Gemeingefährlich: MDR warnt vor Impfungen!


In einem Kurzbeitrag von nicht einmal drei Minuten schildert das MDR einen anekdotischen Fall einer Mutter deren Baby angeblich in Folge einer Impfung zum Neurodermitispatienten wurde. Heilung brachte eine Homöopathin, die auch zu Wort kommen durfte, um ihre pseudowissenschaftliche Impfskepsis zum Besten zu geben. Fazit: “ Die Mutter hat die Konsequenzen aus der schweren Impferkrankung gezogen. Ihr Kind wird bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung nicht geimpft“

Nebenwirkungen und Impfschäden

Impfkritiker argumentieren, dass es Krankheiten und Spätfolgen gäbe, die als Nebenwirkungen von Impfungen gesehen werden können. Die als Spätfolgen von Impfungen aufgeführten Auswirkungen reichen von Allergien, Asthma oder Autismus bis hin zu Kriminalität, HIV, Trisomie 21 und dem plötzlichen Kindstod.

Angeführt wird, dass Zulassungsstudien von Impfungen aufgrund ihrer beschränkten Größe nur einen Bruchteil dieser schweren Nebenwirkungen erfassen könnten und so Nebenwirkungen, die seltener als 1:500 auftreten, nicht ermittelt würden. Kritisiert wird auch, dass das Meldesystem des Infektionsschutzgesetzes nicht in der Lage sei, das tatsächliche Ausmaß der Impfkomplikationen in Deutschland zu erfassen. In Folge dessen wird das Verhältnis von erwartetem und tatsächlichem Nutzen von Impfungen gegenüber möglichen Schäden in Zweifel gezogen.

Ebenso wie andere Medikamente müssen Impfstoffe vor ihrer Einführung ein komplexes Zulassungsverfahren durchlaufen. Für diese Zulassung müssen vom Hersteller unterschiedliche Studien vorgelegt werden, welche die Wirksamkeit und Verträglichkeit belegen. Zur Zulassung des Rotavirusimpfstoffs z.B. waren dies Untersuchungen mit über 70.000 Studienteilnehmern, eine Größe, die auch eine Abschätzung von selteneren Impffolgen erlaubt. Nach Einführung einer Impfung wird die Zulassung alle fünf Jahre überprüft unter Einbeziehung der aktuellen Datenlage, wie unabhängigen Folgestudien von Universitätskliniken und anderen Forschungseinrichtungen oder Meldungen von Nebenwirkungen an die Gesundheitsbehörden.

Ein wichtiges Instrument ist hierbei das nationale Meldesystem für Impfkomplikationen, um recht zeitnahe Ermittlungen von möglichen Nebenwirkungen zu erreichen. Hierzu untersucht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) jeden einzelnen gemeldeten Fall auf einen eventuellen Kausalzusammenhang und klassifiziert entsprechend. Generell ist bei der großen Anzahl ausgebrachter Impfstoffen durchaus zu erwarten, dass es hin und wieder zu einer zeitlichen Nähe von Todes- und/oder Krankheitsfällen kommt. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine zeitliche Korrelation, bei der nur sehr selten ein kausaler Zusammenhang besteht. Eine Meldung sagt aus diesem Grund erst einmal nichts über einen eventuellen tatsächlichen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und gesundheitlicher Schädigung aus.So führt beispielsweise eine von vornherein negative Einstellung zu Impfungen zum Aufkommen von Symptomen bzw. zu einer stärkeren Wahrnehmung von Unverträglichkeiten, dem so genannten Nocebo-Effekt. Dies führt wiederum zu einer erhöhten Bereitschaft, entsprechende Beschwerden zu melden. Auch Kinder können durch eine impfkritische Haltung der Eltern beeinflusst werden, bzw. eine derartige Haltung der Eltern führt zu einer sensibleren Wahrnehmung und entsprechend häufigeren Meldung von Unverträglichkeiten durch die Eltern.[11] Die konkreten Zusammenhänge zwischen Impfung und potenzieller Komplikation werden dabei erst in dafür angelegten Studien überprüft.

Im Jahr 2004 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 1.237 (im folgenden Jahr 1.393) Verdachtsfälle von Impfkomplikationen gemeldet. Davon wurden 414 (517) als Fälle mit einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung, 30 (34) Fälle mit bleibendem Schaden und 35 (23) als Todesfälle klassifiziert. Nach Evaluation der Daten konnte jedoch nur bei bei 6% (8%) der Fälle ein Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikation als „wahrscheinlich“ und bei 0,4% (0,6%) als „gesichert“ geschlussfolgert werden. Bei den 65 (53) schwerwiegenden Fällen (Tod und Langzeitfolgen) konnte nach Evaluation kein Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikation gefunden werden. In Deutschland werden jährlich ca. 30-50 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt kommen dabei laut RKI 2,6 Verdachtsfälle auf 100.000 in Deutschland in Verkehr gebrachte Impfstoffdosen (0,0026%). Die beobachtete tatsächliche Impfkomplikationsrate steht somit also im Gegensatz zu den von Impfkritikern vorgebrachten Argumenten. Komplikationen können also wohl auf eine höhere Bereitschaft von Eltern mit einer entsprechenden Voreinstellung zurückgeführt werden, zeitlich nachfolgende Beschwerden stärker wahrzunehmen und der Impfung zuzuordnen.[12]

In Folge des beschriebenen Verfahrens wurden immer wieder Impfstoffe vom Markt zurückgezogen, bei denen Teilaspekte beanstandet wurden, beispielsweise der Sechsfachimpfstoff Hexavac auf Grund von Zweifeln an der Langzeitwirkung der Hepatitis B-Komponente.[13] Gleichzeitig entkräfteten aber auch viele Studien Aussagen zu möglichen Impffolgen (z.B. Allergien, Asthma, Autismus, etc.)[14][15][16][17]. Auch epidemiologische Vergleiche zeigen hier interessante Einsichten, beispielsweise nahmen Allergien erst nach der „Wende“ in der Bevölkerung der ehemaligen DDR, in der Impfpflicht bestand, signifikant zu – zeitgleich mit einem Rückgang der durchgeführten Schutzimpfungen. Solche neueren Ergebnisse werden allerdings oftmals von Impfgegnern ignoriert … ZUM GANZEN ARTIKEL

Säuglinge sind von atopischer Dermatitis (Neurodermitis) besonders betroffen

Impfen – der sicherste Schutz vor schweren Infektionskrankheiten

5 Gedanken zu “Gemeingefährlich: MDR warnt vor Impfungen!

  1. Einmal mehr wird ein einzelner Fall hochgespielt, indem anhand dieses Beispiels die Wirksamkeit der pseudowissenschaftlichen „Medizin“ und die angebliche Gefährlichkeit von Impfungen bewiesen werden soll. Die im Video vorgestellte Mutter riskiert jetzt, dass ihr Kind ein leichtes Opfer von Krankheiten wie Masern, Pocken, Mumps, Röteln, Grippe, Kinderlähmung usw. wird, die nachweislich mit entsprechenden Impfungen vermieden oder im Verlauf gemildert werden können. Es bleibt zu hoffen, dass bei diesem Kind die meisten Impfungen bereits vorgenommen worden sind.

    Es wird auch gar nicht bestritten, dass stets auch ein Impfrisiko besteht. Um ein Vielfaches größer ist jedoch das Risiko, wenn eine Impfung unterbleibt und man sich mit den Folgen einer Krankheit konfrontiert sieht, deren Verlauf mit einer vorangegangenen Impfung hätte verhindert werden können. Somit wiegen die Vorteile einer Impfung die erheblich geringeren Impfrisiken allein aufgrund eines statistischen Vergleichs auf.

    Es ist eine Tatsache, dass sich schlechte Nachrichten immer besser verbreiten als seriöse Informationen. Als bekannt wurde, dass der englische Arzt Dr. Andrew Wakefield 1998 auf die Gefährlichkeit des Impfstoffes MMR (ein Kombi-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln) hinwies, haben in der Folge einige Eltern die Impfung ihrer Kinder mit MMR verweigert. Inzwischen wurde diesem Arzt jedoch die Zulassung entzogen, weil sich herausgestellt hat, dass er mit unlauteren Mitteln zu negativen Ergebnissen gelangt ist. Niemand hat sich daran gestört, dass die Ergebnisse von Dr. Wakefield gerade einmal auf der Untersuchung von 12 Kindern basierten und entsprechend Vorsicht angeraten gewesen wäre. Als Folge hat u.a. der Süden von Wales im Frühjahr 2013 eine Masern-Epidemie bis dahin ungeahnten Ausmaßes gesehen. Dabei hat sich der Masern-Virus nicht darauf beschränkt, Kinder zu befallen, er hat sich auch erwachsene Opfer gesucht, mit erheblichen Folgen für die betroffenen Erwachsenen.

    Dass eine öffentlich-rechtliche TV-Anstalt wie der MDR der Beweisführung einer Homöopathin folgt, ist ein riesengroßer Skandal. Es ist schlichtweg verantwortungslos wie der MDR sich als Advokat der Pseudowissenschaft Homöopathie aufspielt. Einem solchen Sender sollte man wegen Gemeingefährlichkeit die Sendelizenz entziehen !

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  2. .
    ich halte diesem beitrag des mdr für unüberlegtes und verantwortungsloses anspruchsdumping. bemerkenswert allerdings, dass dieser beitrag im blog besagter homöopathin angela söldner auftaucht. zum einem aus ihrem eigenen youtubekanal – siehe copyright und zum anderen im kontext ihrer angebotenen leistung einen verstoß gegen das
    heilmittelwerbegesetz §11 darstellt.

    Heilmittelwerbegesetz § 11

    (1) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden
    1.
    mit Gutachten, Zeugnissen, wissenschaftlichen oder fachlichen Veröffentlichungen sowie mit Hinweisen darauf,
    2.
    mit Angaben, daß das Arzneimittel, das Verfahren, die Behandlung, der Gegenstand oder das andere Mittel ärztlich, zahnärztlich, tierärztlich oder anderweitig fachlich empfohlen oder geprüft ist oder angewendet wird, 3.
    mit der Wiedergabe von Krankengeschichten sowie mit Hinweisen darauf,
    4.
    mit der bildlichen Darstellung von Personen in der Berufskleidung oder bei der Ausübung der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels,
    5.
    mit der bildlichen Darstellung
    a)
    von Veränderungen des menschlichen Körpers oder seiner Teile durch Krankheiten, Leiden oder Körperschäden,
    b)
    der Wirkung eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung, eines Gegenstandes oder eines anderen Mittels durch vergleichende Darstellung des Körperzustandes oder des Aussehens vor und nach der Anwendung,
    c)
    des Wirkungsvorganges eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung, eines Gegenstandes oder eines anderen Mittels am menschlichen Körper oder an seinen Teilen,
    6.
    mit fremd- oder fachsprachlichen Bezeichnungen, soweit sie nicht in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch eingegangen sind,
    7.
    mit einer Werbeaussage, die geeignet ist, Angstgefühle hervorzurufen oder auszunutzen,
    8.
    durch Werbevorträge, mit denen ein Feilbieten oder eine Entgegennahme von Anschriften verbunden ist,
    9.
    mit Veröffentlichungen, deren Werbezweck mißverständlich oder nicht deutlich erkennbar ist,
    10.
    mit Veröffentlichungen, die dazu anleiten, bestimmte Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden beim Menschen selbst zu erkennen und mit den in der Werbung bezeichneten Arzneimitteln, Gegenständen, Verfahren, Behandlungen oder anderen Mitteln zu behandeln, sowie mit entsprechenden Anleitungen in audiovisuellen Medien,
    11.
    mit Äußerungen Dritter, insbesondere mit Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, oder mit Hinweisen auf solche Äußerungen,
    12.
    mit Werbemaßnahmen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Kinder unter 14 Jahren richten,
    13.
    mit Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, deren Ergebnis vom Zufall abhängig ist,
    14.
    durch die Abgabe von Mustern oder Proben von Arzneimitteln oder durch Gutscheine dafür,
    15.
    durch die nicht verlangte Abgabe von Mustern oder Proben von anderen Mitteln oder Gegenständen oder durch Gutscheine dafür.
    Für Medizinprodukte gilt Satz 1 Nr. 6 bis 9, 11 und 12 entsprechend.
    (2) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel zur Anwendung bei Menschen nicht mit Angaben geworben werden, die nahe legen, dass die Wirkung des Arzneimittels einem anderen Arzneimittel oder einer anderen Behandlung entspricht oder überlegen ist.

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  3. …. weiterhin stelle ich mir ganz ehrlich die frage, zu welchem zeitpunkt besagte frau „doktor“ ihr erworbenes wissen über bord gekippt hat. über die irrlehre der homöopathie wurde hier im blog schon hinreichend, kompetent und sachlich (so sachlich wie man gegenüber homöopathen heute noch sein kann) geschrieben, klar geschildert um welche marktanteile bis hin zu homöopathischen allmachtsphantasien es hier geht.
    wassercluster weisen sehr kurze molekülbindungen auf, wechseln ihren „partner“ schneller als manch promi der unterhaltungsbranche. humorig könnte man meinen, die einzelnen wassermoleküle treibens weit wilder als die karnickel in der frühlingssonne. die molekülbindung hält gerade mal, stark schwankend, 12 pikosekunden – also unglaubliche 12 x 0,000000000001 sekunden. mir erschließt sich hierbei also nicht, an welcher stelle hahnemann hier irgendwelche imaginären „substanzinformationen“ hinterlegen wollte – durch rituelles schütteln, verdünnen und auf lederkissen schlagend sicher nicht.
    homöopathen haben es in zwei jahrhunderten nicht vermocht einen wissenschaftlichen wirknachweis zu erbringen, aus geschäftsinteresse aber gerade in den letzten jahren unglaublich viele studien, welche die wirksamkeit der homöopathie belegen sollten, generiert. das hier sogar am wissenschaftlichen studiendesign manipuliert wurde scheint dem journalisten dieses beitrages ebendso schnuppe wie die gesundheit von kindern – hauptsache einen beitrag abgedreht, kohle eingesackt und ab in die nächste schenke zum pseudointellektuellen schwafel-schwurbel-treff.
    der mdr hat hier lediglich mit gebührengeldern einen imagefilm für ein absurdes glaubensgebilde produziert, mit der gefahr, dass hierdurch die durchimpfungsrate in deutschland weiter sinkt und somit der nährboden für epidemien bereitet wird – das ist medial proklamierte asozialität. gerade kinder brauchen verlässliche eltern, sind diese doch IHRE lebensversicherung und wenn eltern derartigen quacksalbern aufsitzen ….. – gute nacht deutschland.
    um meinem frust hierzu ein weiteres bild zu geben – der pudernäsigen moderatorin möchte doch bitte jemand ein physikbuch um die ohren hauen – eine derart hingebungsvolle anmoderation zu diesem schandbeitrag sehe ich als talentlose, sich kameraräkelnde prostitution zur befriedigung niederer mediengeilheit. gleichwohl entschuldige ich dieses bild, in der hoffnung, das hinter diesem hübschen gesicht mehr hirnmasse steckt als die je ein pantoffeltierchen aufweisen kann.
    gerne hätte ich hier ein *frustende* gesetzt – allein diese dauernde notwendige auseinandersetzung mit dieser thematik hält mich davon ab.
    ps.: elke – ich würde mir am textende eine erweiterte link- und quellenliste, ähnlich den beiträgen der gwup, wünschen. sollte doch mal ein journalist des mdr auf lehrpfaden wandeln wollen, könne man diesen somit etwas ebnen. angestrengte kritische auseinandersetzung hierzu scheint dieser spezies ganz offensichtlich nicht immanent zu sein.

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