BKK VBU und Homöopathie: „Wir bieten gerne Alternativen in der medizinischen Versorgung an“


Der Leser BSR hatte seine gesetzliche Krankenkasse BKK VBU angeschrieben und sich wegen der Kostenübernahme der Homöopathie beschwert. Nun hat die Kasse geantwortet. Kritik an der Homöopathie interessiert niemanden, Anamnesen werden in der Antwort als Gesprächstherapien hervorgehoben und Kundenwünsche zum obersten Gesetz erklärt, die man in Bezug auf die besonderen Therapierichtungen in Zukunft auch gerne noch erweitert. „Alternativen in der medizinischen Versorgung“, nennt man das dann, wobei von einem Team Qualitätssicherung zumindest zu erwarten wäre, dass es weiß, dass es keine Alternativen zur Medizin gibt. Entweder es handelt sich um Medizin oder es ist keine. Zeit für Gespräche mit dem Patienten sollte und könnte man auch völlig unabhängig von der Homöopathie honorieren. Hier wird geradezu der Eindruck erweckt, als sei die Anamnese eine Erfindung der Homöopathie.

Ich kenne sogar einen Fall, bei dem zwei homöopathische Anamnesen vom Arzt abgerechnet wurden, von denen der Patient gar nichts wusste und weit schlimmer, das eine Gespräch beinhaltete in Wirklichkeit nur, dass der Arzt für Naturheilkunde den Patienten davon überzeugen wollte, dass Impfungen schädlich seien und das andere ging um die Bewerbung einer Bioresonanz-Therapie auf dem Niveau, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gäbe … Dass es zu längeren Gesprächen kam, lag ausschließlich daran, dass der skeptische Patient beide Überzeugungsversuche vehement ablehnte und entsprechend konterte. Er reichte dann auch eine Beschwerde bei seiner Kasse ein, in der Überzeugung, dass man dafür doch niemals Anamnesen abrechnen könne. Das war ein Trugschluss, denn die Kasse teilte mit, dass dies einzig und allein dem Ermessensspielraum des behandelnden Arztes überlassen bliebe und damit seine Richtigkeit hätte.

Wenn sich nun Kassen darüber beschweren, dass es zu viele Masernfälle gäbe, dann muss man sie ganz deutlich darauf hinweisen, dass sie daran NICHT UNBETEILIGT sind!

Und hier nun der Briefverkehr von BSR mit der BKK VBU (Fettgedruckte und rote Hervorhebungen sind von mir):

Betreff: BKK VBU – Ihr Angebot zur Homöopathie

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren der BKK VBU,

mit großem Unverständnis habe ich mit der Dezemberausgabe Ihres Magazines ProFit – wohl eher Profit – das Angebot der BKK VBU zur homöopathischen Behandlung als Regelleistung zur Kenntnis genommen.
Meiner Meinung nach reiht sich diese Krankenkasse als weiteres Glied in eine Kette von Quacksalbern und Scharlatanen – gewiß, andere Krankenkassen tun dies auch völlig anstandslos, ich aber bin Mitglied und Versicherter der BKK VBU und übe hierzu Ihnen gegenüber Kritik.

“ ….. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland Homöopathika für 389 Millionen Euro umgesetzt, weltweit etwa 2 Milliarden. Zahlen über den Rohgewinn dabei werden nicht publiziert.[226]
Der Endkundenpreis für raffinierten Zucker, der Grundsubstanz der Globuli, beträgt (Stand 2013) ca. 0,65 € pro Kilogramm. Globuli ohne Wirkstoff sind für weniger als 50 € pro Kilogramm erhältlich. Globuli mit homöopathischen Wirkstoffen werden hingegen für durchschnittlich 800 € pro Kilogramm verkauft.[227] Somit bietet die Herstellung von Homöopathischen Mitteln enorme Gewinnspannen: Globuli ohne Wirkstoff sind 75 mal wertvoller als das Rohmaterial, und durch das Zusetzen von homöopathischen Wirkstoffen steigert es sich erneut auf das 16-fache (insgesamt das 1.200-fache des Zuckers).
Die Gewinnspanne kann durch Medikamentenfälschung noch deutlich vergrößert werden, wenn nur eine Sorte Globuli – mitunter ohne Potenzierung einer Ursubstanz – unter verschiedenen Namen bzw. Indikationen abgegeben wird. Bei Potenzierungen über D12 ist der Wirkstoff durch chemische Labormethoden nicht mehr nachweisbar. Ein Betrug kann also ausschließlich durch Kontrollen während der Herstellung, beim Zwischenhandel oder in der Apotheke aufgedeckt werden. Dagegen kann bei herkömmlichen Arzneimitteln im Prinzip jeder Kunde eine Laboruntersuchung des Produktes in Auftrag geben, wenn er an der Echtheit des Heilmittels zweifelt. Im Oktober 2010 wurde ein derartiger Betrugsfall in Bangladesch entdeckt: Medikamentenfälscher füllten hochprozentigen Alkohol in Fläschchen, welche dann bloß als unterschiedliche homöopathische Heilmittel etikettiert wurden.[228]….“

Quelle: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/01/16/homoopathie-und-kein-ende-der-irrweg-in-die-zukunft/

https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/category/homoopathie/

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?cat=8

http://blog.gwup.net/index.php?s=Hom%C3%B6opathie

Die gut recherchierten Artikel dieser Blogs schätze ich sehr, weiterhin die nachvollziehbaren Quellenangaben.

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Sehr geehrter Herr …,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Gerne beantworten wir Ihre E-Mailanfrage.
Dafür benötigen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen Ihre Anschrift sowie Ihr Geburtsdatum oder Ihre Versichertennummer zum Datenabgleich.

Für Rückfragen schreiben Sie uns doch einfach eine weitere E-Mail oder rufen Sie uns an.

Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Online Team

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Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit übersende ich Ihnen die gewünschte Versicherungsnummer …

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird mich ein Antwortschreiben ohne jegliches Format – im Sinne einer fachlich qualifizierten Betrachtung mit Blick auf die Wirksamkeit homöopathischer Präparate – erreichen. Dennoch lasse ich mich gerne überraschen.
„Unsere Kunden wünschen dieses Angebot“ als Antwort wäre der Running Gag. Immerhin wäre in Zeiten des Internet mit seinen sozialen Netzwerken schnell eine nicht unerhebliche Gruppe von Menschen generiert, welche als künftige Kassenleistung Nudelsiebmasken bei Kopfschmerzen fordert – soll ja bekanntlich helfen, Abschirmeffekt gegenüber irgendwelcher imaginären Strahlen oder sowas in der Richtung. Was ist diesen Kunden zu erklären oder bekäme man bei der BKK VBU künftig Nudelsiebe als Regelleistung? Sicher nicht, wie anzunehmen ist und zu hoffen bleibt. Krankenkassen müssen NICHT den Käse zahlen, welchen irgendwelche Quacksalber durch´s Land rollen und damit einem Mainstream bedienen, welcher einzig und alleine auf den Aberglauben einer Wohlstandsgemeinschaft gewachsen ist.
Sehen Sie mir bitte meine saloppe Art zu schreiben nach. Wer aber ernsthaft meint, Homöopathika als wirksames Medikament zu sehen oder sich in ähnlicher Form damit assoziiert, im Obskuranten(2) schwimmt, gibt sich selbst die Blöße der Lächerlichkeit.

(1) …. „Ein Running Gag (engl. für „Dauerwitz“) ist ein Stilmittel der Komik und des Humors. Ein Witz oder eine Anspielung wird mehrmals wiederholt, oft jedoch in abgewandelter Form. Dadurch entsteht eine angespannte Vorfreude, die in einer dann doch überraschenden Pointe gipfelt.“ ….. aus Wikipedia
(2) …. „Obskurantismus (lat.), Gegensatz zu Aufklärung (s. d.), sowohl die Hinneigung zur geistigen Dämmerung als das System, alle Aufklärung von andern abzuhalten. Die Anhänger des O. heißen Obskuranten (Finsterlinge).“ ….. aus Wikipedia

Mit freundlichen Grüßen

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Betreff: Ihre E-Mail vom 21.01.2014

Sehr geehrter Herr …,

Ihre E-Mail vom 16.01.2014, in welcher Sie Bezug auf den Artikel zum Thema homöopathische Behandlung in unserem Gesundheitsmagazin pro Fit nehmen, haben wir erhalten.

Es freut uns sehr, dass Sie ein aufmerksamer Leser unseres Gesundheitsmagazins sind und sich mit den Zusatzleistungen der BKK∙VBU intensiv auseinandersetzen.

Wir messen den unterschiedlichen Standpunkten unserer Versicherten einen hohen Stellenwert bei und haben uns mit Ihrer kritischen Auffassung befasst.

Seit dem 01.11.2013 bieten wir unseren Versicherten im Rahmen eines besonderen Vertrages deutschlandweit homöopathische Behandlungen bei ca. 1.500 teilnehmenden Ärzten an.

Die von Ihnen als „Running Gag“ gefürchtete Antwort, nämlich, dass die deutlich gestiegene Nachfrage unserer Kunden Motivation für uns ist, die homöopathische Behandlung als Zusatzleistung in unser Portfolio aufzunehmen, müssen wir Ihnen dennoch geben. Denn für uns ist es selbstverständlich, die Bedürfnisse unserer Kunden ernst zu nehmen und ihnen auch Alternativen in der medizinischen Versorgung anzubieten. Nichts liegt uns ferner, als unseren Kunden vorzuschreiben, wie sie mit ihrer Gesundheit umzugehen haben und welche Behandlungen sie in Anspruch nehmen sollen.

Die vertraglich vereinbarte Leistung der homöopathischen Behandlung umfasst insbesondere die homöopathische Erstanamnese sowie weitere Folgeanamnesen und Beratungen, welche einen ergänzenden Ansatz zur traditionellen Schulmedizin bilden.

Bei unserem Angebot stehen der persönliche Kontakt und das intensive Gespräch zwischen Patient und Arzt im Vordergrund und nicht primär die Verschreibung von homöopathischen Arzneimitteln. Die Kosten der homöopathischen Medikamente werden von uns im Rahmen dieser Zusatzleistung nicht übernommen.

Um eine optimale Behandlung auf einem hohen Niveau zu gewährleisten, gilt die Kostenübernahme durch die BKK∙VBU für Behandlungen, welche bei einem Vertragsarzt mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden. Diese Ärzte haben eine reguläre schulmedizinische Ausbildung und im Anschluss daran eine Weiterbildung im Bereich Homöopathie absolviert, welche von der Landesärztekammer anerkannt ist.

Übrigens hat der Gesetzgeber in den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches die Behandlungsmethoden der besonderen Therapierichtungen ausdrücklich nicht von den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen.

Vielen Dank, Herr …, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Anregungen und Argumente mitzuteilen, da wir Hinweise unserer Kunden – positive wie negative – in unsere Entscheidungsfindungen mit einbeziehen.

Bitte haben Sie jedoch dafür Verständnis, dass wir die Interessen von 400.000 Kunden vertreten und diese sich naturgemäß sehr vielseitig darstellen. Insgesamt begrüßen wir, dass die besonderen Therapierichtungen als Ergänzung zur Schulmedizin immer stärker nachgefragt werden. Wir werden deshalb auch in Zukunft prüfen, ob und inwiefern unsere Versicherten von weiteren Behandlungsmethoden der besonderen Therapierichtungen profitieren können.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

____________________________
Team Qualitätssicherung
Vorstandsbereich Strategie und Politik
BKK·VBU
Lindenstraße 67, 10969 Berlin
Tel.: (0 30) 7 26 12-1330
Fax: (0 30) 7 26 12-1339
qualitaetssicherung@bkk-vbu.de
http://www.meine-krankenkasse.de

———————————————-

Gibt es Alternativen zur Medizin und brauchen wir diese überhaupt, weil etwa die Medizin marode und korrumpiert ist? Wo zwischen diesen Extremen liegt ein vernünftiger Standpunkt? Um uns einer Antwort anzunähern, beleuchten wir kritisch die Charakteristika der „konventionellen“ und „alternativen“ Medizin. Und versuchen auch Parallelen zu ziehen. Insbesondere wird diskutiert, welche Denkfehler und Mängel zu — teils gefährlichen — Irrtümern führen können. Über die Stärken und Schwächen beider Richtungen äußern sich hierzu Prof. Dr. Sitte und Dr. Weymayr.

 

Welche Krankenkasse zahlt was?:
 Krankenkassenvoodoo und Voodookrankenkassen – eine kleine Auswertung
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19 Gedanken zu “BKK VBU und Homöopathie: „Wir bieten gerne Alternativen in der medizinischen Versorgung an“

  1. „Diese Ärzte haben eine reguläre schulmedizinische Ausbildung und im Anschluss daran eine Weiterbildung im Bereich Homöopathie absolviert …“

    na, dann ist ja alles gut. Hier noch weitere Qualifizierungsangebote für die BKK∙VBU:

    „Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.“

    Wolf Haas

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  2. Eins verstehe ich nicht: Warum zahlen die Kassen dann keine ausführliche „Erstanamnese“ beim nicht-esoterischen Mediziner / Hausarzt? Das würde doch sicher jeder Patient am allerliebsten bekommen, das wäre DER Kundenwunsch, oder? Da zählt der Kundenwunsch aber auf einmal nicht mehr. Im Gegenteil, weil die Kassen das ausführliche Patientengespräch beim Hausarzt nicht bezahlen, schaffen sie selbst den Markt für Quacksalber.

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    • Genau so ist es und das ist der Knackpunkt, den wir ja seit Jahren am Gesundheitswesen kritisieren. Es ging ewig darum, dass sich die Forderung nicht finanzieren lasse und nun wird es im Rahmen von Quacksalberei gerne übernommen. Die Antwort darauf ist jedoch gar nicht schwer, denn die Klientel, die den Quack will lebt generell gesundheitsbewusster, achtet auf „gesunde“ Ernährung, weniger Alkohol, keine Zigaretten, Bewegung, etc. pp. und es sind unendlich viele junge Familien. Die Kassen zahlen damit den Wunsch nach Anamnese gerne, weil sie davon überzeugt sind, dass diese Klientel ansonsten sehr viel weniger Kosten verursacht und das Einkommen dieser Leute ist auch in der Regel eher hoch, sodass die gesetzlichen Kassen mit ihnen höhere Einnahmen verbuchen 😉

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  3. @ BSR Ich habe mir erlaubt, Deiner Krankenkasse die nachfolgende E-Mail zu übermitteln:

    Sehr geehrter Herr …,

    ich habe Ihre Antwort auf das Schreiben Ihres Mitgliedes (Nickname BSR) unter http://www.ratgebernewsblog2.wordpress.com gelesen. Zu meinem Erstaunen stelle ich fest, dass Ihre Krankenkasse offenbar als Unterstützer einer pseudowissenschaftlichen Irrlehre – der Homöopathie – agiert. Für mich ist klar, dass Sie sehr wohl wissen, dass die Homöopathie purer Nonsens ist und jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt. Der Grund weshalb Sie trotzdem für homöopathische Dienstleistungen bezahlen, liegt für mich auf der Hand. Indem Sie dafür bezahlen, zielen Sie darauf ab, neue, homöopathiegläubige Mitglieder zu gewinnen. Das zahlt sich unter dem Strich offenbar aus, sonst würden Sie’s nicht tun. Somit ist Ihr Angebot lediglich ein billiger Werbetrick. Zumindest bezahlen Sie nur für die Anamnese und nicht auch noch für die wirkungslosen Globuli. Ihrer Homepage entnehme ich ferner, dass Sie auch für Bachblüten-Essenzen und anthroposophische Mittelchen die Kosten übernehmen. Dass Sie nicht auch noch für die wirkungslosen Schüssler Salze bezahlen, muß man Ihrer Kasse als (einzigen) Pluspunkt anrechnen.

    Es stellt sich hier die Frage, weshalb Sie Ihre Mitglieder nicht offen und ehrlich über die Wirkungslosigkeit der Homöopathie, der Steiner’schen Anthroposophie und der Bachblüten aufklären ? Das erweckt bei mir zwangsläufig den Eindruck, dass Ihnen offenbar daran gelegen ist, ihre Mitglieder wie unmündige Kinder zu behandeln, denen man die Wahrheit vorenthalten muss !

    Mit freundlichem Gruß

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  4. „Nichts liegt uns ferner, als unseren Kunden vorzuschreiben, wie sie mit ihrer Gesundheit umzugehen haben und welche Behandlungen sie in Anspruch nehmen sollen.“
    Es geht nicht darum, dass eine Krankenkasse ihren zahlenden Mitgliedern vorzuschreiben hat, wie sie mit Ihrer Gesundheit umzugehen hat. Klar kann und darf jeder meinetwegen zum Homöopathen gehen – so irrsinnig dies auch sein mag. Da hier aber keine Studie vorliegt, welche der Homöopathie je eine Wirksamkeit als Behandlungsmethode bescheinigt, soll der Patient selber dafür aufkommen müssen.
    Bei homöopathisch arbeitenden Ärzten bleibt die Frage, ab welchem Zeitpunkt ihrer Karriere sie ihr erworbenes Wissen über Bord gekippt haben und vor allem – aus welchen Beweggründen????
    Weil Krankenkassen einerseits mit ihrer teils überzogenen Bugetierung an der Existenz niedergelassener Ärzte würgen, andererseits sich mit einer sich etablierenden Glaubensmedizin Kasse machen lässt welches darin gipfelt, dass Krankenkassen dies jetzt als Regelleistung völlig unkritisch subventionieren.
    Dabei haben Krankenkassen die Möglichkeit sich als Regulativ im Sinne einer „Volksgesundheit“ (bitte nicht negativ Assoziieren!!!) zu verhalten und nicht ein Klientel von Spökenkiekern zu bedienen.
    Im oben genannten Link (https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/01/29/masern-erkrankungen-in-bayern-auf-hochstem-stand-seit-2002/) wird auf die Zunahme von Masernerkrankungen verwiesen – ja, aus welchem Pfuhl kommt den diese Epedemie zurück in die Gesellschaft gekrochen? Gläubige Impfverweigerer und beratungsresistente Ignoranten und Besserwisser welche mit ihrem assozialen Verhalten die
    Und weil dem Antwortschreiben der BKK VBU eine gewisse Komik imanent ist bitte ich Elke darum jenes „Pestilenz“ an die Hälse ihrer Mitmenschen schleppen, im Alltag im öffentlichen Leben und mit allen Folgen, welche Masern haben können.
    Die BKK VBU sollte sich was schämen – Team Qualitätssicherung/ Vorstandsbereich Strategie und Politik.
    Lachen soll ja gesund sein, allein die antwortende Teambezeichnung verführt zum Todlachen und bietet einen Brückenschlag zu einer illusteren Form der aktiven Sterbehilfe. Ob das derzeit legal ist darf bezweifelt werden.Video als Antwort an diese Krankenkasse in meinem Kommentar hier einzubinden –

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  5. Hat noch jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, Antworten seiner jeweiligen Krankenkasse erhalten? Es lohnt sich sicherlich. Ich jedenfalls werde mal bei der AOK Bayern anfragen, inwieweit man hier einen Quackkurs eingeschlagen hat oder dies künftig beabsichtigt. Ggf. werde ich meine Krankenkasse wechseln.
    http://www.aok.de/bayern/index.php

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  6. Der Datenschutzbeauftragte der BKK VBU hat mich angeschrieben, um mir mitzuteilen, dass ich die Persönlichkeitsrechte ihres Mitarbeiters verletze und er deswegen eine Zivilklage gegen mich anstrengen könnte. Ich solle den Artikel oder alternativ den Namen löschen, ergo habe ich den Namen gelöscht. 😉

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    • @ Elke, jepp, das macht Sinn. Einerseits steht besagter Mitarbeiter in seiner Position im Außenverhältnis seines Unternehmens, andererseits muss er mit derartigen Entscheidungen seines Arbeitgebers nicht d’accord gehen.
      Übrigens, eine Mitarbeiterin des Servicebereichs/ Kundenbetreuung outete sich in einem Gespräch als Homöopathieanhängerin (soll es ja geben), überließ mir aber ein Interna der Krankenkasse und war so freundlich mir dieses auch auszudrucken. Geschickte Gesprächsführung soll ja Türen öffnen – leider selten an einer besetzten Toilette. Nachdem ich mich im Kundengespräch als Homöopathiekritiker und Skeptiker darstellte erkaltete unser bis dahin sehr freundliches Gespräch – war mir dann aber auch egal, ich hatte ja was ich wollte. 😉

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  7. Ich habe über das Kontaktformular an http://www.igel-monitor.de die folgende Frage gestellt:
    (IGel = Individuelle Gesundheitsleistungen)

    „Ich vermisse Infos über die Homöopathie und die anthroposophische Medzin. Meines Wissens gibt es doch für diese beiden Lehren überhaupt keine evidenzbasierten Wirkungsbeweise. Weshalb gibt es denn trotzdem einige Krankenkassen, die diese Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen anbieten und z.B. für eine Erst-Anamnese die Kosten übernehmen und teilweise auch die Kosten für „Medikamente“ erstatten ?“

    Der IGel-Monitor wird von einem Team erstellt, das der evidenzbasierten Medizin verpflichtet ist. Initiator und Auftraggeber des IGeL-Monitors ist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS). Finanziert wird der MDS vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV).

    Für den IGeL-Monitor ist ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Evidenzbasierte Medizin und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Redakteur des IGeL-Monitors ist der freie Medizinjournalist Dr. Christian Weymayr. Inhaltlich unterstützt wird das Projekt außerdem durch externe Wissenschaftler.

    Falls eine Antwort bei mir eingeht, werde ich diese hier einstellen.

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    • „Weshalb gibt es denn trotzdem einige Krankenkassen, die diese Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen anbieten und z.B. für eine Erst-Anamnese die Kosten übernehmen …..“

      @ Argus7,

      diese Frage habe ich mir auch gestellt. Nun bin ich ja nicht unbedingt DER Verschwörungstheoretiker, aber skeptisch. Lasse ich mich zum Beispiel auf eine homöopathische Behandlung bei einem der 1500 oben erwähnten Quacksalbern ein, dann soll ich dafür laut BKK VBU einen Behandlungsvertrag mit dem jeweiligen Arzt schließen, so habe ich das jedenfalls bei erwähnten Beratungsgespräch bei der Krankenkasse verstanden. Nun kenne ich natürlich diesen Vertrag noch nicht, könnte mir aber vorstellen, dass aus der Anamese gewonnene Auskünfte gegenüber dem Arzt zu „Studienzwecken“ an die Krankenkasse fließen sollen. Krankenkassen wüßten schon gerne mehr über ihre Patienten und würden sich damit eine Informationsquelle erschließen.
      Nach PROKON, NSA, ADAC, ….. kann ich mir langsam alles Vorstellen. Welcher Patient liest sich den Vertrag schon so gründlich durch, versteht diesen dann auch noch vollumfänglich. Wenn´s dann später auffällt wedelt die jeweilige Krankenkasse mit der Unterschrift, man hätte ja dafür unterschrieben.
      Ärzte, welche zuvor ein universitäres Studium durchlaufen haben und sich dann für wirkungslosen Zucker als „besondere Therapiemethode“ prostituieren sollte man als Patient nicht trauen. Denen würde ich einen solchen Kuhhandel zutrauen. Hier geht es um Kohle und nicht um die Gesundheit der Patienten. Weymayr hat dies in seinem Buch „Die Homöopathielüge“ sehr gut geschildert unter welchen Mechanismen und welcher Lobbyarbeit sich die Homöopathie in die Gesellschaft eingeschlichen hat. Hahnemann hatte zu seiner Zeit sicher ein vernünftiges Ansinnen, dass will ich mal unterstellen. Dazu muss man medizinhistorische Aspekte berücksichtigen. Allerdings, unter heutigen wissenschaftlichen Methoden konnte KEINE einzige Studie, welche eine Wirksamkeit der Homöopathie bestätigen soll, bestehen. Das kann man nicht nur in diesem kritischen Blog hier lesen. Homöopathisch tätigen Ärzten werfe ich unwissenschaftliches Handeln vor. Betrug kann man denen nicht vorwerfen, dafür haben sie mit ihrer Lobbyarbeit vorgesorgt.
      Vergleichend zum OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 26. September 2013 – Az. 6 U 195/10 – http://openjur.de/u/657428.html – hier ging es um die Wirksamkeit eines esoterischen Gerätes zur Mauerwerkstrocknung. Jeder, der dieses Urteil liest und mal auf die Homöopathie anwendet, wird sich wundern. Hier kehrte das Gericht die Beweislast um, der Anbieter dieser Geräte soll doch deren Wirksamkeit belegen.
      Bei der Homöopathie geht das nicht mehr. Warum? Weil hier durch aktive Lobbyarbeit eine Binnenanerkennung als sogenannte besondere Therapieform durchgesetzt werden konnte – nach meiner Auffassung ein Skandal.

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  8. Pingback: Zum Beispiel TK: Was die Kassen so alles unterstützen @ gwup | die skeptiker

  9. Den Kassen ist der Streit um komplementäre Methoden inhaltlich schnurzpiepegal. Die funktionieren so, wie (fast) alles in einem Apparat, in dem viele Milliarden Euro herumgereicht werden: nach ökonomischem Kalkül. Und das sieht so aus: das Angebot, solche Methoden zu bezahlen, interessiert typischerweise eine junge Klientel mit überdurchschnittlichem Einkommen. Das sind starke Beitragszahler bei überwiegend guter Gesundheit, deshalb will man die haben. Wenn man denen ein paar Euro für nutzloses Zeug hinterherwirft, kommt man immer noch besser davon als eine Kasse, die hochqualifizierte, aber mitunter teure Medizin für höchstens durchschnittliche Versichertenpopulationen zu stemmen hat.

    Cherchez l’Euro!

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  10. @ Typee

    Deine Wertung teile ich vollumfänglich. Meines Wissens war es vor geraumer Zeit die TKK (Techniker-Krankenkasse), die als erste die Kosten für homöopathische Dienstleistungen bezahlte. Ein reiner Marketing-Trick, um neue Mitglieder zu gewinnen. Nachstehend ein Auszug von der TKK-Homepage:

    Die TK hat mit der Managementgesellschaft des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) einen Vertrag zur homöopathischen Versorgung abgeschlossen. An diesem Vertrag dürfen die Ärzte teilnehmen, die ein Homöopathie-Diplom des DZVhÄ erworben haben oder eine vergleichbare anerkannte Qualifikation nachweisen können. Zudem sind die teilnehmenden Ärzte verpflichtet, regelmäßig Fortbildungen zum Thema zu besuchen. Bundesweit nehmen knapp 1.400 Ärzte an diesem Vertrag teil.

    Folgende Leistungen gehören zur homöopathischen Versorgung:
    ■Eine etwa einstündige umfassende Erstanamnese, um das Krankheitsbild eingehend zu analysieren
    ■Die homöopathische Analyse und Arzneimittelauswahl
    ■Notwendige Folgeanamnesen und Beratungen
    (Zitatende)

    Selbstverständlich weiß man bei der TKK sehr wohl, dass die Homöopathie eine Pseudolehre ist. Aber diesen Leuten geht es ja nicht um die wissenschaftliche Wahrheit, sondern um die zu erwartenden Mehreinnahmen.

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    • „Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

      Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung.

      Prof. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, forderte im Sommer 2010: „Man sollte den [Kranken-] Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“. Sein Argument: „Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie.“ Patienten wird durch die Kostenübernahme eine Wirksamkeit vorgetäuscht, wo keine ist: Die Homöopathie ist längst als pseudowissenschaftliches Konzept entlarvt, von dem sich nichtsdestotrotz eine milliardenschwere Industrie ernährt.

      Nun hat die Techniker Krankenkasse entschieden, ab dem 1. Januar 2012 „die Kosten für nicht verschreibungspflichtige, aber apothekenpflichtige Arzneimittel der Homöopathie, der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der Anthroposophie“ zu übernehmen.

      Können Homöopathika und anthroposophische Heilmittel überhaupt als „Medikament“ bezeichnet werden, wie es die Techniker Krankenkasse tut? Die Homöopathie versucht sich seit 200 Jahren vergeblich an einem Wirksamkeitsnachweis, und die Anthroposophie hat sich ein gescheiterter Philosoph namens Rudolf Steiner ausgedacht.

      Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken. Das typische anthroposophische Heilmittel ist oft homöopathischen oder pflanzenheilkundlichen Charakters und wird mit einem überdeutlichen Hinweis auf das „Sanfte“ – da „Natürliche“ und „Ganzheitliche“ – vermarktet. Während Homöopathika überwiegend bei Bagatell-Erkrankungen eingesetzt werden, ist bis heute eine anthroposophische Krebstherapie mit Mistelextrakten etabliert, deren Nutzen bestenfalls ungewiss ist.

      (…)“

      weiter: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/36507

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      • …. und Homöopathika/ Globuli ect. fanden den Weg in die Apotheken nur durch eine juristische Spitzfindigkeit. Der Trick besteht einzig und allein darin ausschließlich den lateinischen Namen der sogenannten Ursubstanz auf die Verpackung zu drucken. Allein der Apotheker weiß vermeintlich diesen als Fachkundiger zu übersetzen und seinen Kunden zu erklären. Nun ja, dabei vergißt dieser nur allzugerne den Kunden/ Patienten auf die Nichtwirksamkeit des angebotenen Präparates hinzuweisen.
        Trotz alles Tricks und Spitzfindigkeiten könnte es langsam dünner werden für die Homöopathiefreaks, und zwar aus der Ecke er EU-Bürokraten.
        -> http://blog.gwup.net/2014/01/29/burokratie-besiegt-homoopathie/
        ….. Die Dr. Peithner KG, in Österreich Marktführer auf dem Gebiet der Homöopathie, macht sich Sorgen.
        Beim Verbreitungsnetzwerk OTS hat der Globuli-Produzent eine Pressemitteilung eingestellt, die sich mit der “Abschaffung der Homöopathie in Europa” befasst. Und zwar aus folgendem Grund: …….
        Nun könnte man meinen, diese Kosten werden auf Globuli und Co aufgeschlagen – ergo werden sich einige doch überlegen auf derart nutzloses Zeugs zu verzichten. Weit gefehlt wie sich sicher noch rausstellen wird. Die Gewinnmargen für umetikitierten Zucker sind derart hoch, das juck in Wirklichkeit kaum einen Hersteller.
        Irgendwer wird hier sicher noch den entsprechenden Link hinterherschieben 😉

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  11. Pingback: Die Vitamine D6 und D12 @ gwup | die skeptiker

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