„Eingeimpft“ und das anthroposophische Gesundheitsverständnis


Gastbeitrag von Dr. Susanne Kretschmann

Der Autor David Sieveking erzählt im dem Film und Buch „Eingeimpft“ den Weg eines jungen Paares zur Entscheidung über die Impfung der kleinen Tochter. Der Film hat in den nächsten Tagen in einer ganzen Reihe von Kinos Premiere, das Buch ist bereits seit einigen Wochen erschienen.

Die grundsätzliche Problematik des Films, nämlich die Impfskepsis zu fördern statt aufzuklären, wurde schon mehrfach dargestellt (etwa HIER , HIER und HIER ) Zuwenig wahrgenommen wurde bisher der Einfluss, den die anthroposophische Medizin auf Sievekings Entscheidung hat, seine Tochter viel zu spät und nur teilweise zu impfen. Dies sind aber genau die Probleme, die dazu führen, dass die Impfquoten nicht ausreichend sind, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten.

Die anthroposophische Medizin ist offensichtlich eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Leitlinie für die Entscheidungen des Autors. Der Einfluss seiner Freundin ist unübersehbar, die große Sympathien für die anthroposophische Bewegung hegt.

Eine zentrale Quelle für Informationen stellen für den Autor die Aussagen anthroposophischer Ärzte dar, die vollkommen ungeprüft übernommen werden. Schon früh im Buch wird die positive Erfahrung mit der anthroposophischen Klinik Havelhöhe geschildert, wo „die Sorgen von Eltern um die schädlichen Wirkungen sehr ernst“ genommen würden (S.17).

Das Buch des anthroposophischen Impfkritikers Martin Hirte ist für ihn eine wichtige Informationsquelle, wenn er auch ein Zitat über den „Erfinder“ von Impfungen Edward Jenner als falsch nachweist. Leider hat er bei anderen Behauptungen nicht so ausführlich nachgefragt. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit Hirtes Buch findet man HIER, man hätte sich Sieveking als Leser gewünscht.

Über fast zehn Seiten referiert Sieveking den Vortrag des anthroposophischen Kinderarztes Dr. Christoph Meinecke. Ort des Vortrags ist die anthroposophische Klinik Havelhöhe, die alle zwei Monate diese Vorträge veranstaltet.. Beworben werden sie u.a. vom Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ ist – ein Verein, dessen Mitglieder zu einem großen Teil der anthroposophischen Medizin anhängen. Der Referent Dr. Meinecke ist dort natürlich Mitglied.

Was den Umgang mit Fieber betrifft, glaubt Sieveking dem Vortragenden vollkommen unreflektiert: Fieber medikamentös zu senken, sei unnötig und wenn überhaupt, erst bei Temperaturen über 40 Grad angebracht. Später wird er genau das bei seiner Tochter anwenden. Meinecke: „ Wir brauchen Fieber! Fieber ist der Freund des Kindes, wenn Sie Fieber senken, schwächen Sie das Immunsystem und die Infektabwehr“ (S.106)- Sätze, bei denen sich bei jedem vernünftigen Arzt die Nackenhaare sträuben. Die Ausführungen von Meinecke zur Immunologie sind schlicht falsch, sie entsprechen den Vorstellungen der anthroposophischen Medizin, nicht aber der Wissenschaft. Eine Recherche von wenigen Minuten hätte ausgereicht, diese Falschaussagen richtig zu stellen.

Statt dessen holt er sich Rat im Buch „Kindersprechstunde“ der anthroposophischen Kinderärztin Michaela Glöckler (mehr dazu siehe unten), als die Tochter hohes Fieber hat. Er fragt sich allerdings, wo er „ungesponnene Rohwolle“ auftreiben soll, die dort für Wickel empfohlen wird, denn eine medikamentöse Senkung ist ja untersagt. Als sich die Eltern schließlich doch entschließen, mit dem Kind, das inzwischen fast 40 Grad Fieber hat, ein Krankenhaus aufzusuchen, stellt sich heraus, dass es sich nicht wie von der Mutter vermutet um eine Reaktion auf das Abstillen mit eineinhalb Jahren handelt, sondern um eine Lungenentzündung. Die hätte je nach Erreger durch eine Impfung verhindert werden können.

In der Gemeinschaftspraxis von Dr. Meinecke soll die Tochter schließlich auch gegen Masern geimpft werden, allerdings viel zu spät und lediglich mit dem Einzelimpfstoff, der aus Frankreich importiert wird. In Apotheken ist er nur auf Bestellung zu haben, die Praxis hat ihn vorrätig. Den Ärzten der Praxis gilt jedoch schon – entgegen allen wissenschaftlichen Empfehlungen – das geringste Symptom einer Erkältung wie leichtes Husten als Hindernis für die Impfung, was diese dann auch mehrfach verzögert.
Die Vorgabe, nur vollständig gesunde Kinder zu impfen, ist eine Grundposition der Anthroposophen, um „das Immunsystem nicht zu stören“. Auch die kritiklos beschriebene Ansicht, dass Impfungen erst mit der Pubertät notwendig wären, falls die entsprechenden Krankheiten nicht durchgemacht wurden, findet Sievekings Zustimmung.

Sieveking beschreibt (auf Seite 210) seine Entwicklung so: „Im Prinzip ist meine Haltung jetzt an das anthroposophische Weltbild angelehnt: Unser Kind hat ein gutes Immunsystem, das sich möglichst natürlich entwickeln soll.“

Bezeichnend ist, dass sowohl der Vorsitzende der „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“, Dr. Stefan Schmidt-Troschke, der anthroposophische Laienverein „Gesundheit aktiv“ wie auch der anthroposophische Imfpgegner Dr. Stefan Rabe zu sehr positiven Bewertungen über den Film kommen. Offensichtlich treffen Film und Buch ihre Vorstellungen über (Nicht-)Impfen.

Aber welches Bild von Krankheit, Gesundheit und der kindlichen Entwicklung steht hinter den anthroposophischen Vorstellungen?

Das anthroposophische Welt- und Menschenbild geht auf Rudolf Steiner (1861-1925)zurück, auch heute noch besteht die anthroposophische Literatur im Wesentlichen aus der Auslegung von Steiners Texten und Vorträgen. Dies gilt auch für die anthroposophische Medizin, die auf Steiner, der kein Mediziner war, und in geringerem Maße auf die Ärztin Ita Wegmann beruht. Steiners „Erkenntnisse“ beruhten auf einer „geistig-übersinnlichen Schau“, sein „Wissen“ auf seiner Fähigkeit, in der „Akasha-Chronik“ lesen zu können, in der immateriell alles Wissen über Vergangenheit und Zukunft gespeichert sei.
Entwicklungen und Erkenntnisse der letzten hundert Jahre werden nur berücksichtigt, wenn sie zu Steiners laienhaftem Menschenverständnis passen.

Zentraler Punkt aller Vorstellungen ist die Annahme, dass es einen steten Wechsel gibt von körperlichem Leben und Dasein in einer „geistigen Form“, in der sich das „Ich“ vom Körper losgelöst in „Planetensphären“ auf die nächste Reinkarnation vorbereitet. Das Leben in einer Inkarnation ist immer eine Konsequenz der vorhergehenden und hat Folgen für die nächste.
Anthroposophische Medizin sieht Erkrankungen grundsätzlich vor dem Hintergrund des Lebens als unendliche Reihe von erneuten Reinkarnationen, bei denen Ereignisse im einen Leben immer Wirkungen in das nächste haben. Krankheiten und Behinderungen sind entweder eine „Strafe“ für Verfehlungen im vorhergehenden Leben oder führen zu einem besseren Leben im nächsten.
Die kindliche Entwicklung wird in Stadien von sieben Jahren aufgeteilt, in denen jeweils unterschiedliche „Reifungsvorgänge“ der einzelnen „Organsysteme“ stattfänden. Aus diesem Grund werden Impfungen – wenn überhaupt -bevorzugt vor bzw. in der Pubertät durchgeführt, da so diese Prozesse nicht gestört würden.
Medizin und Entwicklungspsychologie können die Phasen nicht bestätigen.

Die Auswirkungen solcher Vorstellungen auf die empfohlenen (Nicht-)Therapien sind teilweise erschreckend. So sprechen die Merkblätter der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland GAÄD eine deutliche Sprache, etwa zu Fieber im Kindes- und Jugendalter:

„Fieber macht Ihr Kind selbst. Es versucht damit, selbst eine Krankheit zu kurieren. (…) Bei einem sonst gesunden Kind ist Fieber für sich selbst genommen nicht gefährlich (bestehende Vorurteile, dass ab einer bestimmten Temperatur Eiweiß gerinnt oder das Gehirn geschädigt wird, sind falsch!). Ferner steigt Fieber bei Kindern ohne schwerwiegende Grunderkrankung nie wesentlich höher als knapp über 41 °C.“

Auch das Merkblatt zu Masern vermittelt die anthroposophische Meinung, dass Krankheiten hilfreich für die Entwicklung seien:

„Die Frage nach dem möglichen Sinn einer Krankheit wird nur selten gestellt. Aufmerksame Eltern erleben gerade bei den Masern oft eine tiefgreifende Reifung ihres Kindes. (…) Durch das Fieber überwindet das Kind nicht nur die Maserninfektion, sondern individualisiert dabei seinen Organismus. Die Regulation des Immunsystems kann dabei ausreifen, die jeder Mensch individuell erlernen und erwerben muss. Mit der Abheilung des Ausschlags, der Bindehaut- und Atemwegsentzündung bildet das Kind neue, stabilere Leibesgrenzen aus.“

Falschaussagen wie die , dass Masern die Wahrscheinlichkeit von Allergien senke, finden sich ebenso wie die, dass die Erkrankung sich günstig auf die „Reifung des Immunsystems“ auswirke – das Gegenteil ist der Fall, eine Masernerkrankung erhöht auf Monate, wenn nicht Jahre die Anfälligkeit für andere Infektionen.

Die ehemaligen Leiterin der medizinischen Sektion des Goetheanums, der Zentrale anthroposophischen Glaubens, die Kinderärztin Michaela Glöckler, bringt die Positionen des anthroposophischen Krankheitsverständnisses auf den Punkt:

Nur der Mensch kann täglich menschlicher werden. Ihm ist es gegeben, durch Leid und Schmerz Erfahrungen zu sammeln, die ihn in seiner Entwicklung weiterbringen. „Sicherheit“ und „Gesundheit“ als höchste Lebensideale sind mit der menschlichen Existenz auf Dauer nicht zu vereinbaren, denn jede Entwicklung bedarf der Krisensituationen, um fortschreiten zu können. (…) Daher ist es notwendig, die menschliche Entwicklung als Ganzes mit all ihren Möglichkeiten ins Auge zu fassen und den Gedanken an wiederholte Erdenleben (Reinkarnation bzw. Wiederverkörperung) mit einzubeziehen.“

Durchleiden körperlicher Krankheiten führt zu physischer Schönheit im nächsten Leben.“

„Durchmachen von Infektionskrankheiten Leben in überwiegend schöner Umgebung im nächsten Erdenleben.

„Das Erleben von Krankheit und damit verbundenem Schmerz erzeugt den Impuls, in früheren Erdenleben Versäumtes nachzuholen. Auch wenn das in diesem Leben nicht mehr möglich ist, nimmt der Betreffende diesen starken Impuls mit in das folgende Leben, wo sich dann die Fähigkeit, das Versäumte nachzuholen, unter Umständen als bedeutende Begabung zeigt.„

„Durch das Eintreten eines gewaltsamen Todes erfährt das Ich-Bewusstsein im Leben nach dem Tod eine bedeutende Stärkung: Das nachtodliche Leben kann viel bewusster erlebt werden, als dies ohne den Schmerz des gewaltsamen Todes möglich gewesen wäre“

 

 

Kritik zum Buch „Impfen Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung“ von 
Dr. Martin Hirte:

Erster Teil – ‚Krankheit und Prophylaxe‘
Zweiter Teil – „Geschichte des Impfens“
Dritter Teil – „Impfen: moralische Verpflichtung?“
Vierter Teil – „Impfen und Angst“
Fünfter Teil – „Die Situation der Impfärzte“
Sechster Teil – „Die freie Impfentscheidung“
Siebter Teil – „Interessenkonflikte“
Achter Teil – "Die Impfstoffhersteller"
Neunter Teil – "Pharmaindustrie und Forschung"
Zehnter Teil – "Pharmaindustrie und Medizinbetrieb"
Elfter Teil – "Manipulierte Impfstudien"
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9 Gedanken zu “„Eingeimpft“ und das anthroposophische Gesundheitsverständnis

  1. Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

    „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

    Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

    Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

    Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff

    Quelle: „Drei Gründe für die Waldorfschule“, https://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/11459

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  2. Pingback: „Tendenziös“: Kritik an dem Film „Eingeimpft“ auch im Radio | gwup | die skeptiker

  3. Pingback: „Eingeimpft“-Premiere in Köln: Von Dialog nichts zu spüren | gwup | die skeptiker

  4. Ein wunderbarer Artikel über die dunklen Seiten einiger besonders mitteilungsbedürftiger anthroposophischer Vordenker.

    Leider werden Kritik und Widerstand gegen medizinische Erkenntnisse und technischen Fortschritt in Waldorfeinrichtungen und der Anthroposophischen Gesellschaft per se oftmals schon als besonders lobenswert und erstrebenswert gefeiert. Die Vertreter solcher obskuren Ansichten werden dort seltsamerweise hochgeschätzt und extrem verehrt und leben gut von ihren Buchverkäufen
    und regelmäßigen gut besuchten Vorträgen in Waldorfeinrichtungen auf der ganzen Welt. Ihre Argumente werden immer wieder aufgegriffen und wiederholt und fast nie einer kritischen Diskussion unterzogen.
    Kritik an der Kritik unerwünscht und nicht praktiziert. Ob in Stuttgart, Bonn oder Berlin haben dies sicherlich schon die meisten Waldorfeltern beobachtet.
    Im Wesentlichen gibt dort aber den wissenschaftlich fundierten Arzt in der Havelhöhe wie Dr. Matthes als Klinikleiter und sein Team, das darf bei aller Pauschalisierung der Gegenseite hier nicht unerwähnt bleiben.

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    • @ Girke

      Sie schreiben: „Im Wesentlichen gibt dort aber den wissenschaftlich fundierten Arzt in der Havelhöhe wie Dr. Matthes als Klinikleiter und sein Team, das darf bei aller Pauschalisierung der Gegenseite hier nicht unerwähnt bleiben.“

      Diesen Satz verstehe ich nicht. Können Sie ihn noch mal neu formulieren? Danke!

      Falls Sie meinen sollten, dass dieser (anthroposophische) Arzt medizinisch qualifiziert ist: das ist kein Widerspruch, anthroposophische Ärzte haben ja alle zuerst einmal Medizin studiert, und sich anschliessend der Scharlatanerie Rudolf Steiners zugewandt (o.k. in der Uni Witten-Herdecke schon während des Medizin-Studiums Steiner)

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      • „Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.“

        Wolf Haas

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      • Alle Ärzte haben Medizin studiert, Herr Dr. Matthes z. B. war zuvor an der Charite leitender Arzt. Zusätzlich bieten die anthroposophischen Kliniken (Havelhöhe, Witten, Filderklinik) noch ein studienbegleitendes Zusatzstudium in Anthroposophischer Medizin an.
        Dieses umfaßt neben physischen Therapien und Kunsttherapie, die soweit auch in klassischen Reha-Einrichtungen verordnet werden,
        auch noch ein medizinische Erweiterung der Behandlung mit Medikamenten und Therapien auf der Grundlage eines eigenen Menschenbildes.

        Dies spricht heute viele Menschen an, die vielleicht in ihrem Krankenhaus negative Erfahrungen gemacht haben oder sich z. B. hiervon zusätzliche Heilungschancen versprechen.

        Ob jedoch ein spezieller Arzt oder Vortragsredner an einer Waldorfeinrichtung oder ein Buchautor sich mehr am Zeitgeist und den Bedürfnissen des Publikums oder den oftmals in diesen Kreisen wiederholten Zitaten von Herrn Steiner verschrieben hat und wie er sie auslegt und mit der Praxis und mit der Wissenschaft in Einklang bringt, muß leider jeder selbst beurteilen, so schwer das auch fallen mag.

        Tatsache ist jedoch, daß die Bücher von Herrn Steiner einerseits von ihrer schieren Menge, als auch von ihrem Schreibstil, eigenen Weltbild sowie aufgrund ihres „Alters“ von den meisten Menschen als kaum lesbar betrachtet werden und daher in Seminaren und in Büchern oftmals Auszüge oder Zusammenfassungen einfach vorgegeben oder von Anderen übernommen werden.

        Auch die sog. Anthroposophische Gesellschaft leistet m. E. hier mit geschlossenen „Schulstunden“ und teilweise fragwürdigen Inhalten für eine sehr sehr kleine, elitär wirkende Gruppe Mitglieder keine Aufklärung für die vielen Eltern in Waldorfschulen.

        Abschließend stellt sich ja dann noch die Frage, wie und ob alte Texte und Ideen modern interpretiert werden und inwieweit sie vom Einzelnen als Dogmen verstanden werden.

        Und was würde passieren, wenn nicht nur eine elitäre Minderheit von gebildeten und recht wohlhabenden Menschen Impfverweigerer wäre, sondern sich jeder Mensch auf der ganzen Welt das Recht herausnehmen würde die Impfung ebenfalls zu verweigern? Dann würde das Modell so gleich gar nicht mehr funktionieren.

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  5. Pingback: Eingeimpft – Ein Resümee – Onkel Michaels kleine Welt

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