Anklage gegen „Parapsychologen“ wegen Heilsversprechen zur Partnerrückführung


Schweizer zockt verzweifelte Seelen ab

Enttäuschte Liebe kann grausam sein. Vor dem Landgericht München muss sich seit Freitag ein Schweizer verantworten, der seinen Kunden verhieß, mittels „medialer Fernbehandlung“ den Ex-Partner zurückzugewinnen

… Das Geschäft mit den mentalen Heilsversprechen lief offensichtlich bestens. In zwölf Fällen strich Alberto M. laut Anklage insgesamt 392 000 Euro Honorar ein. Die geschädigten Kunden stammten aus verschiedenen deutschen Bundesländern, zwei aus München. Ermittlungen der Polizei nach Auswertung von Kontodaten ergaben, dass Alberto M. im Zeitraum von Ende 2008 bis Anfang 2012 sogar Umsätze in Höhe von 1,3 Millionen Euro erzielt haben soll. Strafrechtlich verfolgt wurden jedoch nur die zwölf eklatantesten Fälle, bei denen die Klienten in einer Größenordnung zwischen 10 000 und 83 000 Euro zur Kasse gebeten worden waren. Seit der Anklage behandelt Alberto M., der von 1997 bis 2002 in Grünwald gemeldet war, nach Aussage seines Schweizer Anwalts Till Gontersweiler keine deutschen Kunden mehr. Auch in Österreich war bereits ein Verfahren gegen Alberto M. anhängig. Rechtskräftig verurteilt worden sei sein Mandant aber noch nie, so Gontersweiler. Die Homepage zur „erfolgreichen Partnerrückführung“ gibt es aber nach wie vor. Alberto M. verheißt seinen Kunden sozusagen eine Fernheilung per Telefon, persönliches Erscheinen sei nicht notwendig. Es genügten Foto und Geburtsdatum des Ex-Partners. Den Kunden – offenbar von der Hausfrau bis zum Top-Manager – werde sodann bei Vertragsabschluss durch die „mentale Kraft seines Geistes der Strom kosmischer, wohltuender und regenerierender Energie“ zufließen.

Der auf vier Verhandlungstage angesetzte Prozess begann am Freitag gleich mit einer Überraschung. Der Schweizer gestand den ihm vom Gericht vorgehaltenen Tatbestand der „bedingten vorsätzlichen Täuschung“. Alberto M. will die gesamte Summe in Höhe von 392 000 Euro an die Opfer zurückzahlen. Ziel sei es, so erklärten seine drei Verteidiger, dass der Angeklagte nicht in den Strafvollzug müsse … zum ARTIKEL

Und diesen Mist findet man zu dem Abzocker Ende 2012 im APOTHEKEN ANZEIGER:

Alberto Mattle als erfahrener Parapsychologe ausgezeichnet Herr Dipl. Pp. Alberto Mattle, Leiter des Schweizer Instituts für Parapsychologie und Mediale Partnerhilfe, mit Sitz in Zürich, hat erneut die höchste Erfolgsquote in Hinsicht auf Partnerrückführung und Partnerzusammenführung zu verzeichnen.

Herr Alberto Mattle hat mit dem Ergebnis erneut beeindruckend bewiesen, wie nachhaltig die Kraft der medialen Konzentration zum Wohle der Menschen angewandt werden kann. Mit dieser Erfolgsquote nimmt Herr Dipl. Pp. Alberto Mattle, der seit über 25 Jahren auf dem Gebiet der Lebensberatung tätig ist, im deutschsprachigen Raum eine führende Rolle ein.

Bei der Arbeit von Alberto Mattle kommt dabei der Fokussierung auf die Wirkung der positiven Energie eine Schlüsselstellung zu. Seine großen Erfolge bestätigen einmal mehr die Kraft des kosmischen Gesetzes, nach dem „Gleiches Gleiches anzieht.“

Dabei bezieht Herr Dipl. Pp. Alberto Mattle seine mentale Kraft aus seinem tiefen Glauben, der es ihm ermöglicht, kosmische, regenerierende Energien zum Wohle Hilfe suchender Menschen einzusetzen. So ist es auch zu erklären, dass er in über 90% aller Fälle, mit Hilfe medialer, metaphysischer Kräfte, den Personen, die sich an ihn wenden, positive Ergebnisse aufzeigen kann. Denn damit ermöglicht er, mittels Fernbehandlung, eine Partnerrückführung und eine Partnerzusammenführung. Durch die hohe Konzentration von Alberto Mattle auf die Wirkungsweise ausschließlich positiver Energien, werden vorherige Blockaden gelöst und behoben, so dass eine Einheit und ein Gleichklang mit dem Partner ermöglicht werden, der in die Beziehung zurückkehren soll … WEITER

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11 Gedanken zu “Anklage gegen „Parapsychologen“ wegen Heilsversprechen zur Partnerrückführung

    • BGB § 138 – Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher
      (1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
      (2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.

      BGB § 275 – Ausschluss der Leistungspflicht
      (1) Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist.
      (2) Der Schuldner kann die Leistung verweigern, soweit diese einen Aufwand erfordert, der unter Beachtung des Inhalts des Schuldverhältnisses und der Gebote von Treu und Glauben in einem groben Missverhältnis zu dem Leistungsinteresse des Gläubigers steht. Bei der Bestimmung der dem Schuldner zuzumutenden Anstrengungen ist auch zu berücksichtigen, ob der Schuldner das Leistungshindernis zu vertreten hat.
      (3) Der Schuldner kann die Leistung ferner verweigern, wenn er die Leistung persönlich zu erbringen hat und sie ihm unter Abwägung des seiner Leistung entgegenstehenden Hindernisses mit dem Leistungsinteresse des Gläubigers nicht zugemutet werden kann.
      (4) Die Rechte des Gläubigers bestimmen sich nach den §§ 280, 283 bis 285, 311a und 326.
      Ein Psycho-Vertrag kann also nichtig sein, weil er auf eine unmögliche Leistung gerichtet war.

      BGB § 155 – Versteckter Einigungsmangel
      Haben sich die Parteien bei einem Vertrag, den sie als geschlossen ansehen, über einen Punkt, über den eine Vereinbarung getroffen werden sollte, in Wirklichkeit nicht geeinigt, so gilt das Vereinbarte, sofern anzunehmen ist, dass der Vertrag auch ohne eine Bestimmung über diesen Punkt geschlossen sein würde.
      Oftmals liegt also gar kein Vertrag vor, weil Leistung und Gegenleistung nicht hinreichend deutlich bestimmt ist, so daß es nicht zu einer Einigung kommen konnte.
      Ein Psychomarkt-Vertrag kann daher unwirksam sein.

      ….So als mögliche Beispiele

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    • Das Versprechen einer Lebensberatung, die sich auf die magischen Kräfte gelegter Karten gründet, ist auf eine im Rechtssinn unmögliche Leistung gerichtet. Ein Honoraranspruch für diese Leistung besteht nicht, entschied jetzt das Oberlandesgericht Stuttgart. Das Vertragsverhältnis ist als Dienstvertrag ist zu qualifizieren, in dem jetzt vom Oberlandesgericht Stuttgart entschiedenen Fall hatte sich die Klägerin verpflichtet, den Beklagten, gestützt auf Erkenntnisse über die Zukunft, die sie beim Kartenlegen gewinnt, in Lebensfragen zu beraten und ihm durch ihre Kräfte zu helfen. Nicht angenommen werden kann, dass die Klägerin dem Beklagten einen mit ihrer Tätigkeit verbundenen Erfolg (§ 631 BGB) in Form des Eintritts von bestimmten Ereignissen versprochen hat. Sie hat ihm insoweit nur ihre Unterstützung zugesagt…….
      http://www.rechtslupe.de/allgmeines/kartenlegen-per-telefon-319715

      Alerdings gab es in ähnlichen Fällen auch Entscheide zu Gunsten der „Lebensberater“ – es ist und bleibt immer eine Einzelfallbetrachtung.

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    • Hallo offraydelamettrie! Sorry, aber das ist arrogant. In verzweifelter Not handeln Menschen irrational. Das ist Betrug und somit eine Straftat. Jeder kann, wenn er/sie geschwächt ist, leichter manipuliert werden. Die die am lautesten lachen, sind die die glauben ihnen würde so was nie passieren und damit werden sie zu den leichtesten Opfer, weil sie sich für unantastbar halten und nicht vorsichtig genug sind.

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  1. Ja, das Problem ist, dass dies nur als pauschale Aussage gewertet wird. Ich kenne das. Ihm muss vor Gericht für jeden einzelnen Fall zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass er diese Versprechen abgegeben hat. Wenn der Geschädigte nichts schriftlich hat oder keinen Zeugen, dann steht am Ende Aussage gegen Aussage und das geht zu Gunsten des Angeklagten.

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