Bachblüten-Scharlatanerie – „Depression nach drei Wochen geheilt“ und vom Alkoholismus befreit!


Christian Reinboth aus den Scienceblogs, bzw. der Kinderdoc, haben eine ganz brisante Quacksalberei entdeckt, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Diesmal geht es um Bachblüten. Ähnlich der Homöopathie werden hier medizinisch unwirksame Blütenessenzen angeboten, die auf den Briten Dr. Edward Bach zurückgehen. Er fertigte exakt 38 Wässerchen zum Einnehmen an, die gegen jegliche emotionale Missstimmung und Angst helfen sollten. Zur Herstellung nutzte er Blüten und Pflanzenteile aus seinem persönlichen Wohnumfeld. Die Blüten legte er in Quellwasser ein und ließ sie  mindestens drei Stunden von der Sonne bescheinen. Die Pflanzenteile kochte er in Wasser. Die spirituelle Energie der Pflanzen sollte damit in das Quellwasser übergegangen sein und dieses versetzte er 1:1 mit Brandy (Alkohol 40%). Diese Ur- oder Muttertinktur mischte er im Verhältnis 1: 240 Tropfen wiederum mit Brandy und füllte das Ganze in kleine Fläschchen ab. Das sind die sogenannten „stockbottles“. Diese Essenz, bzw. das Konzentrat bekam der Anwender , um sich damit seine Einnahmemischungen selbst herzustellen. Die fertige „Arznei“ sollte  aus zwei Teilen Quellwasser, einem Teil Brandy und 2 Tropfen Konzentrat (aus der Stockbottle) pro 10 ml bestehen.  Es galt davon 6 x 4 Tropfen (oder 4 x 4) täglich zu sich zu nehmen, oder die Tagesration gemischt in einer Flasche Wasser (über den Tag verteilt) zu trinken. Der Alkohol, im Originalfall Brandy, war lediglich zur Konservierung gedacht und wurde in Bezug auf seine Wirkung völlig ignoriert.

Edward Bach starb 1936 im Alter von 50 Jahren an Herzversagen, was natürlich nicht unbedingt für die tolle Wirksamkeit seiner Bachblüten spricht, da er hinter jeder körperlichen Krankheit eine negative Gefühlslage verortete, die er mit seinen Mittelchen zu behandeln glaubte.

Bachblüten sind längst genauso bekannt und verbreitet wie die Homöopathie, sind aber nicht im homöopathischen Arzneimittelbuch (HAB) aufgenommen, gehören damit auch nicht zu den „Besonderen Therapierichtungen“ und somit fallen sie in Deutschland rein rechtlich nur unter Lebensmittel, wobei man ihnen in Großbritannien sogar den Status „Nahrungsergänzungsmittel“ gönnt.

Das Fundamentalkonzept nach Bach besteht nach wie vor unverändert (nur der Alkoholgehalt in heutigen Stockbottles ist in der Regel wesentlich geringer), Produkte dazu werden von britischen Firmen hergestellt, vertrieben und exportiert. Hierzulande findet man den britischen Import hauptsächlich in Apotheken und für ihn gelten anscheinend andere Gesetze als für Nachahmermittelchen, die es mittlerweile auch uferlos gibt und die absolut frei verkäuflich sind.

Der Alkoholgehalt der heutigen original Bachblütenkonzentrate liegt in der Regel bei 27 % und wird in den Apotheken auch ausgewiesen. Ein weiterer Vermerk, dass das Zeug deswegen für Babys, Kleinkinder und trockene Alkoholiker ungeeignet ist, versteht sich von selbst. Da damit ein lukrativer Marktanteil wegfällt, gibt es auch Nachahmer, die auf andere Konservierungsstoffe setzen und statt Alkohol Obstessig, Zitronensäure, „Himalaya Salz“ und Weiteres verwenden. Was genau zur Anwendung kommt, erfährt man aber eigentlich immer nur dann, wenn auch diese Wässerchen über Apotheken verkauft werden. Ansonsten liest man meist „ohne Alkohol“ und Schluss. Fehlt jeglicher Hinweis, muss davon ausgegangen werden, dass Alkohol enthalten ist.

Ob nun mit oder ohne Alkohol, die Quacksalberware will ja zu bestimmten Zwecken verkauft werden und soll bloß nicht als Flachmann oder reines Lebensmittel verkannt werden, denn dafür gäbe es auch keine Nachfrage.  Hier wird es nun ganz schwierig, denn im Heilmittelwerbegesetz steht unter anderem:

§ 3
Unzulässig ist eine irreführende Werbung. Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor,
1.   wenn Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die sie nicht haben,

2.   wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, daß
a)   ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann,

b)   bei bestimmungsgemäßem oder längerem Gebrauch keine schädlichen Wirkungen eintreten,

c)   die Werbung nicht zu Zwecken des Wettbewerbs veranstaltet wird,

3.   wenn unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben
a)   über die Zusammensetzung oder Beschaffenheit von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Gegenständen oder anderen Mitteln oder über die Art und Weise der Verfahren oder Behandlungen oder

b)   über die Person, Vorbildung, Befähigung oder Erfolge des Herstellers, Erfinders oder der für sie tätigen oder tätig gewesenen Personen gemacht werden.

§ 3a
Unzulässig ist eine Werbung für Arzneimittel, die der Pflicht zur Zulassung unterliegen und die nicht nach den arzneimittelrechtlichen Vorschriften zugelassen sind oder als zugelassen gelten. Satz 1 findet auch Anwendung, wenn sich die Werbung auf Anwendungsgebiete oder Darreichungsformen bezieht, die nicht von der Zulassung erfasst sind.

Dann gibt es auch noch die Health-Claims-Verordnung und dort liest man folgendes:

Artikel 4 III der Health-Claims-Verordnung regelt bereits ein ungünstiges Nährwertprofil: So dürfen Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent keine gesundheitsbezogenen Angaben tragen. Zudem sind bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent nur nährwertbezogene Angaben zulässig, die sich auf einen geringen Alkoholgehalt oder eine Reduzierung des Alkoholgehalts oder eine Reduzierung des Brennwerts beziehen. Hinweis: Laut Erwägungsgrund 13 der Verordnung sind die in der Nahrungsergänzungsmittelrichtlinie definierten Nahrungsergänzungsmittel, die die in flüssiger Form dargereicht werden und mehr als 1,2 % vol. Alkohl enthalten, nicht von diesem Totalverbot betroffen.

Apotheken scheinen sich dazu wirklich Gedanken gemacht zu haben, nicht zuletzt, weil es aufgrund eines Streitfalls auch noch ein relativ neues OLG Gerichtsurteil gibt, welches noch mehr Verwirrung stiftet. Somit veröffentlichen Apotheken unter ihren Bachblüten-Angeboten jetzt:

Die Bachblüten Therapie ist eine alternative von der Schulmedizin nicht anerkannte Methode. Alle Informationen hier werden nach bestem Wissen gegeben, sind weder Diagnosen noch Therapie Vorschläge. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung und richten sich an einen speziell informierten Verbraucherkreis. Das OLG München (OLG U 4189/11) stellt aufgrund eigener Sachkunde der Mitglieder des Senats fest, dass diese Verbraucher wissen, dass es sich bei Bachblütenprodukten um Lebensmittel handelt und nicht um Heilmittel, welche einen arzneilichen Zweck verfolgen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die aus der Verwendung unserer Angaben entstehen. Bei Erkrankungen fragen Sie bitte einen Arzt. Hier nachzulesende Kundenmeinungen sind subjektiv und nicht zu verallgemeinern.

Nun aber wieder zurück zum speziellen Fall, der im scienceblog „Frischer Wind“ thematisiert wurde. Es geht um einen „großen“ Bachblüten-Verkäufer im Internet, der bei google Suche auf den ersten Plätzen erscheint und der viel, viel mehr als 38 Essenzen zu bieten hat. Darunter eben eine für Kinder, die emotionale Wunden nach einem Missbrauch heilen soll. Dieser Artikel ist nun auf der Webseite verschwunden, bei Christian Reinboth finden sich jedoch alle wichtigen Details in Form von Screenshots.

Mit dem Wegfall dieses einen Produkts hat sich die Kritik an der Seite aber noch lange nicht erledigt. Der Verkäufer gibt an Psychologe zu sein, wohnt in Belgien und ein Bachblüten-Zertifikat (reicht, um es sich in die Toilette zu hängen) besitzt er natürlich auch. Der Internet-shop ist keine Apotheke, es gibt weder Haftungsausschlüsse noch Hinweise auf die Gesetzeslage wie bei den Apotheken, dafür gibt es aber um so mehr Angaben zu einer angeblich therapeutischen Wirkung mit folgendem Vermerk zu allen angebotenen Mitteln:

Erste Ergebnisse zeigen sich schon nach wenigen Tagen. Optimale Erfolge erzielen Sie mit 3 Monaten Behandlung.

Wohl gemerkt, BEHANDELT werden sollen unter vielem anderen auch: Autismus bei Kindern (Die Gefahr einer Depression zu verringern), Depression bei Jugendlichen (Selbstmordgedanken aus dem Kopf zu verbannen), Schreibabys, Manisch-depressive Erkrankung (Weniger impulsiv und überlegter zu reagieren. Ruhiger zu werden und weniger Aggression zu haben. Realitätssinn aufzubringen. Die depressiven Gefühle zu verringern), Alkoholismus, Borderline (Sich gemäßigt zu verhalten. Die Ruhe zu bewahren und weniger explosiv zu sein. Seine Wut zu beherrschen. Das Selbstvertrauen zu stärken. Ausgeglichener zu sein. Keine destruktiven Gedanken zu haben.) und Magersucht (Ein positiveres Selbstbild zu entwickeln. Den sozialen Erwartungen zu widerstehen. Schuldgefühle zu beseitigen. Ängste zu besiegen. Weniger perfektionistisch zu sein. Das Selbstwertgefühl zu erhöhen. Sich selbst zu akzeptieren.)
Desweiteren erfährt man:

  1. Bachblüten sind flüssige Extrakte aus Pflanzen, die Ihr Leben psychisch und physisch wieder ins Gleichgewicht bringen.

  2. All unsere Kombinationen wurden aus dem originalen Bachblüten erstellt, die vom Bachblütenzentrum aus England und nach dem Prinzipien von Dr. Edward Bach hergestellt werden.

  3. Bachblüten sind Tropfen und keine Pillen. Die optimale Dosierung liegt bei 6 x 4 Tropfen am Tag, direkt auf die Zunge gegeben oder in einem Glas Wasser aufgelöst.

  4. Bachblüten sind völlig natürlich und es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

  5. Die von uns angebotenen Bachblütenmischungen enthalten einen minimalen Anteil an Alkohol und sind daher auch nicht schädlich für Kinder und schwangere Frauen. Die Bachblüten von Apotheken können bis zu 40% Alkohol enthalten und werden für den Einsatz bei Kindern und schwangeren Frauen nicht empfohlen.

  6. Wie lange dauert es, bis man durch Bachblüten Erfolge verzeichnen kann? Es hängt von der Persönlichkeit ab, doch allgemein werden sich die ersten Erfolge nach ein paar Tagen oder Wochen einstellen.

Zu 1.) Täuschung über Beschaffenheit und Wirkung, siehe HWG § 3 und UWG §3 Abs.3 Anlage (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) 18. die unwahre Angabe, eine Ware oder Dienstleistung könne Krankheiten, Funktionsstörungen oder Missbildungen heilen.

Zu 2.) :

Der Besitz und der Erwerb von englischen Bachblüten

Jedem ist es gestattet, Bachblüten, Bachblüten-Globuli, Blütenmittel und verwandte Essenzen zu kaufen, zu besitzen und bei sich in eigener Verantwortung oder zur Selbsterfahrung anzuwenden. Selbstverständlich ist auch der Import für eigene Anwendungszwecke erlaubt. Nicht erlaubt ist es, ohne entsprechende rechtliche Befugnisse Bachblüten zu Heilungszwecken anderen weiterzugeben. Insbesondere auch Anwendungsmischungen anzufertigen.

Der Herr verkauft auch noch ausschließlich selbst angefertigte Mischungen und keine Konzentrate wie die Apotheken. Dafür verlangt er jedoch noch viel mehr Geld.

Zu 4.) Der Satz ist irreführend, da Alkohol enthalten ist und es keinen Hinweis auf die genaue Bezeichnung des verwendeten Alkohols und eine exakte Prozentangabe dazu gibt.

Zu 5.) Eine derartige Empfehlung von Alkohol, egal wie wenig, geht für Babys, Kleinkinder, Schwangere und ehemalige Alkoholiker  gar nicht. Die Angabe „bis zu 40% bei Apothekenware“ ist völlig irreführend, da das heute ganz große Ausnahmen sein müssen ( in der Regel 27%) und er zudem Äpfel mit Birnen vergleicht. Die Konzentrate aus den Apotheken zum Selbstverdünnen ( gelten trotzdem als ungeeignet für Kinder & Co) und seine fertigen Einnahmemischungen.  Die Selbstverdünnungen enthalten dann weit weniger Alkohol und in einem ähnlichen Bereich dürfte auch seine Ware liegen, denn laut Angabe soll sie für einen Monat reichen und so lange sollte sie auch halten.  Ich schätze unter 10 % Alkoholanteil gibt es keine entsprechende Konservierung, lasse mich aber gerne belehren!

Zu 6.) Das sind klare Erfolgsversprechen.

Nochmal zusammengefasst:

Gesundheitswerbung

Für die Zulässigkeit der Gesundheitswerbung gelten ganz besonders strenge Maßstäbe. Im Hinblick auf eine irreführende Wirkung wird bei Gesundheitsprodukten – dazu gehören Lebensmittel jeglicher Art, Kosmetika, Medizinprodukte, Arzneimittel – strenger geurteilt als bei „normalen“ Konsumgütern, vor allem was die Klarheit, die Eindeutigkeit und die Wahrheit der Werbung und die wissenschaftliche Absicherung der Fakten anbelangt. Werbeangaben auf dem Gebiet des Gesundheitswesens müssen, um die Allgemeinheit vor Schäden zu schützen, in jedem Fall gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Aber selbst bei wissenschaftlicher Richtigkeit ist die Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben nicht immer zulässig.

Die Gesundheitswerbung unterfällt nicht nur dem UWG, sondern es befinden sich hierzu auch Regelungen in folgenden Gesetzen:
– Arzneimittelgesetz (AMG), insbesondere § 8 AMG
– Heilmittelwerbegesetz (HWG), insbesondere §§ 3, 6 und 11 HWG
– Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), insbesondere §§ 11, 12 LFGB
– Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (Verordnung EG Nr. 1924/2006).

Krankheitsbezogene Werbung für Lebensmittel gegenüber dem Laienpublikum ist grundsätzlich verboten, vgl. § 12 Abs. 1 Nr. 1 LFGB. D. h., es darf nicht damit geworben werden, dass ein bestimmtes Lebensmittel Eigenschaften hat, die der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit dienen. Es darf nicht einmal der entsprechende Eindruck entstehen. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist. Grund hierfür ist, dass die Furcht vor Krankheiten nicht zu Werbezwecken für Lebensmittel instrumentalisiert werden und der Verbraucher nicht im Vertrauen auf die Wirkung des Lebensmittels davon abgehalten werden soll, rechtzeitig zum Arzt zu gehen. Gegen Krankheiten sollen also – zumindest in der Werbung – nicht Lebensmittel eingesetzt werden, sondern Arzneimittel, Medizinprodukte und geeignete Verfahren und Behandlungen.

Allgemeine Hinweise auf die Gesundheit oder gesundheitsfördernde Eigenschaften von Lebens- oder Genussmitteln ohne jeglichen Bezug auf eine Krankheit sind dagegen zulässig. Das gilt insbesondere dann, wenn die Werbung ausschließlich den in der Erhaltung oder Kräftigung der Gesundheit liegenden Wert des Lebensmittels herausstellt.

Die Abgrenzung ist allerdings häufig sehr schwierig, zumal von der Rechtsprechung konkretere Hinweise auf die Gesundheit selbst dann als irreführend angesehen wurden, wenn deren Eignung in vielen Fällen erwiesen oder wissenschaftlich festgestellt ist. Solche Aussagen berücksichtigen nämlich nicht, dass die Wirkung bei jedem Verbraucher völlig unterschiedlich ist, z. B. wegen dessen individueller körperlicher Konstitution.

Es ist insbesondere verboten,
– mit heilender oder krankheitslindernder Wirkung zu werben,
– „Erfahrungsberichte“, „Empfehlungen“ oder sog. „Testimonials“ zu verwenden, z. B., indem man einen weißbekittelten Professor die gesundheitsbezogene Aussage treffen lässt oder eine Mutter, die über die Superwirkung berichtet: „Mein Cholesterin ist deutlich runtergegangen“,
– Autoritätspersonen gesundheitsbezogene Aussagen treffen zu lassen, z. B. ein Zahnarzt bzw. Arzt empfiehlt die Verwendung einer bestimmten Margarine.

Als zulässig wurde z. B. angesehen
– „bringt neuen Schwung in Ihren Alltag“
– „sorgt für gesundes und jugendliches Aussehen“.

Und dann werfen wir noch einen Blick auf ein paar Erfahrungsberichte aus der Bachblütenseite:

Erfahrungsbericht zu Depression:

Depression nach drei Wochen geheilt
(4/5)Johnny , 32 Jahre
Lieber Tom,

Wenn du wüsstest, welche Pillen ich schon alles geschluckt habe, und wieviel Ärzte ich schon konsultiert habe, du würdest mir nie glauben! Ich nehme jetzt seit drei Wochen die Bachblütenmischung gegen Depression, und ich bin schon ein ganz anderer Mensch. Es ist unvorstellbar, was diese Tropfen tun. Ich gehe wieder aus dem Haus, ich habe wieder Lust, Dinge zu unternehmen, bin wieder guter Laune und meine Frau sagt, dass sie einen “anderen” Mann hat!!!

Ich habe vor, mal zu meinem Arzt zu gehen und es ihm zu sagen. So viele Menschen könnten so leicht geholfen werden, und dies auf eine Weise, die viel billiger und viel natürlicher ist.

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Ein Erfahrungsbericht zu Depression bei Jugendlichen:

Dank der Bachblüten-Tropfen bin ich noch da!
(4/5)Evy , 22 Jahre
Hallo Tom,

Dank deiner Tropfen gegen Depression bei Jugendlichenschreibe ich dir jetzt mal eine Mail. Vielleicht weißt du nicht mehr, wer ich bin, aber ich bin Evy, die Person, die dir gemailt hatte in Bezug auf die Probleme zu Hause und in der Schule. Erinnerst du dich noch?

Als ich dir diese E-Mail schickte, war ich wirklich sehr niedergeschlagen. Ich wusste nicht mehr weiter, und erwog schon, Selbstmord zu verüben. Ich hatte sogar schon entschieden, wie ich es machen würde. Ich denke, falls du nicht so schnell reagiert hättest und ich den darauffolgenden Tag die Tropfen gegen Depression nicht schon bekommen hätte, dann hätte ich wahrscheinlich Blödsinn gemacht.

Es war wirklich spektakulär, was ich empfund, als ich anfing, die Tropfen zu nehmen. Es war, als ob die dunklen Wolken verschwunden, und die Sonne zurückkam. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Jetzt stelle ich mir die Frage, weshalb ich in diesem Moment so depressiv war. Auf jeden Fall leide ich jetzt nicht mehr an Niedergeschlagenheit, oder einem ‘down’ Gefühl.

Es ist noch nicht alles eitel Sonnenschein zu Hause, aber ich lasse dies mich nicht mehr demoralisieren. Ich habe sogar vor, bald eine eigene Wohnung zu suchen. Dann werden all diese Streiterei und die Spannungen, die ständig im Haus anwesend sind, mich nicht mehr stören.

In der Schule geht es etwas besser; der Lehrer, der mich ständig ärgerte, wurde in eine andere Abteilung versetzt. Demzufolge geht es besser, und ich denke, dass ich das Schuljahr gut abschließen werden kann.

Ich nehme auf jeden Fall die Bachblütenmischung “Depression bei Jugendlichen” weiter. Ich fühle mich wohl dabei und möchte am liebsten nicht wieder depressiv werden. Ich bin auch froh, dass die Bachblüten nicht süchtig machen, denn ich habe früher schon etwas anderes genommen, und davon wurde ich ein richtiger Zombie.

Ich werde jetzt aufhören, ich schicke dir morgen noch eine Mail, denn ich hätte noch eine Frage über postnatale Depression. Eine meiner Freundinnen hat zur Zeit nämlich sehr darunter zu leiden.

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Aus einem Erfahrungsbericht zu Alkoholismus:

Nun kann ich Ihnen mit großer Freude mitteilen, dass ich trocken bin – und glücklich, und zwar schon seit dem 12. März 2013 (ich habe noch nicht mal das 3. Fläschchen angefangen).

Ein riesengroßes Dankeschön für Ihre Hilfe und Tausendmal Hochachtung an diesen Herrn E. Bach.

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Erfahrungsbericht zu Magersucht:

Positive Ergebnisse mit Bachblüten
(5/5)Barbara, 52 Jahre
Hallo Tom,

Unsere Ellen ist auf dem richtigen Weg.

Sie ritzt sich nicht mehr und isst wieder. Ich seh es an ihrer Kleidung, sie passt ihr viel besser.

Ihre Stimmung hat sich auch geändert, sie redet mehr und ist fröhlicher. Ich bin froh, dass alles vorbei ist weil ich Angst hatte sie zu verlieren. Zum Glück wirkten die Bachblüten sehr schnell und sie hat sich schon nach wenigen Wochen verändert.

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Aus einem Erfahrungsbericht zu Borderline:

Ich muss zugeben, dass sich meine Meinung über Alternativmedizin nun geändert hat, also zu Bachblüten, da diese mein Leben und meine Beziehung stark verbessert haben!

Über die rechtliche  Situation zu Bachblüten und Tieren gäbe es auch noch einiges zu sagen, hier ist er ja ebenfalls aktiv. Ich meine jedoch, dass das Aufgeführte reicht, um rein menschlich gesehen eine arglistige Täuschungsabsicht festzumachen, selbst wenn es juristisch nicht haltbar sein sollte, was ein Jurist beurteilen müsste. Möglicherweise sind hier Aspekte zu berücksichtigen, die sich auf die belgische Gesetzeslage beziehen. Für mich ist die Seite jedenfalls eine der schlimmsten, die ich je gesehen habe, wenn es um Scharlatanerie geht und das sagt auch schon einiges.

(Screenshots sind zu allen Zitaten aus dieser Seite vorhanden und der Link dorthin findet sich im angesprochenen Scienceblog)

Der Wahnsinn: Homöopathie gegen Krebs und Bach-Blüten bei Kindesmissbrauch

10 Gedanken zu “Bachblüten-Scharlatanerie – „Depression nach drei Wochen geheilt“ und vom Alkoholismus befreit!

  1. Aus Kommentar Nr. 16 im ScienceBlogs-Artikel findet man auich das Ergebnis einer kurzen Google-Bildsuche bei Verwendung der euphorischen Anwenderstimmen:

    Carmen, 27 Jahre verwendet ein Bild von Dr. Anna List
    Yvette 45 verwendet ein Bild von Marie-Claude Barrette
    Barbera 52 — Angela Olinto
    Johan 41 — Ken Maher
    Patricia 34 taucht bei http://www.newswala.com häufiger aud.
    Eva 28 -Christa Rust
    Grob geschätzt die Hälfte der Profilbilder finden sich auch an anderen Stellen des Internets.

    Die Berichte scheinen also nicht so ganz echt zu sein (… wofür auch spricht, dass sie in mehreren Sprachen verfasst wurden – wer macht das schon????), obwohl die Anwender natürlich immer auf ihre Voodoomedizin schwören …

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    • Das wundert mich gar nicht!

      Die Seite hat webdesignerPUBLI4U gemacht, vielleicht kann man da Kommentare und Fotos auch gleich mitkaufen 😉

      So viele Erfolgsgeschichten, kein Bericht unter 4 Sterne, kommentieren kann man auch nicht und die vielen Likes bei Facebook kann man sich auch kaufen …

      Da muss man schon sehr bescheuert sein, wenn man meint, das sei alles echt.

      Die meisten Quack-Seiten setzen auf Erfahrungsberichte obwohl es illegal ist, denn außer ihrer „Erfahrungswissenschaft“ haben sie ja nichts. Trotz guter Gesetzeslage kommen auch entsprechende Anzeigen nicht zur Geltung und hier liegt das Hauptproblem.

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  2. Schade, dass Bachblüten nicht an Bächen wachsen, sonst bräuchte ich nur ein paar Schritte gehen, um mich mit diesen Blüten zu versorgen. Ich bedaure jedoch die vielen Menschen, die zur Apotheke laufen müssen, um sich mit Bachblüten zu versorgen. Ich bedaure diese Leute allerdings nur deshalb, weil sie offenbar so bekloppt sind, dass sie an die noch niemals bewiesene Heilwirkung dieser Bach’schen Blüten glauben. Den Weg in die Apotheke hätten sie sich nämlich glatt ersparen können.

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  3. naja aber selbst wenn, wenn die Menschen dran glauben und es ihnen hilft, lasst ihnen doch den Spass. Pharmaka sind weder besser noch schlecht im direkten Vergleich, oder? Dann doch lieber so…

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    • @ Peter,
      irgendwie kann ich Dir jetzt nicht ganz folgen. Du bist der Auffassung, man solle allen Ernstes an Medizin glauben? Also mir ist da das Wissen und das Verstehen über das was ich mir da einwerfe doch noch wichtiger. Mal abgesehen davon, die Fürsorge um seine Gesundheit würde ich jetzt nicht unbedingt als Spass verstehen.

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      • irgendwer, vorzugsweise der Arzt oder Wissenschaftler, sollte WISSEN, dass ein Medikament oder eine Therapie wirksam ist, über den Placebo-Effekt hinaus. Der Patient sollte aber auch noch zusätzlich daran GLAUBEN, um die maximale Wirkung zu haben

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    • @ Peter

      Deine medizinischen Erkenntnisse sind sehr beeindruckend. Im negativen Sinne, versteht sich. Das betrifft aber auch dein Spaßverständnis. Das Dumme an deinem Spaß: Ich kann beim besten Willen nicht darüber lachen.

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    • Das LG Bielefeld hat entschieden, dass die Bewerbung von Bach-Blütenprodukten mit Aussagen wie “wird gerne in emotional aufregenden Situationen, z.B. im Job verwendet” oder “können uns unterstützen, emotionalen Herausforderungen zu begegnen“ nicht zulässig ist.
      Es handele sich dabei um gesundheitsbezogene Angaben, weil zum Ausdruck gebracht werde, dass ein Zusammenhang zwischen einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile einerseits und der Gesundheit andererseits bestehe.
      Einen wissenschaftlichen Nachweis für die beschriebenen Wirkungen gebe es jedoch nicht.“

      http://blog.gwup.net/2014/02/07/bach-bluten-vor-gericht-kein-wirknachweis/

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  4. @ Peter:

    Wer ein neues Medikament auf den Markt bringen will, muss ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Dieses Verfahren besteht jedenfalls nicht, wer nicht nachweisen kann, dass es besser als Placebo wirkt. Und mehr noch: er muss nachweisen, dass es
    1. besser wirkt als jedes auf dem Markt befindliche Medikament oder
    2. besser als Placebo wirkt und geringere unerwünschte Nebenwirkungen hat, als jedes auf dem Markt befindliche Medikament. Deine flapsige Bemerkung, es sei ja doch alles gleich gut, geht an der Realität vorbei.

    Dass in den Zulassungsverfahren mitunter gemauschelt wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn, wie Dr. Ben Goldacre einmal treffend bemerkte: Mängel im Flugzeugbau beweisen nicht die Existenz fliegender Teppiche.

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