„Ernährungswissenschaften liefern nur Hypothesen, die niemals überprüft werden können“!


Nach meinem Artikel „Vegane Ernährung bei Kindern ist Körperverletzung!“, der zu einer längeren Diskussion mit Arschvegan führte, hier nun ein Interview mit Uwe Knop auf Telepolis, der meine Äußerungen stützt. Die zwei Seiten sollte man lesen!

Das Fazit von Knop lautet: „Jeder sollte das essen, was ihm schmeckt und was einem gut bekommt. Dabei ist der echte Hunger essenziell, denn nur richtiger Hunger macht Essen zum vollen Genuss – also am besten: Essen Sie nur dann, wenn Sie wirklich hungrig sind.“

 

(Uwe Knop (geb. ´72) ist Diplom-Ernährungswissenschaftler und Medizin-PR-Experte. Er arbeitet seit 1998 im PR- und Kommunikationsbereich der Ernährungs-, Medizin- und Pharmabranche. So ist er bestens damit vertraut, wie durch die tägliche Veröffentlichung von zu viel „gesundheitsförderndem Unsinn“ Meinungen insbesondere zu „gesunder Lebens- und Ernährungsweise“ in die Köpfe der Menschen gelangen. Mit seinem Buch möchte er ein möglichst naturnahes Gegengewicht zu dieser pseudowissenschaftlichen Manipulierungsmaschinerie schaffen.

Knop ist dabei frei von Interessen Dritter, sodass er keine Produkte, Therapien oder besondere Essformen empfiehlt. Seine Intention gilt allein dem Ziel, dass die Menschen ihrer Kulinarischen Körperintelligenz wieder mehr Vertrauen schenken und dafür meist finanziell motivierte Fremdbestimmung ablegen. Weiter möchte er mit seinem Buch der gesellschaftlichen Diskussion zum Thema Ernährung neuen lebensechten Schwung verleihen, da diese sich derzeit in einer wissenschaftlichen Schieflage befindet.“)

„Vegane Kinderernährung ist eine Form der Körperverletzung“

Reinhard Jellen 05.06.2014

Uwe Knop über den Veganismus-Hype

Debatten über gesundes Essen und Veganismus bestimmen den Zeitgeist und nehmen immer wieder sakrale Züge an. Der Diplom-Ökotrophologe Uwe Knop widerspricht der neuen Ernährungsreligion.

Herr Knop, Sie bezweifeln die Ergebnisse von Ernährungsstudien, die herausgefunden haben wollen, dass veganes Essen gesünder ist. Warum?

Uwe Knop: Weil kein einziger Beweis existiert, dass irgendeine Ernährung gesünder ist als die andere. Ernährungswissenschaften liefern nur Hypothesen, die niemals überprüft werden können: Denn man kann keine Studien durchführen, die Beweise liefern, weil diese placebokontrolliert und randomisiert sein müssen.

Allein der sehr wichtige Studienfaktor Randomisierung – also das zufällige Verteilen der Menschen in die Studiengruppen, damit diese vergleichbar sind – ist unmöglich: Denn welcher normale Esser hört schon gerne: „Sie sind in die vegane Gruppe gelost worden und dürfen jetzt fünf Jahre lang während der Studienlaufzeit keine tierischen Lebensmittel essen und trinken.“ Umgekehrt will man sich den Aufschrei der Empörung gar nicht vorstellen: Ein Veganer wird in die Allesesser-Gruppe randomisiert …

Auch wenn in manchen Studien beobachtet wurde, dass Veganer gesünder seien und länger lebten: Die Gründe, warum das so war, die sind vollkommen unbekannt – die Confounder lassen grüßen! Confounder sind die unbekannten Einflussfaktoren des Lebens, die jedes Ergebnis von Beobachtungsstudien, sei es noch so „reingerechnet“ nichtig machen.

Ob es also die Ernährung war oder der Verzicht auf Drogen und Sex, schlechter Schlaf wegen Blähungen oder gänzlich unbekannte Gründe oder Abgründe veganen Lebensstils – kein Mensch weiß es. Wie in der Ernährungsforschung üblich gibt es natürlich auch Studien, die genau das Gegenteil von gesund zeigen: Veganer haben ein höheres Thrombose- und Gefäßverkalkungsrisiko aufgrund diverser Nährstoffmängel.

„Wer sich nicht akribisch mit tierfreier Ernährung beschäftigt, dem drohen Defizite

Schadet veganes Essen allgemein der Gesundheit?

Uwe Knop: Pauschale Allgemeinaussagen sind in der Ernährungsforschung nicht möglich, man muss immer den Einzelfall betrachten. Und da kann vegane Ernährung durchaus der Gesundheit schaden. Denn wer sich nicht akribisch mit tierfreier Ernährung beschäftigt und genau weiß, welche Nährstoffe in welchen Nahrungsmitteln enthalten sind, dem drohen diverse Defizite: Möglich ist beispielsweise ein Mangel an Eiweiß, Eisen, Kalzium, Jod, Zink, B-Vitaminen und essenziellen Fettsäuren – das wiederum kann zu Folgeerkrankungen führen.

Wer darüber hinaus noch viele der völlig überteuerten veganen Fertigprodukte verspeist, dem könnten die überzahlreich darin enthaltenen Farb- und Aromastoffe, Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe Probleme machen – vorausgesetzt, man reagiert darauf sensibel, was bei vielen Veganern der Fall sein könnte, da Krankheiten oder Unverträglichkeiten als wesentlichen Grund für den Ernährungswandel gesehen werden … WEITER

So viel noch speziell zu Beobachtungsstudien:

Advances in Nutrition – International Review Journal

SCHWÄCHEN VON BEOBACHTUNGSSTUDIEN WERDEN OFT UNTERSCHÄTZT – VORSICHT BEI ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN

05.02.14 – Eine aktuelle Übersichtsarbeit offenbart eine weit verbreitete Fehlentwicklung: Die begrenzte Aussagekraft von Beobachtungsstudien wird von vielen Ernährungsforschern und Politikern unterschätzt [1]. Aufgrund zahlreicher Schwächen dieser Untersuchungen mahnen die Autoren zu „größerer Vorsicht bei Ernährungsempfehlungen“, da diese primär auf Beobachtungsstudien basieren, die nicht durch klinische Studien bestätigt wurden. Dieser Review in einem Journal der „American Society for Nutrition“ untermauert die Kritik einer aktuellen Publikation im BMJ: Viele Ergebnisse der Ernährungsforschung seien „völlig unglaubwürdig“ – und auch eine „weitere Million Beobachtungsstudien“ würde keine endgültigen Lösungen liefern [2].

Vor diesem Hintergrund müsse man die hiesigen Ernährungsregeln kritisch hinterfragen, empfiehlt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop, denn für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE sind gerade diese „Bobachtungsstudien eine wichtige Grundlage für die Ableitung evidenzbasierter Empfehlungen für die Bevölkerung.“ Dazu hatte die Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM), Professorin Gabriele Meyer bereits klar gestellt: „Beobachtungsstudien sind nicht geeignet, präventive oder therapeutische Empfehlungen abzuleiten“. Der Grund: Beobachtungsstudien sind anfällig für zahlreiche Verzerrungen und Störfaktoren [1] – und sie liefern nie Kausalitäten (Ursache-Wirkungs-Beziehungen), sonder nur Korrelationen (Zusammenhänge).

Obst & Gemüse: Kein Krebsschutz

„Man könnte auch die Zahl der Autos in einem Land mit der Krebsrate korrelieren und würde vermutlich einen Zusammenhang herstellen können – aber was beweist das schon?“, erklärte kürzlich Prof. Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ zu den Schwächen vieler Untersuchungen zu Ernährung und Krebs [3]. Aber selbst diese schwachen Studien zeigen inzwischen ganz klar: Es ist noch nicht einmal ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Obst und Gemüse und Krebserkrankungen zu finden. Krebsschutz durch Obst und Gemüse? „Keinerlei Beziehung, nullkommanull“, so Kaaks [3]. Man habe heute festzustellen, dass der vermutete starke Zusammenhang zwischen hohem Gemüse- und Obstkonsum und einer Senkung des Krebsrisikos infrage gestellt werden muss [4].

Friedrich & Gröhe: Volle Kinderteller statt leerer Versprechungen!

„Mit diesen aktuellen Erkenntnissen vor Augen sollten sich die verantwortlichen Neu-Minister Gröhe und Friedrich genau überlegen, ob sie weiterhin den Pflanzenkostmehrverzehr durch Kampagnen wie `5-am-Tag´ finanziell fördern“, so Knop, „gerade auch vor dem Hintergrund, dass selbst nach 10 Jahren Kampagnen-Laufzeit kein Nut-zennachweis vorliegt, ob 5-am-Tag die Gesundheit der Bürger fördert – ganz im Gegenteil, es könnte sogar sein, dass üppige Pflanzenkost den Magen-Darm-Trakt schädigt: Seit Start der Kampagne ist die Zahl klinischer Fälle an Magen-Darm-Erkrankungen laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes um bis zu 150% gestiegen.“ Eine Kausalität beweise dies natürlich nicht, aber es gäbe eine hohe Plausibilität wegen schwer verdaulichen Bestandteilen wie Ballast-stoffen oder Fruktose und entsprechenden „Kasuistiken“ aus der Ernährungsberatung [5]. „Die neuen Minister Gröhe und Friedrich sollten darüber nachdenken, ihre Fördergelder für kostenlose Schulessen einzusetzen, die Kinder satt machen, statt für Pflanzenkostmarketing, dessen Auswirkungen auf die Gesundheit niemand kennt“, empfiehlt Ernährungswissenschaftler Knop.

Frauen – mehr Obst & Gemüse, mehr Tod durch Herzschwäche & Herzrhythmusstörungen

Da der postulierte Krebsschutz durch Obst und Gemüse inzwischen öffentlich nicht mehr vertretbar sei, konzentriere sich die Pflanzenkostpropaganda zunehmend auf die vermutete schützende Wirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Aber auch hier sind interessante Zusammenhänge erkennbar: Laut Robert Koch-Institut essen doppelt so viel Frauen wie Männer 5x am Tag Obst und Gemüse – und dem aktuellsten Herzbericht zufolge sterben Frauen um 61,5% öfter an Herzklappenkrankheiten, um 55% häufiger an Herzrhythmusstörungen und doppelt so oft an Herzinsuffizienz wie Männer“, so Knop [6]. Auch weil diese hohen Frauentodesquoten „nicht ohne Weiteres zu erklären sind“ (unisono Prof. Dr. Christian Hamm, Präsident Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung) ist ein kausaler Zusammenhang natürlich nicht belegbar.

Aber ignorieren sollten Gröhe & Friedrich diese Fakten bei künftigen Obst & Gemüse-Kampagnen nicht – denn die Glaubwürdigkeit eines propagierten Herzschutzes durch Pflanzenkost sei aufgrund der aktuellen Sterbeziffern mehr als fraglich. Selbst die DGE hatte erst im September 2013 klargestellt, dass man nicht sagen könne, Obst und Ge-müse schützen vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen – verantwortlich seien eher unspezifische Effekte [7]. „Im Hinblick auf die jüngsten Erkenntnisse des DKFZ und des Herzberichts werden diese `unspezifischen Effekte´ immer wahrscheinlicher“, so Knop, „die Frage ist nur: Welche Effekte sind das?“ Von der DGE war dazu bislang leider nichts zu hören …

Klinische Ernährungsstudien – rare Kost ohne Ergebnisse

Klarheit über Ursache und Wirkung von Ernährung und Gesundheit könnten sogenannte RCT, randomisierte, klinische Studien liefern. „Doch davon gibt es kaum welche – und wenn, dann sind deren Ergebnisse so schwachbrüstig und ernüchternd, dass man sich fragt, wie sinnvoll Ernährungsforschung überhaupt ist. So wurde die jüngste Berichterstattung zum aktuellen `Ernährungs-RCT-Flaggschiff´ PREDIMED zur mediterranen Ernährung sowohl zur `Unstatistik des Monats´ [8] als auch zum `Ernährungsunsinn des Monats´ [9] gekürt“, erläutert Knop … zum ARTIKEL

Ein Grund weniger Vegetarier zu werden
Ernährungsregeln: Wo bleiben die Daten?
Von Gummibärchen und Bio-Tomaten

Ein Gedanke zu “„Ernährungswissenschaften liefern nur Hypothesen, die niemals überprüft werden können“!

  1. „…wer sich nicht akribisch mit tierfreier Ernährung beschäftigt und genau weiß, welche Nährstoffe in welchen Nahrungsmitteln enthalten sind, dem drohen diverse Defizite…“

    Genau so trainiert man den Menschen ihre natürliche somatische Intelligenz ab und gibt ihnen statt dessen Regeln. Wie nennt man das noch gleich? Richtig – Steine statt Brot.

    Abseits von allen Fachdebatten: ich habe einfach keine Lust, mit der Nährstofftabelle über den Markt zu ziehen – und zum krönenden Abschluss dann doch noch vor dem Pülverchenregal in der Apotheke oder Drogerie zu landen. Ohne mich!

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