Thema Homöopathie und Homöo-Akademie Traunstein im Radio


Heute sendet der WDR 5 im Rahmen der Funkhausgespräche ein Streitgespräch zum Thema „Helfen die weißen Kügelchen?: Homöopathie im Aufwind“. Von 20.05 bis 21.00 Uhr darf sich Dr. Christian Weymayr, Autor von „Die Homöopathie-Lüge“ mit Cornelia Bajic, der Vorsitzenden des Zentralvereins homöopathischer Ärzte, auseinandersetzen. Die beiden trafen bereits bei STERN-TV aufeinander und das ging im Sinne der Homöopathie-Kritik gar nicht gut aus. Hoffen wir, dass es heute besser wird.

Morgen sollte es in BR 2 eigentlich um die Homöo-Akademie in Traunstein und auch ein Interview mit Dr. Norbert Aust dazu gehen. Zur Sendung „IQ – Wissenschaft und Forschung“ von 18.05 bis 18.30 Uhr gibt es jedoch andere Themenankündigungen. Ich bin mal gespannt.

6 Gedanken zu “Thema Homöopathie und Homöo-Akademie Traunstein im Radio

  1. Hat jemand die Muse Bajics Äußerungen nachzuhören, abzutippen und mir zu schicken? Den Schuss in den Ofen, den Herr Weymayr hier geliefert hat, sollte man auf keinen Fall so stehen lassen.

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  2. Hallo Elke,

    Cornelia Bajic, in dem ihr eigenen intelektuellen Tiefflug, repliziert populistisch die üblichen, schon umfänglich aueinandergepflückten Studien – Frei (ADHS), Baumgartner (Wasserlinsen). Dazu kommt dann das klassische Kritikimmunisierungsgeschwätz – tausendmal gehörter Schwachfug. Nichts Neues war zu hören, ein Wortprotokoll kann man sich da sparen.

    Im Grunde ist Bajic der perfekte Diskussionsgegner: sie und ihre Argumentationen zu zerlegen und die Substanzlosigkeit ihrer Weltansschauung nachzuweisen, ist eine Sache von wenigen Minuten.

    Ich kapiere einfach nicht, warum Weymayr sich immer wieder als Papiertiger outet. Nicht nur, dass er so eine Art Beißhemmung entwickelt, er reicht mit seinen Relativierungen Bajic auch noch die Hand. Der weiß doch ganz genau, dass die DZVHÄ-Vorsitzende Unsinn redet – und er dürfte jedes Pro-Homöopathie-Argument genau so gut kennen, wie er zu dessen kaltlächelnder Widerlegung im Stande sein sollte.

    Solange Homöopathie-Diskussionen auf diesem Niveau verlaufen, braucht der DZVHÄ jedenfalls keine Angst vor öffentlichen Auseinandersetzungen zu haben.

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    • Hallo Excanwahn, schön von Dir zu hören!

      Du sprichst mir aus der Seele, ich bin voll Deiner Meinung und die Überlegung ist wirklich, ob man den Weymayr Auftritt besser totschweigen sollte.

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  3. Hallo Elke,

    ich habe mir gerade die Sendung ein weiteres Mal angehört. Ich hätte das nicht tun sollen, die Galle kommt hoch.

    Allein nur diese penetrante Forderung nach weiterer Forschung…

    Warum erzählt Weymayr an solchen Stellen dem Publikum nicht mal, wie Homöopathen mit wissenschaftlichen Studien umgehen?

    Wie Studienergebnisse ignoriert werden – vor allen die, bei denen sich die Ideen der Homöopathie als Nonsens entlarven?

    Wie die Ärztin – jetzt hätte ich doch fast „Irre“ geschrieben – der man die akademische Leitung der zukünftigen Homöo-Akademie Traunstein in die Hände gelegt hat, immer noch auf dem Unsinn von Benveniste herumreitet, obwohl kein Wissenschaftler, der alle seine Tassen im Schrank hat, sich heute noch mit der fixen Idee vom Wassergedächtnis beschäftigen würde.

    Warum erwähnt Weymayr nicht, wenn Bajic mal wieder das bekannte Märchen vom Chinarinden-Versuch erzählt, dass vor gar nicht langer Zeit, die Homöopathen ihrer Nachwuchskraft Birgit Lochbrunner einen Preis dafür verliehen haben, dass diese Hahnemanns Chinarindenversuch in seiner Bedeutung in Grund und Boden relativiert hat?

    Warum erzählt Weymayr nicht, wie der Immunisierungsmechanismus von Seiten der Homöopathen funktioniert?

    Einzelstudie positiv = Party, Preisverleih
    Einzelstudie kurzfristig später als Schrott entlarvt = Schweigen im Walde
    Viele positive Einzelstudien als Schrott entlarvt = Wissenschaftliche Methodik taugt nichts, persönliche Erfahrung haben Vorrang.

    Diese systematische Selbst- und Fremdtäuschung lässt sich wunderbar – nur mal als Beispiel – am Umgang der Homöopathen mit der Leipziger Belladonna-Klamotte „step-by-step“ darstellen – Party-Preisverleihung, peinliches Schweigen – alles inklusive. Sogar ein natürlich nicht erfolgreicher Replikationsversuch an der Veterinärmedizinischen Fakultät der FU Berlin.

    Warum zeigt Weymayr nicht, wie die homöopathische Verordnungspraxis aussieht, wenn Studien zu negativen Ergebnissen geführt haben?

    Walachs – für Homöopathen desaströse – Belladonna-gegen-Kopfschmerz-Studie aus den 1990er Jahren wäre ein hervorragendes Beispiel!

    Hat sich irgendetwas am Arzneimittelbild von Belladonna geändert? Nicht das geringste!
    Hat sich irgendetwas am Verordnungsverhalten der Homöopathen geändert? Nicht das geringste!
    Gibt es überhaupt irgendeinen Nachhall der Walachschen Arbeit? Nicht den geringsten!

    Warum zeigt Weymayr dem Publikum nicht, wie Homöopathie-Forschung in natura aussieht?

    Dass beispielweise die Witt-Gruppe an der Charité – nur mal so – den Abbruch der DepHom-Studie (Homöopathie gegen Depressionen) 3 Jahre verschwiegen und die Studie unbefangen – bis die CAM-Queen Witt nach Zürich ´rübermachte – weiterhin als Forschungsprojekt auf der Instituts-Website geführt hat?

    Oder dass man an eben diesem Institut vor kurzem eine Studie zu „Okoubaka“, einem Lieblingsobjekt der Carstens-Stiftung, abgeschlossen hat, die nach nur 4 Jahrzehnten wohlfeilen Empfehlungen und Verordnungen des Gebrösels, ohne dass überhaupt eine Arzneimittelprüfung vorgelegen hätte, jedem Beteiligten unmissverständlich gezeigt hat, dass es nicht den geringsten Anlass für die Annahme gibt, dass Okoubaka ein spezifisches homöopathisches Arzneimittelbild produziert – und es von Seiten der Carstens-Stiftung, außer einem seichten Kommentar zur Studie , keinerlei Reaktionen gibt, nicht mal einen kleinen Hinweis in der Sache, gerichtet an die Nutzer der Baumrinde.

    Oder dass die Carstens-Stiftung, als Finanzier der Witt-Gruppe, sich ihres Einflusses als Propaganda- und Marketing-Abteilung des CAM-Business so sehr bewußt ist, dass sie sogar unpassende wissenschaftliche Studienergebnisse (so geschehen bei der Studie zu Rhus Toxicodendron als Mittel gegen Rückenschmerzen) ideologiegerecht umformuliert – wohlwissend, dass es dagegen keine Widerstände von Seiten der finanziell abhängigen Wissenschaftler gibt.

    Und weil wir schon gerade bei homöopathischen Mitteln sind: Warum konfrontiert Weymayr Bajic nicht mal mit der Frage, wie sie sich verhalten würde, wenn sie die Repertorisierung zu solchen, selbst für naivste Homöopathie-Interessierte offensichtlich völlig schwachsinnige Mittel, wie Vakuum, Nord- und Südpol (Magnetis poli ambo), Berliner Mauer, Eulenmilch oder, meinethalben auch zur potenzierten Hundescheiße führen würde?
    Ich würde gerne einmal erleben, wie eine klassische Homöopathin sich bei der Erklärung windet, warum einerseits potenzierte Arnika gegen Blutungen hilft, andererseits potenzierte Hundescheiße gegen Morbus Crohn möglicherweise zu den Irrungen der Homöopathen gehört. Oder warum Feenträume nur dann ein Leitsymptom von weißem Marmor sind, wenn dieser irischer Herkunft ist, nicht aber dann, wenn dieser aus Italien oder Griechenland stammt.

    Wie gesagt, ich verstehe einfach nicht, warum diejenigen, deren Popularität es ihnen ermöglicht, die Homöopathen-Gilde ganz öffentlich am Nasenring durch den geistigen Unrat zu ziehen, den diese uns tagtäglich zumutet, so schnell auf vornehme Zurückhaltung umschalten, wenn sie ein Mikrofon oder eine Kamera vor der Nase haben.
    Vielleicht liegt es ja daran, dass – um mal kurz Collin Goldner zu erwähnen – sich jemand wie Weymayr im Grunde ständig fragen muss, ob sein Diskussionsgegner in den Knast gehört oder in möglicherweise eher in die Psychiatrie. Das verkrampft wohl ein wenig.

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    • Danke für Dein ausführliches Statement und es gäbe immer noch mehr dazu zu sagen. Beispiel: Nicht einmal die verunreinigenden Reststoffe im Wasser wurden angesprochen. Die anfänglichen Verunreinigungen würden bei der Potenzierung natürlich ebenso „mitpotenziert“, so dass die Verunreinigungen im fertigen Mittel nicht nur als erneute Verunreinigungen durch die Umwelt vorlägen, sondern auch in höchstpotenzierter Form und im Endeffekt in höherer Potenz als der angenommene Wirkstoff selbst.

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      • Warum zeigt Weymayr nicht …

        Also gut … das WARUM würde ich hier damit beantworten, dass speziell Weymayr sein Baby der „Scientabilität“ propagiert. Die Forderung wäre natürlich vernünftig, aber der Zug dafür ist abgefahren, da sich Homöopathen nun längst auf Studien eingeschossen haben, nachdem man sie früher immer auf die EBM hingewiesen hat, der sie sich verweigern würden. Nun opfert Weymayr im Zuge seiner Scientabilität nicht nur alles, was man gegen die HÖ-Studien einwenden kann und was aktuell von Norbert Aust exemplarisch herausgearbeitet wurde und wird, sondern er relativiert auch noch die EBM, kritisiert RCTs und die Medizin. Damit erweist er den Homöopathen Bärendienste, ob er das nun will oder nicht. Ferner nutzt es eben nur seiner persönlichen Forderung nach Scientabilität, denn die Arbeit von Aust zeigt sehr wohl, dass das Analysieren der HÖ-Studien Sinn macht und dass sich dadurch das geschönte Bild in Luft auflöst. Ergo, auch wenn eine Umsetzung der Scientabilität wünschenswert wäre, bringt es überhaupt nichts darauf rumzureiten, da damit die stichhaltigen und wichtigen Kritikpunkte unter den Tisch fallen, die genau dort ansetzen, wo die Homöopathie heute am meisten zu treffen ist. Von den Verschwörungstheorien, die von Homöopathen aufgrund der Forderung nach Scientabilität bereits zu hören waren, will ich gar nicht weiter sprechen.

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