Gesetzliche Krankenkassen – Shame on you!!!


Krankenkassen sind reine Wirtschaftsunternehmen, die am liebsten nur völlig Gesunde versichern würden, um höchstmögliche Gewinne erwirtschaften zu können. Nur so macht es Sinn zu verstehen, welche Leistungen ohne Wirksamkeitsnachweise heute freiwillig von den GKKs übernommen werden.

Aktuell gibt es immer mehr verärgerte Schmerzpatienten, deren Ärzte eine große Erleichterung in Cannabis-Medikamenten sehen, sowohl in Bezug auf die Schmerzlinderung als auch in Bezug auf Verträglichkeit, nur die meisten Kassen weigern sich dafür zu bezahlen. Für nicht wenige Patienten sind diese Medikamente die letzte Hoffnung, REPORT MAINZ berichtete.

Nicht nur bei Arzneien auf Cannabis-Basis tun sich GKKs unheimlich schwer, wie dieser Kommentar im PSIRAM-Blog verdeutlicht:

Ich kenne das Thema leider zur Genüge…
Ich leide unter einer seltenen, aber gutartigen chronischen Erkrankung, für die es keine anerkannte Therapie gibt. Es existiert jedoch eine experimentelle Studie einer australischen Universität, die durch einen Off-Label-Use eines anderen Medikaments z.T. sehr gute Heilungserfolge erzielen konnte. Die behandelnde Hautärztin meiner Uniklinik verschreibt mir das Medikament nun auf Privatrezept, was mich im Jahr gut 2000€ kostet und mich als Studentin wirklich an finanzielle Belastungsgrenzen bringt. Die Behandlungsresultate sind nach einem Jahr vielversprechend, es besteht sogar die Aussicht auf eine vollständige Heilung. Antrag auf zumindest teilweise Erstattung der Arzneimittelkosten wurde von meiner Kasse abgelehnt, da es “keine Evidenz für die Wirksamkeit des Verfahrens gibt”. Zusammen mit dem Ablehnungsbrief kam ein zweiter Brief, dass in meinem Tarif jetzt auch Heilpraktikerleistungen zu 100% inkludiert sind und eine Vielzahl naturheilkundlicher Präparate erstattet werden. Vermutlich nur ein dummer zeitlicher Zufall, aber für mich leider ein weiterer Beleg dafür,

Mit dem Vermerk der strikten Achtung der EBM, wenn es um Bezahlung geht, lässt sich diese Hartherzigkeit nicht erklären. Ein Schuh wird nur daraus, wenn man realisiert, dass all diese Bedürftigen Chroniker sind, also „Worst-Case-Mitglieder“ für jede Kasse und genau solche hätte man gerne für immer los, denn sie kosten ständig, viel und vorausschauend immer mehr.

Jung, dynamisch, „gesundheitsbewusst“ mit gutem Einkommen (JDGmgE), das charakterisiert genau die Klientel, die die gewinnorientierten KKs frohlocken lässt.

Nun haben viele dieser JDGmgEs das Gefühl, dass sie rund um das Thema Gesundheit gut und immer aktuell informiert sind – es wird gegoogelt, was das Zeug hält – man fühlt sich allwissend und ist auch ein bisschen stolz darauf, dass man aufgrund guter Bildung zu elitärem Wissen vordringen konnte.

Das eigene Anliegen ewiger Vitalität und Gesundheit und der Wunsch nach naturbelassenen, sanften und nebenwirkungsfreien Hilfen bei irgendwie unvermeidbarem Unwohlsein, führt diese Leute genau in die Arme der alternativen Bauernfänger. Deren Therapien werden bei Wehwehchen, die sowieso immer von selbst ausheilen, rauf und runter getestet und für super befunden und an das gesamte Umfeld weiterempfohlen.

Die Kassen beobachten diese Trends genau und das nicht seit gestern und dann gibt es immer wieder Um- und Anfragen und hier wurde längst realisiert, dass man diese momentan gewinnbringendste Klientel nur binden kann, wenn man all den im Vergleich billigen Humbug bezahlt, der sie ihrer Einschätzung nach davor bewahren könnte, wirklich und richtig krank zu werden.

Die KKs sind nicht blöd, sie gehen nicht davon aus, dass Quacksalberei ernsthaft hilft, sie sehen nur den Zusammenhang der Anwender, die in der Regel auch einen Lebensstil pflegen, der laut öffentlichen Verlautbarungen vor vielen „Volkskrankheiten“ schützen soll. Konkret: viele der erwünschten Mitglieder rauchen und trinken nicht, treiben Sport, sind nicht zu dick, essen „gesund“, das heißt heute naturbelassen und möglichst wenig Fleisch, und betreiben Yoga, sorgen also für Entspannungsphasen. Und die Hauptsache natürlich, sie sind zudem in der Tendenz noch jung!

Davon abgesehen, dass diese Lebensstil-Prophylaxe, ganz allgemein gesehen, auch zum Teil einem Wunschdenken entspringt bzw. wissenschaftlich überhaupt nicht haltbar ist, zumindest wenn es um Ernährungsfragen und Gewicht geht, erklären sich heute 95 von 98 angefragten gesetzlichen Krankenkassen bereit freiwillig für Quacksalberei zu bezahlen, die eine für mehr, die andere für weniger, keine davon ist jedoch gewillt einen günstigeren Tarif für diejenigen zu bieten, die Voodoo kategorisch ablehnen.

Eine Skeptikerin hat sich die Arbeit gemacht, dies herauszufinden und PSIRAM hat sich der Thematik gewidmet und berichtet darüber ausführlich in zwei Beiträgen. Sollte man unbedingt lesen!

Kranke Kassen und Voodoo

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