Homöo-Akademie: „Homöopathie = empirische Wissenschaft, folgt evidenzbasierten Gesetzmäßigk..“


Die Salzburger Nachrichten interviewten Anja Wilhelm, die Leiterin der Homöo-Akademie in Traunstein. Der absolute Brüller, da werden Sie richtig verarscht!

Ein Auszug:

SN: Wie begegnen Sie denn der Skepsis und Ablehnung, die es gegenüber der Homöopathie gibt?

Wilhelm: Dass wir Gegenwind haben, ist klar, da muss man sich aber nicht irremachen lassen. Wir wollen nicht in eine Diskussion einsteigen, die teils sehr polemisch geführt wird. Wir wollen vielmehr den Hochschulstudiengang aufbauen und setzen uns dabei das Ziel, dass wir klinische Studien kritisch analysieren, sei es, dass sie für oder gegen die Homöopathie sprechen. Es ist unser Anliegen, dass wir die wissenschaftlichen Grundlagen festigen.

SN: Aber wie wirkt Homöopathie? Was sagen Sie Skeptikern?

Wilhelm: Wir können den Wirkmechanismus derzeit nicht naturwissenschaftlich nachweisen. Das müssen wir ganz ehrlich sagen. Ich komme selbst ursprünglich eher aus dem naturwissenschaftlichen Bereich und ich muss damit leben, dass ich für die Homöopathie nicht mit wirklich harten Zahlen argumentieren kann.

Ich sage, Homöopathie ist eine empirische Wissenschaft, die gezeigt hat, dass die darauf aufbauende Therapie wirkt. Es gibt evidenzbasierte Gesetzmäßigkeiten. Wenn man die befolgt, kann man gute Behandlungserfolge erzielen. Die kann man sehen und erleben … Zum INTERVIEW

11 Gedanken zu “Homöo-Akademie: „Homöopathie = empirische Wissenschaft, folgt evidenzbasierten Gesetzmäßigk..“

  1. Hallo,
    ich hatte versucht, einen Kommentar bei den Salzburger Nachrichten zu posten. Da man aber nur 750 Zeichen zur Verfügung hat, musste ich ihn dreiteilen – und das scheint nicht zu klappen. Hier ist die vollständige Version:

    Frau Wilhelm, fällt Ihnen als Leiterin der Akademie nicht auf, dass ihr Ziel, das ‚Miteinender von Homöopathie und Schulmedizin‘, absolut unmöglich wäre, wenn die Grundlagen der Homöopathie, wie Sie sie lehren und erforschen wollen, tatsächlich zuträfen?

    Das, was in dem Interview so wortreich beschrieben wird, ist bestenfalls eine Ausbildung, wie sie seit eh und je von Heilpraktikerschulen angeboten wird. Wie sollen ‚bessere wissenschaftliche Grundlagen‘ geschaffen werden? Ein Schwerpunkt des Studiengangs ist die Praxis, wo die ‚Studenten‘ unter ‚Anleitung und Verantwortung eines Homöopathen mitarbeiten‘? Das machen Heilpraktikerschulen auf ihren Gebieten nicht anders und war noch nie ausreichend, den Absolventen einen akademischen Grad zu verleihen.

    Kurz und bündig: Ein Konzept für eine wissenschaftliche Ausrichtung des Studiengangs ist nirgendwo erkennbar, weder in diesem Interview noch auf der Webseite der Akademie selbst.

    Homöopathie ist keine Wissenschaft, Homöopathie hat vielmehr den Charakter einer dogmatischen Religion und Glaubenslehre. Da gibt es einen Propheten, der eine oder mehrere sakrosankte Schriften verfasst hat, die heute, auch zweihundert Jahre später, von den Jüngern buchstabengetreu befolgt werden. Von diesen Schriften, die keines weiteren Nachweises bedürfen, geht alle Weisheit und alles Wissen aus, das bestenfalls etwas ergänzt aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt wurde und wird.

    Wird die Traunsteiner ‚Hochschule‘ dies wesentlich anders machen? Wenn ja, wie? Wenn nein, dann erfüllt man nicht den Standard, der eine Hochschule ausmacht.

    Wissenschaft setzt voraus, dass eigene Forschung betrieben wird, sei es, um die Grundlagen zu verstehen oder um das vorhandene Wissen zu erweitern. Keins davon kann mit dem von Frau Wilhelm dargestellten Ziel, ‚klinische Studien kritisch zu analysieren‘ erreicht werden. Oder sind die Analysen wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema, die ich auf meinem Blog(www.beweisaufnahme-homoeopathie.de) veröffentliche, tatsächlich homöopathische Grundlagenforschung? Wenn ja, stehe ich jederzeit zu einer Diskussion zur Verfügung, um ‚die wissenschaftlichen Grundlagen zu festigen‘.

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    • Norbert, völlig richtig! Ich finde es nur noch lachhaft, denn es zeigt sich ja auch schon lange, dass innerhalb des Systems Homöopathie jedes erweiterte irrationale Spielchen wie Komplexmittel- oder Neue Homöopathie von den Klassischen Homöopathen à la Homöo-Akademie nicht nur abgelehnt, sondern regelrecht bekämpft wird. Der Dogmatismus könnte schon hier nicht größer sein und dann will man etwas von wissenschaftlicher Forschung erzählen, tzzzzz … Vielleicht führen wenigstens diese In-fights irgendwann dazu, dass sich die HÖ allgemein erledigt. 😉

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  2. Ich widerspreche vehement der Behauptung, dass wir im aufgeklärten 21. Jahrhundert leben ! Was hier die Leiterin der Homöo-Akademie in Traunstein verbreitet, ist pseudowissenschaftlicher Unsinn in Reinkultur. Man muß nicht Medizin studiert haben, um zu erkennen, dass hier sämtliche Regeln, die für eine wissenschaftliche Tätigkeit, Ausbildung und Beweisführung weltweit Gültigkeit haben und unerläßlich sind, total missachtet werden. Die Homöopathen leiden zweifellos an einem pathalogischen Realitätsverlust.

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  3. Pingback: Neues aus Traunstein: “Studien kritisch analysieren” @ gwup | die skeptiker

  4. Diese „Akademie“ ist nichts weiter als eine pompös aufgemotzte Heilpraktikerschule. Wer die Grundlagen, auch die empirischen Grundlagen, der HP allen Ernstes noch einmal erforschen will, bräuchte Mittel, die dort niemals zu Gebote stehen, und einen kritischen Verstand, der dort systematisch ausgegrenzt wird.

    Wie wir wissen, bemüht sich die Homöopathie heute gerne quanten- und teilchenphysikalischer Erklärungsmodelle – man denke nur an die notorischen Wasserstoffbrücken und an die vielerlei „Informations“-Modelle. Wer das mit dem Ziel schlüssiger empirischer Belege untersuchen will, benötigt, wenn mehr als Quantengequatsche herauskommen soll, Institute für experimentelle Teilchen- und Quantenphysik. Wer soll das dort betreiben? Eine Handvoll Heilpraktiker? Und mit welchem Instrumentarium? Wer nicht im Ernst die Existenz von Placebo- und Noceboeffekten leugnen will, benötigt mindestens Institute für Neurowissenschaften – aber sicher auch nicht in der Hand von Heilpraktikern. Von der Methodenlehre, wie man echte von Schein-, Zufalls- und Auswahleffekten unterscheiden kann, ganz zu schweigen.

    Letztlich ist die ganze Zielrichtung dieser Einrichtung grob unwissenschaftlich, ja geradezu wissenschaftsfeindlich. Die Frage ob Homöopathie überhaupt wirkt, und zwar auf einer anderen als einer kulturellen Ebene (als Placebo), soll erklärtermaßen gar nicht gestellt werden. Diese „Akademie“ hat so letztlich den Charakter der unseligen Lehrstühle für Marxismus-Leninismus in der verblichenen DDR: HP ist wissenschaftlich, weil sie wirkt, und sie wirkt, weil sie wissenschaftlich ist! Der Urgrund jeder Wissenschaft, nämlich die Bereitschaft, eine Theorie notfalls überhaupt zu verwerfen, wenn sie den Gültigkeitstest an der Wirklichkeit nicht besteht, wird dagegen völlig ignoriert.

    Diese „Akademie“ nimmt sich nicht weniger heraus, als sich absichtlich auf den Unverstand einer 200 Jahre zurückliegenden Epoche zurückzuversetzen, die Entfaltung der naturwissenschaftlichen Kenntnisse derselben Zeitspanne zu ignorieren, wohl aber deren Vokabular sinnbefreit zu usurpieren, und dafür ihren Absolventen dröhnende Titel zu verleihen. Es ist, ganz nach Geschmack, zum Weinen oder zum Wiehern.

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  5. Frage der SZ im Interview
    „SN: Nun weiß man, dass Homöopathie sehr viel mit Erfahrung zu tun hat. Die kann man wohl nicht in einem dreijährigen Bachelorstudium erwerben.“

    Das mit der notwendigen Erfahrung empfinde ich immer wieder als bemerkenswert. Was passiert eigentlich mit den Patienten während der Zeit, in der der Heilpraktiker noch keine Erfahrung hat/ gerade Erfahrung sammelt?

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  6. „Ich sage, Homöopathie ist eine empirische Wissenschaft…“ . Aua. Frau Wilhelm hat weder den Begriff der Wissenschaft verstanden, noch was mit Empirie gemeint ist.

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