Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert Impfpflicht für alle, die sich in überwiegend öffentlich finanzierten Einrichtungen aufhalten


„… In Deutschland sind in diesem Jahr bereits mehr Säuglinge an Masern erkrankt als jemals zuvor in einem Jahr seit Beginn der Meldepflicht 2001. Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mitteilte, wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zwischen Januar und Juni bundesweit 176 Kinder gemeldet, die sich im ersten Lebensjahr mit dem gefährlichen Virus infiziert haben. 114 dieser Kinder stammten aus Berlin, wo in den vergangenen Monaten eine ungewöhnlich starke Masernwelle grassierte …“

Und genau diese Kleinsten sind besonders gefährdet auch an der tödlichen SSPE, der gefürchtetsten Spätkomplikation, die in der Regel 4 bis 10 Jahre nach der Masern­infektion einsetzt, zu erkranken.

Die „neusten“ gesetzlichen Regelungen werden auch Säuglinge in Zukunft sicher nicht schützen können, alles ein reiner Aktionismus …

„… Die Regierungskoalition hat sich auf Regelungen für einen besseren Schutz vor ansteckenden Krankheiten wie Masern verständigt. Wie am Wochenende bekannt wurde, kann künftig nicht geimpften Kindern der Besuch einer Kita oder Schule verboten werden, wenn dort Masern auftreten. Zudem soll eine ärztliche Impfberatung vor der Aufnahme eines Kindes in eine Kita schriftlich nachgewiesen werden. Länder sollen überdies Bußgelder verhängen können, wenn für ein Kind nach der Zuweisung eines Kita-Platzes keine Impfberatung nachgewiesen werden kann.“

Zum Glück gibt es noch den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der aufklärt, Klartext redet und rebelliert:

Kinderärzten reichen neue Maßnahmen gegen Masern nicht

Ärzteverband fordert Impfpflicht für Kitas und Schulen

Den Kinder- und Jugendärzten reichen die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für einen besseren Impfschutz bei Kindern nicht aus. Schon heute könnten Personen ohne ausreichenden Impfschutz vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen werden, teilte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln mit.

Neu sei nur, dass Eltern vor der Erstaufnahme ihrer Kinder in Kita oder Schule schriftlich eine ärztliche Beratung über den Impfschutz nachweisen müssten. Fehlt dieser Nachweis, könnten künftig Bußgelder fällig werden.

Der Ärzteverband fordert eine Impfpflicht für jeden, der in überwiegend öffentlich finanzierten Einrichtungen wie Kita, Kindergarten oder Schule aufgenommen wird oder dort Kinder betreut. Das gelte ebenfalls für Berufstätige im Gesundheitswesen oder Betreuer in Sportvereinen. Von Sanktionen gegen Eltern halten die Kinderärzte nichts. „Wenn wir überhaupt von Sanktionen sprechen, dann gegen Ärztinnen und Ärzte, die vom Impfen abraten und Eltern verunsichern“, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann laut Mitteilung … WEITER

Und WAZ schreibt:

… Hartmann (Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte) ist skeptisch: Die Regelung sei keine Garantie dafür, dass die Kinder auch tatsächlich ausreichend geimpft würden: Immerhin sei jeder zwölfte Kinderarzt eher impfskeptisch eingestellt – das betreffe vor allem Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie und Naturheilverfahren. Es sei riskant, wenn zweifelnde Eltern von einem Impfgegner beraten würden.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) findet die Beratungspflicht sogar komplett überflüssig: An der Lage in NRW werde sich dadurch „im Kern nichts ändern“, sagte Steffens dieser Zeitung. Impfberatungen seien bereits heute Teil der Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder – an denen mittlerweile nahezu alle Kinder teilnehmen.

Riskant, zweifelnde Eltern zu beraten

Auf Kopfschütteln stößt bei den Kinderärzten auch die Regelung, nach der ungeimpfte Kinder im Fall eines Masernausbruchs zeitweise nicht mehr in die Kita oder die Schule gehen dürfen.

Die Infektionskette sei auf diese Weise nicht sicher zu durchbrechen. Denn: Wer sich mit Masern infiziert hat, ist bereits mehrere Tage ansteckend, bevor bei ihm selbst die ersten Anzeichen der Krankheit wie Fieber und Ausschlag sichtbar sind … zum ARTIKEL

2 Gedanken zu “Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert Impfpflicht für alle, die sich in überwiegend öffentlich finanzierten Einrichtungen aufhalten

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