“Mangelnde interne Validität als Grundlage erfolgreicher Wirkungsnachweise zur Homöopathie” von Dr. Norbert Aust


Norbert Aust live auf der SkepKon 2014 in München:

Mangelnde interne Validität als Grundlage erfolgreicher Wirkungsnachweise zur Homöopathie

Norbert Aust

Es gibt eine recht große Zahl von angeblich erfolgreichen placebo-kontrollierten Vergleichsstudien zur Homöopathie, mehr jedenfalls als unter einer fünfprozentigen für falsch positive Resultate zu erwarten wäre. Eine eingehende Betrachtung einer Vielzahl solcher Studien zur Homöopathie zeigt allerdings, dass generell gültige Anforderungen an Datenermittlung, Auswertung und Schlussfolgerung, wie sie in anderen Fachgebieten zwingend gefordert werden, weitgehend unbeachtet bleiben, was angesichts des Einflusses solcher Ergebnisse auf Leib und Leben der Patienten recht erstaunlich ist. Qualitätsforderungen, wie sie zum Beispiel für die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten gelten, existieren anscheinend für klinische Studien nicht. Verstöße gegen Grundregeln der Messtechnik, Fehlschlüsse und Überbewertungen der Ergebnisse sind daher eher die Regel als die Ausnahme.

Die Auswirkung solcher Analysen auf die vermeintliche Nachweislage ist für die Homöopathie ein Desaster. In der letzten großen Metaanalyse von Shang wurden nach den Standardkriterien 21 qualitativ hochwertige Studien identifiziert, darunter 13, die zu einem positiven Ergebnis für die Homöopathie kamen. Davon waren nur fünf in das Endergebnis eingeflossen, was zu erheblichen Diskussionen geführt hat, ob das negative Resultat anders ausgesehen hätte, wenn mehr dieser Studien berücksichtigt worden wären.
Es kann indes gezeigt werden, dass allenfalls nur zwei der positiven Studien einer Überprüfung der internen Validität möglicherweise standhalten. Damit ist eine positive Schlussfolgerung zur Wirksamkeit der Homöopathie aufgrund dieser bisher letzten großen Metaanalyse auf keinen Fall gerechtfertigt. Angesichts der Datenlage wird ein Mangel an Nachweisen zu einem Nachweis des Mangels.

Ein Gedanke zu ““Mangelnde interne Validität als Grundlage erfolgreicher Wirkungsnachweise zur Homöopathie” von Dr. Norbert Aust

  1. Ramen, man muss nur die richtigen Leute Fragen:

    Egger und Kollegen kamen damals zu dem Ergebnis, dass Homöopathie allein auf dem Placeboeffekt beruhe. Die Schriftleitung der angesehenen medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet” versah die Metaanalyse mit einem begleitenden Kommentar, in dem „das Ende der Homöopathie“ proklamiert wurde. Schon von Anfang an fragten sich Kritiker erstaunt, wie eine ganze Therapierichtung auf der Grundlage von nur acht Studien abschließend bewertet werden kann. Eine systematische Neuauswertung der Metaanalyse zeigt, dass die Hypothese, Homöopathie sei ein reines Placebophänomen, durch die Metaanalyse von Matthias Egger, Aijing Shang und Kollegen nicht so eindeutig und überzeugend gestützt wird, wie es die Autoren behaupten …

    http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=1022

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