ZDF Frontal 21 – “Kritik an Waldorf-Lehrern”


Gestern war es endlich soweit, dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen dem Thema Waldorfschule kritisch widmete.

Es ging gezielt um die Kritik an der ungenügenden Qualifikation von Waldorflehrern und der knallharten Feststellung von Professor Hermann Avenarius, DEM Experten für deutsches Schulrecht, dass Waldorfschulen gegen das Grundgesetz verstießen.

O-Ton Avenarius: „Es widerspricht dem Grundgesetz. Auch die an Waldorfschulen tätigen Lehrkräfte benötigen eine wissenschaftliche Ausbildung, die nicht hinter den öffentlichen Schulen zurücksteht. Von diesem Qualifikations- und Qualitätsniveau können sie nicht entbunden werden.“

Worum geht es hier genau?

Obwohl Hennig Kullak-Ublich vom Bund der Freien Waldorfschulen behauptet, dass 85 Prozent der Waldorflehrer ein Hochschulstudium absolviert hätten, bevor sie die waldorfinterne Lehrerausbildung durchlaufen und somit doppelt gebildet wären, stellte sich jedoch auf Nachfrage heraus, dass dies gerade mal für 50 % der Waldorflehrer zutrifft.

Wie kann das sein?

Laut Grundgesetz Artikel 7 /(4) müssen auch Lehrer an Privatschulen eine wissenschaftliche Ausbildung nachweisen:

[…] „Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (…)  in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen“ […]

Und nun?

Man sollte nun eigentlich davon ausgehen können, dass die interne Waldorflehrerausbildung einer wissenschaftlichen Ausbildung entsprechen müsse, da besonders Waldorf-Klassenlehrer von der ersten bis zur achten Klasse fast alles unterrichten: von Deutsch bis Mathematik, von Geschichte bis Physik. Insgesamt bis zu acht Fächer.

Ist es denn auch so?

Mitnichten. Nicole Glocke, eine ehemalige Studentin der Waldorfpädagogik, äußerte sich in der Sendung mit den harten Worten: „Von einer Lehrerausbildung kann ich nicht sprechen, weil wir haben die meiste Zeit plastiziert, wir haben die meiste Zeit gesungen, gemalt oder Eurythmie gemacht. Ich muss sagen, das alles erinnert mich sehr an eine Therapiegruppe in der geschlossenen Psychiatrie.“

Auch Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbandes, wurde um eine Einschätzung gebeten,  speziell in Bezug auf die Qualität der Abschlussarbeiten von Studenten der Waldorfpädagogik.

O-Ton Kraus: „Die erfüllen nicht mal den Anspruch, der gestellt wird an die Facharbeit eines Zwölft- und Dreizehnklässlers. Ich würde eine solche Arbeit als Zulassungsarbeit, als Facharbeit zum Abitur nicht annehmen.“

Somit überrascht es nicht, dass in der Sendung auch Mütter von Waldorfschülern zu Wort kamen, die der Bildung ihrer Kinder ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellten.

Eine Mutter ging sogar soweit, das Niveau des Unterrichts zwischen Sonder- und Hauptschule anzusiedeln.

Nun darf man sich aber wirklich fragen, wie es möglich sein kann, dass Waldorfschulen trotzdem staatlich genehmigt sind, wobei der Zulauf zu diesen Schulen bekanntlich stetig steigt und in Deutschland bereits mehr als 200 existieren. Somit sind viele Kinder betroffen, wir reden also nicht über eine zu vernachlässigende Randerscheinung.

Rainer Fromm und Dietrich Krauß, Macher des Frontal 21 Beitrags, sind der Frage in Baden-Württemberg nachgegangen und stellten fest, dass dieses Bundesland einen besonderen Paragraphen in sein Privatschulgesetz für Waldorfschulen eingefügt hat:

„Nach § 5 Abs. 1 Privatschulgesetz benötigen Waldorflehrkräfte grundsätzlich eine abgeschlossene fachliche und pädagogische Ausbildung, die jedoch keine wissenschaftliche Ausbildung im Sinne des öffentlich-rechtlichen Anforderungsprofils … sein muss.“

Den gesamten Beitrag von Frontal 21 kann man auf folgender Seite nachlesen:

Wer das Video sehen möchte, findet es hier

Der Verstoß gegen das Grundgesetz wurde schon vor der Frontal 21 Sendung von ehemaligen Studenten des Seminars für Waldorfpädagogik an die Berliner Schulaufsicht gemeldet.

Hier eine Antwort von Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall, Leiter der Berliner Schulaufsicht, zitiert aus dem Bericht „Rudolf Steiner in Berlin“ von Markus Beauchamp, Nicole Glocke und Andreas Lichte.

„Wie Sie wissen, ist die Bundesrepublik Deutschland an Schulen in freier Trägerschaft sehr interessiert, nicht nur wegen des Artikels 7 Grundgesetz, sondern vor allem, weil unsere Gesellschaft davon lebt, dass möglichst viele sich auch und gerade im Bildungsbereich mit eigenen Ideen und Initiativen beteiligen … Es ergibt sich aus unserer Sicht keine Notwendigkeit einer besonderen staatlichen Aufsichtspflicht.“

Desweiteren liegt mir noch folgende Antwort Herrn Pokalls an Markus Beauchamp vor:

„Der Bund der Waldorfschulen hat mir dabei eindeutig versichert, dass die Bildungs- und Erziehungsarbeit seiner Schulen ohne jegliches Wenn und Aber voll auf dem Boden des Grundgesetzes und der Verfassung von Berlin steht und auch die Auswahl der Lehrer sich daran orientiert, dass dies auch in Zukunft so bleibt.“

Die erste Antwort zitiert aus „Rudolf Steiner in Berlin“ erhielt Nicole Glocke, die wie oben im Text erwähnt, auch im Frontal 21 Beitrag auftrat und sich dort sehr kritisch äußerte. Die Eindrücke von Frau Glocke stammen aus dem „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, das sie wie auch Herr Beauchamp und Herr Lichte besuchte.

Hat denn Berlin ebenfalls wie Baden-Württemberg einen Sonderparagraphen für Waldorfschulen eingeführt?

Hierzu gibt es auch eine Erläuterung in „Rudolf Steiner in Berlin“:

„Wir berichteten der Berliner Schulaufsicht über die dortige Steiner-Heiligenverehrung, über die dort vorgenommene ideologische Schulung, über eine durch und durch esoterische „Ausbildung“, die dem Berliner Schulgesetz Hohn spricht, Zitat: „§ 98 Genehmigung [von Privatschulen]: (3) Die Genehmigung ist … zu verteilen, wenn … 2. die Lehrkräfte eine wissenschaftliche Ausbildung und Prüfung nachweisen, die hinter der Ausbildung der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen nicht zurücksteht, oder die wissenschaftliche Eignung der Lehrkräfte durch gleichwertige freie Leistungen nachgewiesen werden kann.“

Ergo gibt es auch in Berlin eine fadenscheinige Ergänzung: „gleichwertige[n] freie[n] Leistungen“, die Waldorf-Interessen dient.

Wie könnte man dieses Vorgehen wohl nennen?

Es bleibt zu hoffen, dass der Frontal 21 Beitrag weite Verbreitung findet, dass er eine breite Diskussion auslöst und dass ein Folgebeitrag entsteht, in dem auch andere Experten, wie z.B. Andreas Lichte, zu Wort kommen, da es zu dem Thema wirklich noch so viel zu sagen und schließlich auch zu tun gibt.

Ein Interview mit Andreas Lichte, dem ehemaligen Studenten des Seminars für Waldorfpädagogik Berlin, der diese Ausbildung auch abgeschlossen hat,  inklusive des Links zu seinem eigenen Waldorf-Erfahrungsbericht, befinden sich bereits im Blog, wodurch die Aussagen des Frontal 21 Beitrags vollkommen bestätigt werden.

46 Gedanken zu “ZDF Frontal 21 – “Kritik an Waldorf-Lehrern”

  1. Auch folgender Artikel beschäftigt sich mit der Thematik:
    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2007/08/spirituelle-verfassungskonformitt.html

    Sehr interessant auch der Hinweis eines Kommentators:

    „Beim Stern findet sich dieser Leserbrief:

    Zitat:

    Tessendorf (6.9.2007, 12:23 Uhr)

    Auch ich war Waldorfschüler. Meine eigenen Erfahrungen decken sich mit dem Artikel. Bereits in meinen ersten Schuljahren (das war in den 80ern) hat mich der Rassismus mancher Lehrer und Anthroposophieoberen, die bei uns zu Hause zu Besuch kamen, derartig instinktiv abgeschreckt, dass ich es mir angewöhnte bei derartigen Äusserungen in der Schule zum Fenster raus zu gucken. Ein argumentative oder gar konstruktive Auseinandersetzung war nicht möglich. Uns fehlte sozusagen die innere Erleuchtung das zu verstehen. Versuche, in meinen späteren Jahren dies bei uns zu Hause (Mutter Waldorflehrerin) bei den regelmässigen Treffen von Anthroposophen anzusprechen, führten zu Wutausbrüchen von autoritären Oberen wie “Das kannst du nicht verstehen..lies erstmal Steiner“. Ich las die Werke des Hellsehers (Akasha-Chronik) und autodidaktischen Philosophen Steiner, das war offenbar das Problem, und ich las sie genau. Noch heute zucke ich zusammen wenn jemand von einem Afrikaner oder Chinesen spricht, immer erscheint kurz das Bild das uns in der Kindheit eingeprägt wurde, die verzogenen Mundwinkel und das abschätzige Augenzwinkern. Mühselig ist es mir in jahrelanger Kleinarbeit gelungen meiner Mutter die Widersprüche aufzuzeigen und ihr gelang es aus dieser sektenhaften Umgebung sich zurück zu ziehen. Auch habe ich an unserer Waldorfschule Gewalt unter den “lieben Kindlein“ erlebt, und erst Recht Gewalt an Schuleigentum. So wurden systematisch von einigen Frustrierten die Klos zerdeppert, die mühselig von den Eltern gebaut worden waren. Ein weiteres Problem sah ich in der Kindheit in den personellen Überschneidungen zwischen Anthroposophen und der braunen Ludendorffer-Sekte, dem heutigen Bund für Gotterkenntnis. Meine Erinnerungen aus früher Kindheit sind geprägt durch Frauen mit langen Wollkleidern und stets Hüte tragend (wegen der Höhenstrahlung), die Haare streng zu Knoten gebunden und stramm national. Sorry to say…

    M. Tessendorf

    Zitat Ende.

    (http://www.stern.de/politik/panorama/:Waldorfschulen-Gr%FCnder–Der-Neger-Triebleben/596962.html?id=596962&rendermode=comment)“

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  2. @Michael H.
    Ihre Anführungszeichen sind um einige Größenordnungen zu klein!
    Mein Lieblingssatz:
    „Niemand unterstellt einem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes irgendwelche menschenkundlichen Kenntnisse oder gar Karmafragen.“
    Nö! Natürlich nicht! Warum sollte jemand in einer verantwortlichen Position seine Zeit mit absurden Hirngespinsten verplempern?

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  3. Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfschulen, verdankt seine selbtgebastelte Philosophie nach eigener Aussage einem „hellsichtigen Einblick in höhere Welten“ !
    Das sagt eigentlich schon alles aus über dessen verirrte Denkweise und seiner sog. „Reform-Pädagogik“. Sie ist nicht von dieser Welt und gehört somit längst in die Mottenkiste der menschlichen Verirrungen und Irrtümer !
    Meine Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik sind durchwegs negativ. Ich greife nur den Fall eines Jungen aus meiner Nachbarschaft auf, der eine Waldorfschule besucht hatte. Als vollkommen lebensuntüchtiger junger Mann wanderte er nach dem Waldorfabschluß von Lehrstelle zu Lehrstelle. Es ergab sich ein Gespräch mit seiner Mutter, und ich bekam Einsicht in eines seiner Bewerbungsschreiben. Mir fielen gleich die unzähligen orthographischen Fehler darin auf. Als ich die Frau auf diese Fehler hinwies, meinte sie treuherzig, „dass man sich um solche Dinge, wie die Rechtschreibung in der Waldorfschule nicht besonders gekümmert habe. Da seien andere Lerninhalte wichtiger gewesen.“ Anzumerken ist, daß der junge Mann, nachdem er drei Lehrstellen aufgegeben hat – oder aufgeben mußte ! – jetzt als ungelernter Arbeiter seine Brötchen verdient.
    Das mag ein Einzelfall sein, aber allein die Tatsache, dass völlig selbstverständliche Lerninhalte, wie sie bei Bewerbungen um eine Lehrstelle oder einen Job – und im späteren Berufsleben – nun mal unverzichtbar sind, als nicht so wichtig eingestuft werden, wirkt doch sehr befremdend auf mich.
    Waldorfschulen, deren Lehrkräfte nicht über die staatlich geforderten Qualifikationen verfügen, müßten – im Interesse der Schüler – verboten werden. Wo sind sie, die Politiker, die in ihrem Amtseid geschworen haben, die Bürger vor Schaden zu bewahren !?

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  4. Liebe Elke Reihl,

    > Obwohl Hennig Kullak-Ublich vom Bund der Freien
    > Waldorfschulen behauptet, dass 85 Prozent der
    > Waldorflehrer ein Hochschulstudium absolviert hätten,
    > bevor sie die waldorfinterne Lehrerausbildung durchlaufen
    > und somit doppelt gebildet wären, stellte sich jedoch auf
    > Nachfrage heraus, dass dies gerade mal für 50 % der
    > Waldorflehrer zutrifft.

    Das ist unzutreffend, laut Frontal21-Beitrag waren es bei den paarundzwanzig befragten 50%, die haben keine Statistik gehabt, noch eine erstellt.

    Wenn, dann bitte auch korrekt berichten!

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  5. Lieber Cardinal,

    Zur Sendung liegt ein Manuskript vor, welches ich in dem Artikel auch verlinkt habe.

    Daraus geht hervor:
    „O-Ton Henning Kullak-Ublich, Bund der Waldorfschulen:
    Zunächst mal darf man ja sagen, dass 85 Prozent der
    Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen alle eine
    staatliche Hochschulausbildung durchlaufen haben und
    dann in einem Postgraduierten-Studium sich zusätzlich
    qualifizieren. Da kann man von einer Doppelqualifikation
    sprechen.
    Was bedeutet: „staatliche Hochschulausbildung durchlaufen“? Wir
    fragen nach: Wie viele Waldorf-Studenten haben denn vorher
    tatsächlich mit einem Staatsexamen abgeschlossen? Antwort: die
    Hälfte.“

    Wenn es heißt die Hälfte, dann sind es nach Adam Riese 50 % und nicht 85 % oder?

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  6. Als Mutter einer ehemaligen Waldorfschülerin sah ich diese Sendung und war eigentlich entsetzt von den Aussagen einer Mutter, welche behauptete, ihr Kind wäre nach 2 Jahren Waldorfschule (1.+2. Klasse) nach Übertritt in eine staatliche Grundschule ca. 2 Jahre „zurück“ gewesen. Das heißt doch für den Zuschauer, dieses Kind konnte weder lesen noch schreiben noch Rechnen bis 100!
    Es wäre gut für „Frontal“ und all die Kritiker sich einmal vor Ort eine Schulstunde in der zweiten Klasse anzuschauen! Den Schülern wird in einer sehr anschaulichen und liebevollen Art das ABC und das Rechnen beigebracht. Falls Probleme bei den Schülern auftauchen,wird gemeinsam mit den Eltern ein Weg gesucht.
    Diese enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist eine Säule der Waldorfschulpädagogik oder wo gibt es sonst fast monatliche Elternversammlungen – zu denen die Eltern auch kommen?!!!
    Da unsere Tochter aus einer Realschule in die Waldorfschule wechselte kann ich eigentlich sehr gut die Unterschiede zwischen diesen beiden Schultypen aufzeigen: tiefgreifender Unterricht, bes. in Deutsch und Geschichte, Förderung der Musikalität während des Unterrichtes, krative künstlerische Förderung während des Unterrichtes!, selten Frontalunterricht!, Persönlichkeitsbildung durch Heranziehen aller !!! Schüler zu Theateraufführungen, ausführliche Gespräche mit den Lehrern bei Problemen.
    Meine Tochter ging in die Waldorschule in Chemnitz. Meines Wissens haben alle Lehrer eine Hochschulausbildung.
    Meine Tochter studierte nach der Schulausbildung Sozialpädagogik und ist heute begeisterte Kindergärtnerin. Ein Schulkamerad von ihr studiert heute in Tokio Verkehrstechnologie, ein anderer Medizin.

    Fahren Sie nach Chemnitz, schauen Sie sich die Schule und den Unterricht an – und die außerschulischen Aktivitäten. Dort verlassen die Lehrer nicht um 13 Uhr das Schulgebäude!

    Angelika Hörner

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  7. Sehr geehrte Angelika Hörner,

    Sie schreiben:

    „Dort verlassen die Lehrer nicht um 13 Uhr das Schulgebäude!“

    Nur zu wahr. Vom Waldorflehrer wird mehr erwartet: Die Waldorfschule soll sein Lebensmittelpunkt werden, und damit Rudolf Steiner, ob er es merkt, oder nicht. Die meisten merken es, wollen aber nicht wahr haben, dass sie für eine „fundamentalistische religiöse Bewegung“ (ugs. „Sekte“) – die Anthroposophie – arbeiten und leben. Denn vor welcher Alternative steht der Waldorflehrer? Vor gar keiner: Waldorflehrer sind nicht qualifiziert, könnten in den seltensten Fällen in einer öffentlichen, staatlichen Schule arbeiten. So steht es in der FAZ, 19.3.2009, Seite 8, Bildungsnotizen:

    „(…), dass nur 39 Prozent der baden-württembergischen Waldorflehrer über eine Berechtigung verfügten, im staatlichen Schuldienst zu unterrichten.“

    Zum Vergleich: Am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, wo ich meine Ausbildung zum Waldorflehrer abschloss, hatte meines Wissens keiner der zukünftigen Waldorflehrer ein zweites Staatsexamen, Voraussetzung um im staatlichen Schuldienst unterrichten zu können.

    Das heisst, wer im staatlichen Schuldienst chancenlos ist, fristet sein Gnadenbrot als „Erziehungskünstler“ in der Waldorfschule.

    Ihre Blümchentapeten à la die „liebevolle Art, wie den Schülern in der Waldorfschule das ABC beigebracht wird“, etc., möchte ich nicht weiter kommentieren … das überlasse ich Aiga Stapf. Bitte überlesen Sie einfach das „hochbegabt“: Was Aiga Stapf sagt, gilt für jedes wissbegierige, aufgeschlossene, geliebte Kind …

    Aiga Stapf, „Hochbegabte Kinder“, C.H.Beck, 2006. Zitat, S. 230ff:

    “Waldorfschulen

    (…)

    Die Ablehnung intellektuell-abstrakter Beschäftigungen sowie technischer Geräte (u.a. Computer) und vorgefertigter Spielzeuge zieht sich weiter durch die ersten Schuljahre: Es gibt in den ersten Klassen keine Schulbücher, spielerische Beschäftigungen herrschen vor, das «Lernen» von Fremdsprachen beschränkt sich nach unseren Erfahrungen in den ersten Klassen weitgehend auf Lieder und Gedichte. Lesen, schon gar vor Schuleintritt, ist verpönt, und wird in einigen Schulen erst nach dem zweiten Schuljahr unterrichtet. Dabei sind die ersten Klassen mit nicht selten ca. 40 Kindern recht groß, was bei den nicht unerheblichen Kosten (Schulgeld und Elternaktivitäten) erstaunt. Das pädagogische Argument, die Kinder würden sich gegenseitig erziehen und positiv beeinflussen, konnten die bei uns untersuchten Kinder nicht bestätigen: waren sie schüchtern, sensibel gingen sie einfach «unter».

    Eine individuelle Förderung «vor allem für den intellektuellen Bereich» wird in Waldorfinstitutionen «ausdrücklich abgelehnt» (Feger und Prado 1989, S. 221). Die daraus resultierende starke kognitive Unterforderung, die Ablehnung u. a. ihrer Bedürfnisse nach Wissen (auch aus Büchern) führte bei einigen der uns vorgestellten hochbegabten Waldorfschüler zu hoher motorischer Unruhe, zu Spannungen (auch zwischen Kind und Eltern) sowie aggressivem Verhalten, das nach dem Wechsel auf eine staatliche Schule verschwand, als sie «endlich Bücher lesen durften».

    (…)“

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  8. Die Waldorfschule in Chemnitz betreffend, muss man leider auch sagen, dass folgendes Experiment so niemals von einem Chemielehrer einer staatlichen Schule durchgeführt worden wäre:

    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2105666

    „Verpuffung im Chemieraum – drei Schüler schwer verletzt
    Die Lehrerin wollte einen Brand simulieren

    Explosiver Unterrichtsstoff in der Bornaer Waldorfschule: Seit gestern liegen drei Siebtkläss-ler (12, 13) mit verbrannten Gesichtern im Krankenhaus – die Kripo ermittelt.

    Polizeieinsatz an der Waldorfschule: Eine Lehrerin hatte mit Spiritus experimentieren lassen – drei Schüler wurden verletzt.
    Chemnitz – Ihren Chemieunterricht in der dritten Stunde wollte die Lehrerin (36) den Kindern mit einem Experiment näherbringen: „Heute untersuchen wir mal, wie etwas brennt.“ Holz und Spiritus-Fläschchen wurden an die Schüler ausgeteilt. Die beträufelten das Holz mit dem Brandbeschleuniger, zündeten es auf feuerfesten Unterlagen an.

    Doch einem 13-Jährigen war die Flamme offenbar nicht groß genug – er schüttete noch etwas Spiritus hinterher! Das Gemisch explodierte blitzartig: Er, ein gleichaltriger Junge und eine Mitschülerin (12) wurden vom Feuerball getroffen, erlitten schwere Gesichtsverbrennungen. Polizeisprecherin Heidi Hennig (53): „Sie mussten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.“

    Jetzt ermittelt die Polizei, ob die Parzival-Waldorfschule zu wenige Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatte oder ob die Lehrerin ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen ist. Derzeit gehen die Beamten aber von einem Unfall aus. Sprecherin Hennig: „Zur genaueren Untersuchung wurde das Fläschchen mit Spiritus sichergestellt.“ fle“

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  9. Nach 13 Jahren Waldorfschule (allerdings schon 20 Jahre her) kann ich bestätigen, dass – zumindest damals – die Ausbildung der Klassenlehrer (1.-8. Klasse) ohne Hochschulstudium relativ mager war. Wobei ich nicht erinnern kann, ob es bei den Klassenlehrern überhaupt welche gab die ein entsprechendes Studium an einer Universität absolviert hatten.
    Wir waren zeitweise 45 Schüler in einer Klasse – jedenfalls im Hauptunterricht. Dass da keine individuelle Förderung erfolgen kann dürfte auch einem pädagogischen Laien einleuchten. Die schwächeren Schüler mussten sehen wo sie bleiben. Dass jeder in seinem individuellen Tempo lernt, gab und gibt es bis heute am meiner ehemaligen FWS nicht.
    Ab der sechsten Klasse waren die besseren Schüler unterfordert, was auch für die Klasse meiner 1 Jahr jüngeren Schwester gilt. Bei meinen anderen Geschwistern gab die Klassenlehrerin freiwillig nach der 6. Klasse an einen anderen Kollegen ab. Heute wird die Klasenlehrerschaft als „Pilotprojekt“ an meiner ehemaligen FWS nur noch bis zur 6. Klasse geführt. Soweit ich weiss gibt es noch immer so gut wie nur Frontalunterricht.
    Die ach so viel gepriesene musische „Bildung“ dauerte bei meiner Klasse in der Oberstufe 1 Jahr und in der unterstufe hatten wir – wenn ich recht erinnere – ebenfalls nur ein Jahr Musikunterricht.
    Selbstverständlich waren damals technische Geräte „Teufelszeug“. Der PC hielt im Unterricht erst Jahre nach meinem Abitur Einzug (an der Regelschule gab es ihn selbstverständlich bereits). Von Medien, wie Ton- oder Bildträger ganz zu schweigen (der Eindruck von z.B. Griegs Peer Gynt läßt sich lediglich auf dem Klavier gespielt eben nicht so vermitteln, wie mit einer orchestrelen Darbietung und sei sie nur einer „Tonträgerkonserve“ entnommen).
    Der naturwissenschaftliche Unterricht spottet jeder Beschreibung und läßt sich mit dem eines Gymnasiums in keiner Weise vergleichen. Das sonst so stark betonte Arbeiten mit den Händen fand dort keine Anwendung. Es gab lediglich eine Vorführung durch den Lehrer – das wars. Eigenes Experimentieren gab es nicht. Weder in der Unterstufe noch in der Oberstufe.
    M.E. kann ein Klassenlehrer maximal bis zur 6. Klasse unterrichten. Das kann er aber nur unter sehr günstigen Voraussetzungen (umfangreiches Wissen und pädagogische sowie entwicklungspsychologische Kenntnisse), die in de meisten Waldorfschulen fehlen dürften.
    Der Fremdsprachenunterricht (Englisch ab der 1. Klasse, Französisch ab der 2. Klasse – Latein von 9.-12. Klasse) vermittelte nur sehr eingeschränkte Kenntnisse – vorallem am Zeitaufwand gemessen. Freunde, die auf verschiedenen Gymnasien in der Umgebung waren konnten nach relativ kurzer Zeit wesentlich mehr – ob es am didaktischen Konzept lag kann ich nicht beurteilen. Auch die viel gepriesene „Freiheit“ in der Erziehung habe ich nicht als solche empfunden. Wir mussten jeden Morgen unseren Morgenspruch runterleiern und einige Jahre das „Vater Unser“ beten. Wir mussten – anfänglich zumindest – in die „Handlung“ und in den überkonfessionellen Religionsunterricht. Einer unserer besten Lehrer, der Biologie, Deutsch, Geschichte und Sport (ich meine auch Chemie) unterrichtete musste die Schule verlassen, weil seine Ansichten in manchen Dingen des Unterrichts so z.B. in der „Gretchenfrage“ des Faust zu der Lehrmeinung des übrigen Kollegiums konträr war. Wie soll eine Erzeihung zur und in Freiheit erfolgen, wenn andere Ansichten nicht zugelassen werden? Meine Cousine, die diese Schule heute besucht, hat mir (als ich ihr ‚mal bei den Hausaufgaben geholfen habe) erzählt Ihre Lehrerin habe einen Klassenkameraden vor der Klasse „getadelt“, weil er im Mathematikstoff schon vorgearbeitet und mehr Hausaufgaben erledigt hatte.
    An meiner ehemaligen Schule gab es außerdem – zumindest zu meiner Zeit – mehrere Lehrer, die geschlagen haben. Ich weiß von mindestens 4. An anderen Schulen gab es das ebenfalls (eine andere Cousine und ein Cousin gingen auf eine weitere FWS und berichteten mir davon). Bekannte aus einem anderen Bundesland berichteten, dass ihnen z.B. der Mund mit Seife ausgewaschen wurde, wenn sie „Scheiße“ sagten.
    Als ich nach dem Abi eine Berufsschule besuchte konnte ich nicht weniger „Erziehung in Liebe“ oder zur „Freiheit“ ausmachen – allerdings weniger „gewalttätige“ Lehrer.
    Zusammenfassend kann ich konstatieren, dass nicht alles schlecht ist und gute Ansätze vorhanden sind (praktisch künstlerischer Unterricht, Theaterspielen und dergleichen), die Umsetzung ist jedoch oft mehr als dürftig und eine Öffnung ggü. neueren pädagogischen und psychologischen Erkenntnissen findet nicht statt.
    Als ich mich kürzlich mit einem meiner Onkel, der selbst Waldorferzieher ist und zwei Kinder auf einer FWS hatte, unterhielt, kamen wir beim rein „schulischen“ Niveau, das mit dem Waldorfabschluss erreicht wird auf überein, dass es dem einer Haupschule – mit Wohlwollen – einer Realschule entspricht.
    Ich werde mir die Schule für meine Kinder sicher sehr genau anschauen aber eine Waldorfschule wird sehr wahrscheinlich nicht darunter sein.
    Wie Schule sein kann, wenn man entsprechende Möglichkeiten zulässt, dokumentiert Rainer Kahls Film „Treibhäuser der Zukunft – wie Schulen in Deutschland gelingen“, den ich sehr empfehlen kann.

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  10. Danke CAS für Ihre offenen Worte. Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig kritische Erfahrungsberichte von Waldorfschülern und Waldorfkennern für Leser sind, die vor einer Schulwahl stehen. Alle Erfahrungen, die Sie geschildert haben, wurden auch von anderen thematisiert und somit kann es sich nicht um die große Ausnahme handeln. Ferner ist die Pädagogik Rudolf Steiners, an der man immer noch unabdingbar festhält, älter als 20 Jahre und somit kann man zudem davon ausgehen, dass Ihre Eindrücke kein Verfallsdatum haben.

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  11. Aktuelles zum Unfall an der Waldorfschule Chemnitz:

    http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1476066.html

    […] „Die Polizei ermittelt derzeit gegen die Lehrerin, die Aufsicht führte, wegen fahrlässiger Körperverletzung.

    Zum ersten Mal äußerte sich der Geschäftsführer jetzt auch zum genauen Ablauf des Experiments. Offenbar trugen die Schüler keine Schutzkleidung. „Das war bisher nicht üblich. Es ist das erste Mal, dass es zu solch einem schlimmen Unfall gekommen ist“, sagte Wolf. Fest steht auch, warum es zur Verpuffung kam. Wolf bestätigte die Augenzeugenberichte der Schüler: Offenbar führte ein defekter Dosierverschluss an der Spiritusflasche dazu, dass eine große Menge der leicht entzündlichen Flüssigkeit auf die Flamme spritzte. Es sollte ein Brand simuliert werden.

    Dies geschah laut Wolf in einem Unterrichtsraum und nicht wie üblich in einem Chemielabor. „Das Chemiekabinett war zum Zeitpunkt des Experiments belegt“, sagte der Geschäftsführer.“ […]

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  12. Da es sich offensichtlich um eine Klassenlehrerin handelt, sollte vielleicht doch langsam ‚mal seitens der Waldorfschulen aber auch und vorallem der zuständigen Schulämter überlegt werden, ob die Ausbildung der Klassenlehrer wirklich ausreichend ist.

    Ergänzend zu meinem obigen „kurzen“ Bericht, der längst nicht alle Erfahrungen abdeckt und nur an der Oberfläche kratzt bzw. eine grobe Übersicht darstellt will ich noch etwas anmerken.
    Grundsätzlich halte ich die Regelschule für schwieriger als die Waldorfschule, da einige Fächer der Regelschule an der Waldorfschule nicht oder erst später und in einem wesentlich niedrigeren Anspruch unterrichtet werden (Politik/Sozialkunde/Gemeinschaftskunde; Pysik; Chemie; Biologie; Religion; Kunst; Musik). In diesen Fächern müssen bestimmte Leistungen erbracht werden und das fortwährend, ansonsten ist der reguläre Weg zum Abitur irgendwann verbaut. Das gibt es eben an der Waldorfschule nicht.
    Den „Waldorfabschluss“ in der 12. Klasse kann man höchstens theoretisch nicht bestehen.
    In den ersten Jahren an der Waldorfschule wird erhebliches Potenzial bei den Schülern verschenkt, indem viel Zeit vertrödelt wird. Natürlich kann auch die Waldorfschule nicht verhindern, dass ein Schüler etwas lernt. Allerdings könnte es bei weitem mehr sein.
    In aller Deutlichkeit muss außerdem darauf hingewiesen werden, dass das Abitur (oder auch die Fachhochschulreife) an der Waldorfschule nicht zur Waldorfschulzeit gehört. Die Waldorfschulzeit geht nur bis zur 12. Klasse. Das Abitur hat mit Waldorf rein gar nichts zu tun und wird doch letztlich nur angeboten, weil sonst kaum jemand die Schule besuchte!
    Ein ganz erheblicher Teil der schulischen Wissensvermittlung findet an der Waldorfschule erst im 13. Schuljahr statt.
    Dann allerdings mit einem relativ eingeschränkten Angebot was Sprachen oder Grund- und Leistungskurse anbelangt. Das kann beim Abitur dazu führen, dass es für den ein oder anderen schwieriger wird, da man sich die Kurse nicht nach Vorlieben heraussuchen kann (nebenbei bemerkt hat eine heutige Abiturprüfung mit Grund- und Leistungskursen nichts mit einer allg. „Hochschulreifeprüfung“ gemein, da nicht alle die selben Prüfungsfächer haben, wie es z.B. noch vor 50 Jahren der Fall war).

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  13. Liebe Lisa,
    Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr sehr gutes Abschließen hat ohne die Erläuterung Ihres persönlichen Hintergrundes wenig, bzw. null Gehalt, um einem Leser zu verdeutlichen, dass man Waldorfschulen per se für gut heißen könnte.
    Kein Mensch kann erschließen, wie und warum Sie zu diesen Noten gekommen sind. Zudem wissen wir, dass es innerhalb der Waldorfschulen keine einheitlichen Regularien gibt, die wie die Anforderungen der Kultusministerien von allen Regelschulen des entsprechenden Bundeslandes erfüllt werden müssen.
    Taktisch ist dieses Gebahren von Waldorf nicht unklug, denn dadurch lässt sich bei Missständen, die an die Öffentlichkeit geraten, wie den oben erwähnten Unfall im Chemieunterricht, immer behaupten, dass es sich um eine Ausnahme handeln würde, die niemals in Bezug auf alle Waldorfschulen gesehen werden dürfe. Andererseits werden jedoch besonders positive Biografien von ehemaligen Waldorfschülern dazu genutzt, um allgemein Werbung für Waldorfschulen zu machen. Außerdem ist es zudem in der Regel so, dass Waldorfschüler, die ihre eigene Schulerfahrung und Schule positiv sehen, dies auch automatisch auf die gesamte Waldorfbewegung übertragen, obwohl dies faktisch unmöglich ist, da es wie gesagt, keine allgemeingültigen Leitlinien gibt, und schon gar keine, die eine individuelle Förderung gewährleisten könnten.
    Hierzu auch ein sehr ausführlicher Kommentar von „CAS“ auf „Info3“

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  14. Zum obigen Thema möchte ich noch folgendes aus der Einleitung zu „Absolventen von Waldorfschulen“ wiedergeben:
    „Ehemalige Waldorfschüler sehen sich hinsichtlich der Vermittlung von Fachwissen, von Rechtschreibkenntnissen und von Fremdsprachen häufig eher im Nachteil gegenüber den Absolventen staatlicher Regelschulen.“

    Sowie:
    „Als Schwachstelle des Waldorfschulunterrichts werden immer wieder eine gewisse Weltfremdheit, ineffiziente Wissensvermittlung und die
    völlige Ausklammerung von Leistungsaspekten benannt. Knapp 60% der Ehemaligen
    stimmen der Aussage zu, dass Waldorfschulen zu wenig leistungsorientiert sind.
    Die Erfahrungen mit Waldorflehrern werden differenziert beschrieben. Während die
    menschliche, die unterstützende, Sicherheit und Orientierung bietende Funktion insbeson-
    dere der Klassenlehrer fast durchgängig hervorgehoben, das unentwegte Engagement und
    der beigeisternde Unterricht gelobt werden, kommen hinsichtlich der fachlichen Qualitäten
    nicht selten Zweifel zur Sprache.“

    Aus: Heiner Barz, Dirk Randoll (Hrsg.)
    Absolventen von Waldorfschulen
    Eine empirische Studie zu Bildung und Lebensgestaltung ehemaliger Waldorfschüler
    Seite 19/20
    Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007
    Siehe auch http://www.waldorf-absolventen.de/

    Es ist also ein seit Jahren bekanntes und grundlegendes Problem und nicht nur die Meinung weniger „enttäuschter“ Ex-Waldis, dass es an der Qualifikation der Lehrer hapert.
    Wie es um den Reformeifer auf Seiten Waldorf ausschaut, an den Ergebnissen etwas zu ändern, kann sich jeder selbst ausmalen.
    Interessant wäre zu wissen, ob es eine entsprechende retrospektive Studie auch für Gymnasien gibt?
    Allerdings müssten dann schon Schüler befragt werden, die sich mit „ihrer“ Schule ähnlich stark identifizieren wie Waldorfschüler das i.d.R. tun.

    Bedauerlicherweise hat Lisas Äußerung keinen Informationsgehalt für die Frage nach der Qualifikation von Waldorflehrern. Dafür enthält ihre Äußerung einen schönen Pleonasmus und zeigt ein typisches Verteidigungsverhalten gegen Kritik an der WS (war bei mir ja auch ‚mal der Fall). Es wäre dennoch interessant gewesen welche Erfahrung mit der WS Lisa gemacht hat – schade.

    Nur so am Rande: an meiner ehemaligen WS gab es einen Abiturjahrgang nach mir als Bestnote eine 0,8 im Abitur. Seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse hatte dieser Abiturient hauptsächlich aus dem Fernsehen (Telekolleg).

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  15. Waldorfpädagogik fängt im Waldorfkindergarten an.
    Dieser Bereich wird (auch waldorfintern) viel zu wenig beachtet – dabei gibt es angeblich rund 500 Waldorfkindergärten in Deutschland, die Kinder werden in der Regel anschließend eine Waldorfschule besuchen.
    Das pädagogische Konzept des Waldorfkindergartens legt besonderen Wert auf die waldorfspezifische religiöse Erziehung des Kindes – das Kind wird in die naturreligiöse Weltanschauung Rudolf Steiners eingeführt. Aus dieser anthroposophischen Weltanschauung resultiert nicht nur die ausschließliche Verwendung von Naturmaterialien bei den Spielsachen, sondern auch eine ideologisch begründete Technikfeindlichkeit, die aufgeklärten Elternhäusern zu schaffen macht.
    Eigenartigerweise gibt es im Kindergartenbereich keine konfessionelle Früherziehung, andere Religionen bleiben im Unterschied zur Regelung in der Waldorfschule hier noch außen vor – vielleicht interessiert diese Zeit der Kindererziehung, die nach Meinung von Fachleuten zwar lebensentscheidend ist, einfach zu wenig. Wer richtet den Focus auf den Waldorfkindergarten mit seinen Konzepten?

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    • “Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten

      Vorwort der Eltern: „xy“ [von mir anonymisiert] besucht im Alter von 4J/3M bis 5J/8M einen Waldorfkindergarten. Nach 15 Monaten nehmen wir sie vorzeitig heraus. Zwei ihrer Schlüsselsätze waren: “Ich will wieder in den Bauch rein, ich will nicht auf der Welt sein” und ”Ich will sterben, hier auf der Welt will ich nicht sein”.

      Vier Monate vor ihrer Einschulung besucht „xy“ noch einen konfessionellen Kindergarten, in dem es ihr sehr gut gefällt.

      Während der ganzen folgenden Monate beschäftigen sie die Erlebnisse im Waldorfkindergarten noch so nachhaltig, daß „xy“ immer wieder darüber nachdenkt, wie sie andere Kinder davor bewahren könnte, selbst solche Erlebnisse machen zu müssen. Es entsteht der Gedanke, ein Buch zu schreiben. Selber schreiben konnte sie noch nicht, also machten wir ihr den Vorschlag, alle Erlebnisse auf Video zu sprechen. Ganz begeistert davon begann sie zu strukturieren und sprach sie noch am gleichen Tag eine dreiviertel Stunde lang ohne Unterbrechung auf Band. Die Namen in ihren Ausführungen wurden abgeändert.

      [im folgenden ein Kapitel aus dem Buch “Meine Erlebnisse im Waldorfkindergarten”:]

      Einmal vom Malen

      Also. Mein Freund der Konstantin malte immer gerne Feuerwehrautos und Polizeiautos. Aber das durfte er nicht.

      Einmal aber, da malte er einen ICE. Und da machte er noch die Buchstaben drauf, ganz schön.

      Das konnte die Schilling [Erzieherin] nicht leiden, daß er schon schreiben konnte. Und dann kriegte sie eine Wut und sagte zu ihm: ’Und die ICEs, die läßt du bleiben! Mal Zwerge, Sonnen, schöne Prinzessinnen.’

      So richtig waldörflich mußte er malen. Für einen Jungen war das ein richtiges Problem.”

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      • “Kapitel:

        Wie es mit den Zwergen war

        Mit den Zwergen war es folgendermaßen: Frau Schilling wollte immer alles mit ihren Zwergen erreichen. Zum Beispiel hat sie mal gesagt, unter den Bäumen wohnen Zwerge, und wenn man an Bäumen hochklettert, dann zertritt man die Zwerge. Damit wollte sie erreichen, daß wir nicht auf Bäume klettern – saudoof. ‘Wenn ihr jetzt nicht schön aufräumt’, hat sie nach dem Spielen gesagt, ‘dann sind die Zwergelchen traurig’.

        Manchmal sind wir zum Grillen gegangen, dann mußten wir im Wald immer so kleine Zwergenhäuschen bauen. Während wir grillten, war sie weg und hat in der Zwischenzeit wahrscheinlich die Zwerge ausgeteilt. Ich weiß nicht, ob es so war, ich vermute es mal. Ja, so war das. Und wenn das Zwergenhäuschen nicht schön war, man irgendwas Dummes benutzt hat, zum Beispiel weggeworfenes Plastik – das durfte es in diesem Kindergarten gar nicht geben – dann hat sie kein Zwergelchen reingesetzt. Nachher hat sie gesagt, ihr dürft es nicht, irgendwie so halt. Und alles wollte sie also mit den Zwergen erreichen, und da hat sie noch alle möglichen Sachen gemacht. Und da haben wir im Herbst dafür Blätter gesammelt, Tannenzapfen und so, ja und da haben wir dann mit gespielt.

        Sie wollte alles damit erreichen. Und das fand ich alles ganz, ganz blöd.

        Und immer mußten es die Zwerge am besten haben. Beim Geburtstag hat man immer so ne komische Figur gekriegt, Schneewittchen oder sowas.

        Und das Schaukelpferd mußte immer auf dem Teppich sein, sonst, hat die Frau Schilling gesagt, würde das Schaukelpferd die Zwergelchen zertreten, und wir wußten, daß wir da nicht hindurften. Es war komisch, also diese Zwerge, die hatten so Zipfelmützen und so’n Rohr aus Stoff, innen war Wolle, unten war nicht zu.

        Und wenn der Nikolaus kam, war da immer so’n Korb voller Zwerge da, dabei hat sie gesagt, ich geh mal schnell was holen, und in der Zwischenzeit hat sie den Korb in den Flur gestellt, da waren auch Äpfel drin. Sie sagte: ‘Oh, neue Zwergelchen, da hat bestimmt der Nikolaus gedacht, hier gefällt’s ihnen, in diesen Kindergarten wollen sie hin.’”

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      • „Kapitel:

        Über meine Bilder

        Bei diesem Bild, da wollte ich mal was malen. Ein Schiff oder so mit so Farben. Und das durfte man im Waldorf eben nicht. Nur so Zwergelchen und so Sachen. Hier das Schiff mit dem Segel. Ich mal ja heut jetzt andere Schiffe, aber so hab ich halt gemalt, als ich noch kleiner war. Als ich mit dem Bild zur Frau Schilling gegangen bin, da hat sie dann gesagt: ‘“xy“, was fällt dir ein, so etwas zu malen!’

        Da, wegen dem ‘“xy“’ war die Frau Schilling unzufrieden. Wir durften keinen einzigen Buchstaben schreiben. Sie hat gesagt: “Schreiben muß man nicht, erst in der Schule, das darf man erst in der zweiten Klasse!’

        Bei diesem Bild hat sie gesagt: ‘Was glaubst du, so eine verbogene Fabrik zu malen. Wo Fabriken die Umwelt verpesten und der Rauch dieser Fabriken unsere lieben Zwergelchen!’

        Hier hat sie gesagt: ‘Was glaubst du, diesem Vogel einen so häßlichen Schnabel zu malen!’

        Und da hab ich mal so einen Wagen gemalt, den erkennt man kaum mehr, mit diesen Rädern und mit dem Blaulicht. Das ist ein Krankenwagen. Und dann ist ihr Liebling zu der Frau Schilling gerannt und wollte petzen. Und dann hab ich schnell so drübergekritzelt.

        Da hat sie mich auch geschimpft, weil das war ähnlich mit schwarz. Und mit diesen Zacken, wir durften ja nichts spitzes und so malen, weil sie wußte, daß das Übungen fürs Schreiben sind, für ‘m’ und ‘n’.

        Damit war sie zufrieden. Ich wußte ja, was sie sehen wollte. So ‘wunderbar hübsch’ hat sie das gefunden. Da waren auch die waldörflichen Farben, die sie halt wollte (s. Umschlag).

        Einmal hab ich einen Baum gemalt, da hat sie gesagt: ‘Was glaubst du, die Zweige hochstehend zu machen!’ Sie wollte sie nach unten haben.

        Einmal hat sie mich auch geschimpft, weil ich Vierecke gemalt hab. Das durften wir nicht. Dann hat sie noch dazu gesagt: ‘I, was für dreckmatschige Farben’ und hat das Bild weggelegt.”

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  16. In den meisten Kommentaren zeigt sich leider, wie gern die Menschen auch nach dem Mittelalter noch den Ketzer in sich heraushängen lassen. Verteufeln bei bedauerlich wenig Weitsicht oder Offenheit. Und gleichzeitig eine derart abartige Intoleranz, mir fehlen wirklich die Worte…. Niemand ist gezwungen, seine Kinder auf eine Waldorfschule zu schicken! Von den Mängeln des staatlichen Schulsystems ganz zu schweigen.

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  17. @ Saskia

    „Mittelalter“ passt gut zur Waldorfpädagogik – im „Mittelalter“ haben die Menschen noch so einiges geglaubt …

    „(…) Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien:

    Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

    zum vollständigen Interview „Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule“:

    https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

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  18. @ Andreas – den weit wichtigeren Link für Saskia hast Du sicher aus versehen „unterschlagen“ – ich halte den für den wichtigeren um Saskias Kommentar zu beantworten.
    [i]Niemand ist gezwungen, seine Kinder auf eine Waldorfschule zu schicken![/i] Saskia, die Realität kann leider ganz schnell anders aussehen, leider. >> http://www.ruhrbarone.de/brandenburg-waldorfschule-fuer-alle-sekte-fuer-alle/
    Andreas ist sich schon darüber im klaren was er schreibt, schließlich hat er bei Waldorf nicht nur geklöppelt.

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  19. Es erschreckt mich, wie meine Vorredner, mit teilweise bloßem Halbwissen, argumentieren.
    Mancher Beitrag kommt dem eines Shitstorms gleich und keiner gesitteten Diskussion.
    Auch der Blogbeitrag weist meiner Meinung nach wenig Objektivität auf.

    All diese Beiträge sind, wie man am Datum erkennt, schon einige Jahre her. Ich möchte mich trotzdem dazu äußern um weiteren Lesern auch andere Argumente darzulegen bzw. einiges richtig zu stellen.

    Ich selbst bin Waldorfschüler und befinde mich zur Zeit in meinen staatlichen Abiturprüfungen. Dazu muss gesagt werden, dass ich nicht unkritisch bin. Weder gegenüber der Waldorfpädagogik, noch dem staatlichen Schulsystem.
    Die Vorwürfe einer ideologischen Indoktrination oder Rassismus kann ich für meinen Teil nicht gelten lassen. Beides ist mir in meiner Schulzeit nicht in besonderem Maße untergekommen (ich meine damit, dass sicher fast überall [ja auch im Unterricht einer Schule] mal ein Witz gerissen wird, der als rassistisch eingestuft werden kann. Bestes Beispiel sind „Ostfriesenwitze“ oder Witze wie „Ein Schwarzer, ein Russe und ein Deutscher…“ [sie wissen was ich meine]). Ideologische Indoktrination habe ich gar nicht oder nur kaum erlebt. Es wurden mir sowohl die Theorien aller Weltreligionen vermittelt, als auch moderne wissenschaftliche Theorien. Eine Ausgrenzung von Minderheiten fand im Schulalltag nicht statt. Es wurden in meiner Schule sogar Schüler aufgenommen, die an anderen (normalen staatlichen) Schulen abgewiesen wurden.
    Allein in meiner Klasse befanden sich 5 Schüler mit ausländischen Wurzeln oder ausländischer Herkunft.

    Ich möchte damit nicht behaupten, dass die von meinen Vorrednern geäußerten Schilderungen unwahr sind. Mir ist nur wichtig nicht alles über einen Kamm zu scheren.
    Ich möchte behaupten, dass sowohl an staatlichen-, als auch an anthroposophischen (waldorfpädagogischen) Lehranstalten Lehrer unterrichten/unterrichteten, deren persönliche Meinung rassistisch ist. Das ist definitiv nicht lobenswert. Es ist aber auch kein Grund ein komplettes Schulsystem zu diffamieren.
    Ja, Rudolf Steiner soll nationalistisch und rassistisch eingestellt gewesen sein und ja, er hat diese Einstellung auch in seine Theorien einfließen lassen.
    Ich möchte Sie erinnern, dass ich diese Einstellungen nicht schönreden möchte und sie auch scharf kritisiere. Dennoch galt jene Einstellung zur Zeit Steiners als wissenschaftlich anerkannt. Dass man rassistische Meinungen heute nicht übernehmen und erst recht nicht lehren sollte müsste selbstverständlich sein. So viel sollte die Menschheit in den letzen 100 Jahren dazugelernt haben.
    Wie bereits erwähnt habe ich so etwas in gut 11 Jahren Waldorfschulzeit nicht erlebt.

    Was ich Ihnen noch mitteilen möchte ist, dass auch ein noch heute anerkannter Wissenschaftler eine ähnliche Meinung vertrat.
    Gustave le Bon gilt als Begründer der Massenpsychologie. In seinem Buch „Psychologische Grundgesetze der Völkerentwicklung“ äußert er, dass die „Neger“ wegen der „Unterlegenheit ihres Gehirns“ (1, S.66) dazu verurteilt seien, für immer in ihrer Barbarei zu bleiben. Er beteuert, dass in der Geschichte kein Beispiel zu finden sei, welches belegt, dass sich „ein Negervolk auf eine gewisse Kulturhöhe erhoben“ (1, S.66) hätte. Le Bon fundamentiert diese These durch Beobachtungen und Schädelmessungen.

    Solch eine Meinung gilt heutzutage als inakzeptabel und das ist meiner Meinung nach aus gut und richtig so. Nichtsdestotrotz hat dieser Mann auf dem Gebiet der Soziologie viel erreicht und den Wissensschatz der Menschheit bereichert.

    Von meinem Standpunkt aus sollte man auch Steiners pädagogische Theorien und Erfolge nicht aufgrund seiner rassistischen Äußerungen niedermachen.

    Ich bin mit meiner Schulzeit auf der Waldorfschule recht zufrieden. Einige Dinge könnten besser und moderner umgesetzt werden. Wie bereits beschrieben wurde Rudolf Steiner an „meiner“ Waldorfschule nicht zur Ikone stilisiert und ihm wurde auch nichts verschrieben.
    Alles in allem kann ich für mich konstatieren, dass meine Mitschüler und ich sehr offene, kompetente und nette – ja vielleicht sogar liebevolle – Lehrkräfte erlebt und schätzen gelernt haben. Dass meine Mitschüler und ich gerade das sächsische Abitur ablegen habe ich ja eingangs bereits erwähnt. Mit dem vorstehenden Satz möchte ich mit nicht profilieren. Ich möchte Ihnen aber damit den Beweis erbringen, dass man auch an einer Waldorfschule einen hohen Bildungsgrad erreichen kann.

    Ich danke Ihnen, dass sie diesen Betrag gelesen haben.

    Richard Tischer

    (1) Le Bon, Gustave; Psychologische Grundgesetze der Völkerentwicklung (fr. 1894);
    Leipzig 1922

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  20. @ Richard Tischer

    Sind Sie auch damit „recht zufrieden“:

    „Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    (…)

    Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen, im Überblick:

    – Waldorfschulen: „Das Motto der Waldorfbewegung im »Dritten Reich« lautete: »Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.«1 Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch »die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes« und stand damit »im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates«.2“3

    – Anthroposophische Medizin: „Die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen »Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar«.“4

    – „Biologisch-dynamische“ Landwirtschaft: „1935 wurde der »Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise« korporatives Mitglied der nationalsozialistischen »Deutschen Gesellschaft für Lebensreform« (Motto: »Die Weltanschauung der Deutschen Lebensreformbewegung ist der Nationalsozialismus«).“5

    (…)“

    weiterlesen: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

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  21. Die Kritik der Anthroposophie und Waldorfschule hat ein Problem:

    was Steiner sagt, ist so bizarr, dass man es gar nicht glauben möchte – “solch ein Scharlatan (oder Geisteskranker?) ist die Autorität der Waldorfschulen?”

    hier ein Beispiel:

    „Ichlose Dämonenkinder

    Falls Sie beabsichtigen, ihr Kind an eine Waldorf-/Steinerschule zu schicken, sollten Sie bedenken, dass Rudolf Steiner einigen Kindern schlicht das Menschsein abspricht und sie zu Dämonen erklärt. Ob ihr Kind ein Dämon ist, erkennen Sie an seinen Ohrläppchen. In diesem Fall sei ihm jedenfalls die staatliche Regelschule empfohlen.

    Ein Beispiel anthroposophischer Wahnvorstellungen, Geheimdünkelei und der bis heute anhaltenden, kritiklosen Hörigkeit seiner Jünger gegenüber den kruden Thesen des grossen Meisters beginnt mit der Lehrerkonferenz von Mittwoch, dem 25. April 1923, 16.30-19 Uhr:

    “Der Schularzt spricht über besondere medizinische Fälle.

    Dr. Steiner: Das Mädchen L. K. in der l. Klasse, da wird irgendeine recht schlimme Verwickelung da sein mit dem ganzen Inneren. Da wird auch nicht viel zu machen sein. Das sind diese Fälle, die immer häufiger vorkommen, daß Kinder geboren werden und Menschenformen da sind, die eigentlich in bezug auf das höchste Ich keine Menschen sind, sondern die ausgefüllt sind mit nicht der Menschenklasse angehörigen Wesenheiten. Seit den neunziger Jahren schon kommen sehr viele ichlose Menschen vor, wo keine Reinkarnation vorliegt, sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon. Es gehen schon eine ganze Anzahl alte Leute herum, die eigentlich nicht Menschen sind, sondern naturgeistige Wesen und Menschen nur in bezug auf ihre Gestalt. Man kann nicht eine Dämonenschule errichten.

    X.: Wie ist das möglich?

    Dr. Steiner: An sich ist nicht ausgeschlossen, daß im Kosmos ein Rechenfehler geschieht. Es sind doch lange füreinander determiniert die hinuntersteigen den Individualitäten. Es geschehen auch Genera­tionen, für die keine Individualität Lust hat hinunterzukommen und sich mit der Leiblichkeit zu verbinden, oder die sie auch gleich am Anfang verlassen. Da treten dann andere Individuen ein, die nicht recht passen. Aber dies ist wirklich jetzt sehr häufig, daß ichlose Menschen herumgehen, die eigentlich keine Menschen sind, die nur menschliche Gestalt haben, naturgeistähnliche Wesen, was man nicht erkennt, weil sie in menschlicher Gestalt herumgehen. Sie unterscheiden sich auch sehr wesentlich von den Menschen in bezug auf alles Geistige. Sie können es zum Beispiel nie zu einem Gedächt­nis bringen in den Dingen, die Sätze sind. Sie haben eigentlich nur Wortgedächtnis, kein Satzgedächtnis.

    Die Rätsel des Lebens sind nicht so einfach. Wenn eine solche Wesen­heit durch den Tod geht, dann geht sie zurück in die Natur, woher sie gekommen ist. Der Leichnam zerfällt; eine richtige Auflösung des Ätherleibes ist nicht da, und das Naturwesen geht in die Natur zu­rück.

    Es könnte sein, daß irgendwie automatisch etwas geschehen könnte. Der ganze Apparat des menschlichen Organismus ist da. Man kann unter Umständen in den Gehirnautomatismen eine Pseudomoral züchten.

    Man redet sehr ungern über diese Dinge, nachdem wir ohnedies viel­fach gegnerisch angefallen werden. Denken Sie, was die Leute sagen, wenn sie hören, hier wird erklärt, daß es Menschen gibt, die keine Menschen sind. Aber es sind Tatsachen. Wir würden auch nicht sol­chen Niedergang der Kultur haben, wenn ein starkes Gefühl dafür vorhanden wäre, daß manche Leute herumgehen, die gerade da­durch, daß sie rücksichtslos sind, etwas werden, daß die keine Men­schen sind, sondern Dämonen in Menschengestalt.

    Aber wir wollen das nicht in die Welt hinausposaunen. Die Gegner­schaft ist so schon groß genug. Solche Dinge schockieren die Men­schen furchtbar. Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätspro­fessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.

    Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden.”

    (GA300c-1975-S 70 – Konferenzen mit den Lehrern IIIA)

    Ein Beispiel, wie devot Anthroposophen mit solch unmenschlichem Schrott des Meisters noch heute umgehen, findet sich im entsprechenden Eintrag auf “Anthrowiki”:

    (…)“

    weiterlesen: http://rudolfsteinerblog.wordpress.com/2013/03/01/ichlose-menschen/

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  22. Eine Kritik der Waldorfschule, Kritik der Waldorfpädagogik, und Kritik der Anthroposophie – von Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien – hier ein kurzer Auszug aus dem Interview „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“:

    Prof Hopmann: “(…) Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Rudolf Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein kann. Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist (…)”

    zum vollständigen Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/30117

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  23. @ Andreas Lichte … du schreibst hier einen Nonsens zusammen!
    Die Waldorf Pädogok hat sich weiterentwickelt und auch ich kann dir nur empfehlen deine Ignoranz, resultierend Nicht-Wissen, weil Un-Begreifen durch persöhnliche Erfahrungen in den Waldorfschulen, abzuschaffen. Heute sind knapp 100 Jahre seit Steiner vergangen und weder rennen die Waldorfler mit einer Armbinde herum, noch werden die ganze Zeit Heilige angebetet.
    Eure Hexenjagd ist zum kotzen. Mir ist der liebevolle Umgang und das spielerische Lernen für mein Kind viel lieber, als die staatliche Frontalmasche. Und wenn es unterfordert ist, rede ich mit den Lehrer drüber und versuche einen Ausgleich zu finden (auch zuhause). Ein Hoch auf die Eltern die alle Schuld und Verantwortung an die Schule abgeben und sich dann über ihre Hosenscheisser beschweren. Noch nie auf die Idee gekommen, dass auch alle die zur Waldorfschule gingen und sich hier krtisch äußern, anscheinend „trotz allem „intelligente, zur Reflektion fähige“ Menschen geworden sind? Meine Güte jeder muß lernen seinen eigenen Kopf zu gebrauchen und das ist auch an staatlichen Schulen nicht anders…
    So und falls jetzt wieder ein Link zu einer Psychoanalyse kommt, such dir doch mal bitte die Anfänge des staatlichen Schulsystems raus (oh Wunder, oh Wunder, es wurde gezüchtigt, geschlagen, etc.).

    Als Empfehlung für alle die sich nicht instrumentalisieren lassen wollen: Macht einfach mal einen Tag in der Waldorfschule mit und dann einen Tag an der staatlichen Schule. Ihr werdet sehen es gibt Gutes wie Schlechtes bei Beiden. Aber in jedem Fall werdet ihr keine dieser hier postulierten Extreme seitens des Blogverfassers, bzw. einiger Nachredner finden.

    Ich wünsche allen ein aufgeklärtes, friedliches und selbstverantwortlich gestaltetes Jahr 2015!

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    • @ Jurgen K

      Sie schreiben: „… und auch ich kann dir nur empfehlen deine Ignoranz, resultierend Nicht-Wissen, weil Un-Begreifen durch persöhnliche Erfahrungen in den Waldorfschulen, abzuschaffen.“

      Sie sollten sich erst einmal mit den „basics“ vertraut machen, und nicht blind drauflos schreiben:

      Ich habe eine Ausbildung zum Waldorflehrer gemacht, und kenne die verschiedensten Waldorfschulen von innen. Zur „Ausbildung“ der Waldorflehrer:

      „Waldorflehrer werden! – am ‘Seminar für Waldorfpädagogik Berlin’“

      http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/23428

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      • @ Jurgen K

        … und dann hab‘ ich noch eine Frage an Sie: WIe soll aus den Phantasmagorien Rudolf Steiners eine brauchbare Pädagogik entstehen? Wie wollen Sie das folgende „weiterentwickeln“:

        „Rudolf Steiners rassistischer Science-Fiction-Trash ‘Aus der Akasha-Chronik’

        BERLIN. (hpd) Rudolf Steiner (1861–1925) behauptete, Einblick in die “Akasha-Chronik”, ein geistiges Weltengedächtnis in der “Ätherwelt”, zu haben. Über diese “Chronik”, in der alle Ereignisse der Geschichte, alle Taten, Worte und Gedanken der Menschheit enthalten seien, schreibt Rudolf Steiner sein Buch “Aus der Akasha-Chronik”.

        Ich versuche, einem Freund den Inhalt zu erklären: “Es ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich dem Eingeweihten zeigt. So eine Art ‘Evolutionsgeschichte’, nur dass der Eingeweihte auch in die Zukunft schauen kann. Die Menschheit entwickelt sich laut Steiner auf sieben Planeten. Von Planet zu Planet steigt das Menschengeschlecht höher in der Entwicklung. Dabei helfen ihm Führer, die selber schon auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Es geht los auf dem Saturn, dann kommt die Sonne, der Mond und schließlich die Erde …”

        “Wieso Sonne und Mond – das sind doch keine Planeten?!”

        “Für den Esoteriker Steiner schon. Die Erde formt sich im nächsten Entwicklungsschritt in den Jupiter um, dann kommt die Venus und zuletzt der Vulkan. Sieben Planeten, und auf jedem Planeten durchleben die Menschen sieben mal sieben Entwicklungsstufen … Ja, ich weiß, das klingt nach Science Fiction … ich habe mich an die Perry Rhodan-Hefte erinnert, du weißt schon, diese Groschenromane.”

        “Mich erinnert das Ganze an ein Video-Game, wo man immer das nächsthöhere Level erreichen muss!”

        “Ja, stimmt, das ist großartig, das trifft’s genau! Weißt du, das ist so platt, dass mir gar nichts mehr dazu einfällt – aber richtig übel ist, wie die Entwicklung abläuft, das ist nur noch bösartig …” und wird deshalb hier im Original wiedergegeben: “Diese zweite Gruppe der Astralmenschen hat diese ihre höhere Fähigkeit aber nur dadurch erworben, dass sie einen Teil – die erste Gruppe – der astralischen Wesenheit von sich ausgeschieden und zu niedriger Arbeit verurteilt hat. Hätte sie die Kräfte in sich behalten, welche diese niedere Arbeit bewirken, so hätte sie selbst nicht höher steigen können. Man hat es hier also mit einem Vorgang zu tun, der darin besteht, dass sich etwas Höheres auf Kosten eines anderen entwickelt, das es aus sich ausscheidet.”

        Dieselbe “These” wiederholt Steiner mehrmals, bis er schließlich zusammenfasst: “Man sieht, der Mensch steigt in ein höheres Reich auf, indem er einen Teil seiner Genossen hinabstößt in ein niederes. Diesen Vorgang werden wir auf den folgenden Entwicklungsstufen sich noch oft wiederholen sehen. Er entspricht einem Grundgesetz der Entwicklung.”

        Schließlich stellt Steiner den Bezug zur Gegenwart her: “Man nennt sie in theosophischen Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen durchgegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als so genannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen.” [1]

        “Unsere atlantischen Vorfahren”

        (…)“

        weiter bei „Humanistischer Pressedienst“, hpd: http://hpd.de/artikel/10883

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  24. So nicht! Schon wieder so ein reiserischer Artikel von dir Andreas.

    Das hier ist Waldorf Pädagogik:

    Die Verdienste von Rudolf Steiner um einen Paradigmenwechsel in der Pädagogik des 20.Jahrhunderts hat der Bund der Freien Waldorfschulen anlässlich des 150.Geburtstags des Begründers der Waldorfpädagogik hervorgehoben. „Niemand hat in diesem Ausmaß vorher das Kind, seine mitgebrachten Begabungen und seine Entwicklung so in den Mittelpunkt der pädagogischen Tätigkeit gestellt. Steiner war darin radikaler als alle anderen Reformer“, betonte dazu Walter Riethmüller vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen. Die Begründung der Waldorfpädagogik mache den Wechsel von einer lernziel- hin zu einer entwicklungsorientierten Erziehung sichtbar.

    Die Waldorfschulbewegung hege Steiner gegenüber „eine große Dankbarkeit“, so Riethmüller weiter. Bis heute lieferten seine Ideen viele fruchtbare Anregungen für die Schulpraxis. Wenn man mit Anthroposophie intensiv arbeite, scheine immer wieder Zukünftiges auf. Was Steiner den Lehrern allerdings abverlangt habe, sei eine bewusste Zeitgenossenschaft gewesen: “ Es kommt darauf an, dass jeder Lehrer individuell Steiners Impulse zeitgemäß weiterentwickelt. Steiner hat keine Rezepte geliefert, man muss seine Anregungen zu jeder Zeit wieder neu für sich entdecken.“

    Vielleicht kommst du mal auf die Kritik von Jürgen zu sprechen, statt immer wieder nur denselben Mist gebetsmühlenartig runterzubeten.

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    • O-Ton Timmy-Boy: “Schon wieder so ein reiserischer Artikel von dir Andreas.”
      Mit der Rechtschreibung scheint es in den Waldoofschulen auch nicht weit her zu sein.

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  25. @ Tim Bensly

    Danke, dass Sie noch einmal dokumentiert haben, dass die Waldorfpädagogik von Anthroposophen bestimmt ist, die Rudolf Steiner heilig sprechen !

    Zum Jubiläum „150 Jahre Rudolf Steiner“ hab‘ ich natürlich auch gratuliert, hier:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/22119

    „150 Jahre Rudolf Steiner – ‘Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!’“

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  26. „Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners‘ (SKA)

    Des Steiners neue Kleider

    BERLIN. (hpd) Die Anthroposophie versucht seit Jahren, Rudolf Steiner ein neues, positives und neutrales Image zu geben: weg vom „verstörenden“ Esoteriker Steiner, hin zum bedeutenden Philosophen Steiner. Dass sich ein nach aussen hin renommierter Verlag, der „Frommann-Holzboog Verlag“, an dem anthroposophischen Betrug beteiligt, überrascht.

    (…)“

    weiter bei hpd, „Humanistischer Pressedienst“: http://hpd.de/artikel/11618

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  27. „Ein ‚rechter‘ Waldorflehrer soll gehen – Rudolf Steiner bleibt

    BERLIN. (hpd) Nicht zum ersten Mal werden Waldorfschulen im Zusammenhang von „Rechtsextremismus“ auffällig. Erinnert sei hier nur an den „NPD-Waldorflehrer“ Andreas Molau. Nun gibt es einen neuen Fall. Und alles bleibt beim Alten.

    Wolf-Dieter Schröppe war zwanzig Jahre lang Lehrer an der Waldorfschule Minden. Nun belegt ein Gutachten der “Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold”, dass der Waldorflehrer im rechten Umfeld aktiv war: „Der Lehrer hat sich über Jahrzehnte ab Mitte der 90er Jahre bis Mitte 2000 in extrem rechten Strukturen und Netzwerken bewegt – nicht als Mitläufer, sondern Organisator“, so ein Mitarbeiter der Beratungsstelle.

    Im Artikel „Völkischer Pädagoge?“ von blick nach rechts wird dem Waldorflehrer vorgeworfen, dass er „bereits im Jahr 2000 in der Ludendorffer-Zeitung ‘Mensch und Maß’ über die Externsteine“ publiziert habe.

    Der „Bund der Freien Waldorfschulen“, die Dachorganisation der Waldorfschulen, war bemüht, sich schnellstmöglich vom Waldorflehrer Schröppe zu distanzieren und forderte seine Entlassung. Doch kein Wort der Selbstkritik zum Begründer der Waldorfschulen Rudolf Steiner (1861–1925), und seiner rassistischen, germanozentrischen Gedankenwelt.

    Was aber, wenn Rudolf Steiner selbst sich zu den Externsteinen geäußert haben sollte? Und das nicht irgendwo, sondern in „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“? [1] Einem Buch, dem die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) bescheinigte, dass es, Zitat BPjM „als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ sei.

    (…)

    Solange Rudolf Steiner die unangefochtene Autorität der Waldorfschulen bleibt, ist jede Distanzierung des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ von „Rechtsextremismus“ oder „Rassismus“ unglaubwürdig: Wenn der Waldorflehrer Schröppe gehen muss, warum darf dann Rudolf Steiner in der Waldorfschule bleiben?“

    zum vollständigen Artikel bei „Humanistischer Pressedienst“: http://hpd.de/artikel/11915

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  28. Die folgende Kritik der Waldorfschule / Waldorfpädagogik bestätigt den Bericht von „Frontal 21“, ZDF:

    „‘Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden’

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück.

    Es war die Größe, die G. an ihrer Waldorfschule als erstes auffiel: Die Größe der Klassen. „Ich hatte Klassen mit fast 40 Kindern, da ist ein vernünftiger Unterricht kaum möglich. Man kann in so einer großen Gruppe nicht auf die Probleme einzelner Kinder eingehen.“ Vor allem im Sprachunterricht sei die Klassengröße ein Problem. Internationale Studien, erklärt mir G., hätten erwiesen, dass 22 Kinder pro Gruppe die absolute Obergrenze seien.

    Solche Studien allerdings hätten ihre Waldorfkollegen kaum wahrgenommen: „Die Waldorfpädagogik legt keinen wert darauf, an den wissenschaftlichen Diskursen der Pädagogik teilzunehmen. Man hat ja Steiners Lehre.“ Waldorfschulen, das würden viele Eltern unterschätzen, seien vor allem die Schulen der antroprosophischen Bewegung. Klar wurde das G. auf einer Fortbildungsveranstaltung. Das Thema: Der Umgang mit schwierigen Schülern. „Der Dozent hat uns eine einzige Methode des Umgangs beigebracht. Wir sollten nach Feierabend auf der Couch intensiv an den Schüler denken und so eine Beziehung von Seele zu Seele aufbauen. Das würde helfen.“

    Viele Eltern würden die Bedeutung den Charakter als Bewegungsschule unterschätzen: „Die Waldorfschule hat den Ruf alternativ zu sein, im Prinzip ist sie aber eine Schulform mit einem sehr festgelegten Menschenbild und einer absolut überholten Methodik: In über 90 Prozent der Zeit fand bei uns an der schule klassischer Frontalunterricht statt.“ Die Schüler würden angehalten viel zu reproduzieren,

    Das Image der Schulen und die Wirklichkeit würden nur selten übereinstimmen. Die Waldorfschulen seien aus Prinzip intransparent: „Es gibt keinen verbindlichen, dafür angeblich einen geheimen Lehrplan, über den immer mal wieder geredet wurde, aber den ich nie gesehen habe. Ein Problem sind aber auch die sehr großen Freiheiten jedes Lehrers, seinen Unterricht nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Niemand und muss sich von seinen Kollegen in seine Arbeit reinreden lassen. Haben die Kinder einen guten Lehrer, haben sie Glück, haben sie einen schlechten Lehrer, Pech. Eine inhaltliche Kontrolle habe ich nicht erlebt.“

    G. hat viel Unfug gehört: In den unteren Klassen haben die Kinder Epochenunterricht über Zwerge und Gnome gehabt. Atlantis und Sagen waren Stoff im Fach Geschichte. „Sagen gehören in den Deutsch-, aber nicht in den Geschichtsunterricht“, weiß G., die studierte Historikerin ist.

    Aber wie sollen das die Lehrer beurteilen?

    G. bestätigt einen Bericht des ZDF-Magazins Frontal aus der vergangenen Woche, in der die Qualifikation von Waldorflehrern bezweifelt wurde:

    „Bis in die achte Klasse hinein unterrichtete der Klassenlehrer bei uns alle Fächer – niemand kann so etwas qualifiziert leisten. Vor allem Waldorflehrer nicht, von denen viele keine wissenschaftliche Ausbildung haben. Wer seinen Namen tanzen kann muss nicht zwingend Ahnung von Mathematik haben.“

    (…)“

    weiter zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/1952

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    • … zum Artikel „Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden“ – siehe oben – wurden zahlreiche Kommentare mit Horror-Erfahrungen aus der Waldorfschule geschrieben – nur ein Beispiel:

      aus dem Kommentar #98 von – „Aufgewacht, 26. Dezember 2015 um 11:46“ –, Zitat:

      „(…) Ich suche hier nach Foren und Selbsthilfegruppen.

      Nach dem ich mich informiert hatte und sich das sektenartige, demokratie und wissenschaftsfeindliche Verhalten dieser Organisation nur all zu deutlich gezeigt hat muss ich mich zur Wehr setzen. Mein Kind erhält z.B. seine vom Jugenamt bestätigten LRS Förderung nicht und wird statt dessen in nordischer Mythologie unterrichtet. (…)“

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      • zur Kritik der Waldorfschule / Kritik der Anthroposophie siehe auch den Erfahrungsbericht „Wie gut sind Waldorfschulen?“ .

        Von dort ein aktueller Kommentar:

        „#197 Reuttlinger, 25. Februar 2016 um 14:35

        So etwas gibt es bei uns auch. Auch hier werden die Kinder von Bildung strikt ferngehalten, damit sie nicht ohne größere Probleme ins staatliche Schulwesen wechseln können. Die Schüler sind eben das Kapital und eine Ressource ist eben nur dann wertvoll, wenn man sie auch kontrollieren kann. Das wird so sichergestellt.

        Da wird eben die Kundschaft von morgen geschaffen, die soll nicht wegrennen können, bis es soweit ist. Die Kinder werden hierzu auch bei jeder Gelegenheit zur Schule zitiert, an Feiertagen, Wochenenden, sogar in den Ferien. So wird Familienzeit durch Schulzeit verdrängt, um Bindungen herzustellen. Dabei hat man nämlich auch Gelegenheit, Gehirnwäsche durchzuführen.

        Sind ja ein ganzer Markt und ein ungeheurer Filz, die da dahinterstehen. Deswegen können Anthros auch ziemlich eklig werden, wenn man das ganze System mal infrage stellt. Sie leben ja immerhin davon oder haben dadurch zumindest einen Lebensinhalt. Es gibt sicher auch Überzeugte und Mitläufer, die es einfach angenehm finden, wenn jemand für sie entscheidet oder in einer scheinbar heilen Welt außerhalb der als bedrohlich empfundenen Realität zu leben, aber in erster Linie geht es da m.E. ums Geld. Das wird dann schon mal als Überzeugung dargestellt. Ein guter Polizist fragt aber eben immer zuerst: „Wo ist das Geld?“

        Würde z.B. diese Schule dichtmachen müssen, fast das ganze Personal (welches Anthroposophie kann und sonst fast gar nichts) stünde erwerbs- und einkommenslos auf der Straße. Das ist diesen Personen m.E. auch ganz bewusst.

        (…)“

        weiter: http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen/3101/comment-page-4#comment-1058994

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  29. „Würde z.B. diese Schule dichtmachen müssen, fast das ganze Personal (welches Anthroposophie kann und sonst fast gar nichts) stünde erwerbs- und einkommenslos auf der Straße. Das ist diesen Personen m.E. auch ganz bewusst.“

    Das ist ein Problem, vor dem z.B. auch viele Zeugen Jehovas stehen. Soziale Kontakte beschränken sich ausschließlich auf den Kreis der Gleichgesinnten, alle Skills, die erworben werden, dienen entweder der Organisation nach innen oder der Mission nach außen. Der Ausstieg ist meistens gleichbedeutend mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aus. Wer die verrückte Welt der Anthroposophie wirklich ernst nimmt und konsequent in die eigene Lebenspraxis umsetzt, endet genau da. Was ersiees erlernt hat, eignet sich eigentlich nur für die Ausbildung der nächsten Generation von Gläubigen. Und ähnelt darin – außer den Zeugen Jehovas auch dem einen oder andren „Coach“.

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    • @ Typee

      komplett einverstanden.

      Sei nur noch ergänzt: Die Waldorfschule wird staatlich gefördert. Meine Ausbildung zum Waldorflehrer wurde staatlich gefördert. Ich habe die Ausbildung abgeschlossen. Als ich versuchte, mir das Zeugnis des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ vom NRW-Bildungsministerium für eine Tätigkeit in einer öffentlichen Schule anerkennen zu lassen, war das Ergebnis: NULL – gar nichts wurde anerkannt …

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  30. Die webadresse des Artikels „Rudolf Steiner in Berlin“ – oben im Artikel von Elke zitiert –, hat sich geändert.

    Hier auch gleich noch der Anfang, mit der Quizfrage: „Wer hat’s gesagt? Im Original …“:

    „Rudolf Steiner in Berlin

    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Berlin und hält hier Vorträge. Das „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ hat ihm dazu die Räume und die Stimmen gegeben: Mit tausend Zungen verkünden die Dozenten des Waldorf-Seminars die Botschaften ihres „Menschheitsführers“, die sie aus der geistigen Welt empfangen, bzw. aus der 370-bändigen Steiner-Gesamtausgabe. Das Publikum besteht aus angehenden Waldorf-Lehrern, in der Hauptsache verbogenen Menschen, die ihr Manko auf Steiner abgewälzt haben: Wenn aber eine den geliebten Arbeitsplatz nicht bekommen kann, Hartz-IV-Empfängerin ist, einer überhaupt unbefriedigt ist, so ist das noch kein Grund, in der Pädagogik herumzuschludern.
    Wir haben so etwas von unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer der Vorträge hindurch geht uns das nicht aus dem Kopf: Aber die glauben ja kein Wort von dem, was sie da sprechen! (Und da tun sie auch recht daran.)

    Wenn’s mulmig wird, retten sich die Dozenten in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das „Seelisch-Geistige“, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und die Dozenten hantieren mit Riesenbegriffen.
    Immer, wenn die Dozenten Steiners Botschaften aus der geistigen Welt übersetzen, denken wir über diese Menschen nach: Was für eine Zeit! Kerle, etwa wie arme Schauspieler, die sommerabends zu Dornach, wenn’s regnet, im „Goetheanum“ eine „Konferenz“ geben, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger! Wie groß muss die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit!

    (…)

    weiter: https://www.novo-argumente.com/artikel/rudolf_steiner_in_berlin

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  31. ausgerechnet der hardcore-Anthroposoph Jost Schieren soll die Ausbildung zum Waldorflehrer verbessern:

    „Der Waldorf-Werber: Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

    .

    +++ weltweit tätiger Waldorf-Pädagogik-Konzern sucht neues Image +++

    +++ briefing: präsentieren Sie bizarre Pädagogik so, daß sie völlig normal erscheint, und in einem nächsten Schritt für Eltern wünschenswert +++

    +++ Jost Schieren stellt Kampagne seiner Waldorf-Werbeagentur ‘Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft’ vor +++

    .

    Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“, Leiter des „Fachbereichs Bildungswissenschaft“, und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung.

    Dem „Waldorfblog“ gab Jost Schieren ein ausführliches Interview1, in dem er immer wieder das buzzword „Freiheit“ verwendet – in einer einzigen Antwort erstaunliche 7 mal:

    „Die Anthroposophie ist im Kern auf das Ideal des freien Menschen ausgerichtet.“
    „Freiheitsentwicklung als Teil des Weltgeschehens“
    „Freiheitsentfaltung unseres Menschseins“
    „Position der Freiheit“
    „Begriff der Freiheit“
    „Entwicklungsraum der Freiheit“
    „freien Persönlichkeitsentwicklung“

    Für Schieren macht einfach alles frei, was Anthroposophie ist. Wie die Waldorfpädagogik, die auf der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861 – 1925) basiert.

    Über einen Vortrag Rudolf Steiners sagt Kurt Tucholsky: „Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.“

    „Freiheit“: mit diesem Riesenbegriff macht Jost Schieren Werbung für die Waldorfpädagogik.

    .

    Reinkarnation macht frei

    Beim Werber Jost Schieren ist „Reinkarnation“ normal, wird zu einer weiteren „Sichtweise auf den Menschen“, die – Verkaufsargument! – von „Fremdbestimmung“ befreit:

    (…)“

    weiter (dort link zum Interview von Jost Schieren mit dem „Waldorfblog“): http://www.schiebener.net/wordpress/der-waldorf-werber-prof-jost-schieren-alanus-hochschule-fuer-kunst-und-gesellschaft/

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