Heilpraktiker und Apotheker auf kriminellen homöopathischen Pfaden


Ein Apotheker mischte zwischen 2007 und 2008 ein Homöopathikum mit dem verschreibungspflichtigen Tetrazepam, ein Betäubungsmittel mit erheblichen Nebenwirkungen, welches nach kurzer Einnahme zur Abhängigkeit führen kann. Somit nicht verwunderlich, dass tetrazepamhaltige Arzneimittel seit dem 1. August 2013 in Deutschland nicht mehr verschrieben und abgegeben werden dürfen. Die Mixtur des Apothekers nannte sich „Sedativa Forte“. Angestiftet dazu hatte ihn ein Heilpraktiker, der illegalerweise entsprechende Rezepte ausstellte, wobei die Patienten, die das Zeug aufgrund von Unruhezuständen, Angsterkrankungen und Schlafstörungen bekamen, vom wirksamen Zusatz nichts wussten.

Nun ein Hickhack vor Gericht:

Abgabe von Arzneimitteln an Verbraucher ohne ärztliche Verschreibung

Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg hatte im Fall eines Heilpraktikers zu entscheiden, der wegen Anstiftung zur Abgabe von Arzneimitteln an Verbraucher ohne ärztliche Verschreibung vor Gericht stand.

Der Fall eines Heilpraktikers, der einen Apotheker zur Abgabe von Arzneimitteln an Verbraucher ohne ärztliche Verschreibung angestiftet haben soll, wird nach einer aktuellen Entscheidung des OLG Oldenburg erneut verhandelt. Nachdem das zuständige Amtsgericht ihn zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt hatte, sprach das Landgericht ihn frei. Das OLG hat nun auf die Revision der Staatsanwaltschaft den Freispruch aufgehoben und die Sache an das Landgericht zurückverwiesen … WEITER

DAZ.online:

… Das Landgericht hatte den Heilpraktiker freigesprochen, weil es von der Anstiftung nicht überzeugt war. Er hatte behauptet, lediglich eine Beimischung einer 10.000-fach verdünnten Dosis gewünscht zu haben. Diese geringe Dosis wäre nicht verschreibungspflichtig gewesen und damit strafrechtlich nicht zu ahnden. Der Apotheker hatte als Zeuge vor Gericht aber etwas anderes ausgesagt. Nach seiner Darstellung hat er das Medikament auf Anweisung des Heilpraktikers mit etwa 5 mg Tetrazepam versetzt, was zu einer Konzentration zwischen 0,7 und 1,5 Prozent pro Kapsel führte.

Die Richter des OLG konnten die Beweiswürdigung des Landgerichts allerdings nicht nachvollziehen und den Freispruch daher nicht bestätigen. Sie verwiesen die Sache an das Landgericht zurück, das nun erneut eine Beweisaufnahme durchführen muss. In einer „Aussage gegen Aussage“-Konstellation müssten die für und gegen die Richtigkeit der Angaben des einzigen Belastungszeugen sprechenden Gesichtspunkte umfassend geprüft und gewürdigt und im Urteil wiedergegeben werden, so die Erklärung. Daran mangele es hier.

Das Verfahren gegen den Apotheker, der im Verfahren gegen den Heilpraktiker als Zeuge aussagte, ist bereits seit längerem abgeschlossen. Er wurde per Strafbefehl im Sommer 2010 vom Amtsgericht Aurich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde (Az. 220 Js 4496/08). Er akzeptierte den Vorwurf, in sechs Fällen Arzneimittel entgegen der Vorschriften (AMG, AMPreisV, BtMG) abgegeben zu haben … zum ARTIKEL

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