf Steiner feierlich eröffnet. Das Lehrerkollegium, bestehend aus jungen Anthroposophen – Durchschnittsalter 32 Jahre – war kurz vorher von Steiner zwei Wochen lang „impulsiert und geschult“ worden. Ein Lehrplan wurde erst nach und nach entwickelt. Die angesichts der Kürze der Zeit erstaunlich umfassenden inhaltlichen Vorgaben, die Steiner für das Unternehmen gemacht hatte, gelten bis heute. Sie ergeben sich nach Steiners Angaben aus seinen „wissenschaftlichen“ Einsichten in die „Akasha-Chronik“, ein übernatürliches „Weltgedächtnis“, in das er als Initiierter Einsicht besaß und dessen Erkenntnisse er allein vermittelte. Große Teile der Lehre sind dabei aus der Theosophie übernommen, in der Steiner lange gewirkt hatte.

    (…)

    Für Steiner (1861-1925) war die Waldorfpädagogik nur einer von mehreren Pfeilern zur Verbreitung seiner Weltanschauung in der Gesellschaft. Dazu gehören auch die Anthroposophische Medizin und der biologisch-dynamische Landwirtschaft (Demeter), die beide ähnlich erfolgreich wurden. Auch auf diesen Gebieten reichen Verbreitung und gesellschaftlicher Einfluss weit über die Kreise der mitgliederschwachen Anthroposophischen Gesellschaft hinaus.

    (…)

    Die Ziele der Waldorfpädagogik, die sich in Schulen, Kindergärten und Heilpädagogik auffächerte, sind hochgesteckt und gehen wie schon bei ihrem Schöpfer weit über das einzelne Kind hinaus. Das spiegelt sich im Jubiläumsmotto „Learn to change the world“ wider. Die Waldorfpädagogik will mehr sein als eine von vielen reformpädagogischen Ansätzen des 20. Jahrhunderts. Sie sieht sich als Teil einer umfassenden anthroposophischen Welterneuerung.

    (…)

    Die Waldorfschule ist damit in Deutschland die erfolgreichste Weltanschauungsschule überhaupt. Allerdings wird der Begriff „Weltanschauung“ von der Anthroposophie ebenso wie von ihren Schulen abgelehnt. Man versteht das eigene Konzept als eines, das auf „wissenschaftlichem“, nicht weltanschaulichem Fundament gründet. Diese „Wissenschaft“ besteht freilich nur in den Offenbarungseinsichten Rudolf Steiners; es hat daher mit Wissenschaft im herkömmlichen Sinne nichts zu tun).

    (…)

    Betrachtet man Steiners Lehre, erstaunt es, dass die Waldorfschule sich so stark als freiheitlich und am Individuum orientiert präsentieren kann. „Im Mittelpunkt steht der Mensch“ heißt es zwar allenthalben in Waldorfpublikationen, aber Steiners Weltsicht ist ausgesprochen schematisch aufgebaut. Die Gesellschaft unterliegt einer „Sozialen Dreigliederung“ (Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben), der Mensch ist dreiteilig (Leib – Seele – Geist), bzw. viergliedrig (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, das Ich als geistiger, unsterblicher Kern). Es gibt drei grundsätzlich ordnende Seelenfähigkeiten (Denken, Fühlen, Wollen), denen in der Pädagogik die Förderung der kognitiven, künstlerisch-kreativen und handwerklichen Fähigkeiten entsprechen. Kinder zerfallen nach der Temperamentenlehre in vier Gruppen: lebhafte, schwermütige, leidenschaftliche und bedächtige. Die Entwicklung des Kindes findet in drei „Jahrsiebten“ statt, in denen jeweils unterschiedliche Gaben ausgeprägt werden und zu denen je eigene Sichtweisen auf Selbst und Welt gehören. Das prägt die pädagogischen Methoden in den Altersstufen: Auf die ersten sieben Jahre bis zum Zahnwechsel („Die Welt ist gut“ – Geschichten und Märchen) folgen die zwei für die Schule relevanten Phasen. Vom 8. bis 14. Jahr prägt sich der Ätherleib aus („Die Welt ist schön“ – kreative und handwerkliche Tätigkeiten) und in der letzten Phase der Astralleib („Die Welt ist wahr“ – kognitive Erkenntnis). Alle diese Elemente fließen in die Waldorfpädagogik ein.“

    Zum vollständigen Artikel: http://ezw.kjm6.de/nlgen/tmp/1547715516.html

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    • Die Darstellung der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ („EZW“ ) ist sehr gut, die beste – auch weil bisher einzige! – sachliche Gesamtdarstellung der Weltanschauungsschule Waldorfschule zu ihrem hundertjährigen Jubiläum 2019.

      Gekürzt habe ich nur, weil der Kommentar nicht zu lang werden sollte.

      Naturgemäß kann eine „sachliche“ Darstellung nicht abbilden, welch einen WAHNSINN Rudolf Steiner der Welt hinterließ, und was für ein „Wahnsinn“ es folglich ist, dass die Waldorfschule die bevorzugte schulische Alternative einer bürgerlichen Klientel ist.

      Die EZW erwähnt „sachlich“ die herausragende Bedeutung der „Akasha-Chronik“ – hier der Hinweis auf meine „unsachliche“, den Wahnsinn Rudolf Steiners nicht aussparende Variante:

      Rudolf Steiners rassistischer Science-Fiction-Trash:

      Aus der Akasha-Chronik

      BERLIN. (hpd) Rudolf Steiner (1861–1925) behauptete, Einblick in die “Akasha-Chronik”, ein geistiges Weltengedächtnis in der “Ätherwelt”, zu haben. Über diese “Chronik”, in der alle Ereignisse der Geschichte, alle Taten, Worte und Gedanken der Menschheit enthalten seien, schreibt Rudolf Steiner sein Buch “Aus der Akasha-Chronik”.

      Ich versuche, einem Freund den Inhalt zu erklären: “Es ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich dem Eingeweihten zeigt. So eine Art ‘Evolutionsgeschichte’, nur dass der Eingeweihte auch in die Zukunft schauen kann. Die Menschheit entwickelt sich laut Steiner auf sieben Planeten. Von Planet zu Planet steigt das Menschengeschlecht höher in der Entwicklung. Dabei helfen ihm Führer, die selber schon auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Es geht los auf dem Saturn, dann kommt die Sonne, der Mond und schließlich die Erde …”

      “Wieso Sonne und Mond – das sind doch keine Planeten?!”

      “Für den Esoteriker Steiner schon. Die Erde formt sich im nächsten Entwicklungsschritt in den Jupiter um, dann kommt die Venus und zuletzt der Vulkan. Sieben Planeten, und auf jedem Planeten durchleben die Menschen sieben mal sieben Entwicklungsstufen … Ja, ich weiß, das klingt nach Science Fiction … ich habe mich an die Perry Rhodan-Hefte erinnert, du weißt schon, diese Groschenromane.”

      “Mich erinnert das Ganze an ein Video-Game, wo man immer das nächsthöhere Level erreichen muss!”

      “Ja, stimmt, das ist großartig, das trifft’s genau! Weißt du, das ist so platt, dass mir gar nichts mehr dazu einfällt – aber richtig übel ist, wie die Entwicklung abläuft, das ist nur noch bösartig …” und wird deshalb hier im Original wiedergegeben: “Diese zweite Gruppe der Astralmenschen hat diese ihre höhere Fähigkeit aber nur dadurch erworben, dass sie einen Teil – die erste Gruppe – der astralischen Wesenheit von sich ausgeschieden und zu niedriger Arbeit verurteilt hat. Hätte sie die Kräfte in sich behalten, welche diese niedere Arbeit bewirken, so hätte sie selbst nicht höher steigen können. Man hat es hier also mit einem Vorgang zu tun, der darin besteht, dass sich etwas Höheres auf Kosten eines anderen entwickelt, das es aus sich ausscheidet.”

      Dieselbe “These” wiederholt Steiner mehrmals, bis er schließlich zusammenfasst: “Man sieht, der Mensch steigt in ein höheres Reich auf, indem er einen Teil seiner Genossen hinabstößt in ein niederes. Diesen Vorgang werden wir auf den folgenden Entwicklungsstufen sich noch oft wiederholen sehen. Er entspricht einem Grundgesetz der Entwicklung.”

      Schließlich stellt Steiner den Bezug zur Gegenwart her: “Man nennt sie in theosophischen Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen durchgegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als so genannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen.” [1]

      “Unsere atlantischen Vorfahren”

      Im Kapitel “Unsere atlantischen Vorfahren” berichtet Rudolf Steiner im Detail über die “Atlantier”, beispielsweise über die von ihnen verwendete Technik, Zitat Steiner:

      (…)“

      weiter: https://hpd.de/artikel/10883

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