Wie wäre es mit einer HomöoPlag?

Wie wäre es mit einer HomöoPlag?

Gastbeitrag von Doktor Haus

Gestern habe ich einiges über die – laut Kritiker natürlich selbsternannten – Plagiatsjäger gelesen, denen es inzwischen gelungen ist, die Politik zu einem gefährlichen Terrain für Leute mit Doktortitel zu machen. Natürlich trifft das nur die, denen die Doktorarbeit einstmals nur durch Schummeln gelungen ist. Vielleicht hilft es, die Gilde der Politikerinnen und Politiker zu etwas mehr Redlichkeit zu veranlassen.

Dabei ist mir folgender Gedanke gekommen: Das könnte man doch auch auf unredliche Mediziner anwenden. Ich halte z.B. die homöopathischen Ärzte für solche. Entweder sind das Pfeifen, die das Wesentliche ihres Fachs nie verstanden haben und nur durch Abschreiben ihren Doktortitel erwerben konnten, oder es sind Zinker, die genau wissen, dass Homöopathie Humbug ist und ihre Patienten trotzdem damit betrügen, alleine des schnöden Mammons wegen. Bei dieser Art von Ärzten dürfte der Hang zum Schummeln bereits im Charakter angesiedelt sein.

Redliche Ärzte, die ihren Beruf ernsthaft ausüben, tun so etwas nicht. Sie sind aber gegenüber den Zinkern benachteiligt. Ein ehrlicher Mensch ist immer ehrlich, so gut es eben geht. Ein Betrüger hat mehr Optionen als ein ehrlicher Mensch. Er kann betrügen, aber auch ehrlich sein. Quacksalber mit Approbation ist es möglich, den normalen Doktor zu spielen und gleichzeitig ihren Patienten des Kaisers neue Kleider verkaufen. Dabei nehmen sie oftmals ihren redlichen Kollegen die Privatpatienten weg.

Also bin ich mal ganz gemein: Wie wäre es mit einer HomöoPlag oder QuakPlag? Man stelle sich vor, eine Hand voll „Selbsternannte“ nimmt sich die Damen und Herren Doktores des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte zur Brust. Gut, das sind vielleicht ein bisschen viel. Für den Anfang würden auch die Funktionäre genügen. Zusammen mit den Landesverbänden sind das ja schon einige. Ich denke, so könnte man diesen Club für „individuelle Medizin“, der jetzt noch da steht wie eine eherne Windmühle und nicht wenig schrägen Einfluss in die gegenwärtige Gesundheitspolitik bläst, binnen kürzester Zeit ganz bös aufmischen.

7 Gedanken zu “Wie wäre es mit einer HomöoPlag?

    • Gibz schon? Wo?

      ansonsten: stelle mich als ein weiterer >>Selbsternannter<< zur Verfügung, eine Dissertation, welche MIR von Euch zugewiesen wird, pastafarianistisch und rein grobstofflich zu begutachten!

      Ramen

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  1. Da kann man aber ganz schnell in Teufels Küche geraten. Unsere Gesetzgebung ist leider so, dass zwar Leute öffentlich irgendwelche Ätzmittel zur Anwendung bei Kindern empfehlen können. Wenn man diese Leute aber mit dem dafür angemessenen Titeln belegt, aus denen man herauslesen kann, dass man ihnen böse Absichten oder niedere Motive unterstellt, kann man ganz schnell eine Beleidigungsklage oder ein Verfahren wegen übler Nachrede oder sonstwas am Hals haben. Soweit ich verstanden habe, ist PSIRAM aus diesem Grunde anonym. Weil wenn man einen Betrüger einen Betrüger nennt, dann hat der Betrüger das Recht sich dagegen zu wehren, Betrüger genannt zu werden, denn dies verletzt seine Persönlichkeitsrechte.

    Dass Kinder als Folge der Rosskur verätzte und abgestorbene Teile ihre eigenen Einegweide ausscheiden, ist dagegen vernachlässigbar. (Sorry, wenn mir MMS einfällt, kommt mir immer die kalte Wut…)

    Der Staat schützt die Falschen…

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    • Man darf natürlich keinen einzelnen Homöopathen namentlich beschimpfen, aber wenn jemand schreibt, Politiker sind Schweine, Finanzbeamte sind Aasgeier, Soldaten sind potentielle Mörder, dann fällt das unter die freie Meinungsäußerung. Zu dieser Rechtsauffassung gibt es schon Grundsatzurteile. Die gelten dann analog auch für die Betrüger der Homöopathie. Mich hatte mal ein Esomessen-Veranstalter wegen Beleidigung angezeigt, weil ich öffentlich nachgewiesen hatte, dass 90% seiner Aussteller unseriös seien. Das Verfahren wurde eingestellt. Aber es ist tatsächlich so: In diesem unserem Lande werden Ganoven besser rechtlicht geschützt als deren Opfer.

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  2. Das ist mal nur so eine Idee von mir. Man könnte das so ähnlich aufziehen wie VroniPlag:
    http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home
    Das würde bestimmt bei den meisten Homöopathen und sonstigen Stepptänzern mit Doktortiteln Unbehagen hervorrufen, möglicherweise sogar eine Fluchtbewegung aus gewissen Organisationen auslösen. Man müsste das aber auch nicht zu öffentlich machen. Es würde genügen, die Ergebnisse zu veröffentlichen.
    Ich selber bin mit meinen Hauptschulabschluss dafür nicht prädestiniert.
    Es wäre was für Fachleute, die aktiven Widerstand gegen den zunehmenden Einfluss der Quacksalber-Mafia leisten möchten.

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  3. Solche Exemplare hier http://www.dr-wiechert.com sollten schon irgendwie dokumentiert und fachgerecht zerlegt werden. Psiram ist ja eher für die Beschreibung von Methoden und Organisationen zuständig.
    Aber eine Art kritischer und fachlich fundierter DocCheck fehlt m.E. wirklich.

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    • Natürlich kann man windige Mediziner per DocCheck fachlich durchleuchten und auf ihre Quacksalbereien öffentlich hinweisen. Das würde aber m.E. nicht allzu viel bringen, denn die Leute glauben ja an den Quatsch und die Betroffenen könnten die Kritik sehr leicht als Angriff der bösen Pharmaindustrie darstellen.

      Was anderes ist es, wenn so jemandem der Doktortitel aberkannt wird, weil er bei der Doktorarbeit nachweislich zu viel abgeschrieben hat. Vermutlich wäre dann sogar die Approbation im Eimer, da er die ja auf Grund seinen Doktortitels erhalten hat.

      Ich sage immer: Es hat wenig Zweck zu versuchen, wie Don Quijote in einem Frontalangriff eine Mühle platt zu machen. Kommt man aber von der Seite und es gelingt nur einen Flügel abzuschlagen, dann läuft das Geschäft schon nicht mehr so rund wie zuvor und die Mühle zerlegt sich vielleicht ganz von selber.

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