Mennoniten-Kolonien in Bolivien – da trifft der Begriff Parallelwelt absolut zu!


70.000 Mennoniten gibt es in Bolivien. Viele Ultra-Fundis, sogenannte Altkolonier, leben bewusst völlig abgeschottet vom Rest der Welt wie ihre Vorfahren aus dem 17. Jahrhundert, ohne Strom, Medien, Musik, Handys, Autos, etc., weil für sie jeglicher technischer und moderner Fortschritt und jede Freude des Teufels sind. Es gibt nur zwei Bücher, die erlaubt sind, die Bibel und der mennonitische Katechismus. Umgangssprache ist Plautdietsch, ein niederdeutscher Dialekt. Bildung ist auch verboten:

Das Schulwesen in den Siedlungen der traditionalistischen Altkolonier ist in der Regel kaum ausgebaut. Meist werden nur Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Die Lehrkräfte selber verfügen über keine professionelle Ausbildung. Für die Jungen bestehen sieben, für die Mädchen nur sechs Jahre Schulpflicht. Eine Jugendarbeit mit Musik, Sport und Ähnlichem findet nicht statt.[12] Immer wieder flüchten Jugendliche vor der Tristesse in den Siedlungen der Altkolonier in Drogen- und Alkoholmissbrauch. Hilfsorganisationen wie das MCC bemühen sich inzwischen diesen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken.[13]

Stern.de :

… Sie flohen vor den Verlockungen der Neuzeit.

Da blieb nur noch der trockene Südosten Boliviens, eine der wenigen Regionen der Welt, wo sie wie ihre Vorfahren noch wahre Kolonisatoren sein konnten. Hier erhielten sie die Freiheit, ihren Glauben zu leben. Aber auch die Freiheit, ihr autokratisches System zu schaffen, in einem gesetzlosen Raum, ein Staat im Staate, weit ab jeder Zivilisation. Da sind sie nicht so viel anders als ein Kalifat, ein von Männern beherrschtes religiöses Reich …

… Jahrelang beschäftigte ein Skandal die Mennoniten Boliviens. Acht junge Männer der Colonia Manitoba zogen umher und vergewaltigten mehr als 100 Frauen. Sie betäubten die Opfer mit einem Narkosemittel für Kühe und machten sich über alle her, junge Mädchen wie verheiratete Frauen. Die Bischöfe bestraften die Täter so, wie sie Buchliebhaber und Schulschwänzer bestrafen – mit kurzzeitiger Verbannung und späterer Vergebung. Da schaltete sich der bolivianische Staat ein. Im Zug der Ermittlungen kamen weitere Geschichten von Inzest und sexuellem Missbrauch ans Licht. Die Täter wurden 2011 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Zum ersten Mal waren die Mennoniten weltweit in den Schlagzeilen.

Die Menschen in der Colonia Manitoba reden nicht über die Taten. Sie schicken ihre Töchter auch nicht in Therapie. Sie raten ihnen, die Geschehnisse zu vergessen. Nur einige Aussteiger reden, wie die Neudorfs. Sie flohen mit ihren acht Kindern aus Manitoba. Sie flohen nicht wegen der Vergewaltigungen. Sie flohen wegen des täglichen Psychoterrors.

„Gewalt und Alkoholismus sind große Probleme“, sagt Agathe Neudorf. „Kein Wunder, wenn alles verboten ist, sogar Sport. Die Jugendlichen suchen sich Ventile, sie trinken sich besinnungslos und prügeln sich mit Bolivianern im nächstgelegenen Ort.“ … zum ARTIKEL

 

Diese Mennoniten sind auch laut Eigendarstellung bibeltreue Evangelisten, also Christen. Sie haben ebenso wenig mit dem Volkschristentum wie der Islamismus mit dem Islam zu tun. Wer sich als Patriot sieht und das „christlich-jüdische Abendland“ vor einer Islamisierung retten will, hat auch keine Ahnung von der Vielfalt der abrahamitischen Religionen, die verteidigt werden sollen.

Mich kotzen diese Vereinfachungen, Pauschalisierungen und einzig von Ressentiments und Verschwörungstheorien geleiteten Kampagnen völlig an und deswegen kann ich nur dazu raten die Anti-PEGIDA Petition zu unterzeichnen, um ein Zeichen zu setzen!

Die Pro-PEGIDA Petition wurde vom Initiator beendet, weil sich in den 750 Din-A4-Seiten füllenden Kommentaren entlarvte …

Gregor Hacksmack, Deutschlandchef von change.org, sagte dem „Tagesspiegel“ zu Pegida: „Es zeigt sich, welch Geistes Kind deren Anhänger sind.“ Sie hätten selbst den besten Beleg dafür geliefert, dass sie rassistisch und islamophob agieren.

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