Behörden in Liberia verhindern Homöopathie-Quacksalberei an Ebola-Patienten


Zum Glück haben sich liberianische Regierungsmitarbeiter an die WHO-Vorgaben gehalten und vier homöopathisch tätigen Ärzten, darunter eine Deutsche, untersagt, Ebola-Patienten zu Versuchskaninchen zu machen. Auch ganz bezaubernd, dass der Trip dieser „Mediziner“ nach Liberia maßgeblich von deutschen Homöopathen organisiert und finanziert wurde, unterstützt natürlich von Cornelia Bajic, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), und ihrem Vorgänger. Den Leipziger Verein „Freunde Liberias“ ließ man dafür Spenden für eine Ärztemission erwerben ohne den homöopathischen Hintergrund zu benennen. An Dreistigkeit dies und anderes mehr kaum zu überbieten!

SPIEGEL ONLINE berichtet:

… Monrovia – Der Ärzteverband „Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis“ (LMHI) hat nach eigenen Angaben eine Delegation homöopathischer Ärzte ins Katastrophengebiet nach Liberia geschickt, um Infizierte mit Globuli zu behandeln. „Wir sind gesegnet mit 110 Mitteln in drei bis vierfacher Potenz“, schrieb Ortrud Lindemann, eine der entsandten Ärztinnen, in einer E-Mail am 19. Oktober aus Liberias Hauptstadt Monrovia.

Der Trip wurde nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen maßgeblich von deutschen Homöopathen organisiert und finanziert. Zu den Unterstützern gehörten die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Cornelia Bajic und ihr Vorgänger Curt Kösters. Kösters teilt auf Anfrage mit, dass es darum ging zu testen, ob Ebola-Patienten mit homöopathischen Präparaten geholfen werden kann. Schließlich gebe es keine wirksame konventionelle Therapie. „Das wäre doch die perfekte Situation, um die Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen“, sagt Kösters … WEITER

Horror! – Homöopathen wollen mit Kügelchen Ebola stoppen

2 Gedanken zu “Behörden in Liberia verhindern Homöopathie-Quacksalberei an Ebola-Patienten

  1. Es könnte einem schon die nackte Wut packen, wenn man mit der Selbstherrlichkeit von sog. Ärzten konfrontiert wird, die eine „Medizin“ propagieren, für die seit nunmehr über 200 Jahren ein wissenschaftlich fundierter Wirkungsnachweis fehlt. Gibt es denn wirklich keine gesetzliche Handhabe, um diesen pseudowissenschaftlichen Irrläufern endlich das Handwerk zu legen ? Ich bin der Meinung, dass diese Aufgabe in die Zuständigkeit des Justiz- und Verbraucherschutz-Ministeriums fällt. Aktuell bekleidet der SPD-Politiker Heiko Maas dieses Amt.

    Ein Glück, dass die liberianischen Behörden diesen „Ärzten“ untersagt haben, ihren Homöopathen-Zauber zu zelebrieren.

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  2. Das Ganze entbehrt nicht auch einer gewissen Komik:

    Es ist nich nicht so lange her, da haben europäische Entdecker / Forscher / Missionare / Eroberer sich über die Methoden der eingeborenen Medizinmänner der ‚Wilden‘ lustig gemacht, mit denen Sie die verschiedenen Zauber, Verwünschungen und bösen Geister vertrieben haben, um den jeweiligen Menschen zu heilen.

    Heute haben Afrikaner dafür gesorgt, dass Europäer und US-Amerikanische Ärzte mit ihren Quacksalbereien den Kranken vom Leib bleiben.

    Welch ein Fortschritt – für die Afrikaner, wohlgemerkt.

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