Buch-Tipp: „Vier Frauen und ein Scharlatan“ von Eva S. Bernauer


Eva S. Bernauer, das Pseudo einer Frau, die seit geraumer Zeit in der Eso-Hochburg Chiemgau lebt, die dort über ihre eigene Brustkrebsdiagnose den Eso-Hardcore-Horror von allen Seiten selbst zu spüren bekam, schrieb ein Buch darüber. Kein Sachbuch, sondern einen Roman. Eine Realsatire, die den Anspruch voll erfüllt, akribisch darzustellen, wie es mittlerweile in der Mainstream-Eso-Szene abläuft. Es gibt auch viel zu Lachen, denn die Klischees, die zu Recht in Bezug auf die Szene bestehen, werden genüsslich ausgewalzt und sorgen für etliche Schenkelklopfer.

Veranschaulicht wird der Horror über fünf fiktive Personen, deren Charaktere der realen Eso-Welt entlehnt sind. Vier Frauen und ein Scharlatan. Wobei gerade der Scharlatan in der Schilderung seiner eigenen Entwicklung zum selben sehr viel mehr zu bieten hat. Er fungiert als Überspitzung, die es real natürlich auch gibt, die Autorin lässt jedoch die unendlich vielen Überzeugungstäter dabei nicht außen vor, weil sie sie zum Lehr- und Anschauungsmaterial für Scharlatanerievorhaben einfließen lässt. Zudem übernimmt der Scharlatan in der Erzählperspektive die Rolle des Aufklärers, da er mit vollem Durchblick die Eso-Szene bewusst ausgewählt hat, weil genau damit viel Geld, Ansehen und Macht zu erzielen sind.

Nach und nach entdecken einige Anhängerinnen seine Machenschaften, für sie ein äußerst schmerzlicher Prozess. Zunächst sträuben sie sich mit aller Kraft gegen die Erkenntnis, geht es doch um den Einsturz ihrer gesamten feinstofflichen Welt. Erst ein tragischer Todesfall bringt die Katharsis – doch nicht für alle; wer zu tief im Eso-Gefängnis steckt, kann es nie mehr verlassen. Es folgt ein ziemlich überdrehter Höhepunkt, der hier natürlich nicht verraten werden soll.

Eva S. Bernauer war es ganz wichtig die Eso-Welt so real wie möglich einzufangen, dazu hat sie sich zuzüglich zu eigenen Erlebnissen von vielen beraten lassen und vieles gelesen. Ich würde sagen, die Darstellung ist ihr absolut gelungen, wobei in der Realität die allerwenigsten den Ausstieg schaffen, vielleicht lässt sich das aber über ihr Buch ändern.

Ein ganz besonderer Buch-Tipp zu Weihnachten für esoterikaffine Verwandte und Freunde von Skeptikern!

Das Buch erschien im Alibri-Verlag und sollte auch dort bezogen werden! Positive Rezensionen bei Amazon sind jedoch immer erwünscht 😉

LESEPROBE

Rezension: Chiemgaugemseneier
Rezension: GWUP-Blog

Ein Gedanke zu “Buch-Tipp: „Vier Frauen und ein Scharlatan“ von Eva S. Bernauer

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