Der 6. „Welt-Skeptiker-Kongress“ in Berlin


Wissenschaft ist toll und wahnsinnig interessant. Der „Welt-Skeptiker-Kongress“, der in den letzten drei Tagen in Berlin stattgefunden hat, könnte zur „Erleuchtung“ manch naiver Esoterik-Gemüter beitragen, sofern man sich auf Fakten einlassen würde.  Ob nun Kreationismus oder Alternativ-Heil-Bullshistic, für jeden „Verirrten“ war was dabei.

Hier sämtliche GWUPBerichte zum Kongress 

Der 6. World Skeptics Congress in Berlin hat begonnen.

In seiner Eröffnungsansprache betonte der GWUP-Vorsitzende Amardeo Sarma den universellen Charakter von Wissenschaft.

Begriffsschöpfungen wie “Christliche Wissenschaft”, “Chinesische Medizin” oder “vedische Mathematik” seien dagegen pure Ideologie und müssten bei jedem kritisch denkenden Menschen die Alarmglocken läuten lassen.

Sarma führte weiter aus, Skeptizismus sei keine intellektuelle Spielerei für passionierte Besserwisser – vielmehr erbrächten die organisierten Skeptiker-Bewegungen auf der ganzen Welt eine wichtige Dienstleistung für die Gesellschaft: nämlich Information über und damit Schutz vor Scharlatanerie, welche in einigen Bereichen (wie etwa der Pseudomedizin) auch zur Gefahr für Leib und Leben werden könne …

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Und weiter geht’s mit unserer aktuellen Berichterstattung vom World Skeptics Congress in Berlin.

Erster Referent des zweiten Tages war Professor Jürgen Windeler, Direktor des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Er legte dar, dass es …

… no Difference in Methods Evaluating the Benefits of Conventional and Complementary Medicince”

gibt.

Etikettierungen wie “unorthodoxe”, “alternative” oder “komplementäre” Medizin hätten keine inhaltliche Aussagekraft, sondern versuchten lediglich, einen besonderen Status herbeizuschreiben, welche die jeweilige Methode unter “Artenschutz” stellen soll.

Vom wissenschaftlichen Standpunkt her gebe es hingegen keinen Grund, die kritische Evaluation, etwa mit randomisierten, kontrollierten Studien, nicht auch auf CAM (Complementary and alternative medicine) anzuwenden.

Zu dieser Thematik hat Windeler sich auch im Deutschen Ärzteblatt geäußert.

Das Wichtigste bei guten Studien zur Bewertung von Therapien sei der Vergleich – allerdings nicht „Vorher/Nachher“, sondern der Vergleich zwischen Anwendung versus  Nicht-Anwendung einer Methode bei sonst gleichen Umständen.

Auch zur typischen CAM-Immunisierungsstrategie “Wir brauchen mehr Studien” bezog der IQWiG-Leiter klar Stellung. Diese Forderung sei vergleichbar mit dem Nutzen einer Untersuchung, ob der Gebrauch von Fallschirmen Unfälle oder Todesfälle beim Fallschirmspringen verhindern könne (ein satirisches Beispiel für Evidenzbasierte Forschung).

Dem Tagungsort angemessen, verwies Windeler hierzu auf  “Murus Berlinensis”, ein Homöopathikum aus Resten der Berliner Mauer:

Let us laugh at it, let us ignore it, do not study it.

Oder anders ausgedrückt: Wenn es keine auch nur halbwegs überzeugende Theorie hinter einer Methode gibt, dann sind auch Studienergebnisse dazu nicht interpretierbar – und damit hinreichend sinnfrei …

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