Astroline- und Esoteriksucht – ein ernst zu nehmendes Problem!


Im Internet gibt es einen Blog mit dem Titel: „Süchtig nach Astrolines – Esoteriksucht – Kartenlegen am Telefon – Austauch mit Betroffenen und ehemaligen Betroffen. Kartenlegen und Wahrsagen am Telefon. Alles eingetroffen? Oder ist es doch nur Lug, Betrug und Abzocke?“

Hier geht es nicht um Esoterik-Kritik, sondern um das enorme Suchtpotential aus der Sicht Betroffener, die eigentlich nach Hilfe rufen, weil sie keinen Ausstieg finden und in Bezug auf ihre pathologische Sucht ernst genommen werden wollen.

Das ist harter Tobak und die Bestätigung unserer jahrelangen Rufe nach einem Verbraucherschutz, der so wichtig wäre. Die Leute brauchen auch wirklich Hilfe und keine Häme.

Hier ein sehr reflektierter Beitrag aus diesem Blog zu den Machenschaften in der Szene:

DIE SCHONUNGSLOSE WAHRHEIT

Eine Beraterin erzählte mir, dass die Line-Mitarbeiter sie dafür kritisiert hatten, dass ihre Gespräche zu kurz wären. Sie wurde dazu angehalten, sie mehr in die Länge zu ziehen.

Dass diese und andere Machenschaften nicht unbekannt sind, weiss ich. Man liest oft genug darüber oder sieht es im Fernsehen. Um es nochmal genauer zu verdeutlichen, habe ich am Ende dieses Beitrags 2 Videos verlinkt, die für sich sprechen und alles ganz genau aufzeigen.

Astrolines haben ihre eigenen Regeln. Aber der Erfolg gibt ihnen Recht. Rund 10.000 Berater arbeiten wohl inzwischen deutschlandweit auf diversen Beraterportalen. Tendenz steigend?! Das bedeutet, es gibt immer noch eine Menge Zulauf an neuen Beratern, die sich auf die Regeln einlassen, und über Jahre auch mit den Machenschaften sehr gut klar kommen.

10.000 Berater. Das ist eine Zahl die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. 70% davon hellfühlend und hellsichtig schätze ich mal. Die restlichen 30 % verteilen sich auf andere Themen wie Astrologie, Channeling und Co.

10.000 selbstlose Menschen! Selbstlos, da sie ihre Hellsicht ja nicht dafür nutzen, die Lottozahlen für die nächste Samstagsziehung zu erfahren, und davon ein gutes Leben zu führen. Oder zumindest zu erfahren, wann ein guter Zeitpunkt zum spielen ist, falls es nicht möglich ist, die genauen Zahlen von den Karten zu erfahren.

Ob ich das machen würde? Ja klar. Wenn ich zu den gesegneten 10.000 gehören würde, wäre ich doch eigentlich dumm, meine Fähigkeiten nicht zu nutzen.

Natürlich kann es auch sein, dass alle Berater bereits ein sorgenfreies, rundum erfülltes Leben führen und auf den Lines nur noch aus reiner Nächstenliebe arbeiten. Meine Beraterinnen von damals allerdings ausgeschlossen. Die haben das Geld, das sie auf den Lines verdienten, wirklich zum Leben benötigt und konnten sich selber wohl nicht helfen mit ihren eigenen Fähigkeiten.

Auch wenn das jetzt sehr spitz formuliert ist, das sind Fragen und Gedanken, die ich des öfteren habe. Wenn ein Berater immer so gut und so fähig ist, warum müssen sie dann auf einem Beratungsportal arbeiten und mit anderen Beratern um Kunden buhlen? Hat er das wirklich noch nötig?

Wie wird man denn nun ein Berater?

Die Voraussetzungen sind eindeutig: Eine „Mediale Gabe“ und Beschäftigung mit dem Übersinnlichen seit frühester Jugend. Besser noch: Seit der Kindheit. Ein 2stelliger Zeitraum, in dem man erfolgreich die Karten legt, schafft Vertrauen.

Zusätzlich gibt es Seminare, in denen man ein Zertifikat erwerben kann. Zertifikate kommen immer gut an im Beraterprofil.

Die Preise dafür variieren. Angeblich sollen Seminarkosten von rund 3000 Euro möglich sein. Ich habe es aber etwas billiger gefunden. 900 Euro für ein 5-Tage Seminar, mit der anschließenden Option, eine Anstellung auf der hauseigenen Line zu bekommen.

Auch dazu fand ich ein Video, das ich aber lieber aus rechtlichen Gründen nicht einbinde. Ich mache mich derzeit nicht gerade zum Freund der Astrobranche, und daher lasse ich lieber Vorsicht walten. In diesem Video wurden die Teilnehmer am Ende des Seminars interviewt. Als erstes fand ich es schon erschreckend, dass es möglich ist, das Kartenlegen in nur 5 Tagen zu erlernen, und noch erschreckender fand ich die Aussage einer Teilnehmerin: “Jetzt noch ein wenig üben und schon kann es mit der Lebensberatung losgehen!

Mir sträuben sich die Haare zu Berge, wenn ich so etwas höre. Üben? Muss man eine Gabe, die man von Geburt an beherrscht, noch üben? Etwas üben zu müssen, läßt doch eher darauf schließen, dass man sich auf Neuland bewegt. Dass man etwas nicht beherrscht. Wie nennt man dann die ersten Beratungen auf der Line: Versuchsreihen am lebenden Objekt?

Da es um die Arbeit mit lebenden Wesen geht, sollte man etwas zu 100 Prozent beherrschen, bevor man beginnt, und damit meine ich über Jahre beherrschen.

Endgültig sprachlos bin ich, als ich folgenden Absatz zur Seminarfinanzierung lese:

Sie können unter bestimmten Voraussetzungen einen Bildungsgutschein beantragen und damit die Hälfte der Seminargebühr bezahlen. Hier erfahren Sie, wie Sie die Bildungsprämie erhalten.

Staatliche Förderung für mediales Kartenlegen. Ich habe keine Erklärung wie es möglich sein kann, dass man das genehmigt bekommt. Da explizit auf diesen Gutschein hingewiesen wird, scheint es doch recht einfach zu sein, diesen auch zu bekommen.

Nicht nur, dass ich durch die Lines eine Menge Geld verloren habe, nun muss ich mich fragen, ob ich das durch meine Abgaben an den Fiskus überhaupt erst möglich gemacht habe?

Ich weiß, auch das ist überspitzt geschrieben. Im Grunde genommen geht das jetzt eigentlich gegen mich selber und dass ich jahrelang so naiv war. Anders kann ich es nicht ausdrücken.

Andererseits weiss ich aber auch, dass ich die Erkenntnisse, die ich heute habe und finde, damals hätte gar nicht haben wollen. Ich hätte sie, so gut es ging, verdrängt oder direkt ignoriert.

Jeder, der regelmäßig bei einer Line anruft, hebt SEINEN Berater auf ein Podest, oder setzt ihn auf einen Thron und macht ihn unantastbar. Es ist ganz egal, wieviel Schlechtes man über Astrolines hört, wieviel Betrüger aufgedeckt werden, wieviele Ratsuchende falsch beraten wurden. Jeder aktive Anrufer glaube daran, den einzig wahren, unfehlbaren Berater gefunden zu haben, der die Ausnahme bildet; der über wahres Können verfügt und mit dem einem niemals etwas Schlechtes widerfahren wird.

Diese beiden Videos haben meine Berater endgültig von ihrem Thron gestoßen. Sie bestätigen, was ich inzwischen auch schon wusste und eigentlich schon damals unterbewusst befürchtete. Ehrlich gesagt, habe ich trotz der zeitlichen Distanz einen dicken Kloß im Hals, und es fällt mir schwer, mich dabei nicht ganz schlecht zu fühlen, wenn ich die Videos im Zusammenhang mit meinem Glauben und Ansichten damals, betrachte. Sie liefern die nackte, schonungslose Wahrheit.

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3 Gedanken zu “Astroline- und Esoteriksucht – ein ernst zu nehmendes Problem!

  1. Hallo.
    Es ist verständlich, daß Sie so schreiben, weil Sie viel Geld verloren haben. Weil siie die Veraantwortung für Ihr eigenes Leben an andere Menschen abgegeben haben. Weil es tatsächlich in der Esoterikkbranche viele schwarze Schafe und selbsternannte „Gurus“ gibt.Weil es kein geschützter Beruf ist. Hellsehen in füünf Tagen, nein, das geht genauso wenig wie Opernsänger, Arzt, Balletttänzerin, Musiker in fünf Tagen. Hellsehen ist ein Talent, das man tatsächlich üben muß und kann. Jeden Tag. Über Jarzehnte bis man wirklich sagen kann, man kann es ausüben. Es macht keinen Unterschied, ob man auf einer Line arbeitet oder nicht. Ein Schauspieler kann im Film spielen oder auf der Bühne, es ist derselbe Beruf. Am Telefon muß man sich mehr auf die Energie der Stimme konzentrieren und am Tisch , real, hat man mehr Zeit ud kann den Körper , die Energie des Körers benutzen. Ein Hellseher sollte nie auf Geld aus sein oder das Talent mit Geld verknüpfen. Aber wenn er es jeden Tag macht und daher keine Zeit merh für einen anderen Beruf hat, darf er auch damit seine Miete bezahlen. Es ist eine Kunst und wenn man es demütig ausübt, dann ist es auch seriös. Ja, das Problem sind die vielen Menschen, die denken , sie können etwas und es noch nicht gut genug können.Oder die wirklich andere belügen. Oder auch die Ratsuchenden, die sich abhängig machen. en Glas Wein zum Bespiel macht nicht abhängig. Trinke ich es jeden Tag mehrmals, wird man süchtig. Genauso ist es mit dem Wahrsagen. Darum sind die Menschen, die den Wein verkaufen und herstellen noch lange keine bösen Abzocker.
    Man sollte sowieso nur ein -/zwemal im Jahr zum Hellsehen gehen. Maximal. a Telefon ist es aber oft auch eine Stütze. Eine Art Telefonseelsorgeersatz,mit dem Unterschied, daß bei der Telefonseelsorge oft keine Lösung gegeben wird. Oder auch eine Art von Therapiestunde. Eine Therapiestunde bei einem Psychologen kostet auch um die hundert Euro, da wird einem sogar manchmal viel weniger geholfen als bei einem wirklich guten Hellseher.
    Es ist eine ständige Arbeit an sich selbst Demut. Und Wahrhaftigkeit.
    Es gibt Hellsehen.
    Wenn man wirklich hart arbeitet an dem Talent. Man kan es ausbilden. Hellsehen ist ein Zustand zwischen Wachsein und Schlafen.Man empfängt innere Bilder. Intuitive Symbole, die es zu entschlüsseln gilt. Man kann in den anderen Menschen hineinschlüfen, und Gedanken wahrnehmen.Man muß lernen, zwischen Telepathie und Hellsehen zu unterscheiden. Ich habe schon Krankheiten wahrgenommen, Unfälle vorhergesehen und manche Menschen vor dem Tod bewahrt. Weil sie dann zum Arzt gingn und sich die Kranjheit in einem Frühstadium befand, damit sie behandelt werden konnten. Hellsehen ist eine Aufgabe , die gar nichts mit Abzocke zu tun hat, wenn man sie verantwortungsvoll ausübt.Aber man darf auc hdavon leben. Ein Bäcker darf auch Geld für siene Brötchen nehmen.
    Man sollte aufpassen, daß man zu den richtigen Menschen geht. Jeder Mensch hat eine Eigenverantwortung.
    Ich könnte noch mehr schrieben, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich wünsche Ihnen alles Liebe und : hören Sie in sich hinein. Entwickeln sie ihre eigen Hellsicht! Dann werden Sie feststellen, daß es doch mehr zwischen Himme und Erde gibt als nur den Verstand. Aber alles in der richtigen Dosis. Wie bei dem Salz ind er Suppe.
    Liebe Grüße!!
    eine Hellseherin.

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  2. Was ist das nur für ein selten dämlicher Kommentar der selbsternannten „Hellseherin“ Franka! Wenn es die Fähigkeit zum Hellsehen tatsächlich gäbe, wäre das die Sensation des Jahrtausends. Gibt es aber nicht, denn es existiert nicht der Hauch eines Beweises für die Annahme, dass es auch nur einen einzigen Menschen auf diesem Planeten gibt, der über paranormale (übersinnliche) Fähigkeiten verfügt. Selbst das von der JREF (James Randi Education Foundation) ausgelobte Preisgeld von einer Million US-Dollar, die für den Nachweis übersinnlicher Fähigkeiten ausgesetzt sind, musste bis dato nicht ausbezahlt werden.

    James Randi erweckte seinerzeit großes Aufsehen, weil er den Löffelverbieger Uri Geller als Schwindler entlarvte. Die von Uri Geller daraufhin angestrengten Prozesse verlor dieser samt und sonders. In der Fernsehsendung „Arthur Clarke’s World of Strange Powers“ führte Randi, der selbst Unterhaltungszauberer war, alle die Tricks vor, wie sie Geistheiler, Löffelbieger und Gedankenleser zu benutzen pflegte. Heute zählen alle diese Tricks, wie sie Uri Geller vorführte, längst zu den Standards von Unterhaltungszauberern.

    Im Zusammenhang mit angeblichen paranormalen Fähigkeiten wie z.B. Hellsehen und Wahrsagen, von Talent zu sprechen, welches man täglich üben müsse, ist völlig absurd. Bestenfalls zeichnen sich Hellseher und Wahrsager durch eine besonders ausgeprägte blühende Fantasie aus. Nicht mehr und nicht weniger. Mit welchen Tricks diese Leute „arbeiten“ kann man im Internet unter den Stichworten „Cold reading“ und „Barnum Effekt“ nachlesen. Es sind dies Fähigkeiten, die sich jedermann/frau aneignen kann.

    Dass es allerdings Leute wie Franka gibt, die tatsächlich davon überzeugt sind, dass sie über übersinnliche Fähigkeiten verfügen, beruht auf purer Einbildung und krankhafter Selbstüberschätzung. Bei diesen Leuten kann man darüber hinaus auch auf ein großes Wahrnehmungsdefizit schließen. Der Realitätsverlust der damit einher geht hat bei diesen selbsternannten Menschheitsbeglückern zudem zu erheblichen Schäden geführt. Nicht weiter schlimm, wenn sich diese Leute nicht anmaßen, ihre Umwelt mit ihrem wahnhaften esoterischen Schwachsinn zu überziehen.

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    • Aber Hallo…jetzt gehts aber los.Bitte lassen Sie andere Leute ihre Meinung schreiben.Niederknüppeln,Todreden.Bringt in dem Fall mal gar nix.Schreiben Sie nicht öffentlich dann können Sie auch keine Antwort bekommen.Ich lese in Ihren Texten die nackte Wut über sich selber.
      Handeln Sie immer in Ihrem Sinne.Passen Sie auf sich auf und erwarten dieses nicht von anderen.Ihr Glück in ander Hände legen und dann halslaut brüllen…gehts noch.
      Ich will nicht diskutieren ich will nur mal meine Meinung schreiben.
      In diesem Sinne….führen Sie doch die Hexenverbrennung wieder ein…vielleicht hilft das Ihnen.Viele bedeutende Persönlichkeiten besaßen bei Hofe Berater,Sternegucker…etc.Das was Sie hier betreiben ist sich Luft machen.Schlechte Energie los werden.Gehen Sie Joggen.
      Tausende von Jahren gibt es dieses Handwerk,was wollen Sie ändern??
      Es grüßt in diesem Sinne…..Eine unbekannte direkte autoritäre Person.

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