Ermittlung gegen Heilpraktiker wegen „fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen“


Eine Frau aus Unterkärnten, Anfang 40, mit diagnostiziertem Brustkrebs, ließ sich vier Jahre lang von einem Heilpraktiker für 27.000 Euro bepfuschen, bis sie nicht mehr zu retten war. Der HP stritt die Krebsdiagnose ab und versicherte der Frau, dass sie lediglich an einer Brustentzündung leide, die keiner OP bedarf. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft!

KLEINE ZEITUNG.at:

Mittlerweile laufen gegen den Heilpraktiker Ermittlungen wegen „fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen“, bestätigt Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Verdächtige war in Kärnten und in Deutschland tätig. „Vor Kurzem gab es bei dem Heilpraktiker Hausdurchsuchungen“, sagt Jamnig. Polizisten aus Deutschland und aus Kärnten haben im In- und im Ausland zeitgleich zugeschlagen.

Der Heilpraktiker stammt aus Deutschland. „Ich glaube, in Kärnten ist er nicht mehr tätig“, sagt Jamnig. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung. Für eine Stellungnahme war der Verdächtige nicht erreichbar.

„Bei der später Verstorbenen haben die Ärzte des LKH Wolfsberg eindeutig einen Tumor in der linken Brust festgestellt“, sagt Maiditsch. Das sei alles belegt. Die Frau sei über die Notwendigkeit einer Operation aufgeklärt worden. „Doch der Heilpraktiker sicherte ihr zu, dass es keine OP brauche.“ Damit habe der Mann gegen alle Regeln verstoßen, die für Heilpraktiker anzuwenden sind. „Er hat die Frau in Deutschland und in Kärnten behandelt. In ihrer Angst vor Krebs ergriff die Betroffene offenbar jeden Strohhalm“, fasst Maiditsch zusammen. Immer wieder habe der Heilpraktiker der Frau Vitaminpräparate und andere Mittel verschrieben. Allein für Medikamente und Behandlungen durch den Verdächtigen habe die Patientin 27.000 Euro ausgegeben. Bis sie im Vorjahr mit Schmerzen ins Spital kam und wenige Wochen später starb. Der Anwalt ist sich sicher: „Bei einer rechtzeitigen OP, hätte das frühe Ableben der Frau verhindert werden können.“ Der Heilpraktiker habe von der Krebsdiagnose gewusst. „Er hat sorgfaltswidrig gehandelt.“

Die Verstorbene hinterließ einen Mann und eine junge Tochter. Der Heilpraktiker muss auch mit einer Schmerzensgeld-Klage rechnen … zum ARTIKEL

4 Gedanken zu “Ermittlung gegen Heilpraktiker wegen „fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen“

  1. Heilpraktiker sind samt und sonders Schmalspur-Mediziner. Dieser zu Hitlers unseligen Zeiten etablierte Beruf des Reichsheilpraktikers ist somit ein Erbe der Nazis. Ich meine, dass dieser Beruf abgeschafft gehört.

    Gefällt mir

  2. ….. und die Moral von der Geschicht‘, trau einem Heilpraktiker nicht. Selbst Heilpraktikerverbänden scheint ein QM unnötig zu sein, hier äußert man sich nicht kritisch zu den Machenschaften der „Kollegen“ – eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    Gefällt mir

  3. Ein Heilpraktiker darf das Unterlassen der Inanspruchnahme notwendiger ärztlicher Hilfe nicht veranlassen oder Patienten in der Nichtinanspruchnahme bestärken (im Anschluss an VGH Baden-Württemberg, B. v. 02.10.2008 – 9 S 1782/08 -). Er hat die Aufforderung zur Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe zu dokumentieren.
    openjur.de/u/325684.html

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s