Der Tagesspiegel: „Der grenzenlose Irrglaube der Homöopathie“


Mal ein hervorragender Artikel im Tagesspiegel gegen Homöopathie und im Besonderen gegen die Homöopathen ohne Grenzen!

Ein Auszug:

Unter denen, die den Cholera-Opfern zur Hilfe eilten, waren ausgerechnet die „Homöopathen ohne Grenzen“. Schließlich hatte Homöopathie-Begründer Samuel Hahnemann schon in den 1830er Jahren Cholera behandelt! Erfolgreicher als die „Schulmedizin“! Das stimmt. Denn anders als die Ärzte seiner Zeit ließ Hahnemann die Cholerakranken nicht zur Ader (er entzog den durch Durchfall und Erbrechen Geschwächten also keine Flüssigkeit), sondern gab ihnen Kampfer und Mineralwasser. Ein Zufallstreffer.

Die Medizin allerdings ist nicht beim Aderlass stehen geblieben. Louis Pasteur und Robert Koch haben Bakterien als Auslöser von Infektionskrankheiten erkannt. Cholera wird seit Jahrzehnten mit Elektrolytlösungen und in schweren Fällen mit Antibiotika behandelt. Beides ist billig, hat herzlich wenig mit „Big Pharma“ zu tun und hilft. Die Homöopathen dagegen setzen auf die verdünnte „Ursubstanz“ Phosphorus, die angeblich im Handumdrehen wirkte …

… Das Missionieren für die Homöopathie schadet denen, die Hilfe am dringendsten brauchen: Die Organisation täuscht sie mit nicht einlösbaren Heilsversprechen, verstärkt durch die Namensähnlichkeit mit den „Ärzten ohne Grenzen“. Wo das Gesundheitssystem ohnehin schwach ist, zieht sie Ressourcen für Quacksalberei ab. Und sie sammelt Spenden. Geld, das später anerkannten Hilfsorganisationen fehlt.

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5 Gedanken zu “Der Tagesspiegel: „Der grenzenlose Irrglaube der Homöopathie“

  1. Die Aktivitäten der Homöopathen ohne Grenzen sind nach meiner Wertung eine Angelegenheit für den Staatsanwalt. Da es sich hier um ein Offizialdelikt (vorsätzliche Körperverletzung mit möglicher Todesfolge !?) handelt, müsste die Staatsanwalt von sich aus tätig werden.

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  2. Da der Homöopath daran glaubt, dass seine Glaubuli glauben, liegt leider keinerlei verfolgbarer Straftatbestand vor. Und Körperverletzung kann es schonmal gar nicht sein, wie ein Blick ins StGB zeigt.

    Nur bei personen, die es besser wissen müssen, kann unterlassene Hilfeleistung als Tatbestand subsummiert werden.

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    • Einerseits gibt es die „besonderen Therapierichtungen“ – andererseits sollte man meinen, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Demnach könnte man jeglichen Bockmist bauen, dabei verklickern das man an dessen Richtigkeit glaubt und Rubbeldiekatz bleibt man straffrei. Das kann es ja nun auch nicht sein.

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      • Die entsprechenden „Straffreiheitsparagrafen“ heißen „Verbotsirrtum“ und „Tatbestandsirrtum“

        Verbotsirrtum: Ich wusste nicht, dass man keine Edelweiß pflücken darf.
        Tatbestandsirrtum: Ich weiß zwar, dass man keine Edelweiß pflücken darf, ich wusste aber nicht, dass dies ein Edelweiß ist.

        Rechtlich ist hier darauf abzustellen, ob eine durchschnittliche Person diesen Irrtum hätte vermeiden können oder müssen.

        Z.B. Verstoß gegenlebensmittelrechtliche Vorschriften

        Meister: MUSS es wissen –> Vorsatz
        Lehrling: KÖNNTE es wissen (kann ja den Meister fragen) –> Fahrlässigkeit
        Hausfrau: MUSS es nicht wissen –> Verbots- oder Tatbestandsirrtum

        Entsprechend auf Homöopathen anzuwenden…

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    • @ Statistiker

      Danke für den Hinweis. Das hätte ich eigentlich wissen müssen. Es will mir eben einfach nicht einleuchten, dass diese Art von Betrug nicht strafrechtlich verfolgt werden kann. Der Betrug ist schließlich offensichtlich. Es muss endlich ein Gesetz her, welches die Menschheit vor diesen Betrügereien schützt. Wie schon mehrfach in diesem Blog erwähnt, haben die Grünen seinerzeit (im Jahr 2003) in der rot-grünen Koalition einen von der bayerischen CSU vorgelegten Gesetzesentwurf blockiert. Ich bin zwar auch kein CSU-Fan, aber mit diesem Gesetzesentwurf, der den Psychomarkt regeln sollte, kann man mit der CSU einig gehen. Bei den Grünen tummeln sich eben jede Menge Homöopathie- und Anthroposophie-Freaks. Für mich ein guter Grund diese Leute niemals mehr zu wählen. In deren Wahlprogramm findet sich nämlich nach wie vor die Forderung, dass die Krankenkassen für diese alternativen Therapien die Kosten tragen müssten. Inzwischen haben die Grünen aber auch erkannt, dass Wirkungsnachweise unverzichtbar sind. Da es aber für sämtliche alternativen Therapien keine wissenschaftlich fundierten Beweise gibt, haben die Grünen die total bekloppte Forderung aufgestellt, dass dann eben die Prüfkriterien so geändert werden müssten, dass Wirkungsnachweise möglich würden !!! Allein diese Forderung belegt die Annahme, dass bei den Grünen einige ausgeflippte Gehirnakrobaten an der Arbeit sein müssen !!!

      Unter dem Stichwort „Lebensbewältigungshilfegesetz“ kann man diesen Gesetzesentwurf im Internet nachlesen. (Bundestagsdrucksache 13/9717) Ich bin zwar kein Freund der CSU, aber diese Initiative war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber vielleicht verwirklicht ja die schwarz-rote Koalition ein solches Verbraucherschutzgesetz.

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