Verdummte Apotheker verdummen Kunden und umgekehrt!


Jede vierte Apotheke hat Homöopathie-Schwerpunkt

Homöopathie ist das Schwerpunktthema in bereits jeder vierten deutschen Apotheke. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller. 200 Apotheker wurden dazu befragt.
23 Prozent von ihnen gaben an, sich in ihrer Offizin schwer­punkt­mäßig mit dem Thema Homöopathie zu befassen. 90 Prozent erklärten zudem, die Nachfrage nach homöopathischen Mitteln sei in den vergangenen zehn Jahren gestiegen.

94 Prozent der Teilnehmer mit Schwerpunktapotheken gaben an, mehrmals täglich von Kunden nach homöopathischen Medikamenten gefragt zu werden. 96 Prozent von ihnen sagten, die entsprechenden Kunden hätten einen intensiven Beratungsbedarf. Auch 70 Prozent der Apotheker ohne homöopathischen Schwerpunkt erklärten, sie würden mehrmals täglich von Kunden nach homöopathischen Präparaten gefragt.

Über die Wirksamkeit homöopathischer Mittel gehen die Meinungen seit jeher auseinander. In wissenschaftlichen Studien konnte sie bislang nicht nachgewiesen werden, oft ist hier von einem Placebo-Effekt die Rede. Ein Großteil der deutschen Apotheker scheint jedoch lieber auf eigene Erfahrungswerte zu setzen. In der GfK-Studie erklärten 77 Prozent der Teilnehmer, sie hielten ihre eigenen Erfahrungen mit Homöopathie für wichtiger als Studien zum Thema.

Viele Pharmazeuten bedauern zudem, in ihrer Ausbildung nicht mehr zum Thema Homöopathie gelernt zu haben. 81 Prozent der Befragten bemängelten, das Thema sei in ihrem Studium nicht ausreichend vorgekommen. 75 Prozent sind deshalb an Fortbildungen zu Homöopathie interessiert. 84 Prozent der Befragten hatten schon entsprechende Veranstaltungen besucht. (ah)

Zur Aufklärung:

Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte?

Pharmazie un(der)covered!

7 Gedanken zu “Verdummte Apotheker verdummen Kunden und umgekehrt!

    • Dass ein Teil ausschließlich monetäre Interessen verfolgt, steht außer Frage. Man glaube aber deswegen nicht, dass es in der Branche keine Überzeugungstäter gäbe, wie auch bei Ärzten. Bildung schützt vor Quacksalberei nicht, das ist längst bekannt und wenn es um die eigene, persönliche Erfahrung geht (Apotheker und Ärzte sind schließlich auch Patienten), ist die Anfälligkeit wahrscheinlich am größten.

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  1. Diesen Blogbeitrag habe ich pe E-Mail an meinen Apotheker übermittelt. Das sollten Sie auch tun !

    Übrigens: Die für mich am nächsten liegende Apotheke wirbt bereits am Eingang großflächig für Schüssler Salze. Ich meide deshalb dieses Geschäft und habe etwas weiter entfernt einen Apotheker gefunden, der zwar diesen Bockmist auf Verlangen auch verkauft, aber zumindest mit mir die Ansicht teilt, dass Schüssler Salze, Bachblüten und Homöopathika unwirksames Zeugs ist. Solange diese Mittelchen privat bezahlt werden müssen, sollen doch die Leute ihr Geld dafür ausgeben. Soviel ich weiß übernimmt derzeit nur die Techniker Krankenkasse die Kosten für homöopathische Globuli. Nicht aus medizinischer Überzeugung, sondern weil sie auf diese Weise Mitglieder werben will. Für mich wäre das ein Grund, die Mitgliedschaft bei der TK zu kündigen. Ich möchte doch nicht für die Dämlichkeit homöopathiegläubiger Mitglieder mitbezahlen.

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  2. @ Fiona

    Wie Du meinem Kommentar entnehmen kannst, habe ich mich zuvor umgehört, wie die von mir ausgesuchten Apotheken das Thema Homöopathie bewerten. Ich habe seinerzeit aber auch meinen Hausarzt gewechselt, weil er mir auf Befragen gestand, dass er zwar nichts von der HP halte, aber wenn er das Zeugs nicht verschreibe, dann täte das eben ein Kollege. Es ist offenbar auch ein monetäres Problem für Apotheken und für Ärzte. Es stellt sich diesbezüglich die Frage, weshalb diese Profis denn ihre Kundschaft nicht aufklären ? In persönlichen Gesprächen habe ich schließlich auch schon mehrere Leute aus meinem Umfeld davon überzeugen können, dass an der HP rein gar nichts dran ist.

    Irgendetwas muss offenbar bei der Ausbildung in den medizinischen Berufen total schief laufen ! Sind denn an den Unis die Professoren alle unfähig ?

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  3. Homöopathie ist ein Reagenz für Bildung. Wer die Kügele nimmt hat ein Defizit an kritischem Denken und ist für jedweden Humbug anfällig.
    Nach der Logik des zwanghaften Hahnemann würde ein Schluck Leitungswasser vor allen Krankheiten der Welt schützen, weil es in Kontakt mit allem möglichen Schrott war und nun so gereinigt ist, dass eine Potenzierung im Bereich D- XXL vorliegt. Es ist eine Tragik-komische Peinlichkeit der saturierten Mittelschicht.
    Es lohnt ja nicht, sich über den Quatsch länger Gedanken zu machen. Es ist viel interessanter sich mit den Anwendern zu unterhalten. Die führen vor was kognitive Dissonanz bewirkt: Der Arzt, der sich aus welchen privaten Gründen auch immer mal zur Homöopathie hinreißen ließ (vielleicht weil seine Angebetete die grünen Ärzte viel attraktiver fand?) verliert seine Kritikfähigkeit. Weshalb? Nun, der einst informierte rationale und gebildete Mediziner verbiegt seine Kognition ( seinen Erkenntnisapparat) bis er mit seiner unsinnigen homöopathischen „Therapie“ nicht mehr in Dissonanz steht.

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    • Dieser Wertung von Dr. Offenraus kann man sich nur vorbehaltslos anschließen. Wie schon bei anderer Gelegenheit angesprochen, muss diesbezüglich an den Universitäten (weltweit !?) ein grandioses Ausbildungsdefizit bestehen. Weshalb z.B. der Hartmannbund hier nicht eingreift und für Klarstellung sorgt, bleibt für mich unerklärlich. Es schadet doch dem Ärztestand insgesamt, wenn einer längst als abwegig erkannten Pseudowissenschaft nicht entgegen gewirkt wird.

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