Homöopathie: Harald Walach macht sich wieder lächerlich!


Kritik an Machenschaften der Pharma ist neben der Esoterikkritik selbstverständlich nicht nur berechtigt, sondern auch sehr wichtig. Gerade der Gesundheitsmarkt muss generell wachsam beäugt werden, weil hier immens viel Geld verdient wird.

Nachdem bereits Ben Goldacre vor nicht langer Zeit mit seinem Buch „Bad Pharma“ auf viele Missstände im Pharmabetrieb aufmerksam machte, wobei das Buch sehr zu empfehlen ist, kam Ende 2013 „Deadly Medicines and Organised Crime: How big pharma has corrupted healthcare“, zu deutsch: „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie Pharmagrössen das Gesundheitswesen korrumpiert haben“ von Peter C. Gøtzsche in englischer Fassung auf den Markt.

Der reißerische Titel passt irgendwie gar nicht zu dem, was man vom Autor halten sollte:

Peter Christian Gøtzsche (* 26. November 1949) ist ein dänischer Medizinforscher und Direktor des Nordic Cochrane Centers am Rigshospitalet in Kopenhagen, Dänemark. Gøtzsche wurde 2010 an der Universität Kopenhagen zum Professor für klinisches Forschungsdesign und Analyse ernannt. Er war 1993 Mitbegründer der Cochrane Collaboration und hat als solcher zahlreiche Bewertungen verfasst.“

Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, aber einiges dazu und über den Autor selbst recherchiert. Mit dem Ergebnis, dass Gøtzsche ein Paradewissenschaftler ist, der die EBM aggresiv verficht und nichts gelten lässt, was nicht akribisch nachgewiesen wurde. In seinem genannten Buch wird berechtigte Kritik an der Pharma über entsprechende Formulierungen jedoch für den Leser schnell zum Alleinstellungsmerkmal und es bleibt nichts zurück, wofür man der Pharma überhaupt noch dankbar sein könnte oder sollte.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass man damit esoterische Schwachmatten, die sich im Gesundheitswesen etablieren wollen, begeistert.

Harald Walach rezensiert das Buch und schreibt als Zusammenfassung:

Die Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia. Denn sie ist wie die Mafia und ähnlich organisierte Verbrechersyndikate darauf aus, mit illegalen Methoden und wiederholt möglichst viel Geld aus dem öffentlichen System zu holen. Anders als die Mafia bringt sie dabei mehr Menschen um als die Verbrechersyndikate bzw. nimmt deren Tod in Kauf.

Der Autor formuliert wirklich so rigoros, nur Walach vergisst in seiner überschwänglichen Sympathie für den Inhalt des Werkes, den er unbedingt im Medizinstudium thematisiert sehen möchte, dass Gøtzsches vernichtende Äußerungen erst recht für die Homöopathie zutreffen.

Gøtzsche kritisiert nicht nur, sondern er fordert absolute Transparenz, die Veröffentlichung auch negativer Studienergebnisse und warum Studien abgebrochen wurden, plus die rigorose Einschränkung der Forschungsfinanzierung von Pharma- und Wirtschaftsunternehmen, da sie zu Studienbetrug führen.

Tja, Herr Walach …

Die homöopathische Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia. Denn sie ist wie die Mafia und ähnlich organisierte Verbrechersyndikate darauf aus, mit illegalen Methoden und wiederholt möglichst viel Geld aus dem öffentlichen System zu holen. Anders als die Mafia bringt sie dabei mehr Menschen um als die Verbrechersyndikate bzw. nimmt deren Tod in Kauf.

Studien zur Homöopathie, die an Einfälltigkeit im Studiendesign kaum zu übertreffen sind, werden stur und nachhaltig als Erfolge verkauft, selbst wenn sie längst widerlegt wurden, um über Lug und Trug den dicken Reibach zu machen. Über 70 % der gesetzlichen Kassen werden bereits neben der Mehrheit der Bevölkerung geschröpft.

Für Homöopathen gibt es längst kein Tabu mehr, vor schwersten Krankheiten halt zu machen, ob Krebs, Malaria oder AIDS, man nimmt den Tod der Kranken in Kauf.

Und dann natürlich noch das Einschleichen der Quacksalberei in Universitäten von der Homöopathie-Pharmamafia finanziert, deren Reibach im Verhältnis zum Aufwand jegliche Gewinnspanne anderer Branchen übersteigt.

Herr Walach, wer finanziert nochmal Ihren Eso-Job an der Viadrina Universität?

Das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften der Europa-Universität Viadrina (IntraG) ist ein im Jahre 2007 gegründetes Institut der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Institutsleiter ist derzeit (Stand: August 2013) der Psychologe Harald Walach, der Inhaber einer privat finanzierten Stiftungsprofessur ist. Die Stiftungsprofessur wird durch die Firma Biologische Heilmittel Heel GmbH finanziert, einer der finanzstärksten Vertreter der Homöopathie-Pharmaindustrie. Ebenfalls durch Gelder der Pharmaindustrie wird eine Juniorprofessur des Psychologen Stefan Schmidt am Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften für fünf Jahre finanziert (seit 2011). Die Gelder stammen von den Firmen SymbioPharm GmbH (Herborn), Köhler Pharma, Meckel-Spenglersan und Pekana Naturheilmittel GmbH.[1]
Das IntraG bietet einen Masterstudiengang „Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin“ (KWKM) an, der 2008 genehmigt wurde und 2009 seinen Betrieb aufnahm. Bis 2012 hieß der Studiengang „Komplementäre Medizin – Kulturwissenschaften – Heilkunde“ (KMKH). Abgeschlossen wird der Studiengang mit dem akademischen Grad eines Master of Arts (M.A.). 60 Studienplätze sollen jährlich vergeben werden. Die Gebühren dafür betragen 10.000 € je Studienplatz bzw. 2500 € pro Semester.[2]

Selbst PSIRAM war das Buch von Gøtzsche eine positive Erwähnung wert und Leute wie Walach können nur in einen riesigen Fettnapf treten, weil ihnen nichts anderes bleibt als Pharmabashing zu betreiben, um ihren pseudowissenschaftlichen und esoterischen Mist nachhaltig an den Mann zu bringen. Ohne Verschwörung läuft hier gar nichts und die Denke, dass Kritik am „Gegner“ automatisch die eigene Ideologie bewahrheiten würde, ist schon dumm, um so dümmer ist es jedoch, Kritik, die einen selbst 1:1 betrifft, nicht zu erkennen und auch noch hoch zu halten bzw. als Erfolg für eigene Interessen vermarkten zu wollen.

Und, Herr Walach, Ihr „ganzheitlicher“ Lösungsansatz bringt uns wirklich nicht weiter, denn negative seelische Zustände führen jedenfalls ganz sicher NICHT zu Krebs!

Pseudowissenschaft an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt: Professor Harald Walach und der Kozyrev-Spiegel

3 Gedanken zu “Homöopathie: Harald Walach macht sich wieder lächerlich!

  1. Die Freide-Freude-Zuckerkügeli-Stimmung in der „Komplementärmedizin“ beruht erkennbar darauf, dass dort solche Selbstreinigungsprozesse gar nicht möglich sind.

    Ich hatte vor einiger Zeit in einem anderen Blog einmal die Frage aufgeworfen, wie man in der Homöopathie einen Kunstfehler feststellen will. Keiner der Diskutanten, sei es EBM-, sei es CAM-orientiert, konnte das beantworten. Warum wohl?

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  2. Pingback: Interview: „Selbsttäuscher und Geschäftemacher“ in der Alternativmedizin @ gwup | die skeptiker

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