Heilpraktiker & Homöopathen und ihr schamloser Angriff auf die Pressefreiheit!


Heilpraktiker, Homöopathen, „Alternativmediziner“ & Co haben es nicht nur gar nicht gerne, wenn man sie und ihre Methoden kritisiert, sondern sie setzen alle Mittel ein, damit kritische Beiträge aus der breiten Öffentlichkeit verschwinden.

Die Stiftung Warentest, Krista Federspiel, Hans Weiss und die Zeitschrift STERN staunten nicht schlecht, als sie bereits in den 90 er Jahren eine entsprechende und erstaunliche Erfahrung machen mussten:

Eine Sensation: Die Stiftung Warentest wollte ein Buch herausgeben mit kritischer Analyse und Bewertung von Natur- und Alternativmedizin. Begeistert hat die Zeitschrift Stern die Chance für eine Vorveröffentlichung aufgegriffen: Krista Federspiel, eine der beiden Autorinnen, und ihr Kollege Hans Weiss boten an, eine Wallraffiade durch diese Szene zu unternehmen und sich von je zehn Naturheilern eine Diagnose erstellen zu lassen. Der Stern garantierte eine großzügige Bezahlung für die Reportage und forderte einen zweiten Teil an, in dem von Alternativmethoden Geschädigte namentlich vorgestellt werden sollten. Zum Nachweis, dass wir Journalisten tatsächlich bei den angegebenen Naturheilern waren, kam jedes Mal ein Fotograf mit und hielt das Geschehen fest.

Die eigene Haut zu Markte zu tragen war so belastend, dass wir uns den Druck in anschließenden Gesprächen von der Seele reden mussten. Jeder Heiler dichtete uns mehrere Krankheiten an: Insgesamt wurden uns 38 Krankheiten sowie eine Unzahl von Störungen und Allergien attestiert und mehr als 130 Medikamente verschrieben. Als die Reportage „Wunderheiler und Krankbeter“ im Stern 49/1991 zu lesen war, löste die darin erhobene Kritik so viel Empörung und massive Heilpraktikerproteste aus, dass die Redaktion aus Angst vor Leserverlust die Veröffentlichung des zweiten Teiles scheute. Sie legte ihn wochenlang auf Eis und sagte schließlich ganz ab. Man zahlte und gab die Rechte an die Autoren zurück. So kann der Bericht hier – aktualisiert – erscheinen. Die Namen der Betroffenen sind verändert … WEITER

2007 wagte es das ZDF einen kritischen Beitrag zu den modernen Wunderheilern zu senden. Unter dem Titel „Heilen mit dem Nichts?“ berichtete der beliebte Wissenschaftsjournalist Joachim Bublath über wissenschaftliche Erkenntnisse und damit über so manchen Humbug. Auch Heilpraktiker und die Homöopathie wurden dabei nicht verschont und das hatte Folgen:

Der kritische ZDF-Beitrag „Die modernen Wunderheiler“ hat eine Protestwelle der Heilpraktiker gegen den Moderator Joachim Bublath ausgelöst. Das ZDF nahm den Beitrag aus dem Netz.
Bublath, der die ZDF-Wissenschaftsredaktion leitet, sagte gegenüber FOCUS: „Wenn Wissenschaftsjournalisten über alternative Medizin berichten, bleibt ja aus naturwissenschaftlicher Sicht von der Kunst der neuen Heilsbringer nicht viel übrig. Diese empfinden solche kritischen Berichte als Angriff auf ihre Geschäftsgrundlage, und entsprechend groß ist der Aufschrei.“

Bublath wurde nach der Sendung auch persönlich angegriffen. „Der Bund Deutscher Heilpraktiker e. V. zum Beispiel hat seine Anhänger unter Angabe meiner persönlichen E-Mail-Adresse aufgefordert, mich mit Tausenden Wortmeldungen zu überschwemmen“, sagte er.

Erstaunt war der Moderator von der mangelnden Rückendeckung durch das ZDF, das als Reaktion auf die Proteste das Online-Angebot zur Sendung des Wissenschaftsmagazins aus dem Internet nahm. „Da haben sich einige offenbar erschreckt“, so Bublath. „Stellen Sie sich vor, wir betreiben in Zukunft nur noch den Journalismus, der den Betroffenen genehm ist. Wenn genügend Zweifler an der Mondlandung schreiben, nehmen wir dann die Astronomiesendungen aus dem Netz?“, sagte er. „Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.“

Der Brightsblog berichtete damals ausführlich darüber.

Da es im Zeitalter des Internets nicht mehr so einfach ist, Unliebsames auf Dauer verschwinden zu lassen, hier die Bublath-Sendung via youtube in drei Teilen:

(Der dritte Teil folgt automatisch nach dem zweiten)

Die neue Inquisition dieser Obskuranten trägt natürlich auch dazu bei, dass die Bevölkerung von Quack & Co so angetan ist! Die Kritik an ihnen ist im Netz, im Verhältnis zu Falschinformationen und Lobhudelei, ebenfalls verschwindend gering.

Volkskrankheit Allergie: Die Heilversprechen der alternativen Medizin

9 Gedanken zu “Heilpraktiker & Homöopathen und ihr schamloser Angriff auf die Pressefreiheit!

  1. Elke, ich hatte es ja schon mehrfach hier im Blog angesprochen – geht zu einem Apotheker, welcher Homöopathika, Schüsslersalze oder Bachblüten anbietet und suche den sachlichen Dialog, am besten wenn noch andere Kunden im Laden sind. Klemmt Euch am besten noch etwas Infomaterial zur sachlichen Darstellung unter die Arme und überreicht dies den Kunden, schließlich bleiben bei denen dann sicher einige Fragen offen. Meine Apotheker waren dann terminlich indisponiert und hatten hinten noch was zu verschütteln oder sprangen bald wütend über den Tresen. „Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“.
    Achso, ich hatte meiner Krankenkasse eine kurze Wutmail geschrieben – die BKK VBU bietet homöopathische Behandlung jetzt als Regelsatz an. Nebenbei hatte ich hier auf den Blog verwiesen.
    Die baten tatsächlich darum mich mit meinen Kontaktdaten zu autorisieren um mir eine Antwort zukommen zu lassen. Da bin ich mal gespannt.

    Gefällt mir

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit übersende ich Ihnen die gewünschte Versicherungsnummer XxxxxxxxxxxX. Diese bezieht sich auf die Ticket-ID XxxxxxxxxX.

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird mich ein Antwortschreiben ohne jegliches Format – im Sinne einer fachlich qualifizierten Betrachtung mit Blick auf die Wirksamkeit homöopathischer Präparate – erreichen. Dennoch lasse ich mich gerne überraschen.
    „Unsere Kunden wünschen dieses Angebot“ als Antwort wäre der Running Gag(1). Immerhin wäre in Zeiten des Internet mit seinen sozialen Netzwerken schnell eine nicht unerhebliche Gruppe von Menschen generiert, welche als künftige Kassenleistung Nudelsiebmasken bei Kopfschmerzen fordert – soll ja bekanntlich helfen, Abschirmeffekt gegenüber irgendwelcher imaginären Strahlen oder sowas in der Richtung. Was ist diesen Kunden zu erklären oder bekäme man bei der BKK VBU künftig Nudelsiebe als Regelleistung? Sicher nicht, wie anzunehmen ist und zu hoffen bleibt. Krankenkassen müssen NICHT den Käse zahlen, welchen irgendwelche Quacksalber durch´s Land rollen und damit einem Mainstream bedienen, welcher einzig und alleine auf den Aberglauben einer Wohlstandsgemeinschaft gewachsen ist.
    Sehen Sie mir bitte meine saloppe Art zu schreiben nach. Wer aber ernsthaft meint, Homöopathika als wirksames Medikament zu sehen oder sich in ähnlicher Form damit assoziiert, im Obskuranten(2) schwimmt, gibt sich selbst die Blöße der Lächerlichkeit.

    (1) …. „Ein Running Gag (engl. für „Dauerwitz“) ist ein Stilmittel der Komik und des Humors. Ein Witz oder eine Anspielung wird mehrmals wiederholt, oft jedoch in abgewandelter Form. Dadurch entsteht eine angespannte Vorfreude, die in einer dann doch überraschenden Pointe gipfelt.“ ….. aus Wikipedia
    (2) …. „Obskurantismus (lat.), Gegensatz zu Aufklärung (s. d.), sowohl die Hinneigung zur geistigen Dämmerung als das System, alle Aufklärung von andern abzuhalten. Die Anhänger des O. heißen Obskuranten (Finsterlinge).“ ….. aus Wikipedia

    Mit freundlichen Grüßen

    Mal abwarten was als Antwort kommt, 🙂

    Gefällt mir

  3. Pingback: Walter Last und die GNM: “Krebs natürlich heilen” – Stellvertreter der gefährlichsten Scharlatanerie! | Ratgeber-News-Blog

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s