Homöopathie: Täuschung und Manipulation!


Die Sendung „alles wissen“ brachte gestern im Hessen Fernsehen einen Beitrag zum Thema Homöopathie:

… So steht D3 beispielsweise für 3mal mit dem Faktor 10 verdünnt. Eine homöopathisch sehr niedrige Potenz und damit günstig. Teurer wird es bei höheren Verdünnungen. Die Potenz D9 entspricht beispielsweise einem Tropfen Wirkstoff auf den Inhalt eines Swimmingpools. D23 ist vergleichbar mit einem Tropfen Wirkstoff auf den Inhalt des gesamten Mittelmeeres. Obwohl hier längst kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist, ist dies in der Homöopathie bei weitem noch längst nicht die höchste Verdünnung.

Außer Zucker und Alkohol ist in homöopathischen Medikamenten eigentlich nichts oder nichts Nachweisbares drin, trotzdem sollen sie wirksam sein? Homöopathen sehen darin keinen Widerspruch.

Homöopath Gerhard Bleul erklärt die Wirkung damit, dass kein Stoff, sondern ein Prinzip funktioniere, man wisse nur nicht welche Mechanik dahinter stecke. Aussagen, über die Schulmediziner wie Prof. Dr. Martin Hermann aus Essen den Kopf schütteln. Dennoch haben auch sie eine Erklärung für das Phänomen der Heilung. Verantwortlich ist für sie der sogenannte Placeboeffekt. Ein in der Medizin weit verbreiteter Effekt der nicht nur in der Homöopathie, sondern auch bei allen anderen Heilmethoden auftritt.

Phänomen Placeboeffekt?
Der Placeboeffekt ist eine subjektive Reaktion, die ausschließlich bei uns, im Kopf statt findet. Bekommt der Patient ein Mittel, an das er glaubt, entsteht im Gehirn ein positives Gefühl. Dieser Eindruck, wird in der vorderen Hirnrinde, dem Zentrum für Erwartungen zusätzlich verstärkt. Zudem werden die Selbstheilungskräfte unseres Körpers angeregt. Das führt schließlich dazu, dass viele Wehwehchen nach einigen Tagen von allein verschwinden.

Bei leichten Krankheiten kann der Placebo-Effekt somit tatsächlich zu positiven Veränderungen des subjektiven Befindens führen. Gefährlich wird es jedoch bei ernsten Krankheiten. Dann ausschließlich auf Homöopathie zu setzen, davor warnen Wissenschaftler, denn es geht wertvolle Zeit verloren. Daher Vorsicht: Die Selbstmedikation birgt immer ein Restrisiko.

Fazit
Homöopathische Medikamente haben keinen nachweisbaren Wirkstoff und daher auch keine Nebenwirkungen. Wirken also allenfalls als teure Placebos. Obwohl sich die Homöopathie im Spannungsfeld zwischen ungeklärtem Wirkmechanismus und wissenschaftlich dokumentierter Placebowirkung bewegt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen hohen Teil an homöopathischen Behandlungen und Medikamenten.

Dennoch Vorsicht, wer nur auf die Globuli setzt, verschleppt vielleicht eine ernsthafte Erkrankung. Deshalb gilt auch hier: Im Zweifelsfall erst zum Arzt und dann erst zum Apotheker … zum ARTIKEL

Und hier geht es zum VIDEO

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9 Gedanken zu “Homöopathie: Täuschung und Manipulation!

  1. Pingback: Kritische TV-Beiträge zu Esoterik und Homöopathie @ gwup | die skeptiker

  2. Ich wundere mich immer wieder darüber, dass selbst Schulmediziner mit dem Begriff „Placeboeffekt“ argumentieren. Es ist sicher richtig, dass es scheinbar nicht zu erklärende und nicht zu beweisende Heilungen gibt. Diese Spontanheilungen sind jedoch ausschließlich auf das Wirken des menschlichen Immunsystems zurückzuführen. Gäbe es dieses Immunsystem nicht, hätte die Menschheit nicht bis ins 21. Jahrhundert überleben können. (Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich in diesem Blog schon auf diese Tatsache hingewiesen habe !?) Es mag ja zutreffen, dass psychosomatische Einflüsse eine Heilung positiv beeinflussen können, was aber letztendlich die Heilung bewirkt, ist einzig und allein das selbsttätig funktionierende menschliche Immunsystem. Solche spontanen Heilungen mit dem Placeboeffekt erklären zu wollen, überzeugt mich irgendwie nicht. Für mich ist die Definition Placeboeffekt ein irreführender Begriff, weil nicht der Placeboeffekt heilt, sondern das Immunsystem.

    Unsere steinzeitlichen Vorfahren wurden höchstens 30 bis 35 Jahre alt, konnten jedoch in ihrer Lebenszeit immerhin für Nachwuchs sorgen und somit den Fortbestand der Spezies homo sapiens sicherstellen. Von einem Placeboeffekt dürften sie bestimmt nichts gewußt haben. Wenn sie Heilung erfuhren, war das einzig und allein dem Immunsystem zuzuschreiben.

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  3. @ stattschamanen

    Selbstverständlich kenne ich die aktuelle Definition des Begriffes Placebo sehr wohl. Ich vermute allerdings, dass bei vergleichenden Wirksamkeitsstudien die Ergebnisse bei den Empfängern eines Placebos und denjenigen die weder ein Medikament mit einem Wirkstoff noch ein Placebo erhalten dasselbe Resultat erbringen müßten. Mir ist aber nicht bekannt, dass bei diesen Studien drei Gruppen getestet werden. Zum Beispiel – Gruppe eins: Empfänger eines Medikamentes mit Wirkstoff. Gruppe zwei: Empfänger eines Placebo. Gruppe drei: Empfänger, die weder ein Medikamant noch ein Placebo erhalten.

    Man kläre mich bitte auf, wenn ich mit meiner These falsch liege. Ich gehe lediglich davon aus, dass es durchaus denkbar ist, dass der Einfluß eines Placeboeffektes vermutlich überschätzt oder evtl. auch fehlinterpretiert wird. Im Klartext: Es gibt möglicherweise gar keinen Placeboeffet, weil nur das Immunsystem allein – unabhängig von einem Medikament oder einem Placebo – eine Heilung bewirkt. Diese Wahrscheinlichkeit leite ich davon ab, weil ich im Jahre 2005 mit der Diagnose CUP-Syndrom konfrontiert wurde. (CUP-Syndrom = Krebs unbekannter Herkunft) Der behandelnde Professor prognostizierte mir seinerzeit eine Lebenserwartung von ca. 6 bis 12 Monaten. Da bei dieser Diagnose keine gezielte Therapie Sinn machte, blieb ich völlig unbehandelt. Erst Wochen danach stellte sich bei einer PET-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomographie) heraus, dass bei mir eine Spontanheilung stattgefunden hatte. Ein Hinweis darauf, dass mein Immunsystem funktioniert hatte.

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  4. Liebe Elke,

    Jörg Wipplinger bestätigt doch meine Annahme, dass ein Placebo nicht heilt und folgerichtig auch nicht in irgendeiner Weise wirkt. Mag sein, dass ich einem Denkfehler unterliege, wenn ich davon ausgehe, dass der Placeboeffekt nur eine leere Worhülse ist und auf das Wirken und die Funktion des Immunsystems keinen wie auch immer gearteten Einfluß ausübt. Man benutzt den Begriff Placeboeffekt lediglich, um damit eine möglicherweise eingetretene Heilung zu erklären, die aber auch ohne Placeboabgabe festzustellen wäre. Ich vermute deshalb, dass in diesem Fall die Heilung nicht auf den Placeboeffekt zurückzuführen, sondern einzig und allein dem Wirken des Immunsystems zuzuschreiben ist, Ich habe zugegebenermaßen ein Problem, meine These in verständliche Worte zu kleiden. Ich habe auch den Eindruck, dass man die Begründung für meine Annahme offenbar nicht nachvollziehen kann.

    Es könnte doch durchaus möglich sein, dass eine evidenzbasierte Studie zu der Erkenntnis kommen könnte, dass dasselbe Ergebnis herauskommt, wenn anstelle einer Placeboabgabe überhaupt keine wie auch immer geartete Täuschung im Spiel ist. War das jetzt verständlich ? Nochmals die Frage: Was ist an meiner These falsch ? (Ich bin gerne bereit, dazu zu lernen.)

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    • Lieber Argus,

      Der Placebo-Effekt ist immer und überall latent vorhanden und eine Erwartung oder eine Konditionierung lösen diesen Effekt aus, der auch über Hirnmessungen nachgewiesen werden kann. Hat jemand mit, oder nur im Zusammenhang mit, irgendetwas gute Erfahrungen gemacht, wird das bei einer weiteren Gelegenheit ebenso sein. Eine positive Erwartung führt zu einem besseren Wohlbefinden und zu einer Schmerzlinderung. Der Effekt gehört zum menschlichen Dasein wie auch der Gegenspieler Nocebo-Effekt.

      Der Effekt spielt somit auch in allen erdenklichen Gruppen einer Studie eine Rolle und deswegen wird dann davon gesprochen, dass das Ergebnis der Placebo-Gruppe nicht über dem eines Placebo-Effektes lag. Ein Placebo, das in Kontrollgruppen verabreicht wird, gilt ja als NICHTS und der Placebo-Effekt wirkt hier genauso wie bei der Verabreichung des echten Medikaments, immer Abhängig von Erwartung und Konditionierung.

      Die Alternativ-Heiler wehren sich ja vehement dagegen, dass ihre Methoden lediglich aufgrund des Placebo-Effektes gut tun sollen. Auch hier behauptet niemand, dass der Placebo-Effekt heilen würde. Ich habe auch schon oft geschrieben, dass sich mit der Alternativ-Behandlung das Wohlbefinden verbessert, irgendwann greift dann die natürliche Selbstheilung und man schiebt es auf die Alternative. Greift die Selbstheilung nicht, hat man Pech gehabt, wenn es für effektive Behandlungen zu spät ist.

      Deine Spontanremission war Glück und bisher gibt es nichts und niemanden, der etwas in der Hand hätte, um entsprechende Remissionen bewusst herbeizuführen. Die Alternativen tun zwar so als ob, nur, das ist alles fauler Zauber, siehe auch hier und hier.

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  5. Neulich hatte ich eine Diskussion. Es stellte sich wieder einmal heraus, das zwei Dinge gleichgestellt werden. Ein „ich fühle mich besser“ bedeutete gleichzeitig „ich werde geheilt“. Es ist aber nicht dasselbe.

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