Pro-Kinderrechte – gegen Beschneidung!


Fragen und Antworten zur Knabenbeschneidung

Vorbemerkung: Heiße Eisen sollten mit kühlem Kopf behandelt werden. Die Knabenbeschneidung ist zweifellos ein solches „heißes Eisen“. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die öffentliche Debatte so erregt geführt wurde. Beschneidungsbefürworter unterstellten Beschneidungsgegnern antisemitische/antimuslimische Motive, diese wiederum warfen beschneidungswilligen Eltern vor, lieblos zu sein und die Qualen ihrer Kinder zu ignorieren.

Wir sind überzeugt, dass eine solche Form der Auseinandersetzung kontraproduktiv ist, denn sie verstellt den Blick auf die wahren Motive beider Gruppen und erschwert die Suche nach vernünftigen Lösungen. Bei einem komplexen Thema wie der Knabenbeschneidung sollten nicht Unterstellungen, sondern rationale Argumente den Ausschlag geben. Leider aber ist das Wissen über die tatsächlichen Folgen der Vorhautbeschneidung nur wenig verbreitet. Wüssten Eltern über diese Konsequenzen Bescheid, müsste man über ein Beschneidungsverbot wohl gar nicht mehr diskutieren, da die meisten Mütter und Väter von sich aus den Gedanken verwerfen würden, ihre Kinder beschneiden zu lassen. Mit anderen Worten: Das Hauptproblem der gegenwärtigen Debatte liegt in der fehlenden Aufklärung über das Thema bzw. in der gezielten Desinformation der Eltern. Dem möchten wir mit der folgenden Auflistung zentraler Fragen und Antworten entgegenwirken.

1. Welche Gründe sprechen gegen die medizinisch nicht indizierte Knabenbeschneidung?

2. Ist die Vorhautbeschneidung nicht bloß eine Bagatelle – vergleichbar mit dem Stechen von Ohrringen?

3. Ist eine Beschneidung im Säuglingsalter weniger traumatisch als eine spätere Beschneidung?

4. Ist die Vorhaut nicht ähnlich überflüssig wie die Mandeln oder der Blinddarm? Kann man nicht problemlos auf sie verzichten?

5. Ist eine Vorhautbeschneidung aus hygienischer Sicht sinnvoll? Kann sie Krankheiten verhindern?

6. Welche Komplikationen können bei der Vorhautbeschneidung auftreten?

7. Kann die männliche Zwangsbeschneidung mit der weiblichen Genitalbeschneidung verglichen werden?

8. Wenn die Beschneidung dem Kindeswohl eher schadet als nutzt, warum wird der Eingriff in den USA noch immer routinemäßig durchgeführt?

9. Warum äußern sich so wenige beschnittene Männer über die negativen Folgen der Beschneidung und weshalb lassen sie es so häufig zu, dass ihre eigenen Söhne beschnitten werden?

10. Würde ein Verbot der Knabenbeschneidung die Eltern nicht in unzulässiger Weise entmündigen?

11. Wäre ein Beschneidungsverbot mit einem Eingriff in die Religionsfreiheit verbunden?

12. Ist es nicht problematisch, dass die Beschneidungsdebatte ausgerechnet auf deutschem Boden geführt wird?

13. Würde ein offizielles Verbot der rituellen Knabenbeschneidung nicht zwangsläufig zu einem Anstieg gefährlicher illegaler Beschneidungen führen?

14. Ist die Debatte um die Beschneidung nicht Ausdruck eines „aggressiven Säkularismus“, der die Rechte religiöser Minderheiten missachtet? Beweist nicht gerade das Engagement der Giordano-Bruno-Stiftung, dass es hier gar nicht um Kinderrechte geht, sondern um einen fundamentalistischen Kampf gegen die Religion?


Die Diskussion um die Rechtmäßigkeit der Beschneidung kleiner Jungen reißt nicht ab: Wer verteidigt die Religion und wer die Kinder? Wie weit geht das Elternrecht? Steht die Religion über dem Gesetz?
Zur Diskussionssendung „log-in“ im ZDFinfo

Berufsverband der Kinderärzte spricht von Skandal

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sprach nach der Ethikratssitzung von einem Skandal. „Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit haben bei der heutigen Entscheidung offenbar keine Rolle gespielt“, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann. Das erst im Januar in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz schütze muslimische und jüdische Kinder nicht. „Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit ist offenbar zweitrangig. Das ist ein Skandal“, sagte Hartmann weiter.“

Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel zur religiös motivierten früh-kindlichen Knabenbeschneidung – Strafrechtliche und rechtsprinzipielle Probleme

Dokumente der Plenarsitzung des Ethikrates am 23. August 2012

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4 Gedanken zu “Pro-Kinderrechte – gegen Beschneidung!

  1. Wenn es ein Gesetz zur Legalisierung der Beschneidung geben sollte, dürfte das ein Fall für das Bundesverfassungsgericht werden. Ich meine: Körperliche Unversehrtheit hat Vorrang vor einer religiotischen Tradition, deren Sinn und Zweck für vernunftbegabte ohnehin Menschen nicht nachzuvollziehen ist. Die Religiotie hat ohnehin das Weltgeschehen über zu lange Zeit hinweg bestimmt. Es wird Zeit, dass die Aufklärung sich endlich durchsetzt.

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  2. Hallo Erna,
    Ihre, für meinen Geschmack, rassistischen Äußerungen, habe ich gelöscht.

    Es gibt eben nur ein einziges Menschenrecht: das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn sich alle daran halten würden (von „Beschneidung“ über „Mund zukleben“ bis „Kinderausbeutung“)…
    Und zum Angriff Israels („Juden“) auf den Iran („Arier“):
    Wann werde ich endlich in einer intelligenten Welt leben können ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistisch-faschistisch-hypersozial-hypermedial-politisch-juristisch-wissenschaftlichen Blödsinn überall?
    Geht lieber Karotten und Bäume pflanzen!

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  3. Wann werde ich endlich in einer intelligenten Welt (IQ > 200) leben können ohne diesen jahrtausendealten messianisch-beschnittenen-traumatisierten Terror überall, d.h. ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistisch-faschistisch-nationalsozialistisch-hypersozial-hypermedial-politisch-juristisch-pseudowissenschaftlichen Schwachsinn überall?

    Wenn also ein heutiger Körper, der beschnitten und traumatisiert ist, sich immer noch als „Jude“ bezeichnet, so ist er letztlich „selber schuld“, denn:
    Hätte es keine „Juden“ gegeben, so hätte es auch keine „Muslime“ und „Christen“ gegeben; ohne Christen hätte es aber keine Protestanten gegeben, ohne Protestanten (laut Max Weber [!]) aber keine Kapitalisten; ohne Kapitalisten aber keine Marxisten-Kommunisten, ohne Kommunisten aber keine Faschisten und Nationalsozialisten (etc. etc. etc.)…

    Und zum Angriff Israels („Juden“) auf den Iran („Arier“):
    Geht lieber Karotten und Bäume pflanzen, ihr verdammten Idioten überall, die mir tagtäglich meine Welt kaputt machen!

    P.S.: Nur Idioten (von Beschneidern bis Breivik) benutzen körperliche Waffen. Die stärkste Waffe (seit Sigmund Freud, Kastrastionsangst) war schon immer die Sprache… (und das Internet).

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