Rezension: „Der Kruzifixstreit oder Warum Schule säkular sein muss“ von Ulf Faller


Gastbeitrag von Walter Müller

Der Kruzifixstreit oder Warum Schule säkular sein muss

 

Autor: Ulf Faller
ISBN: 978-3-8288-3288-6
187 Seiten
Tectum Verlag Marburg

Der Autor Ulf Faller, Jahrgang 1962, ist Gymnasiallehrer für naturwissenschaftliche Fächer an einem baden-württembergischen Gymnasium. Neben der Kruzifixdebatte in Deutschland beschreibt er auch die Situation in der Schweiz und die juristische Auseinandersetzung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Ulf Faller widmet das erste Kapitel seines Buches dem „Kulturkrieg um Kreuze im Klassenzimmer“. Der Autor weist darauf hin, dass das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahre 1995 entschied, dass „die Anbringung eines Kreuzes oder Kruzifix in den Unterrichtsräumen einer staatlichen Pflichtschule gegen Art. 4 des GG verstößt.

Das Kruzifixproblem fand in der Folge immer mal wieder medienwirksame Aufmerksamkeit, wie beispielsweise im Fall des Regensburger Albertus-Magnus-Gymnasium im Herbst 2010. Hier hatte der Vater eines Schülers die Abnahme eines Kreuzes im Klassenzimmer gefordert und gleichzeitig beanstandet, dass sein Sohn unfreiwillig am Morgengebet teilnehmen müsse. Vier von sechzig Eltern wandten sich in der Folge brieflich an den betroffenen Vater. Der Brief gelangte zur Lokalzeitung und zog ein übles öffentliches Echo nach sich. Der CSU-Politiker Thomas Goppel vom Arbeitskreis christlichsozialer Katholiken verteidigte in der Folge vehement die „Werte des christlichen Abendlandes“ und sah die Rechte der Mehrheit bedroht. Der Autor informiert des weitern über die Hetzjagd christlicher Fundamentalisten, welche die Universität, an der der betroffene Vater arbeitet, mit Telefon- und E-Mail-Terror bombardierten.

Im zweiten Kapitel geht der Autor der Frage nach, wofür eigentlich dieses Kreuz stehe, welches so sehr zu polarisieren vermag? Ein Anlass für den Autor, sich näher mit katholischen Glaubenswahrheiten zu beschäftigen. So zitiert er Passagen aus dem Katechismus der Katholischen Kirche, welche vermutlich selbst vielen gläubigen Katholiken im aufgeklärten 21. Jahrhundert in Erinnerung gebracht werden müssen. Faller stellt dieser Hinrichtungsdarstellung, welche noch immer viele Klassenzimmer „ziert“, die Fahne der Vereinten Nationen entgegen, in welcher die Erde mit all ihren Kontinenten, umrahmt von zwei OIivenzweigen, dargestellt ist. Ein weitaus friedlicheres und allgemeingültigeres Symbol für ein weltweites, friedliches Miteinander.

Ausführlich geht Ulf Faller auf die Prägekraft des Christentums ein. Schließlich überbieten sich doch gerade auch Politiker jedwelcher politischer Zugehörigkeit mit der nicht bestätigten Behauptung, unsere Werte seien christlichen Ursprungs. Anhand von Grafiken und Erhebungen weist Faller nach, dass die religiöse Demografie in Deutschland eine gänzlich andere ist als gemeinhin dargestellt wird. So habe sich nicht nur der Anteil der Konfessionsfreien gegenüber statistisch erfassten Kirchenmitglieder verändert, sondern auch der Wertekanon derer, die als Mitglieder christlichen Konfessionen im allgemeinen als „religiös“ eingestuft werden. Auf der Suche nach der angeblichen christlichen Prägung unserer Gesellschaft weist Faller im Gegenzug auf die eigentlichen Wurzeln Europas hin, die viel mehr im Altertum und in deren Wiederentdeckung im Zeitalter der Renaissance liegen. Es war diese Form des Denkens, welches die Grundlagen für die modernen Naturwissenschaften und die Aufklärung geschaffen und entwickelt haben. Doch merkwürdigerweise bezeichnen sich ausgerechnet Konfessionen, welche die Sklaverei, Folter, Ungleichheit und Inquisition gut hießen, als Begründer der Menschenrechte.

Dies bringt den Autor in seinem letzten Kapitel über Religion und Schule zu der Frage, was für Erziehungsanliegen und Bildungsideale in einem Gemeinwesen wie dem unseren gelten sollten, damit Kinder und Heranwachsende befähigt werden, im friedlichen Miteinander zu leben. Dass der Religionsunterricht dazu nicht geeignet ist, ergibt sich schon aus seiner Stellung als Konfessionsunterricht und der damit einhergehenden Trennung der Schüler. Faller plädiert für eine säkulare Schulpolitik, in welcher die Vermittlung von „Erkenntnissen“ statt „Bekenntnissen“ das primäre Anliegen sein muss.

8 Gedanken zu “Rezension: „Der Kruzifixstreit oder Warum Schule säkular sein muss“ von Ulf Faller

  1. Ich habe in EBS von 1969-2003 in Klassenzimmern mit Kreuz unterrichtet. Dabei waren regelmäßig Muslime und aus den Kirchen Ausgetretene in meinen Abschlussklassen. Nie hat sich ein Schüler oder Elternteil über die Anwesenheit eines Kreuzes beschwert. Ich habe mal meine türkische Klassensprecherin Zeynep Ates gefragt, ob sie sich durch das Kreuz gestört fühlt. „Sie sind lustig. Wir sind doch in Deutschland.“ war ihre Antwort. Mich erinnert dieser Kampf um die Säkularität sofort an die Nazi-Zeit. Die Nazis haben auch die Kreuze aus den Klassenzimmern geholt. Die Kommunisten ebenfalls. Zur Zeit sind die Fanatiker vom „Islamischen Staat“ damit beschäftigt, aus den christlichen Schulen in Syrien die Kreuze zu entfernen. Als Kreuzabhänger ist man jedenfalls – aus welchen Motiven auch immer – in äußerst übler Gesellschaft. Für mich gehören zu einer guten Schule gut ausgebildete und pädagogisch motivierte Lehrer. Mein Unterricht war „säkular“.

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    • … wichtig ist, dass der Unterricht „weltoffen“ ist, vielleicht etwas bescheidener für „säkular“.

      Ob es sinnvoll ist, für die Entfernung von Symbolen zu kämpfen, ist für mich zweifelhaft. Ich käme jedenfalls nicht auf die Idee, die Entfernung der Darstellungen des „Erzengel Michael“ in den anthroposophischen Waldorfschulen zu fordern. An der religiösen Prägung der Waldorfschulen würde das nämlich gar nichts ändern.

      „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand

      (…)

      Von den Dozenten [des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“] denkt keiner daran, einmal eine Zusammenfassung eines Themas zu geben: der Unterricht [im Waldorfseminar] hat eher die Form eines Gottesdienstes, in dem ein Steiner-Wort ausgelegt wird. Wie sagt der Dozent Klein: „Ich bin ein Missionar in Sachen Steiner.”

      Immer wieder verliert man sich in Details: Welche Hierarchien von Engeln gibt es? – das ist insofern von Belang, als Engel Menschen auf einer höheren Entwicklungsstufe sind: Sie haben die Funktion von Führern (deshalb hängt in den Waldorf-Schulen immer eine Darstellung des Erzengels Michael neben dem obligatorischen Portrait Rudolf Steiners). Ein Dozent erklärt, dass er in der Lage ist, die Dauer des persönlichen Fegefeuers auszurechnen …

      (…)“

      zum vollständigen Text des Vortrages „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand” bei der Tagung der Humboldt-Universität Berlin „Anthroposophie – kritische Reflexionen“:

      https://www2.hu-berlin.de/gkgeschlecht/downloads/veranstalt/2006/Lichte%20Vortrag%20HU%20210706.pdf

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  2. @ Joachim Kortner

    Ihr Unterricht mag säkular gewesen sein, Ihre Einstellung zu diesem Thema ist es leider nicht. Der Streit um das Kreuz in Schulen ist ja auch nur ein Sinnbild für das Verhältnis von Staat und Religion. Nehmen Sie die Tatsache zur Kenntnis, dass sich das Schulwesen in den letzten 150 Jahren von der seinerzeitigen Bekenntnisschule zu einer Schule entwickelt hat, die in erster Linie Erkenntnisse vermitteln soll. Naturwissenschaftliche Fächer mussten sukzessive gegenüber religionsbezogenem Unterricht durchgesetzt und den Kirchen abgerungen werden. Das einstige Bildungsmonopol der christlichen Kirchen wird aber noch immer durch die Kreuztradition repräsentiert. Eine Tradition, die in einem säkularen System nun wirklich nichts mehr verloren hat. In Deutschland gibt es zudem keine Staatskirche und die weltanschauliche Neutralität ist ein bedeutsamer und immer wichtiger werdender Verfassungsgrundsatz. Ein Kreuz in Schulzimmern ist gerade deshalb besonders problematisch, wenn es zum allgemein gültigen Kultursymbol erhoben wird. Immerhin repräsentieren die (gläubigen) Christen in Deutschland längst nicht mehr die Mehrheit.

    Das Kreuz ist ja auch ein überaus wunderliches Symbol, stellt es doch die grausame Hinrichtung eines Menschen dar. Dass man Kindern diesen Anblick in Schulzimmern stets vor Augen hält, muss zumindest auf Nichtchristen doch ziemlich befremdend wirken.

    Es ist ein Fehler, wenn christliche Traditionalisten meinen, dass unsere Werte religiös definiert werden müssten und dies mit aller Macht durch Kreuze in Schul- oder öffentlichen Räumen durchgesetzt werden soll. Sie sollten endlich zur Kenntnis nehmen, dass die elementaren Grundwerte unserer Gesellschaft nicht ausschließlich im Christentum, sondern viel eher in der Antike und in der Aufklärung begründet sind.

    Kreuze in Schulen stellen nun mal für Nichtchristen eine Provokation dar. Kreuze stehen für ein System, welches über viele Jahrhunderte hinweg das Leben der Menschen geprägt und bestimmt hat. Und das leider nicht unbedingt zum besten der Menschheit. Zudem: Religion muss Privatsache bleiben und hat im Schulwesen und in der Politik nichts zu suchen!

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  3. Und übringens ist dieses Symbol ja sowie falsch. Ich habe im Banalius-Evangelium gelesen, dass Jesus in Wirklichkeit gehenkt wurde. Da müsste also ein kleiner Galgen hin, an dem ein Püppchen baumelt. Wenn schon, denn schon.

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  4. @ Andreas Lichte

    Ihre Einstellung zu den Kreuzen in Schulen wirkt auf mich irgendwie irritierend. Aus allen Ihren Kommentaren lässt sich doch unschwer herauslesen, dass Sie aus eigener Erfahrung alles andere als ein Anhänger Steiners sind, ist dies doch ein Mensch gewesen, der mindestens so abstruse (pseudowissenschaftliche) Lehren entwickelt hat, wie sie letztlich auch die christlichen Kirchen in die Welt gesetzt haben. Deren Lehren sind schließlich auch nicht glaubwürdiger, nur weil sie schon seit über 2.000 Jahren in der Welt kursieren. Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass es auch Menschen gibt, die diesen ganzen religiösen Hokuspokus noch nie geglaubt und mitgetragen haben und sich deshalb gegen die Verehrung und Anbetung von Kreuzen und deren Präsentation in öffentlichen Gebäuden und Schulen zur Wehr setzen. Es kann doch nicht sein, dass eine Minderheit von Gottgläubigen dem aufgeklärten Teil der Menschheit zumutet, deren symbolhaften Kreuze zu dulden. Ich möchte nicht wissen, was für ein jesusmäßiges Geschrei sich erheben würde, wenn Anhänger des Spaghetti-Monsters im Gegenzug fordern würden, in Schulen und öffentlichen Gebäuden Nudelsiebe an die Wände zu hängen!

    Ihren möglichen Einspruch, dass man die christliche Lehre nicht mit dem Glauben an das Spaghetti-Monster vergleichen könne, weise ich als nicht stichhaltig zurück. Diese beiden Lehren unterscheiden sich nämlich nur insofern, dass der Glaube an das Spaghetti-Monster zwar nur ein ulkiger Spaß ist, die christliche Lehre hingegen eine Ansammlung von Fälschungen, unbewiesenen Mythen, Märchen, frommen Dichtungen und zusammen fantasierten Geschichten ist deren Wahrheitsgehalt gegen Null tendiert. Um nur ein Beispiel zu nennen: Nach Erkenntnissen der neutestamentlichen Bibelforschung ist z.B. das gesamte Johannes-Evangelium nichts anderes als eine fromme Dichtung. Das wissen selbst die Kirchen, was aber die Pfarrer nicht daran hindert, in ihren Predigten weiter aus dem Johannes-Evangelium zu zitieren. Deren simple Erklärung dazu: Es seien im Johannes-Evangelium eben keine historischen Zeugnisse gemeint, sondern Zeugnisse des Glaubens. Somit ist offensichtlich, dass man gefälschte Jesusworte als Zeugnis des Glaubens benutzt. Dies, wie gesagt, nur ein Beispiel von vielen, wie die allzu gutgläubigen Christen betrogen und belogen werden.

    Wenn sich an diesem Punkt die Frage nach der Toleranz stellt, möchte ich von den Anhängern und Befürwortern von Kreuzen in Schulen gerne wissen, welche Art von Toleranz sie denn meinen? Muss es denn tatsächlich toleriert werden, dass die Symbole einer religiösen Vereinigung in Schulen präsentiert werden, oder wäre es nicht eher angebracht, auf diese Provokation aus Gründen der Toleranz zu verzichten? Sollten die Verfechter von Kreuzen auf ihrer Ansicht beharren, dann dürfen sie sich aber nicht wundern, wenn am nächsten Tag auch Nudelsiebe neben den Kreuzen hängen!

    Am 3.11.2009 erging das erste Urteil des EGMR (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte) in dieser Angelegenheit. Die sieben Richter der kleinen Kammer befanden einstimmig, dass „der Staat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten“ habe, „die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicher zu stellen“. Kruzifixe in Klassenzimmern stehen dem entgegen, weil „das Vorhandensein des Kruzifixes in den Klassenzimmern nicht zu übersehen sei und von Schülern jeden Alters unschwer als religiöses Symbol wahrgenommen werden könne.“

    Damit hat die Geschichte allerdings noch kein Ende, denn in einem zweiten Urteil des EGMR im März 2011 hat die große Kammer das erste Urteil aufgehoben. Interessierte mögen die ausführliche Begründung des EGMR im Buch von Ulf Faller nachlesen. Ich meinerseits weise nochmals darauf hin, dass in Deutschland keine Staatskirche besteht und die einseitige Bevorzugung einer Religion dem Säkularprinzip widerspricht.

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  5. @ Andreas Lichte

    Ich sehe keinen Grund, mich mit den Gedankengängen des Atheisten und Filmemachers Pasolini zu beschäftigen, um dessen Motive zu ergründen, weshalb er einen Film über Jesus gedreht hat. Wie er selbst sagt, hat er sich strikt an das Matthäus-Evangelium gehalten. Somit konnte aus diesem Pasolini-Film unter Garantie niemals ein glaubhafter Tatsachenbericht werden. Und – über den Wahrheitsgehalt der Bibel brauchen wir uns wohl nicht zu streiten.

    Fakt ist, dass die antiken Geschichtsschreiber von Jesus keine Notiz nahmen. Selbst der bedeutendste jüdische Historiker Josephus erwähnt Jesus in seiner Geschichte des Jüdischen Krieges im Jahre 77 nicht.
    Es findet sich bei Josephus nur ein kleiner Hinweis auf Jesus in einer anderen Schrift und zwar im Zusammenhang mit der Steinigung des Jakobus, des Bruders von Jesus.

    Erwähnenswert im Zusammenhang mit Jesus ist eigentlich nur die Tatsache, dass er im Grunde genommen nichts anderes als ein gescheiterter Prophet war. Das von ihm angekündigte Reich Gottes ist letztendlich bis heute nicht gekommen. Aus dieser offensichtlichen Niederlage konstruierten die Anhänger Jesu im Nachhinein einen Sieg. Der bekannte Theologe Rudolf Bultmann fasste dies mit den Worten zusammen: „Aus dem Verkündiger ist der Verkündigte geworden.“ (Dies ein Zitat aus dem Buch „Der Jesuswahn“ von Heinz Werner Kubitza.) Es besteht somit ein fundamentaler Unterschied zwischen dem, was Jesus wollte, und dem, was die Kirche aus ihm gemacht hat. Ein Höhepunkt der Jesusverehrung wurde schließlich erreicht, indem man den Wanderprediger Jesus zum Gottessohn hoch stilisierte. Die daraus konstruierte Trinitätslehre kennzeichnet dann die höchste Stufe der christlichen Erfindungs- und Fabulierkunst. Hätte Pasolini sich an die Tatsachen und nicht an den Wortlaut des Matthäus-Evangeliums gehalten, wäre aus dem Pasolini-Film vermutlich ein spannender Krimi mit tragik-komischen Einschlag geworden.

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  6. @ Joachim Kortner

    Ihre Bemerkung, dass Sie der Kampf um die Säkularität an die Nazi-Zeit erinnert, ist ein erbärmlicher und verabscheuungswürdiger Versuch, den Atheismus in eine Ecke zu stellen, wo er nun wirklich nicht hingehört. Atheisten führen ihre Erkenntnisse in erster Linie auf den Humanismus zurück, dessen Ursprünge bei den griechischen Philosophen angesiedelt sind. Vom christlichen Glauben unterscheiden sich Atheisten dadurch, dass bei ihnen einzig und allein der Mensch und kein fiktives Wesen, wie ein von allzu naiven Menschen erfundener Gott, im Mittelpunkt steht. Ein Gott, für dessen Existenz es auch nicht den Hauch eines Beweises gibt und an den man – wenn’s nach den Kirchen geht – wohl oder übel glauben muss.

    Übrigens: Wenn es um die Verfolgung Andersdenkender geht, können die christlichen Kirchen auf eine lange und blutige Tradition verweisen! Stichwort „Inquisition“. Dabei ging es nicht nur um die Durchsetzung christlicher Symbole!

    Aus der Zufälligkeit, dass sowohl die Nazis, die Kommunisten und die religiösen Fanatiker des „Islamischen Staates“ sich gegen das Christentum – und damit gegen das Kreuz als christliches Symbol – gestellt haben, kann ich nur die Feststellung treffen, dass die beiden ersterwähnten Ideologien inzwischen mehr oder weniger kläglich gescheitert sind, während das Ende der religiösen Fanatiker des IS hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Gescheitert ist aber auch das Christentum, denn die stark rückläufigen Zahlen der Gottesdienstbesucher belegen diese Entwicklung nachdrücklich. (Kein Wunder, wenn man sich die unzähligen Verbrechen und Verfehlungen von Priestern vergegenwärtigt.)

    In diesem Zusammenhang darf der Hinweis nicht fehlen, dass in der Geschichte der Menschheit kriegerische Konflikte überwiegend religiös motiviert waren. Waren es in früheren Zeiten Christen, welche mit ihren Kreuzzügen das Geschehen bestimmten und mit ihren blutigen Missionierungskampagnen in Afrika und Südamerika „das Wort Gottes“ verbreiteten, so sind es in unserer Zeit vom Islam geprägte Fundamentalisten, welche unsere Welt mit Terror überziehen. Man wird dabei den Eindruck nicht los, dass sie bei den Christen so einiges gelernt und abgekupfert haben.

    Fest steht jedenfalls, dass das Christentum an der Aufgabe, der Welt den Frieden zu bringen, grandios gescheitert ist. Wie sollte es auch anders sein, denn eine Lehre die auf willkürlich zusammen gekleisterten Lügen, Fälschungen, unbewiesenen Mythen und schöngeredeten Wundern aufbaut, kann nicht zur Lösung der Probleme beitragen, die unsere Welt bewegen. Somit verwundert es nicht, wenn die Zahl der Gottgläubigen rapide zusammen schmilzt. Immer mehr Menschen, die das selbständige, kritische Denken noch nicht verlernt haben, wenden sich vom Christentum ab. Die Zahl des Konfessionslosen hat die Anzahl der Gottesanbeter längst überholt, weil immer mehr Menschen den Kirchen den nachgewiesenen Schwindel mit den biblischen Märchen nicht mehr abkaufen. (Wer’s nicht glaubt, kennt vermutlich die Ergebnisse aus der neutestamentlichen Bibelforschung nicht!)

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