Homöopathie: Der angebliche Globuli-Schnecken-Schreck, promotet vom BR!


Da ich ja selbst massiv gärtnerisch tätig bin, bekomme ich einen besonderen Schreikrampf, wenn sich wie so oft der BR zum PR-Lakaien der Homöopathie-Fantasten macht und es jetzt auch noch um eine wirksame homöopathische Abschreckung von Schnecken im Gemüsegarten gehen soll!!!

Wunderwerk oder Humbug? Homöopathie gegen Schnecken:

Georg Schmötzer aus Murnau hingegen schützt seinen Salat auf sanfte Art: mit Homöopathie. Helix tosta heißt das Mittel – ein Präparat aus gerösteten Schneckenhäusern. Dabei werden vier Globuli in zehn Liter Wasser aufgelöst und kräftig verrührt: Das soll die Wirkung verstärken.

„Die Information von den Kugeln muss unbedingt im Wasser fortgesetzt werden. Wenn die Information nicht in dem Wasser ist, dann nutzt mir das Ganze nichts, dann kann ich gleich die Kugeln hinschmeißen, aber ich glaub nicht, dass das hilft. Man sagt oft bei homöopathischen Mitteln: Am besten auflösen und zwei Stunden stehen lassen, dann erst hernehmen und trotzdem schütteln – das ist ganz, ganz wichtig.“
(Georg Schmötzer, Gärtner aus Murnau)

Vor drei Wochen hat Georg Schmötzer Salat gepflanzt – und sofort homöopathisch gegossen. Bislang sind die Blätter intakt, bis auf eine Ausnahme: Denn eine Ecke hat Georg Schmötzer ausgelassen, und dort ist alles abgefressen.

„Das ist das Prinzip der Homöopathie: Ähnliches wird gegen Ähnliches eingesetzt. Und minus mal minus ergibt plus. Wenn ich also Schneckenasche aus dem Weinbergschnecken-Häuschen potenziere und als homöopathische Globuli zubereite, kann ich das gegen Schnecken einsetzen. Die spüren, da stimmt irgendwas nicht.“
(Christiane Maute, Homöopathin aus Friedrichshafen) … zum ARTIKEL

Unter dem Artikel findet sich dann auch die Kontakt- und Linkadresse zu:
Christiane Maute
Homöopathin und Buchautorin „Homöopathie für Pflanzen“ Narayana Verlag

Bei GartenTipps.com liest man dazu auch noch:

Aber Achtung:

Helix tosta bekämpft die Schnecken hauptsächlich im Salat, jedoch nicht bei allen Gemüsesorten und sonstigen Blumenpflanzen!

Helix tosta richtig anwenden

Für die Schneckenbekämpfung müssen Sie entweder 5 Globulis oder 10 Milliliter Tropfen in circa 10 Liter Gießwasser auflösen. Anschließend das Gemisch mindestens 2 Stunden stehen lassen, besser noch über Nacht. Am nächsten Tag das Gießwasser gut umrühren und damit die möglichst noch jungen Salatpflanzen besprühen.

» Tipp:

Idealerweise wiederholen Sie diese unbedenkliche Schneckenbekämpfung im Abstand von circa 3 Wochen regelmäßig, bis die Salatpflanzen erntereif sind.

Sollte die gewünschte Wirkung von Helix tosta allerdings nicht schon zu Beginn der Behandlung eintreten, müssen Sie natürlich auf keinen Fall warten, bis die Schnecken all Ihre Pflänzchen aufgefressen haben. Vielmehr sollten Sie dann mit anderen natürlichen Schneckenbekämpfungsmitteln (wie z.B. Schneckenkorn, Bierfallen, etc.) an die Bewältigung der Schneckenplage herangehen.

Die Narayana Verkaufsshop-Anwendung lautet:

„Bewährt hat sich ein Angießen der Jungpflanzen mit dem Präparat, am besten
schon bei der Anzucht ; auf jeden Fall beim Auspflanzen. Dann alle 1-2 Wochen Pflanzen besprühen oder überbrausen, besonders nach Regenperioden.“

Hier ist die Rede von Jungpflanzen und nicht nur von Salat, zudem empfiehlt Frau Maute einen halben Teelöffel Globuli auf 10 Liter Wasser und 100 g des nahezu Nichts (D6) kosten 24.80 € plus Versand.

Wer dann letztendlich doch zu Schneckenkorn greifen muss, wenn er noch etwas aus seinem Garten ernten möchte, der zahlt für 1 kg Ferramol Schneckenkorn ca. 6 Euro. Für Pflanzen, Meschen und weitere Tiere unbedenklich, aber die armen Schnecken sind tot, nachdem sie die Körner gefressen haben und sie fressen auch nicht die nächststehende Zucchinipflanze und weiteres kahl, wenn sie zufällig ein paar Salatpflanzen stehen ließen.

Und das überaus peinliche Resumee im BR Beitrag lautet:

Alles nur Einbildung?

Für die meisten Fachleute ist so etwas Humbug. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien zu Globuli im Gartenbau, nur die Erfahrungen von Gärtnern wie Georg Schmötzer. Die Wirkung der Schneckenglobuli ist in der Tat von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich, das gibt auch Christiane Maute zu: Kohlrabi und Fenchel etwa scheinen nicht drauf anzusprechen, und auch Erdbeerbauern sind geteilter Meinung, was die Wirkung von Helix tosta betrifft.

Lebensweisheiten eines Gärtners

„Ich sag immer, wer nicht an die Homöopathie glaubt, der soll die Finger davon lassen, der soll das Geld ausgeben für Schneckenkorn und alles. Man muss – wie zu allem im Leben – Vertrauen haben, dann funktioniert es. Aber wenn einer das nicht mag, dann geht das glaube ich nicht. Sicher, es ist nichts 100-prozentig, aber auf alle Fälle lassen die Schnecken uns so viel übrig, dass wir das ganze Jahr essen können von unserem Garten.“
(Georg Schmötzer)

Der Kampf gegen die Schnecke geht jedenfalls in eine neue Runde – und noch ein Tipp: „Viel hilft viel“ gilt bei den Globuli nicht. Es reicht völlig, alle drei bis vier Wochen homöopathisch zu gießen.

Tja, leider sind sich alle Gärtner ohne Bezug zu höheren Mächten und ohne einen Glauben an Informationsübertragungen einig, dass nur Schneckenkorn wirklich hilft und dass das Neudorff-Produkt die erste Wahl ist, wenn nur den Schnecken geschadet werden soll.

 

Wer schreibt an den BR und beschwert sich über diese PR der hirnlosen und abzockenden Vollverarsche?

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9 Gedanken zu “Homöopathie: Der angebliche Globuli-Schnecken-Schreck, promotet vom BR!

  1. 50 Jahre lang frönt der Hobby-Gärtner Georg Schmötzer schon seinem Hobby. Wie kam er nun auf die glorreiche Idee, Schnecken mit homöopathischen Globuli zu bekämpfen. Dazu muss man das Video ansehen, um festzustellen, dass der gute Mann mit einer Stirnglatze ausgestattet ist, Vermutlich eine Folge von zuviel Sonneneinwirkung, was schon mal recht seltsame Auswirkungen auf das Denken haben kann.

    Unserer lieben Elke, die ja ebenfalls die Arbeit im Garten als Hobby betreibt, kann ich daher nur empfehlen, niemals ohne Kopfbedeckung in ihrem Garten zu arbeiten. Am Beispiel von Herrn Schmötzer kann man schließlich feststellen, welche ungeahnten Effekte und Fantasien übermässige Sonneneinstrahlung erzeugen kann. Der Denkapparat kann dann schon mal geistige Verirrungen entwickeln, wie sie vor gut 200 Jahren auch einen gewissen Samuel Hahnemann befallen haben mögen.

    Die Erklärung, welche die Berufs-Homöopathin Christiane Maute zum „Erfolg“ der homöopathischen Schneckenbekämpfung liefert, bringt uns leider keine neuen Erkenntnisse. Ihre Argumentationslinie ist sattsam bekannt und bewegt sich im üblichen Rahmen, wie sie von den Anhängern dieser Pseudowissenschaft regelmäßig ins Spiel gebracht werden.

    Dass sich der BR einmal mehr als Helfershelfer der HP-Lobby missbrauchen lässt, spricht leider nicht für dessen fachliche Kompetenz und ist auch nicht mit der Sorgfaltspflicht, die man von Journalisten eigentlich erwarten dürfte, zu vereinbaren. Die Verbreitung von Schwachsinn ist unter Garantie nicht Bestandteil des Bildungsauftrages, der vom Gesetzgeber den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten auferlegt ist.

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    • Nun, dass die Simile-Regel äquivalent sei mit der Formel „minus mal minus ergibt plus“, das war bisher weder sattsam noch sonst bekannt. Aber man lernt eben nie aus.

      Wir können vor Glück sagen, dass das Gärtnerlein noch nichts von Quanten gehört hat. Wer weiß, ob er uns dann nicht sogar mit einer neuen, der „Murnauer“ Interpretation beglückt hätte.

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  2. Ich lese manchmal mit großem Amüsement die teilweise geifernden ja, Haßentäußerungen gegen die Homöopathie und frage mich: warum fühlen sich diese Kritiker dermaßen betroffen, daß sie mit teilweise unsachlichen Argumenten sich bemüsigt fühlen diese zu verunglimpfen.
    Zum Thema: als Heilpraktiker, Ausbildung in Klassischer Homöopathie war ich zuerst wegen Schnecken / Helix Tosta auch eher skeptisch. Ich habe keinen Garten um das zu prüfen, habe aber inzwischen aus meinem Bekanntenkreis erfahren: es funktioniert, einmal gießen mit Helix Tosta D 6 und über Nacht sind die Schnecken sind weg. Peinlich für die unsachlichen Kritiker: es ist nicht nur Theorie, Helix Tosta beweist sich offensichtlich in der gärtnerischen Praxis.

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    • „…. daß sie mit teilweise unsachlichen Argumenten sich bemüsigt fühlen diese zu verunglimpfen…“

      Auf die sachlichen Argumente wird mit „Pharmamafia“, „Wer heilt hat recht“. „Mir hat es geholfen“ usw usw geantwortet, aber nie mit sachlichen Argumenten. Manchmal(!) ist man ob dieser Unfähigkeit der Homöopathen zur sachlichen Diskussion einfach nur noch genervt und lässt sich hinreißen. Sollte man nicht, aber passiert manchmal.

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      • @ „Ich“
        Tja – wenn nun diese „sachlichen Argumente“ nur aus einer Elfenbeinturm-Logik heraus entstehen, wird mit dieser jedes Argument, das von außerhalb des Elfenbeinturms kommt, sicher nicht nachvollzogen werden können …

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  3. Wissenschaft ist offenes Fragen und offenes Antworten.

    Wer Erfahrungsberichten, ohne sie nachzuprüfen, nachgeprüft zu haben oder sie nachprüfen zu wollen, von vornherein für Unsinn erklärt, „Sachargumente“ einfordert (die ja in Form des Erfahrungsberichts vorliegen) und selber beim eigenen „Argumentieren“ nur „Kahlschädel“, „Gärtnerlein“ oder ähnlichen persönlichen Anwürfen daherkommt, entlarvt sich als unwissenschaftlicher Glaubenskrieger.

    Und irgendwann bekämpfen sich die Verfechter der linksdrehenden Kräuterspirale mit den Vertretern der rechtsdrehenden Kräuterspirale in einem bis aufs Blut gehenden Glaubenskrieg. Auf diesem traurigen Nieau bewegt sich die angebliche „Kritik“ an Homöopathie.

    Das meint Buffy, der im übrigen die Segnungen der Homöopathie nicht benutzt.

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    • @ buffy

      Zitat „buffy“: „Wissenschaft ist offenes Fragen und offenes Antworten.“

      Wissenschaft ist vor allem auch,

      Fragen zu stellen, die prinzipiell überhaupt beantwortbar sind: „Falsifizierbarkeit“

      Ist diese Frage zur Homöopathie sinnvoll: „wie weist man die Wirksamkeit eines Wirkstoffes nach, der in der zu untersuchenden Substanz nicht vorhanden ist?“

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  4. Von Homöopathie-Anhängern Sachlichkeit zu fordern, übersteigt leider deren Horizont. Sie wollen nun mal keine begründeten Einwände hören, sondern beschränken sich darauf, jeden erdenklichen Schwachsinn als Wahrheit anzuerkennen.

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