Sachverstand kontra Homöopathie und Okoubaka C6


Als in der Badische-Zeitung.de der Artikel „Schopfheimer gründet Wissenschaftler-Netzwerk gegen Homöopathie“ erschien, gab es wie immer beim Thema nicht wenige erboste Kommentare. Auf das irrationale Statement einer homöopathischen Ärztin folgte ein so hervorragendes Feedback, dass ich es hier unbedingt zitieren muss …
(Namen habe ich entfernt)

Ärztin:

Als homöopathische Ärztin mit vielen zufriedenen Patienten, deren Akne, Asthma, Rheuma, Ekzem, Depression etc etc über Jahre hinweg unter schulmedizinischer Behandlung nicht besser wurde und unter homöopathischer Therapie keine Probleme mehr bereiten, kann ich nur den Kopf schütteln über so viel Übereifer. Niemand ist gezwungen, diese nebenwirkungsarme, umweltfreundliche und kostengünstige Therapie für sich und seine Familie zu wählen. Aber warum man andere Menschen, die bei der Homöopathie Hilfe suchen und, zumindest meiner Erfahrung nach auch sehr oft finden, nicht in Ruhe ihre Wahl treffen lassen kann, das verstehe ich nicht.
Hahnemann war übrigens einer der ersten grossen Naturwissenschaftler seiner Zeit, und eines Tages wird er hoffentlich auch in der Nachwelt dafür Anerkennung finden. In der Zwischenzeit: Wenn die nächste Darmgrippe die Runde macht, einfach mal ein paar Kügelchen Okoubaka C 6 probieren: nichts macht die Homöopathie glaubwürdiger als ein Selbstversuch.

Antwort:

Wären Sie, Frau X, nur ein gutgläubiger (und durchweg schlecht informierter) Anwender der Homöopathie, der das Verfahren im Grunde für ein Art Phythotherapie hält, was für eine enorme Zahl der angeblich „voll von der Homöopathie Überzeugten“ zutrifft, würde ich versuchen, mich in Duldsamkeit und Nachsicht zu üben. Es sind ja auch nicht die schlechtinformierten Patienten das Problem, denn dem Mangel an Information über die Homöopathie kann abgeholfen werden.

Nein, Sie und Ihresgleichen, die fachlich Kompetenten, die entgegen jeder Plausibilitätserwägungen auf der Basis unseres wohlbestätigten Hintergrundwissens die Heilwirkung von weitgehend oder komplett wirkstoffbefreiten Zuckerkügelchen verkünden, sind das Problem – und Anlass genug, mal ´ne kräftige Schippe deutlicher Töne aufzulegen:

Sie, Frau X, müßten aufgrund Ihrer Ausbildung den Unfug erkennen, den Sie jeden Tag veranstalten. Sie müßten erkennen, welche Effekte tatsächlich zu beobachten sind, wenn Globuli angeblich Heilung bringen. Sie wurden in einem teuren Studium (dessen Kosten Sie nicht tragen mussten) dafür ausgebildet, zu erkennen, wie Krankheiten entstehen und verlaufen, wann Intervention nötig ist, und wann „Abwartendes Offenhalten“ das Mittel der Wahl ist.

Falls Ihnen die Vokabel abhanden gekommen ist: „Abwartendes Offenhalten“ bezeichnet solches ärztliches Verhalten, im Falle akuter Erkrankungen zuerst einmal, natürlich unter Beobachtung des Krankheitsverlaufs, einfach abzuwarten, um zu sehen, was die Selbstheilungsmechanismen des Organismus zustande bekommen. Das ist bei vielen Erkrankungen ein durchweg sinnvolles Verhalten, weil wir davon ausgehen können, dass ein enormer Anteil unserer Gesundheitsstörungen auch ohne medizinische Intervention ausheilt; z.B. die von Ihnen angesprochene „Darm-Grippe“, unter Fachleuten auch als Gastroenteritis bekannt.

Die ist in den weitaus meisten Fällen durch Viren oder Bakterien verursacht, verläuft im Grunde harmlos, braucht selten mehr, als eine symptomlindernde Behandlung, und mit der Einführung der Rehydratationstherapie hat sie auch für den Patientenkreis den Schrecken verloren, der in der Vergangenheit am meisten unter Durchfallerkrankungen litt, nämlich die Kinder.
Was noch wichtig ist, die meisten Patienten sind nach wenigen Tagen wieder auf den Beinen. Regelmässig ohne ärztliche Behandlung, es sei denn, man würde Empfehlungen wie „Viel Trinken, auch mal ´ne klare Brühe gegen den Salzverlust“ als ärztlichen Eingriff ansehen.

Sie halten nun, als ausgebildete Ärztin, Okoubaka in der Dosierung C6 für eine sinnvolle Therapie.

Kennen Sie Okoubaka, wissen Sie, wie die Homöopathen zu Okoubaka gekommen sind?

Vermutlich ja, wenn ich mir Ihre Vita anschaue. Umso schlimmer ist der Unsinn, den Sie erzählen.

Bevor Sie sich jetzt echauffieren: Der Unsinn beginnt schon damit, dass Okoubaka, als afrikanische Volksmedizin, traditionell prophylaktisch, also gegen eine möglicherweise zu erwartenden Lebensmittelvergiftung eingenommen wurde. Also von Gesunden. Getreu dem Simile-Prinzip müsste, daran werden Sie sich wohl erinnern, die Einnahme einer homöopathisch wirksamen Arzneimittel bei einem gesunden Menschen solche Symptome auslösen, gegen die das Mittel bei Erkrankten wirkt.

Das scheint aber den Afrikanern wohl nicht aufgefallen zu sein, dass Okoubaka die Symptome einer Gastroenteritis auslöst, wenn man gerade keine hat – sonst wären die kaum auf die blöde Idee gekommen, das Sägemehl vorbeugend einzuwerfen.

Der Unfug geht weiter: In Afrika wurde Okoubaka nicht nur prophylaktisch, sondern auch als Therapeutik bei einem bestehenden Tumult im Magen-Darm-Trakt eingenommen. Also allopathisch. Das erinnert irgendwie an Ihre Therapie-Empfehlung. Sie verordnen also allopathisch, nicht homöopathisch.

Der Unfug ist noch nicht zu Ende: Ein homöopathisch eruiertes Arzneimittelbild, sprich eine homöopathische Arzneimttelprüfung an Gesunden, die im Grunde die unverzichtbare Voraussetzung für ein Arzneimittelbild ist, wurde niemals vorgenommen. Wobei, das stimmt nicht ganz, Ute Parsch hat schon darauf hingewiesen. 2013 wurde das Sägemehl, mwehr als 3 Jahrzehnte nach seiner Einführung in Deutschland, zum ersten Mal einer homöopathischen Arzneimittelprüfung unterzogen, die, wen erstaunt es wirklich, aber so richtig in die Hosen ging.

Ich will auf die Prüfung, die übrigens ausschließlich von Homöopathen durchgeführt wurde, hier nicht näher eingehen, die Schlußfolgerung reicht: Spezifische Symptome, die dazu berechtigt hätten, so etwas wie ein Arzneimittelbild zu formulieren, konnten nicht festgestellt werden.

Das heißt, Frau X?

Genau, eine Therapieempfehlung aufgrund homöopathischer Erkenntnisse ist nicht berechtigt.

Das heißt weiter, Frau X?

Genau, Sie empfehlen ein Mittel, für das kein Hinweis auf eine therapeutische Wirksamkeit vorliegt. Es sei denn, man greift auf die Erfahrungen der afrikanischen Buschmänner zurück, wobei die aber nichts mit Homöopathie zutun haben.

Wie erklären Sie sich, Frau X, nun Ihre Ansicht, dass Okoubaka heilsame Wirkung bei einer „Darmgrippe“ hat?

Sie meinen, es könnte daran liegen, dass eine Darmgrippe auch ohne ärztliche Intervention ausheilt, und deshalb jede therapeutische Maßnahme, egal wie unsinnig sie sein mag, trotzdem den Eindruck erwecken könnte, dass auch ein völlig unwirksames Mittel ursächlich für die Ausheilung der Erkrankung ist? Hey, Sie haben schon wieder volle Punktzahl. Es geht doch nichts über eine ausgebildete Fachfrau. Hat sich das Studium ja doch gelohnt.

Frau X, es gibt noch Sonderpunkte, wenn Sie jetzt noch den Trugschluß nennen, der zu dem Eindruck führt, dass unwirksame Mittel trotzdem als wirksame Therapie wahrgenommen werden!

Was sagten Sie? Cum hoc ergo propter hoc? Super.

Zum Schluß gebe ich Ihnen noch etwas mit auf den Weg: Wissen Sie eigentlich, warum Okoubaka zum Homöopathikum wurde?

Die Frau Kunst, die seinerzeit den Rindenmulch aus Afrika nach Deutschland einführte, hat das Gewölle, wieder daheim in Frankfurt, dem Apotheker Willmar Schwabe übergeben und ihn überredet, Okoubaka zu analysieren.

Willmar Schwabe nun war nicht irgend so ein kleiner Apotheker, der, ausgerüstet mit grün-alternativer Seele, heilenden Pflänzchen eine ökonomische Nische zwischen den Chemie-Bomben aus den Reaktoren der menschenverachtenden Pharmakonzerne verschaffte, sondern einer der damaligen Chefs des gleichnamigen, ursprünglich mit der Herstellung von pflanzlichen und homöopathischen Heilmitteln befassten Unternehmens, welches im Jahre 1961 die Phyto-Sparte der Schwabe AG vom Hahnemann´schen Quatsch trennte, und zu diesem Belange die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) ausgründete, die ihrerseits heute Marktführer der Huschi-Fuschi-Pharmazie in Deutschland ist.

Das Ergebnis der Analyse war überschaubar – um nicht das hässliche Wort „belanglos“ zu benutzen.
Offenbar so überschaubar, dass der Herr Schwabe, Hersteller von pflanzlichen Heilmitteln, sich entschließt, Okoubaka nicht in die Phyto-Sparte der Schwabe AG zu übernehmen, sondern als Homöopathikum über die DHU zu vermarkten.

Und dann geriet das Zeug in die Hände von Veronica Carstens und wurde zu einer ihrer fixen Ideen. Und weil sich die Vroni ´ne Menge leisten konnte, u.a. einer Stab von Schreiberlingen, die allesamt geübt darin waren, wundersame Geschichten zu erfinden, deshalb verordnen Sie, Frau X, jetzt Okoubaka – ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, ob da wirklich etwas dran sein könnte.

Als gewiefter Homöopathin sind Ihnen alle diese Sachverhalte bekannt. Sollte es anders sein, sind Ihre Therapieempfehlungen noch bedenklicher.
Dass ich das alles hier aufgeschrieben habe, dient deshalb auch nicht dazu, Sie persönlich zu informieren, sondern letztlich zu zeigen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Ignoranz Homöopathen berechtigten Argumenten begegnen, mit welchem Maß an Borniertheit sich Homöopathen über das hinwegsetzen, was schon allein berufsethische Maßstäbe verlangen.

“Netzwerk Homöopathie” – Kritiker haben sich vernetzt

21 Gedanken zu “Sachverstand kontra Homöopathie und Okoubaka C6

  1. Eine sehr gut geschriebener und fundierte Antwort. Zwar wird sich die homöopathische Ärztin kaum dazu bringen lassen, ihre eigenen Überzeugungen im Licht dieser Erkenntnisse neu zu bewerten, aber der eine oder andere Patient wird vielleicht versuchen, sich fundierter zu informieren.
    Im Übrigen finde ich es bezeichnend, was Frau X schrieb: Warum man andere Menschen, die bei der Homöopathie Hilfe suchen (…) nicht in Ruhe ihre Wahl treffen lassen könne, verstehe sie nicht.

    Selbstverständlich können Patienten in Ruhe ihre Wahl treffen. Niemand verbietet irgendjemandem, sich teure und wirkungslose Zuckerkügelchen einzuverleiben. Jeder kann sein Geld so ausgeben, wie er will und mit seinem Körper umgehen, wie er will.

    Ich halte es aber für in höchstem Maße unethisch, jemandem falsche Tatsachen vorzuspiegeln. Heilungs – oder Linderungsversprechungen bei bekannt unwirksamen Mitteln sind eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. (Niemand hindert Menschen daran, in Ruhe die Wahl zu treffen, einem nigerianischen Prinzen ihr Vermögen zu überweisen. Das heißt aber nicht, dass es in Ordnung ist, die Nigeria-Masche abzuziehen und dass man die Menschen nicht über den Betrug aufklären sollte).

    Interessant in dem Zusammenhang übrigens: wenn ich ein kleines Fläschchen Leitungswasser abfülle und draufschreibe, dass es ein Medikament gegen Krebs ist, so bin ich ein Betrüger und mache mich strafbar.

    Schreibe ich aber drauf, es handle sich um Aqua irgendwasium phantasicum C30 und werde gemäß dem homöopathischen Arzneimittelbild gegen Krebserkrankungen eingesetzt, so bin ich ein homöopathischer Arzneimittelhersteller und verdiene mir eine goldene Nase.

    Und kein Labor der Welt kann nachweisen, ob ich tatsächlich die geheimnisvolle Ursubstanz Aqua irgendwasium phantasicum (deren Wirksamkeit ich im Selbstversuch, äh, in einer homöopathischen Arzneimittelprüfung an mir selbst getestet habe) überhaupt jemals in das Leitungswasser gegeben und das Ganze dann um ein paar Weltmeere verdünnt, äh, potenziert habe.

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  2. Seltsam, das Finden des richtigen Kügelchens erfordert doch die Ganzheitliche Betrachtung des Patienten in stundenlangen Gesprächen. Die mechanische Vorgehensweise „Gegen Krankheit A wirkt Mittel B“ ist doch Sache der bösen Medizin. Wieso empfehlen Sie dann ein bestimmtes Mittel gegen eine konkrete Krankheit? Und wenn es – wie Sie behaupten – dennoch wirkt, dann haben Sie gerade die ganzheitliche Betrachtung ad Absurdum geführt. Oder ist das Mittel egal und es ist doch der Placebo Effekt, der ein Stück weit weiter hilft… ?

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    • Ist mir auch aufgefallen: Viele Homöopathen halten sich nicht an die Vorgaben, die Hahnemann im Organon macht. Oft überspringen sie die Anamnese zugunsten der erwähnten mechanistischen Wahl der richtigen Substanz (Sonnenbrand? Gut, nehmen Sie Sonnenlicht, Verzeihung, Solis Lumen D12). Auch geben sie oft mehrere Mittel gleichzeitig, was Hahnemann ausdrücklich verboten hat.

      Auch versäumen sie es, den Patienten die von Hahnemann geforderten Lebensweise als unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg einer homöopathischen Behandlung nahezubringen (also kein Kaffee, Tee, Alkohol, keine wollüstigen Gedanken und Handlungen usw.).

      Man kann sagen, dass die Homöopathengemeinde heutzutage gar keine Homöopathie im Sinne Hahnemanns praktiziert, sondern nur ein paar Elemente daraus übernommen hat und die aggressiv zu Markte trägt. Das ist natürlich egal, die „echte“ Homöopathie nach dem Buchstaben des Hahnemannschen Gesetzes wäre kein bisschen weniger unsinnig, aber es ist halt witzig, dass die Homöopathen eigentlich gar keine Homöopathie betreiben und dass das Trara um die Potenz und Dosierung schon deshalb ganz offensichtlicher Unsinn ist.

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  3. Pingback: Homöopathie neu gedacht – Esoterik hinterfragt

  4. Der Inhaber meiner Stamm-Apotheke ist in Pension gegangen. Er hat mir ausdrücklich bestätigt, dass homöopathische Mittelchen unwirksam sind, Auf Nachfrage hat seine Nachfolgerin das Gegenteil behauptet und sich als eifrige Befürworterin der Homöopathie geoutet. Ich habe daraufhin die Apotheke gewechselt. Aber auch in dieser neuen Apotheke war die Inhaberin von der Homöopathie überzeugt. Konsequenterweise habe ich die Apotheke erneut gewechselt. In dieser nunmehr dritten Apotheke waren zwei Angestellte gegen die Homöopathie und ich glaubte endlich die richtige Apotheke gefunden zu haben. Dann aber bediente mich beim dritten Besuch die Chefin persönlich. Und wieder war es eine Homöopathie-Anhängerin. Jetzt bin ich erneut auf der Suche nach einer ehrlichen Apotheke, denn ich möchte keine Homöopathie-Anhänger unterstützen.

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  5. DAS gefällt mir ja! Dieses „homöopathische“ Gegenmittel wird in Summe – vielleicht – ja letztlich wirksam sein. Sozusagen potenziert, diesmal aber positiv, weil nicht verdünnt, sondern vervielfacht.
    Ich werde mich anschließen und in meiner Apotheke fragen, wie man – komischerweise weit überwiegend Frauen dort – wie man es mit den Homos hält.

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  6. Wenn man schon in seinem Kommentar nicht seinen richtigen Namen angibt, sollte man wenigstens darauf achten, sich nicht durch seine Argumentation und Sprache zu verraten. Und man sollte sich – nur nebenbei – nicht über die Unehrlichkeit anderer aufregen.

    Homoöpathen vorzuwerfen, sie würden die Homöopathie falsch anwenden – das fällt nicht so arg vielen Homöopathie-Kritikern ein, obwohl die in der Regel allesamt nicht sonderlich zimperlich sind, was Güte und Sachlichkeit der Argumentation angeht.

    Homöopathen halten sich doch glatt gar nicht an ihre eigenen Regeln, kennen ihr eigenes Simile-Prinzip nicht richtig. Man stelle sich vor: es gibt gar kein „homöopathisch eruiertes Arzneimittelbild“, „eine homöopathische Arzneimttelprüfung“ (…) „wurde niemals vorgenommen.

    Außerdem ist es gar nicht homöopathisch, Oko-Dingsbums einzunehmen. Nein – in Wirklichkeit ist es allopathisch. Na sowas aber auch!

    Fragt sich nur, für was das eine Rolle spielt. Für die Wirksamkeit der Homöopathie – oder auch die von Oko-Dingsbums – ja wohl kaum – oder?

    Also ich vermute ja, daß da jemand so scharf darauf ist, Homöopathen einen reinwürgen zu können, daß er sich nicht groß darum schert, ob seine Einwände eigentlich Sinn machen. Dies auch deswegen, weil die Homöopathie-Kritik doch öfter mal sachliche Fehler aufweist.

    Aber macht ja nichts – wer Homöopathie kritisiert, liegt automatisch richtig. Drum ist sie ja auch so erfolgreich – die Homöopathie-Kritik. Homöopathie-Fans sind im Aussterbern begriffen, Kritiker werden bald überflüssig.

    Ach – auf Argumente kommt’s bei denen sowieso nicht an? Na – dann laßt es doch. Ist ja eh immer dasselbe. Was Neues hört man da schon lang nicht mehr. Selbst der ziemlich dürftige Vorwurf, sie würden die Homöopathie doch eh nicht korrekt anwenden läuft sich langsam tot.

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    • @ sfinxxx: Schick, jemand, der selbst in seinem Kommentar nicht seinen richtigen Namen angibt, wirft einem anderen Kommentator vor, dass der in seinem Kommentar nicht seinen richtigen Namen angibt. (Ich nehme mal an, das ging an mich.) Inwiefern verrate ich mich durch meine Argumentation und Sprache? Ich argumentiere und schreibe wie immer, da unterscheidet sich allenfalls die Tagesform, nicht aber Meinung und Denkweise. Und ich habe nichts mit den Betreibern dieses Blogs zu tun. (Sonst verstehe ich nicht, was der Vorwurf mit dem Verraten durch Argumentation uns Sprache sollte.)

      Zum Inhalt: Eigentlich ist es egal, ob Homöopathen sich an die Regeln der Homöopathie halten, weil diese Regeln willkürlich zusammengeschusterte Hirngespinste ohne jeden Bezug zur Wirklichkeit sind. Für die homöopathische Nutzung des Plazeboeffekts und für die ansonsten vollständige Wirkungslosigkeit dieser Pseudomedizin ist es völlig egal.

      Weshalb ich darauf hinweise, dass Homöopathen sich selbst nicht an die Regeln ihres Gurus Hahnemann halten? Weil Hahnemann seine Homöopathie mit einem riesigen Überbau von esoterischem Unsinn begründet. Er hat sich das von den Miasmen ausgedacht, das Simileprinzip erfunden, die wundersame Potenzierung der Urtinkturen ersonnen. Alles sehr detailliert beschrieben, penibel geregelt, eingebunden in ein esoterisches Gedankengebäude. Und Homöopathen verkaufen ja nicht einfach beliebige Plazebos, sondern die Essenz dieses Gedankengebäudes. Dem Patienten wird allen Ernstes erzählt, dass dieser ganze Mist wahr und relevant ist.

      Das hat nur dem kleinen Schönheitsfehler, dass sie Hahnemanns (ohnehin schon willkürliche) Vorschriften nur sehr selektiv anwenden und kreativ ausschmücken, ohne dass es für den Patienten auch nur die Spur eines Unterschieds macht. Da zeigt sich, wie unsinnig das alles ist.

      Lassen Sie von einer echten, medizinischen Behandlung wesentliche Elemente weg oder verändern Sie sie, dann wird die Therapie nicht wirken oder sogar schädlich sein. Bei der Homöopathie ist es schnurzpiepegal, ob Sie Zuckerkugeln oder Karamellbonbons verteilen, ob Sie die richtigen Mittel in den richtigen Potenzen verabreichen, ob Sie eine ausführliche Anamnese nach Hahnemann erheben oder einfach irgendwie irgendwas verabreichen. Es ist schlicht nichts dran, und so ziemlich jeder Homöopath führt das mit so ziemlich jeder homöopathischen Behandlung vor.

      Deshalb ist es umso lächerlicher, wenn Homöopathen so ein Gewese um die Homöopathie und ihre Funktionsweise machen. Es ist Verarschung der Patienten, nichts weiter, und das kann man kaum deutlich genug sagen und kaum oft genug wiederholen.

      Wenn die Kritik sachlich falsch ist, dürfte sich das ja ohne Probleme zeigen lassen.

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    • Nachschlag: Ganz abgesehen von allen Überlegungen zu Wirksamkeit oder Unsinnigkeit der Homöopathie und ihrer Regeln – wenn Homöopathen ihre angeblich ganzheitliche Methode als die bessere Medizin über den grünen Klee loben und vielfach gegen die angeblich seelenlose Symptomdokterei der „Schulmedizin“, die böse „Allopathie“ keilen, wie kann es dann egal sein, dass Homöopathen erstens weiträumig die Regeln ihrer eigenen Methode missachten und zweitens plötzlich selbst auch allopathisch arbeiten? Das wäre wie ein Priester als Freier im Bordell, wie Höcke und Festerling als freiwillige Helfer im Flüchtlingsheim, wie der ADAC als Unterstützer des Tempolimits auf der Autobahn. Das wäre doch auf jeden Fall ein Augenbrauenheben wert, oder habe ich da was falsch verstanden?

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      • Hallo gnaddrig, die Widersprüche sind doch toll und es gibt nicht wenige. Ob nun Klassische Homöopathie, Komplexmittelhomöopathie, Neue Homöopathie oder eine der vielen weiteren Spielarten, ist doch völlig egal, es interessiert niemanden näher, Hauptsache das Wort „Homöopathie“ kommt vor.

        Am besten finde ich aber, dass sich die verschiedenen Anbieter untereinander so lieb und brav dulden. Da gibt es keine Aufschreie vom DZVhÄ. Die Apotheken verkaufen an erster Stelle Komplexmittel und sind die besten Bewerber für die gesamte Homöopathie, wäre ja auch blöd, wenn man gerade sie verärgert😉

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    • Hallo sfinxxx, mal zur Klarstellung: Die beiden Kommentatoren haben in der Badische-Zeitung mit ihrem Realnamen kommentiert. Ich habe für den Blog die Namen entfernt, das steht auch oben.

      Und es kommt wirklich gar nicht gut, wenn man selbst unter Pseudo schreibt und andere dafür kritisiert😉

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  7. sfinxx!

    Hey, Sie haben den Artikel nicht verstanden und können keine Schlußfolgerungen ziehen!

    Macht nicht, Sie kriegen ´ne Kurzfassung:

    Kein Simile = Keine Homöopathie
    Keine Arzneimittelprüfung = Kein Arzneimittelbild = Keine Homöopathie
    Verordnung gegen spezifische Erkankung = Keine Homöopathie

    Wirksamkeit von Okoubaka in C6 auf Zückerchen: Keine – und das ist jetzt Homöopathie.

    Ihren Feststellungen:

    – Also ich vermute ja, daß da jemand so scharf darauf ist, Homöopathen einen reinwürgen zu können…
    – …wer Homöopathie kritisiert, liegt automatisch richtig.

    stimme ich mit vollem Herzen zu, Schwierigkeiten habe ich allerdings mit dem Satz:

    – Dies auch deswegen, weil die Homöopathie-Kritik doch öfter mal sachliche Fehler aufweist.

    Wären Sie so nett, die öfteren sachlichen Fehler, die Sie im Artikel gefunden haben, kurz aufzulisten?

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  8. Pingback: Netzwerk Homöopathie « Omnium Gatherum

  9. hier mein Erfahrungsbericht:

    konnte nichtmehr Essen ohne bei den ersten Bissen schon Hustenreiz zu bekommen.
    Hatte schon viel abgenommen.

    Hab Oukobaka genommen, und es ging sofort besser.

    tada..

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  10. Pingback: Wundversorgung und homöopathische Erregung | apothekentheater

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