Liebing-Gabel, Sprecherin des Verbandes klassischer Homöopathen: „Heilpraktiker haben eine medizinische Ausbildung“


Christine Liebing-Gabel, Sprecherin des Verbandes klassischer Homöopathen Deutschlands in Ulm, in der Südwest Presse:

… Heilpraktiker haben eine medizinische Ausbildung und werden nach einer Prüfung vor dem Gesundheitsamt zugelassen. Im Idealfall arbeiten sie, insbesondere wenn sie einen homöopathischen Behandlungsschwerpunkt haben, eng mit Ärzten zusammen. Der Patient kommt aber nicht drum herum: Er muss selbst entscheiden, bei wem er Hilfe einholt.

Ist das nun ignorant, dummdreist oder betrügerische Absicht??? Dass „Heilpraktiker“ nicht einmal ein Berufsstand ist, wurde soooooo oft thematisiert und jeder findet es via Internet in weniger als einer Minute heraus. Das Potential an Lug und Trug, um Quacksalberei in einem medizinischen und damit wissenschaftlich seriösen Licht erscheinen zu lassen, lässt selbst mich immer mehr erstaunen!

In Österreich ist das Wort für Heilpraktiker nicht umsonst nur Kurpfuscher und Kurpfuscherei ist dort strafrechtlich verboten.

Heilpraktiker (HP) ist in Deutschland eine Bezeichnung für Personen, die auch ohne medizinische Ausbildung kranke Menschen behandeln dürfen. Zur Ausübung genügt ein Hauptschulabschluss, das Alter von 25 Jahren, ein ärztliches Attest, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Test beim Gesundheitsamt, dessen Ziel es ist, zu prüfen, ob der angehende HP eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Dazu muss im Multiple Choice Verfahren (60 Fragen, von denen 45 richtig sein müssen) und einer mündlichen Prüfung gezeigt werden, dass man in der Lage ist, allgemeingefährdende Infektionskrankheiten und akute Krankheitszustände zu erkennen und sie umgehend an ausgebildete Ärzte weiterzuleiten. 53% der Anwärter zum Heilpraktikerschein (Stichprobe Rhein-Main Gebiet) bestehen die beliebig oft wiederholbaren Tests nicht.[1] Weiterhin werden Grundlagen der Hygiene und der Differentialdiagnose abgefragt. Eine Prüfung, wie und nach welchem Konzept ein zukünftiger HP seine Kunden zu heilen plant, gibt es nicht. HPs dürfen prinzipiell auch chirurgische Eingriffe vornehmen, da sie jedoch keine rezeptlichtigen Betäubungs- und Narkosemittel benutzen dürfen, sind chirurgische Eingriffe rechtlich gesehen für Heilpraktiker nicht durchführbar …

… Das ist ungefähr so, als bekäme man einen Pilotenschein, wenn man weiß, wo man nicht hinfliegen darf und wie man einen Notruf absetzt, ohne Prüfung der Fähigkeit, ein Flugzeug überhaupt zu fliegen …

… Nach der gegenwärtigen Rechtslage muss also erst ein Schaden eintreten – ein Schaden an Leib oder Leben des Patienten – und der Geschädigte oder ein Hinterbliebener Strafanzeige erstatten oder zivilrechtlich klagen, bevor die Methoden eines Heilpraktikers überprüft werden können … zum ARTIKEL

Und hier ein ganz wichtiger Beitrag (Video) aus der Sendereihe „Kontraste“, der exakt schildert wie die Praxis in Deutschland aussieht. Das gezeigte Heilpraktiker-Gebaren ist heute die Regel und nicht die Ausnahme!

Gefährliche Heilpraktiker – Keine Kontrolle, keine Sanktionen

Gerade die Deutschen, die bei jedem Schieß auf Kontrolle, Regulierung, Sicherheit und Verbraucherschutz pochen – wie ist es da nur möglich, dass diese wirklich gefährlichen Zustände so hohe und völlig unreflektierte Anerkennung finden???

Heilpraktiker – Das miese Geschäft mit Patienten
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4 Gedanken zu “Liebing-Gabel, Sprecherin des Verbandes klassischer Homöopathen: „Heilpraktiker haben eine medizinische Ausbildung“

  1. Ich bezeichne Heilpraktiker auch als Schmalspur-Mediziner. Wenn man deren Ausbildungszeit mit der eines Arztes vergleicht, wird einem der qualitative Unterschied erst so richtig bewußt. Die Regelstudienzeit für einen Arzt beträgt hierzulande 6 Jahre. Je nach Fachrichtung kann die Weiterbildung zum Facharzt nochmals ca. 4 bis 6 Jahre dauern. Wie soll da ein in wenigen Wochen in einem Schnellkurs
    „ausgebildeter“ Möchtegern-Mediziner mithalten können ?

    Die Forderung nach Abschaffung des in der Nazizeit geschaffenen Berufes des Heilpraktikers ist somit sehr wohl berechtigt. Weshalb es diesen „Beruf“ allerdings nach wie vor immer noch gibt, kann man unter dem nachfolgenden Link http://toxcenter.org/artikel/Heilpraktiker-ein-schnoedes-Hitlererbe.php nachlesen.

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  2. …. und jetzt muss man sich nur noch vorstellen, dass es bald ‚Bachelor of Science‘ geben soll, die in Medizin gerade soweit ausgebildet sind, dass sie die Prüfung beim Gesundheitsamt überstehen – und mehr nicht. Der Rest ist dann nur noch Homöopathie. Grauenhafte Vorstellung.

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