Pharmabashing & CO – Die „Alternativ-Medizin“ und der erwünschte Nocebo-Effekt


Das Hauptinteresse der Pharmaindustrie ist Geld zu verdienen und dafür gehen sie über Leichen. Medikamente haben so viele Nebenwirkungen, dass sie erst richtig krank machen. Das ist gewollt, denn Menschen müssen krank sein, damit die Pharma Geld verdient. Krebs könnte längst geheilt werden, aber mit Chemo- und Strahlentherapie wird am meisten verdient. Der Schaden ist immer größer als der Nutzen und genau deswegen sorgt die Pharmalobby dafür, dass Alternative Therapien, die helfen würden, unterdrückt und schlecht gemacht werden. Ärzte, Medienvertreter und Gegner hilfreicher Alternativen werden von der Pharma gesponsert und bezahlt, um die Menschheit dumm und krank zu halten und wer heute in eine Klinik geht, muss damit rechnen, dass er sich mit resistenten Keimen ansteckt, die ihn zum chronischen Patienten machen, falls er sie überlebt. Unabhängige Studien für Pharmaprodukte gibt es nicht, denn alle werden direkt oder indirekt von der Pharma in Auftrag gegeben und bezahlt. Die Nahrungsmittelindustrie gleicht der Pharma und auch sie ist nur an Profit orientiert und macht uns sowieso krank. Chemie, Zusatzstoffe und unnatürliche Nahrung führen zu immer mehr Allergien, Intoleranzen und Darmpilzen. Wir werden regelrecht vergiftet. Chronische Krankheiten können nur mit Naturheilkunde und alternativen Methoden geheilt werden. Entgiftung und Darmreinigung helfen zum Beispiel und diese gibt es nicht aus Zufall nur beim ganzheitlichen Arzt und Heilpraktiker und werden von der Kasse nicht bezahlt … usw.

Diese und weitere Verschwörungstheorien gegen alles, was mit Evidenz basierter Medizin und Ernährung zu tun haben, nerven schon lange ungemein und alle plausiblen Argumente, die dagegen sprechen, haben nicht mehr, sondern weniger Gehör gefunden. Die Indoktrination hat sich in der Gesellschaft ausgebreitet und manifestiert. Ähnlich der früheren und allgemeinen Angst vor dem Teufel, wurde „das Böse“ neu kreiert.

Wer davon unbeeinflusst ist, hat gut Lachen, lustig ist es aber gar nicht, wenn man bedenkt, welche Folgen sich daraus ergeben, nicht nur für den Einzelnen, sondern mit Auswirkungen für die gesamte Gesellschaft.

Der wirklich böse Nocebo-Effekt schlägt immer mehr zu und der Schaden ist nicht kalkulierbar, wenn es so weiter geht. Anhänger dieser Verschwörungen können so viele Ängste entwickeln, dass sie mit jeder Konfrontation mit einem Angstauslöser negativ reagieren und Symptome ausbilden, die ihren Erwartungen entsprechen. Die selbsterfüllenden Prophezeiungen haben zwar einen psychischen Ursprung, sind jedoch real vorhanden und auch messbar. Wer genau damit seine höchsten Profite erwirtschaftet, sind natürlich Quacksalber und die dazugehörige und stetig wachsende Produktindustrie. Krankheitserfindungen, wie die Candidose (Pilzbefall des Darms mit der Folge unzähliger Symptome), sorgen für Geschäftsmodelle wie Darmreinigungen und Entgiftungen und bilden das Tüpfelchen auf dem I.

Werden Ärzte doch aufgesucht, oder sind Gänge unvermeidbar, erzeugt es Stress, es fehlt jegliches Vertrauen und damit hat man schlechte Karten für einen Placebo-Effekt. Wirksame Behandlungen schlagen im schlimmsten Fall überhaupt nicht an und erwartete Nebenwirkungen setzen früher ein, als überhaupt möglich.

Ernste Krankheiten werden verschleppt und sind somit oft so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr behandelbar sind.

Nahrungsmittel- / Lebensmittelallergien und Intoleranzen werden wahrgenommen, obwohl sie nicht nachweisbar sind.

etc. pp.

Gesellschaftlich gesehen, entstehen damit immer mehr Kosten für ein Gesundheitssystem, die vermieden werden könnten und bei „echtem“ Behandlungsbedarf werden effektive Maßnahmen eingeschränkt, oder die Kassenbeiträge steigen. Das Argument, dass Quacksalberei wesentlich weniger Kosten verursacht, ist natürlich hinfällig, da diese in der Regel „Pseudofälle“ produziert und mit zu verantworten hat. Vermehrte Krankenstände sind nicht nur ein Schaden für die Wirtschaft, sondern belasten Arbeitskollegen zusätzlich und wirken sich generell negativ auf ein soziales Miteinander aus. Von den Auswirkungen einer pseudowissenschaftlich und esoterisch orientierten Gesellschaft auf Wissenschaft und Fortschritt, mal gar nicht zu sprechen.

Irrsinnigerweise wird den genannten Profiteuren ein rein ethisches Verhalten unterstellt, deren finanzielle Interessen geleugnet und der Schaden für die Patienten völlig ignoriert. Wie bei jeder massiven Indoktrination, setzt auch hier der Verstand einfach aus.

Dass auch Korruption und Skandale im Pharma- und Medizinbereich existieren, die ebenso bekämpft werden müssen, kann nicht bedeuten, dass unwirksame Mittel und Pseudobehandlungen eine gute Alternative seien. Wobei so manches Sanfte und Natürliche nicht immer per se unschädlich ist. Nocebo-Effekte, ausgelöst von Ärzten und Beipackzetteln von Medikamenten, sind auch nicht unbekannt. Hierfür gibt es jedoch eine innerbetriebliche Wahrnehmung und es wird geforscht, aufgeklärt und geschult, um das Phänomen in den Griff zu bekommen. Pharma-, Medizin- und Wissenschaftsbashing sind also wirklich keine guten Gesundheitsratgeber und können sehr unangenehm bis richtig gefährlich werden.

Auch die Medien und die Politik sind in ihrer Verantwortung aufgerufen, welche mehr und mehr vernachlässigt wird, was einen nicht unerheblichen Teil zum Dilemma beiträgt. Jeder, der suggeriert, dass es Alternativen zu der Evidenz basierten Medizin und Wissenschaft gibt und man die Wahl hätte, macht sich schuldig. Es geht nicht nur um das viele rausgeschmissene Geld von Verbrauchern und Hilfesuchenden, das falsche Erwartungen weckt, sondern um die Gefahr für Gesundheit und Gesellschaft. Solange nicht allgemein verinnerlicht wird, dass ein Teil der sogenannten Alternativen dem reinen Wellness-Markt zuzurechnen ist und er unter diesem Label auch gerne praktizieren kann und dass der andere Teil unter Religion und Glaube eingeordnet werden muss, werden wir ein massives Problem bekommen. Ebenso wichtig ist die Einbindung aller wissenschaftlichen Placebo- und Nocebo-Kentnisse in den Medizinbetrieb. Anstatt Pseudowissenschaften auch noch an Universitäten zu lehren und Medizin- und Pharmastudenten mit Homöopathie und Anthroposophischer Medizin zu verblöden, muss die Psychologie des Patienten zu einem Schwerpunkt in der Ausbildung werden. Für die medizinische Praxis bedeutet dies, den Faktor Zeit um ein vielfaches zu erhöhen, damit entsprechende Kenntnisse optimal umgesetzt werden können. Kostenträger müssen endlich einsehen, dass sich der hierbei erhöhte Finanzierungsbedarf auf Dauer rechnen wird, denn es gibt momentan keinen anderen internen Weg zu weniger „Pseudokranken“ und mehr zufriedenen Patienten. Ein Umdenken in Politik und Wirtschaft ist auch hier unerlässlich.

»Der Schaden durch Nocebos geht in die Milliarden«, sagt Manfred Schedlowski, Psychologe an der Universität Essen. »Viele Menschen nehmen ihre Medikamente aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen nicht ein – Ärzte müssten viel besser darüber aufklären.« Schedlowski ärgert sich, dass kaum ein Mediziner seinen Patienten die beruhigende Wahrheit sagt: Die Pharmafirmen sind aufgrund immer strengerer Sicherheitsbestimmungen verpflichtet, jede Nebenwirkung, die jemals irgendwo aufgetreten ist, in Beipackzetteln aufzulisten, und sei sie noch so selten. Die möglichen Schäden lesen sich dann selbst bei den harmlosesten Medikamenten wie eine Horrorliste – »auch wenn es wahrscheinlicher ist, vom Blitz getroffen zu werden als diese Nebenwirkung zu erleiden«, so Schedlowski.

Dass der Nocebo-Effekt bei (vermeintlicher) Unverträglichkeit von Lebensmitteln eine Rolle spielt, ist in Doppelblindstudien gezeigt worden.

Aber es geht beim Nocebo-Effekt nicht nur um Leben und Tod – es geht genauso um den ganz gewöhnlichen Alltag. Um eine Erdnussallergie ohne Erdnüsse. Um Kopfschmerzen durch Telefonmasten, die gar nicht angeschaltet sind. Um Laktoseintoleranz ohne Laktose.

Auch in der Alternativ- oder Komplementärmedizin wird ganz offenkundig mit Nocebophänomenen gearbeitet, wenn die Behandler potenzielle Nebenwirkungen von „schulmedizinischen“ Eingriffen herausheben und ihre eigenen Konzepte als besonders risikoarm bewerben. So ist zum Beispiel bekannt, dass „Informationen“ über angeblich krank machende Dentalmaterialien (früher Amalgame, heute Kunststoffe) bei einem bestimmten Bevölkerungsanteil zu der Vorstellung von Gesundheitsbeeinträchtigungen führen [Bailer et al., 2000; Bailer et al., 2001]. Bei Personen, die über mannigfaltige Symptome klagten und diese auf Dental-materialien (hier: Amalgam) zurückführten, hatte eine Entfernung der zahnärztlichen Restaurationen (ohne oder mit begleitender „biologischer Entgiftung“ mit wissenschaftlich nicht allgemein anerkannten Methoden) einen ähnlichen Effekt wie ein Gesundheitstraining (ohne Entfernung der Restaurationen) [Melchart et al., 2008]. Insofern besteht durchaus die Möglichkeit, dass hier auch Nocebophänomene zum Tragen kommen. Es ist denkbar, dass Noceboeffekte in einem ersten Schritt bewusst erzeugt werden, um sie dann in einem zweiten Schritt mit Placebos anzugehen.

Es erscheint in diesem Zusammenhang bemerkenswert, dass in die Medien lancierte Nocebo-Botschaften über Substanzen, die für zahnärztliche Zwecke verwendet oder empfohlen werden, über die Zeit betrachtet einen wellenartigen Verlauf nehmen. In den 1990er-Jahren schlugen hier die Wellen besonders hoch aus.

Immer wieder berichten Medien über Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder (EMF), die von Handys, Mobilfunk-Sendemasten, Hochspannungsleitungen und dem WLAN ausgehen. Menschen, die nach eigener Einschätzung auf elektromagnetische Felder sensibel reagieren, leiden unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, brennender Haut oder einem Kribbeln, die sie auf diese Emissionen zurückführen. Es gibt Betroffene, die sich wegen ihrer elektromagnetischen Hypersensitivität von der Arbeit und ihrem sozialen Umfeld zurückziehen und in extremen Fällen sogar in abgeschiedene Regionen umziehen, um elektrische Anlagen ganz zu meiden. „Tests haben allerdings gezeigt, dass Betroffene nicht unterscheiden konnten, ob sie tatsächlich elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind und dass ihre Symptome genauso von einer Scheinexposition ausgelöst werden können wie von realer Strahlung“, so Witthöft.

Mein spezielles Anliegen ist es, dafür zu sensibilisieren, dass die gesamte Alternativ-Schiene nicht ohne erwünschte Nocebo-Effekte auskommt, die sich gegen Pharma, Medizin und noch viel mehr richten. Seit vielen Jahren wird hier manipuliert und indoktriniert, was das Zeug hält. Es ist ein Bestandteil des erfolgreichen Geschäftsmodells. Die wachsende Übernahme und Verbreitung von entsprechenden Pseudoanschauungen durch Medienvertreter & Co zeigt doch nur deutlich, dass die Rechnung aufgegangen ist, denn dem Schmarrn wird geglaubt. Gerade der Medizinbetrieb täte also gut daran, in der Nocebo-Ursachenforschung auch diese erwünschten Nocebophänomene näher zu beleuchten und Ergebnisse der Allgemeinheit zu präsentieren.

4 Gedanken zu “Pharmabashing & CO – Die „Alternativ-Medizin“ und der erwünschte Nocebo-Effekt

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