Wahrsagerei bei der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen

Wahrsagerei bei der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen

 

Gastbeitrag von Doktor Haus

Bei Momanda, dem €soterischen Netzwerk für Verirrte und Verwirrte habe ich eine Offerte für eine „Lenormandausbildung I“ gefunden (Screenshot) Lenormandkarten gehören zum Themenkomplex Okkultismus. Bereits die „kleinen Legungen“ sollen „Informationen zu bestimmten Ereignissen oder Personen aufzeigen“. Also, nichts als faule Wahrsagerei per Kartenlegen, nur mit einer speziellen Sorte derselben.

Die Aus- oder besser Einbildung beginnt am Samstag, dem 18. Oktober 2014. Aus- bzw. Einbilderin ist die Reiki-Lehrerin und spirituelle Beraterin Michaela Wetzel aus Soest. Da steht auch ihr gläsernes Haus. Sie wendet Reiki an, richtet Wirbelsäulen energetisch auf, berät mittels Kartenlegen, so genannte Rückführungen und Familienaufstellungen. Zu allem Unglück bildet sie auch noch andere Menschen in diesen Irrsinn aus bzw. ein. Eine Lenormandausbildung kostet insgesamt 380 Teuro.

Und wo finden diese tollen Schulungen alle statt? In der Tagungsstätte Soest der Evangelischen Frauenhilfe. (Screenshot)

Nun könnte man meinen, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. wäre ein seriöse Einrichtung, in der Frauen geholfen wird. Das ist sie sicherlich auch. Und die Seminare von Frau Wetzel sind auch bestimmt keine Veranstaltungen dieses Vereins. Wie so üblich hat man ihr dafür wohl nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bzw. vermietet. Da muss man sich allerdings fragen, welcher Teufel da wen geritten hat, das zu tun. Es ist nämlich nicht vorstellbar, dass niemand dort weiß, um was es da geht.

Die von Frau Wetzel vermittelten Inhalte – und es ist ja nicht nur die Lenormandkartenlegerei – gehören zum Esoterik- und Psychomarkt. Durch die Wahl der Räumlichkeiten kann sie ihren Angeboten das Mäntelchen der Seriosität umhängen. Wie können es die Verantwortlichen der Evangelischen Frauenhilfe vertreten, dass Frauen, die Hilfe suchen, im Vertrauen auf diese nicht vorhandene Seriosität auf den Holzweg übelster Esoterik geraten, mit all seinen Irrungen, Sackgassen sowie psychischen wie finanziellen Auswirkungen? Und dies auch noch in einer christlichen Einrichtung.

Ich denke, das muss dringend geklärt werden.

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10 Gedanken zu “Wahrsagerei bei der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen

  1. Ja, das sollte man klären. Es kommt nicht selten vor, dass sich Scharlatane in kirchliche Einrichtungen einschmuggeln. Sind doch die realen Grundlagen ähnlich. Meistens genügt ein Hinweis und die Sache ist gegessen.
    Aber es geht nicht immer so einfach. Vor Jahren war bei einem ev. Kindergarten in Westfalen ein Seminar mit Helmut Pilhar vorgesehen. Die Leiterin des Kindergartens reagierte stur. Erst als die Presse bei ihr klingelte, wurde die Veranstaltung abgesagt.
    In Hoyerswerda hatte sich ein GNM-Stammtisch bei der Caritas eingenistet. Durch Recherchen der Sächsischen Zeitung kam heraus, dass die Chefin des Stammtisches die Ehefrau eines in der Stadt praktizierenden Internisten war. Da war was los. 🙂
    Ähnliches geschah in einem kath. Gemeindezentrum in Heilbronn. Da musste der Bischof aus Rottenburg persönlich reinen Tisch machen.
    Scharlatane machen bei der Suche nach Veranstaltungsräumen zu den Inhalten oft falsche oder unvollständige Angaben. Lügen gehört bei ihnen zum Geschäft. Mitunter sind die für die Raumvergaben Zuständigen aber auch etwas zu arglos.
    2006 genügte beim Christlichen Zetrum Wiesenbaden lediglich „Gesundheitsvortrag“ und Pilhar war drin. Als die Presse darüber berichtete, fielen die Vermieter aus allen Wolken.
    http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=768.0
    Es kommt aber auch vor, dass persönliche Beziehungen so etwas begünstigen oder Verantwortliche selbst solchen Dingen anhängen. Ich werde auf jeden Fall heute noch an die Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen schreiben und sie über den Sachverhalt informieren.

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  2. Mail an die Vorsitzende des
    Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V.
    Kopien an
    Geschäftsstelle des Vereins
    und die Tagungsstätte Soest

    Betr.: Okkultistische Seminare in der Tagungsstätte Soest

    Sehr geehrte Frau S.,

    aus einem kritischen Artikel im RatgeberNewsBlog geht hervor, dass in den Räumen ihrer Tagungsstätte ab 18. d.M. Seminare für das Kartenlegen mit Lenormandkarten abgehalten werden sollen. Bitte lesen sie selbst!
    (Link nach hier)
    Da pfuscht eine Esoterikerin in der Psyche anderer Menschen herum. Kartenlegen führt regelmäßig zu völlig falschen Schlussfolgerungen und Entscheidung. So etwas kann für Frauen unmöglich eine sinnvolle Hilfe sein. Ich möchte ihnen nahe legen, sich dafür einzusetzen, dass so etwas in ihren Tagungsstätten unterbunden wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    RM

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  3. Wer wundert sich denn über dieses Kooperationsmodell zwischen christlichem Aberglauben und esoterischen Bockmist ? Wie ich schon mehrfach in meinen Kommentaren erwähnte, ist schließlich die Artverwandheit zwischen christlichen Märchen und Legenden und der bekloppten Esoterik nicht zu übersehen. Nichts von diesen zusammen fantasierten Lehren ist bewiesen, aber alles muss geglaubt werden.

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  4. Argus7, du hast das doch nicht etwa an die Frauenhilfe geschrieben? Man könnte es meinen, denn es ist nicht ersichtlich, ob sich da was bewegt. Man hätte doch zumindest mal antworten können, dass man sich darum kümmert. Aber nichts.
    Wegen einschlägiger Erfahrungen habe ich deshalb heute auch an die Kirchenleitung der Ev. Kirche in Westfalen geschrieben und die Redaktion des Soester-Anzeigers über den Vorgang informiert.

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