Rund 40 Prozent der Hoteliers und Gastronomen stehen auf Esoterik


Jetzt ist es anscheinend auch schon so weit, dass man sich vor einem Gastronomiebesuch oder einer Hotelbuchung nach deren spirituell-esoterischer Ausrichtung erkundigen muss, um keine belästigende Überraschung zu erleben oder eben gar nicht bereit ist dort auch noch sein Geld hinzutragen!

Rosenquarz und Horoskop

Von Christoph Aichele,
aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2013/2 vom 12. Januar 2013

Spirituelles erobert die Hotellerie. Schon jetzt gehört die Wasserkaraffe mit Edelstein-Einlage zum gewohnten Bild, wird mit Kraftorten im Garten geworben, gibt es Horoskope in der Hotelzeitung und Duftlämpchen, wird vor Baumaßnahmen der Wünschelrutengänger konsultiert oder analog zu den Mondphasen gekocht. Ganz zu schweigen von den Prozeduren im Wellnessbereich – von A wie Aura Soma bis Z wie Zen. Rund 40 Prozent der Hoteliers und Gastronomen finden Esoterik gut, haben sogar ihr Konzept darauf abgestimmt, so das Ergebnis einer AHGZ.de-Umfrage.

Doch die Lehren und Praktiken haben Tücken. Denn Esoterik ist nicht jedermanns Sache, rationales Denken herrscht weithin vor. Bei jenen Gästen mögen zwar die Duftlämpchen gerade noch durchgehen, aber schon beim Horoskop klingeln die Alarmglocken. Und Kraftorte sind sowieso ein Hirngespinst.

Was also tun als esoterisch-bewegter Gastgeber? Zurück zum nüchternen Business-as-usual? Wohl kaum. Doch sollten Hoteliers und Gastronomen genau prüfen, wie sie ihr Haus inszenieren wollen – und allzu gewöhnungsbedürftige Rituale und Accessoires aus dem Programm nehmen. Oder eben voll aufs Paranormale setzen.

11 Gedanken zu “Rund 40 Prozent der Hoteliers und Gastronomen stehen auf Esoterik

  1. Für mich steht fest, dass ich ein Hotel, in welchem esoterischer Bullshit gepflegt wird unverzüglich verlassen würde. Ich würde mich auch nicht scheuen, dies der Geschäftsleitung ungeschminkt zur Kenntnis zu bringen. Ich boykottiere darüber hinaus alle Publikationen (Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Bücher usw.) mit esoterischen Inhalten.

    Aber wen wundert’s noch, denn selbst unsere öffentlich-rechtlichen TV-und Rundfunk-Anstalten pflegen den esoterischen Schwachsinn. So findet man sowohl auf diversen Hompepages als auch im Videotext des ZDF auf den Seiten 580 bis 586 die bekloppten, volksverdummenden Horoskope von noé-astro (Winfried Noé, Deutschlands bekanntestem „Star“-Astrologen !!! Noé ist übrigens auch an Astro-TV beteiligt ). Derselbe Noé dem der Ex-ARD-Fernseh-Pfaffe Jürgen Fliege die Frau abspenstig gemacht hat. Seitdem sind die beiden ehemaligen Freunde Noé und Fliege nicht mehr gut aufeinander zu sprechen. Dass der gehörnte Winfried dieses Ereignis nicht schon zuvor aus den Sternen gelesen hat, verwundert allerdings nur noch echt esoterikhörige Dummköpfe.

    Auf Anfrage teilte mir übrigens seinerzeit der frühere ZDF-Intendant Markus Schächter mit, dass die ZDF-Horoskope doch nur der Unterhaltung dienten und von niemandem ernst genommen würden. Dass er sich in dieser Annahme gewaltig täuscht, hat der ehemalige ZDF-Intendant allerdings nicht kapiert, denn die Pseudo-Wissenschaft Astrologie ist gewissermaßen die Einstiegsdroge für noch weitaus problematischere Esoterik-Disziplinen. Es beginnt mit scheinbar harmlosen Horoskopen und endet irgendwann bei einer Partner-Rückführungs-Magierin oder einer Vermittlerin von Engels- und Jenseitskontakten. Oder noch schlimmer: Bei einem Aura-Chirurgen oder einem betrügerischen Geistheiler. Somit tragen die öffentlich-rechtlichen Anstalten dazu bei, dass kriminelle Esoterik-Verkäufer ungestört die weitgehend uninformierten Esoterik-Gläubigen beliebig abzocken können. Dass wir im angeblich aufgeklärten 21. Jahrhundert leben, ist offenbar eine Falschmeldung, denn der esoterische Schwachsinn hat offenbar auch in unserer Zeit nach wie vor Hochkonujunktur.

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  2. Mal abgesehen vom Esoterikquark: Jedem Feinschmecker graut vor Duftlämpchen, denn einen Großteil des Geschmackserlebnisses vermittelt die Nase.
    An der A8 gibt es ein Feng Shui-Autobahn-Rasthaus (Gruibingen – nur zur Warnung), da wird einem ganz schlecht vor Engelchen, Steinchen und ähnlichem Mist. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Deprimierend.

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  3. Die nachstehende E-Mail habe ich heute an die Gemeinde Gruibingen versandt:

    Auf Ihrer Homepage fehlt eine Warnung auf den esoterischen Schwachsinn, der seitens der Betreiber der Autobahn-Raststätte Gruibingen zelebriert wird. Da es für eine Autofahrt von Stuttgart nach München keine akzeptable Umfahrung gibt, gilt an dieser Stelle eben: Augen zu und eiligst durch, bevor einem die volksverdummende Esoterik die Sicht und den Geist vollends vernebelt. Übrigens: Feng Shui ist keine anerkannte Wissenschaft, wie es die Betreiber dieser Raststätte darstellen. Das ist nichts anderes als hochprozentiger, volksverdummender, esoterischer Schwachsinn. Das gleiche gilt übrigens auch für die Rutengängerei. Deren Unwirksamkeit wurde mehrfach von seriösen Wissenschaftern nachgewiesen. Diese Wahrheit ist bisher in der Gemeinde Gruibingen offenbar noch nicht angekommen !!!
    Siehe auch: http://www.Ratgebernewsblog2.wordpress.com

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  4. Die vorstehende E-Mail ging auch an Frau Smetana, Pfarrerin der evang. Kirche in Gruibingen. Die E-Mail-Adresse des katholischen Pfarrers konnte ich leider nicht ermitteln.

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  5. Vorsicht Satire ! Gefunden in http://www.sheng-fui.de

    Vom richtigen Umgang mit Toilettenpapier.

    Veröffentlicht in: Aktuell, Hygiene|24. August 2007.

    Die Toilettenpapierindustrie hat es als die technologische Innovation des letzten Jahrhunderts gepriesen: die Perforation des oftmals mehrlagigen Hygienproduktes. Dazu wird nach dem Prägen der Papiere mit einer Lochstanze eine Perforation angebracht, welche das Abreißen der Blätter erleichtern soll.

    Aus Sheng-Fui-Sicht ist das Abreißen von Toilettenpapier an der Perforation unbedingt zu vermeiden!

    Beim Papier handelt es sich trotz der mechanischen Verarbeitungsschritte und chemischen Bleiche immer noch um ein Naturprodukt, dessen Molekülstruktur in einer natürlichen, unsortierten Anordnung vorhanden ist.

    Zerreißt man das Papier an einer vom Menschen künstlich geschaffenen und maschinell vorgegebenen geraden Linie, läuft dies der natürlichen Form zuwider. Die Natur kennt schließlich auch keine geraden Linien.

    Durch das händische Zerreißen des Toilettenpapiers zwischen den vorgezeichneten Abrisslinien bleibt hingegen die natürliche Struktur erhalten. Dieser Methode ist daher eindeutig der Vorzug zu geben. (Zitatende)

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