Kein Wunder, dass Wissenschaftler unserem Land den Rücken kehren!


Ein sehr treffender Artikel von Vince Ebert zur irrsinnigen Deutschen Wissenschaftsfeindlichkeit, den Hintergründen und Konsequenzen für Wissenschaftler:

Wo Paranoia regiert, fehlt die Perspektive

Nun warnt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in einem Gutachten vor einem dramatischen Wissenschaftlerschwund in Deutschland. Die qualifiziertesten Köpfe wandern mehr und mehr aus. Kein Wunder.

In einem Land, das Studiengänge für Homöopathie einrichtet, das die Angst vor Gentechnik, Elektrosmog, Pestiziden, Schutzimpfungen, Stammzellenforschung, Kernenergie und Fracking bis ins Paranoide erhöht – in diesem Land sehen viele exzellente Wissenschaftler einfach keine Perspektive mehr.

Umweltaktivisten, die Genmaisfelder verwüsten, werden in großen Teilen der Bevölkerung als Helden gefeiert, Arzneimittelforscher, die für ein vielversprechendes Parkinsonmedikament Tierversuche unternehmen, werden dagegen mit Geringschätzung bestraft.

Gute PR funktioniert maßgeblich über Gefühle und Emotionen – Eigenschaften, die im rationalen Wissenschaftsbetrieb eher zweitrangig sind. Dadurch spielt die forschende Zunft in der öffentlichen Wahrnehmung eine immer unbedeutendere Nebenrolle …

… Warum glaubt man, ein katholischer Abt könne zur Stammzellenforschung Profunderes beitragen als ein Molekularbiologe? Etwa, weil sich Mönche durch Zellteilung vermehren?

Noch niemals waren die Naturwissenschaften erfolgreicher, noch nie waren ihre Auswirkungen auf unser Leben gewaltiger, und doch sind die Ideen und Theorien vielen, selbst gebildeten Menschen, vollkommen fremd.

Es ist erstaunlich, dass ein Großteil der Deutschen fälschlicherweise glaubt, durch den Verzehr von Gentomaten würden die eigenen Gene verändert werden. Oder dass künstlich erzeugte Radioaktivität grundsätzlich gefährlicher ist als natürliche. Einigen ist sogar schleierhaft, warum ein Föhn trotzdem geht, obwohl ein Knoten im Kabel ist.

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3 Gedanken zu “Kein Wunder, dass Wissenschaftler unserem Land den Rücken kehren!

  1. Greenpeace und die Gemeinnützigkeit

    Unter dem nachstehenden Link wird kritisch über die weltweit bekannte und geachtete Organisation Greenpeace berichtet. Es geht dabei u.a. um die Shell-Ölplattform Brent Spar, um deren Entsorgung seinerzeit eine heiße Diskussion entbrannte. Dass Greenpeace mit ihrer ungerechtfertigten Panikmache bei mir seinerzeit (1995) einen kritischen Nachdenkprozess auslöste, fand seine Bestätigung in der Tatsache, dass sich auch der Greenpeace-Mitbegründer, Patrick Moore, von dieser Organisation distanzierte. Von besonderem Interesse ist dabei seine Begründung, der ich mich inzwischen voll anschließen kann.

    http://www.novo-magazin.de/88/novo8840.htm

    Auch ich war zuvor geneigt, was die Gentechnologie anbetrifft, dem von Greenpeace lancierten Slogan „Genfood = Gift“ zu glauben. In der Folge informierte ich mich jedoch eingehender in Fachbüchern und im Internet über diese Thematik. Ich fand heraus, dass die Gentechnologie am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln, von Jeff Schell und seinen Mitarbeiterin quasi „entdeckt“ wurde. In diesem Zusammenhang lernte ich, dass es ein Irrtum sei, anzunehmen, dass die Gentechnik eine Erfindung der Menschen sei, denn auch das Bakterium A. tumefaciens beherrscht die Technik der genetischen Manipulation.

    Es ist Fakt, dass die Gentechnik in unserem Alltag in allen Lebensbereichen vertreten ist, ohne dass es dem Einzelnen bewusst ist. In der freien Natur finden genetische Veränderungen zudem schon immer statt. Solange es die Landwirtschaft gibt, existieren auch gentechnische Verfahren, ohne dass dies den Landwirten bewusst war. Durch Kreuzungen und Rückkreuzungen bestimmter Pflanzengattungen wurden bessere Erträge erzielt und die Widerstandsfähigkeiten gegen Krankheiten und Umwelteinflüsse verbessert. Heute sind die Verfahren mittels Enzymen wesentlich zielgerichteter.

    Dass gesundheitliche Schädigungen beim Konsum von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu erwarten sind, wird zwar behauptet, konnte aber bisher in keinem einzigen Fall belegt werden. Mit seiner durch nichts gerechtfertigten Verleumdungskampagne hat es Greenpeace erreicht, dass die Mehrzahl der (uninformierten) Konsumenten sich gegen die Gentechnik ausspricht. Dass die Gentechnologie jedoch eine Vielzahl von Chancen eröffnet – nicht nur im Bereich der Nahrungsmittel -, wird ignoriert. So gibt es neben der grünen Gentechnik auch die rote und die weiße Gentechnik.

    Die rote Gentechnik umfasst den medizinischen Bereich. Sie könnte die Forschung und Entwicklung wirksamer Medikamente zur Behandlung schwerer oder chronischer Erkrankungen befördern. Dies z.B. in der Krebstherapie, bei Erbkrankheiten und chronischen Erkrankungen wie Diabetes. So wird beispielsweise das moderne Insulin gentechnisch hergestellt und basiert nicht mehr auf dem Insulin von Schweinen oder Rindern. Da der Aufbau des tierischen Insulins bei Diabetikern Unverträglichkeiten bewirkten, ist der Vorteil des modernen Verfahrens offensichtlich. Zu erwähnen wären noch die Möglichkeiten, die sich im Bereich der Transplantationsmedizin durch das therapeutische Klonen ergeben können. Indem im menschlichen Körper bestimmte Zellen gezielt gentechnisch verändert werden, kann der Heilungsprozess gefördert werden.

    Der dritte Bereich der Gentechnik umfasst die sog. weiße Biotechnologie, die der Industrie zugeordnet ist. Hier soll die Gentechnik dazu beitragen, Produktionsprozesse umweltfreundlicher zu gestalten. In vielen industriellen Bereichen setzt die Gentechnologie auf Enzyme. Diese werden z.B. Waschmitteln zugesetzt. Das bewirkt, dass die Kleidung auch bei niedrigen Waschtemperaturen sauber wird.

    Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass es weitgehend der Verteufelungskampagne von Greenpeace und der Partei der Grünen zuzuschreiben ist, dass die Gentechnologie im Erfinderland Deutschland so in Misskredit geraten konnte. Es wurden Ängste geschürt, die einer Überprüfung auch nicht in Ansätzen standhalten können. Fakt ist hingegen: Kein Mensch ist jemals an gentechnisch veränderten Lebensmitteln erkrankt oder gar gestorben. Dass aber schon Menschen an vergiftetem Biogemüse gestorben sind, interessiert offenbar niemanden.

    Wenn sich inzwischen einige wenige weltweit agierende Konzerne, wie z.B. Monsanto, eine dominierende Marktposition im Bereich der Saatgut-Produktion aufgebaut haben, wurde das letztlich nur durch die in Deutschland herrschende Anti-Gentechnik-Haltung überhaupt erst möglich gemacht. Jetzt im Nachhinein darüber zu jammern, passt irgendwie nicht ins Bild.

    Die deutsche BASF hat sich inzwischen aus dem europäischen Markt zurückgezogen. Dass sich inzwischen längst einige Wissenschaftler aus dem Gentechnikbereich ins Ausland abgesetzt haben, scheint niemanden zu kümmern. Deutschland hat damit zweifellos freiwillig auf eine maßgeblich hierzulande entwickelte Zukunftstechnologie verzichtet. Die Chance war da, aber wir haben sie leider verspielt !

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  2. In der Printpresse war dieser Tage ein Bericht mit der Überschrift „Mc Donald’s erlaubt jetzt Verwendung von Gen-Futter“ zu lesen. Auch ARD, ZDF und N24 berichteten in ihren Nachrichtensendungen darüber. Aufgrund dieses Zeitungsartikels in den „Stuttgarter Nachrichten“ habe ich den nachfolgenden Leserbrief an die „Stuttgarter Nachrichten“ übermittelt: (Eine Veröffentlichung ist angesichts der Vielzahl der täglich eingehenden Leserbriefe fraglich.)

    Mit der provokativen, wahrheitswidrigen Formel „Genfood = Gift“ hat Greenpeace erreicht, die Gentechnologie bei der deutschen Bevölerimg in Misskredit zu bringen. Diese Formel ist aber nicht nur provokativ, sondern sachlich völlig unbegründet. Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind nicht giftig und in keinster Weise gesundheitsgefährdend. Wenn McDonald’s jetzt Gen-Futter zulässt, gefährdet dies die Gesundheit der Konsumenten nicht im geringsten. Es ist dies nicht die erste falsche Behauptung, die von den Greenpeace-Leuten lanciert wurde. Ich erinnere nur an das Fiasko, welches Greenpeace im Jahre 1995 eingestehen musste, als sie die internationale Presse und die Weltöffentlichkeit mit falschen Messdaten bezüglich der Giftmüllmengen in der Shell-Ölplattform Brent Spar belogen hatte. Für den Greenpeace-Mitbegründer, Michael Moore, waren solche und ähnliche Aktivitäten letztlich ein Grund, Greenpeace zu verlassen.

    Bis zu diesem Zeitpunkt war ich ebenfalls ein Unterstützer dieser Organisation und hatte Greenpeace jeden Monat mit einer Geldspende unterstützt. Mit spektakulären, publikumswirksamen Aktivitäten buhlt Greenpeace nach wie vor um die Gunst des Publikums und um Spenden. Sie lassen ihre Leute als Helden feiern, wenn sie wieder mal ein mit Genmais bepflanztes Versuchsfeld zerstört hatten. Solche öffemtlichkeitswirksamen Aktionen finden leider bei einer weitgehend uninformierten Bevölkerung grossen Beifall finden und befördern somit den Spendenfluss. Und um Spenden geht es Greenpeace und um nichts anderes. Es würde mich nicht wundern, wenn sich demnächst Greenpeace-Aktivisten vor McDonalds’s-Restaurants mit Anti-Gentechnik-Demos bemerkbar machen.

    Fakt ist, dass inzwischen einige Lebensmittel-Produzenten (für Eier, Teigwaren und Milch) mit dem Argument „frei von Gentechnik“ werben. Dem uninformierten Verbraucher wird mit diesem Scheinargument ein nicht zu belegender Vorteil suggeriert, der letztlich aber keiner ist. Fakt ist auch, dass bisher keine wie auch immer geartete Gesundheitsgefährdung durch gentechnisch behandelte Lebensmittel nachgewiesen werden konnte. Ignoriert wird aber, dass aufgrund von mit EHEC-vergiftetem Biogemüse im Jahre 2011 4.000 Menschen infiziert wurden und 53 Menschen starben. 800 Menschen schwebten in Lebensgefahr.

    Es würde den Rahmen eines Leserbriefes (leider) sprengen, um hier eine umfassende Information über die Gentechnologie zu vermitteln. Ein einziges Beispiel zeigt jedoch, welche immensen Möglichkeiten die Gentechnologie bietet. So „erfand“ Professor Ingo Potrykus vom Institut für Pflanzenwissenschaften der ETH (Eidgen. Technische Hochschule) in Zürich, zusammen mit Peter Beyer den „Goldenen Reis“. Im Gegensatz zum herkömmlichen Reis hat er einen erhöhten Nährwert, da er Vitamin A produziert, welches im normalen Reis fehlt. Laut WHO leiden weltweit rund 127 Millionen Kinder im Vorschulalter an Vitamin-A-Mangel. Bis zu 500.000 erblinden jedes Jahr und insgesamt sterben jährlich etwa 600.000 Kinder unter 5 Jahren an Vitamin A-Mangel. Zu erwähnen wäre noch, dass Prof. Potrykus weltweit zu den angesehensten Persönlichkeiten auf den Gebieten der landwirtschaftlichen Umwelt- sowie der industriellen Biotechnologie zählt.

    Übrigens: Gentechnisch behandeltes Futter oder gentechnisch behandelte Lebensmittel stellen keine Gefahr für den menschlichen Organismus dar. Sie bewirken keine Veränderungen bei menschlichen Genen. Offenbar besteht jedoch seitens einiger Organisationen wie Greenpeace, Foodwatch und der BUND ein großes Interesse an der Verteufelung der Gentechnologie. Ob das möglicherweise im Zusammenhang mit zu erwartenden Spendengeldern steht ?

    Im übrigen beweist das Handeln von McDonald’s, dass das Welternährungsproblem ohne den Einsatz der Gentechnologie langfristig nicht zu lösen ist. Die ökologische Bio-Landwirtschaft ist auch nicht in Ansätzen in der Lage, genügend zu produzieren, um der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dass inzwischen mehr und mehr Bio-Landwirte wieder zum konventionellen Anbau zurückkehren, sei nur am Rande erwähnt. Es soll ja auch vorgekommen sein, dass Bio-Tomaten aus Italien importiert wurden, die gar nicht Bio waren, sondern aus konventionellem Anbau stammten und aus Osteuropa importiert wurden !

    Aber wie sagt doch der Lateiner so treffend: „Mundus vult decipi, ergo decipiatur !“ (Die Welt will betrogen werden, folglich wird sie betrogen !) (Zitatende)

    Für Interessierte findet sich unter dem folgenden Link ein informativer Artikel aus „DIE WELT“ mit dem beziehungsreichen Titel: „Warum Ablehnung der Gentechnologie schädlich ist.“

    http://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article13908078/Warum-Ablehnung-der-Gentechnologie-schaedlich-ist.html

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