Böse Pharma und Chemie contra gute Naturheilmittel – dumm, dümmer, am dümmsten!


Es nervt ungemein überall lesen und hören zu müssen, wie böse und schädlich doch die Chemie und Pharmamedikamente im Vergleich zu Naturheilmitteln seien.  Diese Verlautbarungen kommen aus allen Schichten und haben mit ersichtlicher Bildungsferne nichts zu tun, was es besonders schlimm macht.  Dass viele nicht wissen, was sich alles hinter dem Werbeslogan „Naturheilmittel“ verbirgt, ist ja gerade noch verständlich. Der Markt ist kaum  überschaubar und hier wird gelogen was das Zeug hält. Weder Bach-Blütentherapie noch Homöopathie haben im eigentlichen Sinne des Wortes etwas damit zu tun und vieles Weitere genauso wenig.

Das hirnlose Nachplappern und pauschale Bashing gegen Pharma und Chemie ist aber nicht nur peinlich, sondern es beleidigt die durchschnittliche menschliche Intelligenz jedes Oberschülers, deswegen folgendes:

In allen Lebewesen finden ständig chemische Prozesse statt, „Chemie“ ist nichts Künstliches, sondern die Grundlage jeden Lebens. Alles ist Chemie! Ferner sind Sekundäre Pflanzenstoffe chemische Verbindungen, auch Phytochemikalien genannt, von denen einige im Sinne einer gesunden Ernährung nicht wegzudenken sind. Zu diesen Naturstoffen gehören z.B. Carotinoide, Polyphenole und Aminosäuren. Daneben gibt es viele giftige, wie aus der Gruppe der Alkaloide, von denen jedoch wiederum einige pharmakologisch genutzt werden können und unentbehrlich sind. Dazu zählen auch MorphinPapaverin, Noscapin und Codein oder Paclitaxel (auch Taxol, gewonnen aus der Rinde der Pazifischen Eibe), welches als Zytostatikum in der Chemotherapie Anwendung findet.

Ohne Naturstoffe als Ausgangsstoffe für Medikamente wäre eine Pharmaindustrie gar nicht denkbar. Bewusste chemische Eingriffe dienen der Verbesserung der Wirkung, der Verminderung von Nebenwirkungen und damit der Optimierung. Erst die pharmakologische Aufbereitung macht vieles aus der Natur überhaupt nutzbar, dosierbar und verträglich und garantiert eine gezielte Anwendung.

Da nicht immer genügend Pflanzen für bestimmte Stoffe zur Verfügung stehen, um einen weltweiten Bedarf zu decken, werden Naturstoffe auch teilsynthetisch, unter Beteiligung weiterer Pflanzenstoffe, oder vollsynthetisch hergestellt. Der Ausgangsstoff wird damit imitiert.

Biogene Arzneistoffe sind Wirkstoffe, die aus Pflanzen, Pilzen, Bakterien oder auch aus tierischen und menschlichen Bestandteilen stammen. In der Regel handelt es sich um hochwirksame Reinstoffe, die zu Arzneimitteln verarbeitet werden können. Biogene Arzneistoffe sowie ihre chemisch synthetisierten Imitate und Derivate machen weit über die Hälfte aller in den letzten Jahren zugelassenen Arzneimittel aus. Mit Arzneistoffgruppen wie Antibiotika, Cholesterinsenkern (z. B. Statine), Zytostatika (z. B. Taxol) oder Schmerzmitteln (z. B. Morphin) spielen sie bei allen wichtigen Indikationsgebieten eine zentrale Rolle.

Historisch und aktuell bedeutend ist die Verwendung von Heilpflanzen. Die jeweiligen Wirkstoffe sind meist Sekundärmetabolite, die in geringer Konzentration vorkommen, so dass die Gewinnung häufig aufwendig ist. Durch die Entwicklung von Verfahren zur chemischen Synthese kann eine einfachere und billigere Gewinnung möglich sein. Ein bekanntes Beispiel ist Acetylsalicylsäure (Aspirin), das zuvor aus Weidenrinde gewonnen wurde.
Pilze und Bakterien sind insbesondere als Antibiotika-Produzenten sehr bedeutende Lieferanten biogener Arzneistoffe, waren aber auch die ersten Lieferanten von Cholesterinsenkern (Statine).


Skeptiker als Pharma-Söldner?

6 Gedanken zu “Böse Pharma und Chemie contra gute Naturheilmittel – dumm, dümmer, am dümmsten!

  1. Pingback: Der Heilpraktiker – Narrenfreiheit, Größenwahn und gefährliche Folgen! | Ratgeber-News-Blog

  2. Pingback: TCM – Meridiane, Akupunktur und Gifte plus Ekel pur! | Ratgeber-News-Blog

  3. Hallo Elke,

    sicherlich sollte man wie bei allen Dingen im Leben nicht alles über einen Kamm scheren.
    Nicht alle Produkte der Pharmaindustrie sind gut bzw. bedenkenlos, genauso vlt bei homöopatischen Mitteln.
    Was ich aber zu bedenken gebe: Die Pharmaindustrie ist ein Wirtschaftszweig, der nicht unbedingt darauf bedacht ist den Menschen komplett zu heilen. Denn wenn das so wäre, könnte jeder Mensch nahezu gesund sein.
    Ein nächster Punkt: Wenn ich die Packungsbeilage eines beispielhaften Medikamentes hernehme und die vielen Nebenwirkungen lese, wird mir ein wenig Angst. Bei homöopathischen Produkten habe ich da weniger Bedenken. Und sämtliche Kräuter und Pflanzen, die ich in der Natur finden kann und die positive Heilwirkungen haben, ziehe ich generell vor.

    Ich denke, es sollte einfach jeder seinen Weg finden und nicht engstirnig eine Theorie verfolgen.
    Denn mit Sicherheit muss man bei akuten Gefahren zu Methoden der Pharma zurückgreifen, kann aber auf alternative Heilmethoden zurückkommen, um den Regenerierungsprozess zu beschleunigen.

    Was meinst du?

    Gefällt mir

    • Wieder mal ein klassischer Einwurf von nix wissen.

      Dieser Kamm, über den man nicht alles scheren soll, geht mir allmählich auf den Senkel. Auf wissenschaftlicher Grundlage erzeugte Pharmaka haben immer Nebenwirkungen. Die sind weder gut noch böse. Die Nebenwirkungen sind da, weil sie tatsächlich auch Wirkungen haben und der menschliche Organismus so komplex ist. Es gibt eben nichts auf der Welt mit Wirkung, was keine Nebenwirkungen hat. Nicht nur in der Pharmazie. Die Welt ist ebenso komplex wie unser Organismus.

      Homöopathika haben keine Nebenwirkungen, weil sie keine Wirkungen haben. Ohne Wirkung keine Nebenwirkung. Was man vielleicht als Wirkung empfindet, hat nichts mit der Homöopathie zu tun. Das sind Placebo-Effekte, mit man mit den entsprechen Glauben auch mit gesegneten Gummibärchen erzeugen kann. Da muss man sich dann auch fragen, wie man mit null Wirkung einen Regenerierungsprozess beschleunigen könnte. Nimm Gummibärchen, die sind preislich günstiger als Globuli!

      Die Hersteller von Homöopathika gehören übrigens auch zu Pharmaindustrie. Es ist der Zweig, der sozusagen mit nichts Geld macht. Siehe
      https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/08/17/herstellung-von-homoopathika-die-lizenz-zum-gelddrucken/
      Und verwechsele das bitte nicht mit Naturheilkunde. Die sollte man mit der Homöopathie wirklich nicht über einen Kamm schweren.
      https://www.psiram.com/ge/index.php/Naturheilkunde

      Host mi?

      Gefällt mir

    • Die Pharmaindustrie ist ein Wirtschaftszweig, der dafür da ist, wirksame Medikamente zu entwickeln und auf den Markt zu liefern. Da es dabei nicht immer so läuft, wie es sein sollte, bestreitet niemand. Die Kritik ist dann stets vielfältig und öffentlich. Die Medikamente einzusetzen und damit zu heilen ist nicht Sache der Produzenten, sondern der Therapeuten. Den Pillendrehern zu unterstellen, sie seien nicht an der Gesundung der Patienten interessiert und würden diese sogar konterkarieren, halte ich für eine plumpe Verschwörungstheorie.

      Die Beipackzettel werden nicht gedruckt, damit es den Patienten Angst wird, sondern damit sie sich über die üblichen und möglichen Nebenwirkungen eines Medikaments informieren können. Wie mein Vorredner schon schrieb: Keine wirksames Medikament ohne Nebenwirkungen. So kann sich der Patient darauf einstellen. Ich hatte persönlich mal ein Medikament nehmen müssen, nach dessen Einnahme ich eine ziemlich unangenehme Nebenwirkung erfuhr. Wäre da der Beipackzettel nicht gewesen, hätte ich mir wirklich Sorgen machen müssen. Aber so war klar, woher das kam. Und nach der erfolgreichen Therapie waren auch die Nebenwirkungen wieder weg.

      Und noch was: Mit homöopathischen Mitteln oder sonst irgend einem sanften Alternativpippi hätte ich damals ins Gras gebissen.

      Gefällt mir

    • Hallo Denise, vieles wurde in den anderen Kommentaren schon gesagt.

      Was ich aber zu bedenken gebe: Die Pharmaindustrie ist ein Wirtschaftszweig, der nicht unbedingt darauf bedacht ist den Menschen komplett zu heilen. Denn wenn das so wäre, könnte jeder Mensch nahezu gesund sein.

      Wie kommst Du denn darauf, dass es keine unheilbaren Krankheiten gibt oder je geben könnte. Genetik und Lebensführung haben generell einen Einfluss auf Gesundheit / Krankheit und wer bei ernsthaften Krankheiten zu spät zum Arzt geht, hat meist schlechte Karten. Dank Pharma und Medizinfortschritt liegt jedoch die Lebenserwartung mittlerweile bei 100 Jahren für die jetzige junge Generation und je älter Menschen werden, desto mehr Krankheiten haben sie im fortgeschrittenen Alter zu erwarten, wobei ja vielen geholfen werden kann.

      Wenn ich die Packungsbeilage eines beispielhaften Medikamentes hernehme und die vielen Nebenwirkungen lese, wird mir ein wenig Angst. Bei homöopathischen Produkten habe ich da weniger Bedenken.

      Die Pharma ist zu den Beipackzetteln verpflichtet und auch dazu, noch so seltene Nebenwirkungen aufzuführen. Das hier vieles Angst macht und Ängste und Ablehnung schürt, liegt auf der Hand. Es gibt jedoch nur eine Medizin, denn alles, was Evidenz basiert wirkt, ist Medizin. Die sogenannte „Alternativmedizin“ ist eben keine Alternative, sondern das Ausschlachten aller Wehwehchen und Befindlichkeitsstörungen, die der menschliche Organismus sowieso über kurz oder lang selbst ausheilt. Also, entweder braucht man gar kein Medikament und lässt den Körper machen, oder man braucht wirksame Hilfe.

      Und sämtliche Kräuter und Pflanzen, die ich in der Natur finden kann und die positive Heilwirkungen haben, ziehe ich generell vor.

      Die Kräuter und Pflanzen, die Heilwirkung haben, haben auch Nebenwirkungen. Daraus macht die Pharma verträgliche Medikamente mit nötiger Wirkstoffmenge und reduzierten Giftstoffen. Wie willst Du wissen, was Du da genau zu Dir nimmst? Und große Vorsicht vor schleichenden Fraßfeindgiften, hier ist die „Natürlich-Fraktion“ ja völlig ignorant.

      kann aber auf alternative Heilmethoden zurückkommen, um den Regenerierungsprozess zu beschleunigen.

      Das ist auch eine Erfindung der Alternativen, um Absätze zu sichern. Die angebliche Stärkung des Immunsystems über „Alternativen“ zur raschen Besserung ist völliger Quatsch, denn es hat rein gar nichts mit einer Immunstimulation zu tun, da diese zu einem ausgeprägten Krankheitsgefühl führen muss.

      Es geht immer nur um reine Placebo-Geschäfte, die teuer bezahlt werden müssen, die das Wohlbefinden verbessern können, wobei dies auch kostenlos über Entspannung, Spaziergänge, Lieblingsmusik, Lieblingsessen, etc.pp. erreicht werden kann.

      Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s