Rezension: „Der entzauberte Glaube“ von Peter Kamleiter


Gastbeitrag von Walter Müller

„Der entzauberte Glaube“ – Eine Kritik am theistischen Weltbild aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht

 

Autor: Dr. Peter Kamleiter
ISBN: 978-3-8288-3654-9
363 Seiten
Tectum Verlag Marburg

Mit Religionskritik auf konsequent wissenschaftlicher Basis beschäftigt sich der Autor Dr. Peter Kamleiter im vorliegenden Buch. Er vertritt dabei keine radikal-atheistische Position und konfrontiert stattdessen die Leser mit den aktuellsten Erkenntnissen der Kosmologie, Evolutionsbiologie, Hirnforschung, der Philosophie und den mittlerweile selbstkritischen Thesen, die inzwischen selbst in theologischen Kreisen Eingang fanden. Aufgrund der gelieferten wissenschaftlichen Fakten werden die Leser in die Lage versetzt, die Unvereinbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse mit den überlieferten biblischen Mythen und Vorstellungen zu erkennen und deren Glaubwürdigkeit realistisch einzuschätzen.

Für religiös geprägte Menschen dürfte es zweifellos nur schwer zu ertragen sein, dass eine natürliche Entstehung des Lebens durch gewöhnliche physikalische und chemische Prozesse – ohne das Mitwirken eines göttlichen Schöpfers – möglich ist. Der dafür geprägte Begriff „Synergetik“ besagt, dass Ordnung spontan auftritt, ohne – wie kompliziert das System auch sein mag – übernatürliche (göttliche) Einwirkung von außen. Zu dieser Erkenntnis liefert der Autor Beispiele aus der aktuellen Forschung.

Es ist keine leichte Kost, die der Autor seinen Lesern zumutet. An manchen Stellen des Buches dürften sich deshalb etliche Leser überfordert fühlen, denn die Komplexität der angesprochenen und behandelten wissenschaftlichen Disziplinen und der auf dieser Basis mitgelieferten Erklärungen dürften in ihrer Vielschichtigkeit und Verästelung selbst für akademisch gebildete Leser in letzter Konsequenz nicht ohne weiteres verständlich und nachvollziehbar sein.

Besonders interessant erscheint mir die These des Autors, dass die Menschheit zumindest in ihrer technologischen Entwicklung und in ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen heute um zwei Jahrtausende weiter wäre, wenn nicht die Unterbrechung dieses naturwissenschaftlichen Forscherdranges durch das religiös-ideologisch dominierte christliche Mittelalter stattgefunden hätte. Man stelle sich vor – so der Autor -, dass die gegenwärtige Menschheit – was den technischen Fortschritt anbetrifft – sich heute bereits auf dem Niveau von 4015 n.u.Z. befinden würde. Für die Anhänger des Intelligent Design unvorstellbar, dass sie jemals auch nur annähernd ein realistischeres Erkenntnisniveau erreichen werden.

Es fällt schwer, dem Inhalt dieses Buches auch nur annähernd gerecht zu werden, denn allein das Thema Entstehung und Evolution des Lebens in allen seinen wissenschaftlichen Facetten und Aspekten nimmt breiten Raum ein. Dass der Schwerpunkt dieses Buches vorrangig auf den wissenschaftlichen Aspekten der Religionen und des Glaubens liegt, hat den vermutlich beabsichtigten Nebeneffekt, dass die Absurdität von religiös motivierten Argumenten und Darstellungen transparent und offensichtlich werden. Der durch nichts bewiesene Glaube an die Existenz eines göttlichen Wesens wird auf diese Weise – mittels nachprüfbaren wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnissen – im wahrsten Sinne des Wortes entzaubert.

Dr. Peter Kamleiter hat in Würzburg Philosophie, Musikwissenschaft und evangelische Theologie studiert. Er befasst sich im vorliegenden Buch auch intensiv mit der Frage, welchen gesellschaftlichen Einfluss die Kirchen und Religionen in Schulen, Medien und Politik in Fragen der Ethik und Moral überhaupt noch beanspruchen dürfen. Eine Frage, die angesichts der vielschichtigen Veränderungen in unserer Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt und deren Beantwortung man nicht allein den Vertretern religiöser Vereinigungen überlassen kann.

49 Gedanken zu “Rezension: „Der entzauberte Glaube“ von Peter Kamleiter

  1. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man längst nachweisen, wie und auf welche Art und Weise menschliches Leben entstanden ist. Bei diesem Prozess war garantiert keine göttliche Hand im Spiel. Für mich immer wieder erstaunlich, dass selbst gebildete erwachsene Menschen allen Ernstes annehmen, dass die biblischen Mythen und Märchen glaubhaft seien. Dieser unrealistische, lächerliche und kindliche Glaube ist doch schon längst entzaubert und muss somit der Kategorie „Aberglaube“ zugeordnet werden.

    Gefällt mir

    • @ Dorette

      „wie und auf welche Art und Weise menschliches Leben entstanden ist“ würde ich doch gerne mal erfahren. es reicht aber auch schon „wie und auf welche Art und Weise Leben entstanden ist“ …

      Gefällt mir

    • Aus Sicht des Schöpfungsberichtes kann man längst nachweisen, wie und auf welche Art und Weise menschliches Leben entstanden ist. Bei diesem Prozess war garantiert kein Zufall im Spiel. Für mich immer wieder erstaunlich, dass selbst gebildete erwachsene Menschen allen Ernstes annehmen, dass die gesellschaftlichen Mythen und Märchen glaubhaft seien. Dieser unrealistische, lächerliche und kindliche Ansicht ist doch schon längst entzaubert und muss somit der Kategorie „Pseudowissenschaft“ zugeordnet werden.

      Gefällt mir

  2. @ Abiogenese

    Du kannst doch von mir nicht allen Ernstes erwarten, dass ich dir im Rahmen eines Kommentars in diesem Blog eine umfassende wissenschaftliche Abhandlung darüber liefere, wie menschliches Leben entstanden ist. Literatur darüber gibt es und auch das hier vorgestellte Buch von Dr. Kamleiter gibt, so vermute ich mal, Antworten auf diese Frage. In der Rezension wird ja erwähnt, dass der Autor Antworten zu diesem Thema liefert. Wenn dich dieses Thema wirklich interessiert, kommst du nicht darum herum, dich über den aktuellen Forschungsstand zu informieren. Der liebe Gott spielt allerdings bei diesen Forschungsberichten längst keine Rolle mehr.

    Unter http://www.planet-wissen.de findest du schon mal einige Antworten auf deine Frage, die aber nach meiner Erkenntnis nicht mehr den letzten aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. Der liebe Gott spielt allerdings schon in diesen Forschungsberichten längst keine Rolle mehr.

    Gefällt mir

  3. @ Abiogenese

    Liefere mir doch mal einen Beweis von deinem lieben Gott! Ein Video von ihm, oder auch nur ein Foto würde mir genügen. Oder gibt es vielleicht eine authentische Presseerklärung vom lieben Gott, die seine Existenz beweisen könnte? Ein winzig kleines Barthaar von ihm würde mir auch genügen.

    Zu deiner Info: Wie aus einfachen chemischen Grundsubstanzen die Bausteine des Lebens, also Nukleinsäuren und Eiweiß und andere komplizierte Zusammensetzungen entstehen konnten, lieferte in einem viel zitierten Experiment der amerikanische Chemiestudent Stanley Miller aus Chicago bereits im Jahre 1953. Unter Laborbedingungen – und unter Verwendung der wichtigsten Ingredienzien wie Methan, Ammoniak und etwas Wasser und einer Energiequelle (künstliche Blitze in Form von Funkentladungen) – erhielt Miller in seinem Glaskolben innerhalb von 24 Stunden unter anderem gleich drei von insgesamt 20 Bausteinen, aus denen alle biologischen Eiweißarten zusammengesetzt sind, sowie der für das Leben wichtigsten Aminosäuren wie Glyzin, Alanin und Asparagin. Auch bei den zahlreichen Nachahmungsversuchen (die teilweise modifiziert wurden, z.B. ein Gemisch aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff) konnten die Ergebnisse Millers verifiziert werden. Bei diesen Versuchen entstanden immer wieder viele andere chemische Verbindungen, manchmal bis zu siebzig unterschiedliche Aminosäuren, Zucker, Purine und andere Moleküle, die als Bestandteile aller Lebewesen jedem Biochemiker bekannt sind.
    Auch Porphyrine (chemische Vorstufen des Chlorophylls), welche eine wichtige Rolle bei der Sauerstoffbildung in der Atmosphäre und somit bei der biologischen Entwicklung spielten, konnten nachgewiesen werden. Weiter konnte die abiotische Genese Entstehung von Adenosintriphosphat (ATP, das als wichtigste Energiequelle aller Zellen bekannt sind) sowie von einzelnen Polymeren (den Bausteinen der Eiweiße und Nukleinsäuren) beobachtet werden. Die bis dahin noch fragwürdige abiotische Genese
    der komplizierten Moleküle, die die Voraussetzung für die Theorie der Entstehung des Lebens aus unbelebter Natur darstellt, konnte damit gefestigt werden.

    Gefällt mir

  4. @ Abiogenese

    Ist das alles, was du dazu zu sagen hast? Im Internet habe ich zu diesem Thema folgende Erklärung gefunden. Ich zitiere:

    Miller-Urey-Experiment

    Das Miller-Urey-Experiment (auch Urey-Miller-Experiment oder Miller-Experiment) dient der Bestätigung der Hypothese, dass unter den Bedingungen einer postulierten Uratmosphäre eine Entstehung organischer Moleküle (Chemische Evolution), wie sie heute bei Lebewesen vorkommen, möglich ist.

    Stanley Miller simulierte 1953 zusammen mit Harold Clayton Urey im Labor der University of Chicago eine hypothetische frühe Erdatmosphäre. Das Experiment beschrieb er in seiner Veröffentlichung: Herstellung von Aminosäuren unter möglichen Bedingungen einer einfachen Erde. (Zitatende)

    Kein Zweifel, du bist offensichtlich nicht auf dem letzten Erkenntnisstand der Wissenschaft. Deine letzte Chemiestunde fand vermutlich schon vor längerer Zeit statt. Du solltest deine Infos zu dieser Thematik vorzugsweise aus der wissenschaftlichen Fachliteratur und nicht aus der Bibel beziehen.

    Fällt es dir wirklich so schwer, einzugestehen, dass du mit deiner Wertung falsch liegst? Den geforderten Beweis für meine These habe ich dir doch nachprüfbar geliefert.

    Gefällt mir

    • @ Dorette

      die Synthetisierung einiger organischer chemischer Verbindungen unter Laborbedingungen hat _null_ mit der „Erschaffung von Leben“ zu tun.

      Zitat Dorette: „Kein Zweifel, du bist offensichtlich nicht auf dem letzten Erkenntnisstand der Wissenschaft. Deine letzte Chemiestunde fand vermutlich schon vor längerer Zeit statt. Du solltest deine Infos zu dieser Thematik vorzugsweise aus der wissenschaftlichen Fachliteratur und nicht aus der Bibel beziehen.“

      Deine Arroganz stellt den Kritikern des Christentums – die Du hier leider repräsentierst – ein ganz schlechtes Zeugnis aus.

      Gefällt mir

  5. @ Abiogenese

    Bibel- und gottgläubige Menschen legen oftmals ein äußerst merkwürdiges Verhalten an den Tag, wenn man sie mit wissenschaftlichen Fakten konfrontiert. Den biblischen Mythen und Märchen glauben und vertrauen sie völlig kritiklos, während sie anderseits wissenschaftlichen Fakten mit großer Skepsis begegnen. Ein Phänomen, welches ich nur damit zu erklären vermag, dass eine frühkindliche Gehirnwäsche, aufgrund des Einflusses von frommen religiösen Fantasiegeschichten, offenbar zu einer partiellen Trübung des kritischen Denkvermögens geführt hat.

    Selbstverständlich hat ein Experiment, welches unter Laborbedingungen statt fand, Beweiskraft. Dass du dir anmaßt, dieser Tatsache zu widersprechen, ist sowohl für mich als auch für in der Forschung tätigen Wissenschaftler nicht nachvollziehbar. Mögen andere Leute darüber entscheiden, ob dein Widerspruch nur dumm oder arrogant oder möglicherweise beides war!

    Gut möglich, dass du auch nur sauer bist, weil „Dorette“ dich mit ihrer fachkundigen Auskunft widerlegt und somit blamiert hat!

    Gefällt mir

    • @ Argus7

      präsentieren Sie mir doch endlich das Experiment, in dem die Wissenschaft „Leben erschaffen hat“.

      Dieses Experiment gibt es nicht.

      Es ist einfach nur peinlich, wie hier eine – wichtige – Kritik am Christentum mit grob falschen Behauptungen ad absurdum geführt wird.

      Das was „Dorette“ hier wieder gibt – zum Beispiel das „Miller-Urey-Experiment“ –, habe ich schon in meinen Kinderbüchern gelesen …

      Gefällt 1 Person

  6. Die Entstehung des Lebens ist eine komplexe und deshalb auch langwierige Angelegenheit, die sich nicht einfach so im Labor nachstellen lässt. Über Simulationsexperimente weiß man, wie die ersten Schritte, also Monomer-Entstehung, Anreicherung und Verkettung zu Oligomeren und Polymeren, abgelaufen sind.

    Die Interaktionen zwischen diesen Molekülen und dem geochemischen Umfeld, in welchem sie entstanden sind, konnten bislang noch nicht nachgestellt werden, weil dieses Umfeld a) sehr komplex ist und b) über längere Zeit hinweg veränderlich ist.

    Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man den Weg von den ersten Polymeren zu den ersten funktionierenden Stoffwechselsystemen, die sich selbst über Rückkopplungen im bestand erhalten, noch nicht nachstellen konnte. Möglicherweise sind die Umgebungsbedingungen, die auf der frühen Erde vorgelegen haben, zu komplex, um jemals realitätsnah im Labor nachgebildet zu werden.

    Daraus jedoch abzuleiten, Leben hätte auf natürlichem Weg niemals entstehen können, ist absurd. Aus einem „Wir wissen es noch nicht“ kann man nicht ein „Also geht es prinzipiell nicht“ ableiten.

    Gefällt mir

    • @ Hoffmann

      Zitat Hoffmann: „Daraus jedoch abzuleiten, Leben hätte auf natürlichem Weg niemals entstehen können, ist absurd.“

      wer hat das getan? Niemand.

      Hier wurde behauptet, es sei wissenschaftlich geklärt, wie das Leben entstanden ist. Das ist falsch.

      Im Zusammenhang mit einer wichtigen Kritik am Christentum – an Religion generell – ist das inakzeptabel:
      Schlechter als keine Kritik ist nur noch eine falsche Kritik.

      Gefällt mir

      • @ Abiogenese:

        Zitat: „Hier wurde behauptet, es sei wissenschaftlich geklärt, wie das Leben entstanden ist. Das ist falsch.“

        Ganz falsch ist es nicht, denn der grobe Ablauf ist ja rekonstruierbar. Was noch nicht geklärt ist, ist der Ablauf einiger Etappen, die aus dem Polymer-Gemisch einen funktionierenden Stoffwechsel in reproduzierbarer Form machten. Aber dazu gibt es eine Menge an Modellen, die diese Zwischenschritte plausibel machen. Problematisch ist bislang nur die Testbarkeit unter Laborbedingungen.

        Gefällt mir

  7. @ Hoffmann

    Zitat: „Ganz falsch ist es nicht, denn der grobe Ablauf ist ja rekonstruierbar.“

    wie viele Nobelpreise schätzen Sie für die wissenschaftliche Klärung der „Entstehung des Lebens“?

    ich sag jetzt einfach mal: „drei auf einen Streich“, Nobelpreise, mindestens.

    Deshalb ist es total absurd, dass hier behauptet wird, die Wissenschaft habe das Problem längst geklärt …

    Gefällt mir

    • @ Abiogenese:

      Geklärt ist es insofern, dass man den Weg zur Entstehung des Lebens auf natürliche Ursachen zurückführen kann und auf keine außernatürlichen Ursachen ausweichen muss.

      Es gibt plausible Modelle, die den Weg beschreiben, aber noch keine experimentelle Verifizierung. Sicher darf man annehmen, dass bei einer gelingenden Laborsimulation auch Nobelpreise vergeben würden, aber das wäre nur der letzte Schritt zum Verständnis, wie Lebensentstehung in der Praxis funktioniert.

      In der Theorie – also als Modell – sind die groben Abläufe bekannt. Deshalb ist die Aussage, dass wissenschaftlich geklärt sei, wie Leben entstanden ist, nicht ganz falsch, aber eben – wegen der noch vorhandenen experimentell zu schließenden Lücken – nicht ganz korrekt.

      Gefällt mir

      • @ Hoffmann

        um das – abschliessend – zu klären: „außernatürliche Ursachen“ suche ich NICHT.

        Dass es Modelle gibt, wissenschaftliche HYPOTHESEN, habe ich auch nie bestritten. Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, eine zunächst plausible Hypothese aufgestellt zu haben, und diese dann auch zu VERIFIZIEREN:

        dafür würde ich mehrere Nobelpreise erwarten, weil es so schwierig ist.

        Ganz allgemein gesagt: Religion damit kritisieren zu wollen, dass wissenschaftlich doch alles geklärt sei, ist dumm. Richtig dumm. Im Zweifel verschieben Sie nur die Grenze der Erkenntnis …

        Jetzt bitte keine Diskussion zum Urknall, der Zeit, und dem Universum …

        die richtige Antwort ist „42“ …

        Gefällt mir

  8. @ Abiogenese:

    „außernatürliche Ursachen“ suche ich NICHT.

    Gut zu wissen, ich erwarte auch keine außernatürlichen Ursachen – schon deshalb, weil man sie auf wissenschaftlichem Weg gar nicht deduzieren oder induzieren kann. Sie fallen schlicht aus dem Rahmen, der für die Wissenschaften gesetzt sind.

    Religion damit kritisieren zu wollen, dass wissenschaftlich doch alles geklärt sei, ist dumm.

    Es kommt darauf an, was man an Religion kritisieren will. Wenn es nur um Gottesdienst etc. geht, kann man Religion Religion sein lassen und sich andere beschäftigungen suchen. Wenn es aber darum geht, Kreationismus als Wissenschaft zu verkaufen und darauf zu drängen, dass dies Unterrichtsstoff im Fach Biologie werden soll, muss man das zurückweisen.

    Damit habe ich nicht unterstellt, dass Sie ein Verfechter der Pro-Kreationismus-im-Unterricht-Fraktion sind, aber hoffentlich verdeutlicht, dass Religionskritik aus wissenschaftlicher Perspektive eine partielle Berechtigung hat, um gewisse Kompetenzüberschreitungen zu verhindern.

    Gefällt mir

  9. @ Abiogenese

    Wie auch immer der Expertenstreit zwischen Dir, „Dorette“ und „Hoffmann“ zu bewerten ist, steht eines schon mal fest. Und das ist die Tatsache, dass es auch nicht den Hauch eines Beweises für die Existenz eines göttlichen Wesens gibt. Diese unbewiesene These geistert nun schon mehr als 2.000 Jahre durch die Geschichte der Menschheit und in dieser langen Zeit ist die Story um kein Jota wahrer geworden. Der Gottglaube ist und bleibt eine rein menschliche Erfindung deren Wahrheitsgehalt gegen Null tendiert. Beweise für die Existenz eines Gottes gibt es schließlich auch nicht in Ansätzen.

    Und ausgerechnet du, ein Vertreter der märchenverbreitenden Religionsfraktion, ziehst wissenschaftliche Forschungsergebnisse in Zweifel!? Absurder und seltsamer geht es wirklich nicht.

    Gefällt mir

    • @ Argus7

      Lesen hilft, dann würden Sie nicht noch mehr Unsinn schreiben, wie diesen:

      „Und ausgerechnet du, ein Vertreter der märchenverbreitenden Religionsfraktion, ziehst wissenschaftliche Forschungsergebnisse in Zweifel!?“

      – ich bin KEIN „Vertreter der märchenverbreitenden Religionsfraktion“

      – ich ziehe KEINE „wissenschaftliche Forschungsergebnisse in Zweifel“ – ich warte auf „wissenschaftliche Forschungsergebnisse“, zum Beispiel von Ihnen, aber da kommt gar nichts …

      Gefällt mir

  10. @ Hoffmann

    kümmern Sie sich bitte um diese – vermeintlichen – Unterstützer eines wissenschaftlichen Standpunkts wie
    „Argus7“, die hier gerade das blog ruinieren …

    Gefällt mir

  11. An dieser Stelle möchte ich als Autor der hier vorgestellten Rezension einen Satz aus dem Buch von Dr. Kamleiter zitieren, der zur Klärung des hier heiß umstrittenen Themas beitragen möge.

    Zitat: „Wir wissen also heute, dass sich Leben aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt hat – zumindest sprechen alle naturwissenschaftlichen Indizien dafür. Die Wirkung immaterieller Kräfte bei der Biogenese ist rational ausgeschlossen.“ (Zitatende)

    Das kann doch nur bedeuten, dass der Autor eine göttliche Einflussnahme bei der Entstehung von Leben ausschließt. Für die Mitwirkung eines Gottes bei der Entstehung von Leben fehlt schließlich jeder Beweis.
    Nach Dr. Kamleiter ist die Frage „Schöpfung oder Evolution“ entschieden und Gott eine überflüssige Hypothese. Wenn aber ein Gott als Schöpfer ausgeschlossen werden muss, was ist dann die Ursache für die Entstehung von Leben? Dr. Kamleiter vertritt die Ansicht, dass Ordnung spontan auftritt und prägte in diesem Zusammenhang den Begriff „Synergetik“.

    Gefällt mir

    • @ Walter Müller

      können Sie das Zitat „Wir wissen also heute, dass sich Leben aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt hat“ BEWEISEN?

      darum ging es in der Diskussion, und es hilft wenig, hier einen Dr. Kamleiter in der Funktion eines GOTTES zu präsentieren …

      Gefällt mir

      • @ Abiogenese

        Ich habe hier ein Zitat von Dr. Kamleiter wiedergegeben. Da ich nicht der Urheber dieser Behauptung bin, ist es nicht an mir, dafür einen Beweis zu liefern. Lesen Sie doch einfach mal das Buch von Dr. Kamleiter, dort finden Sie die Antwort zu ihrer Frage.

        Drehen wir den Spieß doch einfach mal um: Können Sie den Beweis für ein göttliches Einwirken bei der Entstehung von Leben liefern? Diesen Beweis ist das Christentum nämlich seit über 2.000 Jahren schuldig geblieben. Wenn aber ein Gott als Schöpfer ausgeschlossen werden muss, kann doch die Hypothese von Dr. Kamleiter durchaus zutreffend sein.

        Gefällt mir

      • @ Walter Müller

        wenn Sie meinen, Sie könnten Dr. Kamleiter in der Funktion als GOTT präsentieren – als nicht anzuzweifelnde Autorität – und dann auf sein Buch verweisen, quasi als „Bibel“ –

        frage ich mich, ob Ihre „Religionskritik“ – Kritik am Christentum– nicht eine geschickte Werbestrategie FÜR Religion ist …

        Gefällt mir

  12. @ Abiogenese

    Ihre Art zu argumentieren entbehrt leider der Sachlichkeit. Als Rezensent habe ich – wie das üblich ist – die Thesen eines Autors vorgestellt und dies völlig wertfrei. Ich empfehle Ihnen deshalb, sich doch mal direkt mit diesen Thesen zu befassen und erst dann darüber zu urteilen.

    Meine neutrale Haltung schließt aber nicht aus, dass ich selbstverständlich auch eine eigene Meinung zu den Thesen von Dr. Kamleiter habe. So teile ich z.B. seine Ansicht, dass ein göttliches Wirken bei der Schöpfung mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Eine Wertung, die bestimmt – insbesondere bei Naturwissenschaftlern – mehrheitsfähig sein dürfte.

    Gefällt mir

    • @ Walter Müller

      ich erwarte von jedem – jedem – der eine Hypothese aufstellt, oder vorstellt, dass er den ernsthaften VERSUCH macht, sie zu beweisen. Auch von Ihnen.

      Ihre „Nachplapper“-Haltung ist eine Werbung FÜR Religion: „glauben wir doch einfach, was xy sagt …“

      Gefällt mir

  13. @ Abiogenese

    Auf dieser Basis halte ich eine weitere Diskussion mit Ihnen nicht für sinnvoll. Ihre Forderung, dass ich einen Beweis für die Thesen eines Buchautors zu liefern hätte, ist schlichtweg absurd. Ihnen ist offenbar nicht klar, was für eine Funktion ein Rezensent zu erfüllen hat. Beweise für die Thesen eines Buchautors zu liefern, zählen jedenfalls nicht dazu.

    Gefällt mir

  14. @ Abiogenese

    Jetzt hast du den Boden der Sachlichkeit vollends verlassen. Wenn du schon die Thesen von Dr. Kamleiter nicht teilen und nachvollziehen kannst, dann sag uns doch bitte, welche alternativen Antworten du zur Frage, wie Leben entsteht, auf Lager hast? Dass es keinen Schöpfergott gibt, sind wir uns ja einig, aber dann muss es doch andere Antworten geben. Weshalb nicht eine Antwort, wie sie Dr. Kamleiter postuliert?
    Es ist doch durchaus denkbar, dass sich Leben „aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt hat“, wie dies Dr. Kamleiter vertritt. Was ist denn an dieser Wertung so abwegig? Die Beweise für seine These sind doch sicher in seinem Buch nachzulesen. Vielleicht sollten wir erst mal sein Buch lesen! Dann ersparst du dir möglicherweise die Mühe, nach dem Haar in der Suppe zu suchen.

    Bei der Darwin’schen Evolutionstheorie war es zunächst auch nur eine Vermutung, dass es sich so wie Darwin es darstellte, abgespielt haben könnte. Inzwischen ist aber aus dieser Theorie längst eine allseits anerkannte Lehre geworden. Eine Wissenschaft, die inzwischen selbst vom Vatikan nicht mehr bestritten wird.

    Gefällt mir

  15. @ Abiogenese:

    Ich kann Ihre Kritik zum Teil nachvollziehen, da manche Aussagen als Gewissheit rüberkommen, obwohl man in diesem Bereich der Forschung keine Gewissheit hat. Nehmen wir noch einmal das Zitat, das Walter Müller angebracht hatte, als Ausgangspunkt:

    Zitat: „Wir wissen also heute, dass sich Leben aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt hat – zumindest sprechen alle naturwissenschaftlichen Indizien dafür. Die Wirkung immaterieller Kräfte bei der Biogenese ist rational ausgeschlossen.“ (Zitatende)

    Hier lese ich eindeutig eine Einschränkung der Gewissheit heraus, nämlich „zumindest sprechen alle naturwissenschaftlichen Indizien dafür.“ Es handelt sich also um eine Schlussfolgerung aus Indizien heraus. Bis jetzt sind offenbar keine Indizien bekannt geworden, die GEGEN die Hypothese sprechen, „dass sich Leben aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt hat“.

    In der Naturwissenschaft ist eine Hypothese, die grundsätzlich falsifizierbar ist, solange gültig, bis sie falsifiziert worden ist. Es ist also zulässig, diese Hypothese als Wissen zu vertreten, solange man die Einschränkung „zum gegenwärtigen Kenntnisstand“ vornimmt bzw. unter dem Vorbehalt stellt, dass gegenteilige Fakten nicht bekannt sind.

    Aus dem Zitat kann ich entnehmen, dass dieser Vorbehalt kommuniziert worden ist, so dass Ihre Kritik zumindest in Bezug auf das vollständige Zitat nicht zutreffend ist. Ihre Kritik wäre zutreffend, wenn das Zitat so formuliert wäre, wie Sie es auszugsweise zitiert hatten. Da das Zitat aber den Zusatz aufweist, den Sie wahrscheinlich versehentlich ausgelassen hatten, ist Ihre Kritik ein Strohmann-Argument.

    Gefällt mir

    • @ Hoffmann

      ich hatte Sie oben bewusst gebeten, hier zu übernehmen, weil Sie bisher der einzige sind, der die TRAGWEITE der Diskussion überhaupt erfasst hat …

      Entscheidend ist folgendes, Zitat Hoffmann: „Ich kann Ihre Kritik zum Teil nachvollziehen, da manche Aussagen als Gewissheit rüberkommen, obwohl man in diesem Bereich der Forschung keine Gewissheit hat.“

      Ob die hier in der Diskussion zur Schau gestellte Gewissheit durch das längere Zitat eingeschränkt wird, möchte ich bezweifeln …

      Über den eigentlichen Prozess der „Entstehung des Lebens“ – wie konnte aus „unbelebter“ Materie „Leben entstehen“? – ist meines Erachtens viel zu wenig bekannt, um von einer „Falsifikation“ sprechen zu können.

      Gefällt mir

  16. @ Abiogenese:

    Ob die hier in der Diskussion zur Schau gestellte Gewissheit durch das längere Zitat eingeschränkt wird, möchte ich bezweifeln …

    Ich denke schon, dass das einschränkend gemeint ist, denn wenn bisher alle Indizien dafür sprechen, bedeutet das, dass prinzipiell offen ist, ob es weitere Indizien gibt, die dagegen sprechen könnten. Immerhin sind ja noch nicht alle Indizien bekannt, die sich auf die Hypothese anwenden ließen.

    Über den eigentlichen Prozess der „Entstehung des Lebens“ – wie konnte aus „unbelebter“ Materie „Leben entstehen“? – ist meines Erachtens viel zu wenig bekannt, um von einer „Falsifikation“ sprechen zu können.

    Sagen wir es so: Wir sind experimentell noch nicht so weit, dass wir zwischen einer Vielzahl von Hypothesen auf dem Weg der Falsifikation selektieren könnten. Prinzipiell muss jedoch jede der vorgebrachten Hypothesen falsifizierbar sein. Und so lange bei gegebener Falsifizierbarkeit die Falsifikation noch ausbleibt, ist es legitim, eine bestimmte Hypothese als derzeitigen Kenntnisstand zu vertreten.

    Also könnte man das Zitat folgendermaßen umformulieren:

    Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich Leben aus unbelebter Materie als Folge universeller Selbstorganisationsprozesse entwickelt. Bislang sprechen alle naturwissenschaftlichen Indizien dafür. Die Wirkung immaterieller Kräfte bei der Biogenese ist rational ausgeschlossen.

    Den letzten Satz würde ich noch wie folgt ergänzen:

    Grundsätzlich ist die Wirkung immaterieller Kräfte bei Naturprozessen durch Naturwissenschaften nicht ableitbar und folglich auch nicht erforschbar. Daher können sie nicht Gegenstand naturwissenschaftlicher Forschung und des wissenschaftlichen Diskurses sein.

    Vielleicht können wir uns auf diese Formulierung einigen.

    Gefällt mir

    • @ Hoffmann

      zur Frage der „Falsifikation“ – „Falsifizierbarkeit“: ich verstehe, was Sie meinen.

      Aber ich möchte noch einmal grundsätzlich fragen:

      Sind die wissenschaftlichen Hypothesen zur Entstehung des Lebens UMFASSEND genug, um von „Falsifikation“ sprechen zu können? Gibt es überhaupt einen konkreten Versuch, um eine Falsifikation vornehmen zu können?

      Sie formulieren ja selber Zweifel, Zitat Hoffmann: „Wir sind experimentell noch nicht so weit, dass wir zwischen einer Vielzahl von Hypothesen auf dem Weg der Falsifikation selektieren könnten …“

      Gefällt mir

      • @ Abiogenese:

        Sind die wissenschaftlichen Hypothesen zur Entstehung des Lebens UMFASSEND genug, um von „Falsifikation“ sprechen zu können?

        Nehmen wir mal die RNA-Welt-Hypothese als Beispiel. Es gibt viele Indizien, die dafür sprechen, dass RNA einst eine zentrale Rolle bei der Entstehung erster Zellen gespielt hat – eben wegen der Doppel-Eignung als Matrize und als Enzym. Laborversuche haben gezeigt, dass verschiedene Reaktionen, die als bedeutsam für die spätere Protein-Biosynthese angesehen werden, über RNA in Eigenregie stattfinden konnten. Daraus lässt sich nun ableiten, dass es früher eine RNA-Welt gegeben hat, in der RNA allein den gesamten Stoffwechsel der frühen Protozellen gestemmt hat.

        Eine Falsifikation wäre, wenn man zeigen könnte, dass eine Ansammlung von RNA-Molekülen unterschiedlicher Zusammensetzung sich niemals zu einem größeren Stoffwechselsystem organisieren könnte. Prinzipiell würde das gehen, indem man wahlweise verschiedene Zusammenstellungen von RNA-Molekülen in einen Reaktionsraum gibt und alles sich selbst überlässt. Zu erwarten ist, dass nicht viel passiert, weil man noch die passenden Substrate benötigt, mit denen die RNAs operieren.

        Sobald man z.B. Aminosäuren noch mit einbezieht, verlässt man den Rahmen, der als RNA-Welt gesetzt ist, weil Aminosäuren als Ko-Faktoren wirken. Weiterhin ist bekannt, dass Dipeptide – also Verbindungen, die aus zwei Aminosäuren bestehen – bereits katalytische Wirkungen zeigen, die auf den RNA-Stoffwechsel rückwirken. Damit hätten wir aber bereits eine RNA-Peptid-Welt und keine RNA-Welt mehr.

        Über Laborsimulationen könnte man also einerseits widerlegen, dass es eine RNA-Welt gegeben hat, würde andererseits aber dennoch bestätigen, dass RNA eine zentrale Rolle in der frühen Abiogenese gespielt hat – wenn auch in Kooperation mit anderen chemischen Stoffklassen. Die Dinge sind also ziemlich verwickelt, um hier mit einem einfachen Ja oder Nein zu antworten.

        Gefällt mir

  17. @ Hoffmann

    meine Aussage „Ob die hier in der Diskussion zur Schau gestellte Gewissheit durch das längere Zitat eingeschränkt wird, möchte ich bezweifeln …“ bezog sich auf die Beiträge der anderen Diskutanten: Die sind sowas von sicher, dass die Wissenschaft längst alles bewiesen hat, dass nur noch eine Deutung bleibt:

    „Die Wissenschaft hat eine göttliche Natur“.

    Und ja: ich glaube, das IST der Mythos der Neuzeit …

    Gefällt mir

  18. @ Abiogenese:

    Ich denke nicht, dass sich die anderen Diskutanten so sicher sind, wie Sie es hier apostrophieren. Aber gut, darüber kann man ja geteilter Ansicht sein und bleiben. Grundsätzlich ist Wissenschaft lediglich eine Methode, um der Wirklichkeit zumindest zeitweilig gültige Wahrheiten in Gestalt von wissenschaftlichen Theorien zu entlocken.

    Ob man diese dann als „göttlich“ – im Sinne eines religiösen Dogmas – ansieht oder nüchtern als Kenntnisstand besten Wissens und Gewissens, liegt an der jeweiligen persönlichen Einstellung desjenigen, der sich diese Wahrheiten aneignet. Man muss daraus keinen Mythos der Moderne konstruieren – ein wenig Selbstdisziplin reicht meistens schon aus, um auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren …

    In diesem Sinne Ihnen noch alles Gute.🙂

    Gefällt mir

  19. Ich nehme zur Kenntnis, dass die Experten „Hoffmann“ und „Abiogenese“ den Beweis des Buchautors Dr. Kamleitner, zur Frage „Wie Leben entstand“ nicht vorbehaltlos anerkennen. Dazu ein Zitat aus „Hoffmanns“ Kommentar vom 10. Juli:

    „In der Theorie – also als Modell – sind die groben Abläufe bekannt. Deshalb ist die Aussage, dass wissenschaftlich geklärt sei, wie Leben entstanden ist, nicht ganz falsch, aber eben – wegen der noch vorhandenen experimentell zu schließenden Lücken – nicht ganz korrekt.“
    (Zitatende)

    So weit, so gut, aber muss man daraus den Umkehrschluss ziehen, dass Leben einzig und allein dem Wirken eines Schöpfergottes zuzuschreiben ist? Die Antwort darauf ist ein klares NEIN! Die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Erklärungen, wie Leben entstanden ist, mögen den einen oder anderen Experten nicht überzeugen. Es bleibt aber die Tatsache, dass die These von einem Schöpfergott mehr als nur auf wackeligen Beinen steht. Im Klartext: Die These von der Existenz eines Schöpfergottes ist absurd und unter gar keinem Gesichtspunkt haltbar.

    Lassen wir folglich den Expertenstreit um naturwissenschaftliche Beweise auf sich beruhen und stellen wir fest, dass der These von einen Schöpfergott auf einer riesengroßen Lüge beruht. Einer Lüge, die das Leben der Menschheit in vielfacher Art und Weise – und leider nicht positiv – beeinflusst hat. Und – wenn es in dieser Frage eine Wahrheit gibt, ist sie unter Garantie nicht in der Bibel zu finden!

    Gefällt mir

    • @ Argus7:

      … muss man daraus den Umkehrschluss ziehen, dass Leben einzig und allein dem Wirken eines Schöpfergottes zuzuschreiben ist?

      Natürlich nicht, aber wer tut das denn hier in dieser Runde? Ich konnte auch aus den Beiträgen von „Abiogenese“ nichts herauslesen, was in dieser Richtung hätte interpretiert werden können – geschweige denn müssen …

      Es bleibt aber die Tatsache, dass die These von einem Schöpfergott mehr als nur auf wackeligen Beinen steht.

      ES ist zunächst eine Tatsache, dass im Rahmen der Naturwissenschaften natürliche Gegebenheiten allein mit Hilfe und auf der Basis natürlicher Gegebenheiten erklärt und beschrieben werden können. Das bedeutet, dass im Rahmen wissenschaftlicher Theorien ausschließlich auf natürliche Ursachen zurückgegriffen werden darf. Die These von einem Schöpfergott, der als übernatürliche Ursache, die natürlichen Abläufe beeinflusst, kann daher nicht Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein.

      Auf wie wackeligen Beinen die These steht, dass ein Schöpfergott existiert bzw. zum Zeitpunkt einer erfolgten Schöpfung existiert hat, ist für die wissenschaftliche Erforschung der Entstehung des Lebens irrelevant, da diese These ohnehin nicht Gegenstand der Forschung sein kann.

      … stellen wir fest, dass der These von einen Schöpfergott auf einer riesengroßen Lüge beruht.

      Diese Feststellung geht zu weit. Ob diese These eine Lüge ist oder nicht, lässt sich nicht abschließend mit Hilfe der wissenschaftlichen Methode beurteilen. Zutreffend wäre, dass die These von einem Schöpfergott einen Kategorienfehler darstellt, wenn sie auf die wissenschaftliche Erforschung der Entstehung des Lebens angewandt wird. Diese These ist nicht anwendbar und daher wertlos, weil nicht Erkenntnisse mit sich bringend.

      Und – wenn es in dieser Frage eine Wahrheit gibt, ist sie unter Garantie nicht in der Bibel zu finden!

      Und damit widersprichst Du Deiner eben getroffenen Feststellung, dass es sich um eine Lüge handeln würde. Wenn es also in dieser Frage, ob es einen Schöpfergott gibt oder gab, eine Wahrheit gibt, dann ist sie uns nicht bekannt, so dass es offen ist und bleibt, ob es eine Lüge ist oder nicht.

      Gefällt mir

  20. @ Hoffmann

    Du schreibst::
    „Auf wie wackeligen Beinen die These steht, dass ein Schöpfergott existiert bzw. zum Zeitpunkt einer erfolgten Schöpfung existiert hat, ist für die wissenschaftliche Erforschung der Entstehung des Lebens irrelevant, da diese These ohnehin nicht Gegenstand der Forschung sein kann.“

    Das verstehe ich nicht. Die christlichen Gottesanhänger verbreiten doch seit über 2.000 Jahren die Botschaft, von einem angeblichen Schöpfergott. Sie reden den Menschen ein, dass dieser Gott nicht fiktiv, sondern real sei. Im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Forschung der Entstehung des Lebens mag dies zwar irrelevant sein, aber es bleibt die Tatsache, dass uns diese Botschaft als reale Wahrheit verkauft wird. Somit kann man diesen Aspekt bei unser Diskussion, bei der es schließlich auch um die Wahrheitsfindung geht, nicht einfach außer Acht lassen. Wir diskutieren hier nicht nur über die Frage der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens, sondern um das Thema „der entzauberte Glaube“. Und dass dieser Glaube längst entzaubert ist, steht wohl außer Frage. Dies, obwohl Du und „Abiogenese“ das
    „Miller-Urey-Experiment“ nicht als Beweis für die Entstehung von Leben anerkennen wollt.

    Du stellst des weitern fest, dass ich mit meiner Feststellung, dass wir mit einer Gotteslüge konfrontiert sind, zu weit gehe. Warum so zimperlich? Eine offensichtliche Lüge darf man doch wohl auch als solche bezeichnen. Meine Behauptung brauchen wir auch gar nicht mit wissenschaftlicher Methodik untersuchen, denn es steht eindeutig und unwiderlegbar fest, dass die Menschheit seit über 2.000 Jahren mit einer dreisten (biblischen) Lüge hinters Licht geführt wurde.

    Wenn Du schon Wert darauf legst, dass wir hier unsere Diskussion strikt nach wissenschaftlichen Regeln führen, dann darf ich dazu anmerken, dass die Beweislist für die Existenz eines metaphysischen Wesens (wie z.B. Gott oder Engel) nicht bei denjenigen liegt, die sie aufgrund ihrer Unsichtbarkeit negieren, sondern bei denen, die sie trotzdem für existent erklären.

    Ich erspare mir hier die Aufzählung von Verbrechen, Kriegen und Bluttaten, die im Verlaufe vieler Jahrhunderte im Namen Gottes von Christen begangen wurden. Dass Religion – egal welche – dazu diente, Menschen zu beherrschen, zu unterdrücken, zu missbrauchen und zu versklaven ist schließlich historisch belegt.

    Gefällt mir

    • @ Argus7:

      Wir diskutieren hier nicht nur über die Frage der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens, sondern um das Thema „der entzauberte Glaube“.

      Wen Du meine Kommentare verfolgst, wirst Du feststellen, dass es im Verlauf dieser Diskussion explizit um die Entstehung des Lebens geht, weil „Abiogenese“ diese Frage aufgeworfen hatte. Über konkrete Ausformungen des Glaubens an einen Schöpfergott, die insbesondere mit daraus abgeleiteten moralischen Imperativen einhergehen, muss und werde ich nicht diskutieren, weil dies mit meinen Interessensgebieten nichts zu tun hat.

      Grundsätzlich lässt sich aus der Behauptung, dass es einen Schöpfergott gibt, nichts ableiten, was in irgend einer Weise verpflichtend auf das menschliche Verhalten wirken könnte.

      Da es sich bei einem Schöpfergott um eine außerweltliche bzw. überweltliche Entität handelt (wenn man die Aussagen aus Thora, Bibel und Koran aufgreift), die Menschen aber auf den innerweltlichen Kontext beschränkt bleiben, ist die außerweltliche Natur solch einer Entität ohnehin grundsätzlich nicht aus dem Erfahrungshorizont erkennbar, der uns gegeben ist.

      Also ist das Aufstellen diverser Verhaltensvorschriften unter Berufung auf eine göttliche Legitimation generell eine Angelegenheit willkürlichen Mutmaßens, aber nicht gesicherten Kenntnisstandes. Von daher ist dieses Thema für mich von vornherein erledigt, weil nicht diskutabel. Religionsfreiheit ist durch das Grundgesetz garantiert. Exzesse seitens religiöser Eiferer fallen unter das Strafgesetzbuch. Dabei kann man es belassen.

      Dies, obwohl Du und „Abiogenese“ das
      „Miller-Urey-Experiment“ nicht als Beweis für die Entstehung von Leben anerkennen wollt.

      Es ist ja auch kein Beweis für die Entstehung von Leben. Es ist ein Beweis dafür, dass unter den Bedingungen einer reduzierenden Atmosphäre neben 85 Prozent Teersubstanz auch 4 Prozent Ameisensäure sowie etwa 1 Prozent der einfachsten Aminosäuren Glycin und Alanin entstehen. Weitere Aminosäuren, wie z.B. Asparaginsäure, wurden nur in Spuren nachgewiesen. Das ist alles gut und schön, aber der Weg zum Leben von diesen Aminosäuren ist noch lang und tückisch. Das sollte man dabei nicht übersehen.

      Den hypothetischen Schöpfergott hat man damit nicht wegerklärt – geschweige denn widerlegt. Wie auch? Es geht ja grundsätzlich nicht, wie ich bereits mehrfach ausgeführt hatte: Gott ist kein Gegenstand der Naturwissenschaften. Die Frage nach seiner Existenz kann über wissenschaftliche Methoden nicht beantwortet werden. Also kann man diesen Teil der Argumentation auf sich beruhen lassen.

      Warum so zimperlich?

      Weil es ein logischer Kurzschluss ist. Du kannst die These, dass es einen Schöpfergott gibt oder gab, zwar als nicht validiert bezeichnen, weil es keine Indizien gibt, die stringent die postulierte Existenz nahelegen, aber Du kannst nicht logisch schlussfolgern, dass aufgrund des Fehlens von eindeutigen Indizien für die Existenz dieses Gottes, zugleich dessen Existenz widerlegt sei. Und aus der nicht widerlegten Existenz lässt sich nicht ableiten, dass die behauptete Existenz eine Lüge sei.

      Eine Lüge ist, wenn man trotz der Gewissheit über die Wahrheit eines Sachverhalts dennoch das Gegenteil behauptet und für wahr erklärt. Ich unterstelle den Gottesgläubigen, dass sie sich über die Nichtexistenz Gottes im Ungewissen befinden. Deshalb ist es keine Lüge, wenn sie behaupten, es gebe einen Gott, sondern eine These, die sie mit ihrer festen Glaubensüberzeugung begründen.

      Dass diese Glaubensüberzeugung ebenfalls keine Gewissheit darstellt, müssen wir wohl nicht noch vertiefend diskutieren. Ich denke aber nicht, dass ein Gottgläubiger bewusst lügt, sondern stattdessen wohlwollend annimmt. Der Umstand, dass dies mitunter auf aufdringliche Art und Weise geschieht, ist ein anderes Thema und durchaus kritikwürdig.

      Gerade in Bezug auf die Versuche, Kreationismus zum Thema des Biologie-Unterrichts zu machen, hatte ich mich bereits eindeutig ablehnend positioniert. Ich muss mir daher von niemandem Zimperlichkeit vorwerfen lassen, wenn es um die Zurückweisung überzogener Ansprüche geht.

      In diesem Sinne einen schönen Abend noch …

      Gefällt mir

      • @ Hoffmann

        Vielen Dank für den überaus aufschlussreichen Link. Daran werde ich geraume Zeit zu lesen haben.

        Dass Du zum Thema „Gott“ keine Stellung beziehen magst, muss ich wohl akzeptieren. Im hier vorgestellten Buch geht es aber „um den entzauberten Glauben“. Immerhin behaupten nach wie vor viele Leute, dass es ohne einen Schöpfergott kein Leben gäbe. Eine nach wissenschaftlichen Kriterien völlig unhaltbare These. Das lässt zumindest den Umkehrschluss zu, dass Leben „auf andere Weise“ entstanden sein muss. Darüber finden sich ja unter dem von Dir eingestellten Link doch einige interessante Hinweise.

        Gefällt mir

  21. @ Argus7:

    Immerhin behaupten nach wie vor viele Leute, dass es ohne einen Schöpfergott kein Leben gäbe.

    Dem kann man ja eins zu eins entgegenhalten, dass es auch ohne Schöpfergott Leben gäbe. Und wenn die Gegenseite behauptet, es ginge keinesfalls ohne Schöpfergott, dann sollen sie doch bitteschön begründen, warum das so sein sollte. Dann kommen die üblichen Beispiele von vermeintlich irreduzibler Komplexität, die angeblich niemals über Evolution hätten entstehen können, worauf man dann entgegenen kann, dass – selbst wenn Evolution als Erklärung nicht hinreichend sein sollte (was des zusätzlichen Nachweises bedarf!) – daraus nicht folgt, dass ein Schöpfergott notwendigerweise existieren müsse, sondern lediglich, dass man dann eben nach weiteren natürlichen Ursachen suchen muss, um die Evolutionstheorie zu erweitern. Alles andere wäre unwissenschaftlich.

    Eine nach wissenschaftlichen Kriterien völlig unhaltbare These.

    Eben. Aber nur deshalb, weil ein Schöpfergott generell keine wissenschaftliche These sein kann. Deshalb ist es unsinnig, mit wissenschaftlichen Argumenten die Unhaltbarkeit dieser These nachzuweisen, weil ein Schöpfergott schon prinzipiell nicht Gegenstand eines wissenschaftlichen Diskurses sein kann. Insofern geht die Attacke grundsätzlich daneben, weil sie kein Ziel hat, das sie treffen kann. Es ist also reichlich sinnfrei, naturwissenschaftliche Erkenntnisse als Widerlegung anzuführen.

    Besser ist, darauf zu verweisen, dass der Bereich der Natur hinsichtlich seines Werdegangs Gegenstand der Naturwissenschaften ist, wobei der Gültigkeitsbereich der Aussagen aus methodischen Gründen auf den Bereich beschränkt ist, der dieser Methode auch zugänglich ist.

    Metaphysische Spekulationen sind zum einen keine Naturwissenschaft – deshalb kann die These des Schöpfergottes auch keine wissenschaftliche These im Sinne eines Erklärungsgrundes sein – und zum anderen sind metaphysische Spekulationen kein Gegenstand der Naturwissenschaften, so dass die These des Schöpfergottes mit wissenschaftlichen Methoden überhaupt nicht erfasst und in ihrem Wahrheitsgehalt entschieden werden kann.

    Man muss also sauber trennen, wenn man Aussagen zu bestimmten Sachverhalten tätigt. Die Entstehung des Lebens ist ein natürliches Phänomen und kann daher mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht werden. Vom Erkenntnisfortschritt wird es abhängen, ob am Ende eine in sich schlüssige und experimentell validierte Theorie dabei herauskommt oder ob man auf Dauer im Hypothesenstadium steckenbleibt, wobei die jeweiligen Hypothesen in ihren Teilaspekten mehr oder weniger solide validiert sind.

    Was man daraus aber keinesfalls ableiten kann, ist die Bestätigung oder Widerlegung eines Schöpfergottes. Man kann lediglich sagen, dass es auch ohne Schöpfergott geht, aber nicht, dass es auch tatsächlich ohne Schöpfergott gegangen ist. Dazu müsste man sich in der Zeit zurückbewegen, um an Ort und Stelle nachzuschauen – was aber bekanntlich nicht geht.

    Aber auch umgekehrt ist es unzulässig, die Behauptung, es hätte eines Schöpfergottes bedurft, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. Erkenntnislücken zu begründen. Physis und Metaphysis sind zwei voneinander verschiedene Kategorien, die sich schon von der Definition her nicht überlappen dürfen und können. In Bezug auf die Existenz eines Schöpfergottes sind Naturwissenschaften bedeutungslos und nichtssagend, weil dies von vornherein nicht tangierend. Also muss man da gar nichts gegeneinander ausspielen.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s