Harald Lesch zu Akupunktur, Homöopathie und dem Placebo-Effekt


Die Gebetsmühle: “Wer heilt, hat recht”

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8 Gedanken zu “Harald Lesch zu Akupunktur, Homöopathie und dem Placebo-Effekt

  1. Die Geschichten mit der Malaria-Prophylaxe mit Globulis habe ich auch schon in einem Internet-Forum gelesen.
    Die dort postende Mutter war furchtbar stolz, das die Tochter ihren Afrika-Urlaub ohne Malaria überstanden hat. Russisch Roulette mit der eigenen Tochter!
    Wer soweit drin steckt akzeptiert keine rationellen Argumente mehr, schon allein weil man dann plötzlich der eigenen Verantwortung gegenüber steht.

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    • Bemerkenswert an der von Harald Lesch präsentierten Fallgeschichte war ja vor allem, dass eine ÄRZTIN die homöopathische Malaria-Prophylaxe machte – und starb – Wolf Haas: „… weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen …“:

      „Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.“

      Wolf Haas, „Das ewige Leben“, Seite 84

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      • … und was haben anthroposophische Ärzte „im zweiten Bildungsweg gemacht“?

        Sie haben beispielsweise „gelernt“, warum man nicht gegen Masern impfen soll. Ich habe einen „Schulmediziner“ zum folgenden Zitat von Rudolf Steiner gefragt, seine Antwort: „Du erwartest doch nicht, dass ich dazu etwas sage?!“ (im Klartext: das ist totaler Humbug)

        Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

        „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

        Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

        Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

        Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

        Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff

        Auszug aus dem Artikel „Drei Gründe für die Waldorfschule“, http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

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  2. “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    (…) Prof. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, forderte im Sommer 2010: „Man sollte den [Kranken-] Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“. Sein Argument: „Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie.“ Patienten wird durch die Kostenübernahme eine Wirksamkeit vorgetäuscht, wo keine ist: Die Homöopathie ist längst als pseudowissenschaftliches Konzept entlarvt, von dem sich nichtsdestotrotz eine milliardenschwere Industrie ernährt.

    (…) Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken.

    Das typische anthroposophische Heilmittel ist oft homöopathischen oder pflanzenheilkundlichen Charakters und wird mit einem überdeutlichen Hinweis auf das „Sanfte“ – da „Natürliche“ und „Ganzheitliche“ – vermarktet (…)“

    zum Artikel von Martin Ballaschk, Biologe: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/

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    • Meine Mutter ist bei der Techniker Krankenkasse und Pflegebedürftig. Bei dort notwendigen Zahlungen hält sich die TK gerne mal dezent zurück.
      Ich hatte mir überlegt beim meinem letzten KK-Wechsel zur TK zu gehen. Das Gesamtbild was die TK abliefert müsste eigentlich jeden Techniker (eigentlich die Basisklientel von denen?…) abschrecken. Mich hat es jedenfalls abgeschreckt.
      Techniker sehen das nämlich so: http://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2012/03/25/die-meinungsfreiheit-im-alternativ-bruckenbau-und-medizin/

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      • @ Jemseneier

        Am 12.12.2011 war in http://www.brightsblog.wordpress.com der folgende Blogbeitrag zu lesen: (Zitat)

        Techniker Krankenkasse: Ab 01.01.2012 werden Esoterik und Parawissenschaft bezahlt

        Die Techniker Krankenkasse (TK) will ab dem 1. Januar 2012 auch die Kosten für Medikamente aus dem alternativmedizinischen Bereich übernehmen, die nicht verschreibungs- aber apothekenpflichtig sind. Dazu gehören Arzneimittel der Homöopathie, der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der Anthroposophie. Die gesetzliche TK wäre damit Vorreiter, in Sachen Naturheilkunde, weitere könnten dem Positivbeispiel folgen.

        Naturheilkunde & Naturheilverfahren – Fachportal

        Versicherte können sich Kosten erstatten lassen
        Durch das neue Versorgungsstrukturgesetz haben die Krankenkassen die Möglichkeit, bestimmte Arzneimittel, die nicht verschreibungs- aber apothekenpflichtig sind, als sogenannte Satzungsleistung anzubieten. Die Techniker Krankenkasse hat nach einer Vorstandssitzung entschieden, die Kosten für diese Arzneimittel aus den Bereichen Homöopathie, der Phytotherapie und der Anthroposophie für gesetzlich Krankenversicherte zu übernehmen.

        Dieter F. Märtens, alternierender Vorsitzender des TK-Verwaltungsrates, erklärte: “Mit Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes zu Beginn des kommenden Jahres können die Kassen ihren Versicherten zusätzliche Leistungen anbieten. Die TK möchte diesen Gestaltungsspielraum für ihre Kunden nutzen und sich zugleich im Wettbewerb mit anderen Krankenkassen positionieren.” (Zitatende)

        Der Hintergrund zu dieser neu angebotenen Kassenleistung ist der, dass sich die TK neue zahlende Mitglieder erhofft. Unter dem Strich würde es sich offenbar für die TK lohnen, die Kosten für alternative Medizin zu übernehmen und letztlich aber doch eine Mehreinnahme zu erzielen. Es ist unwahrscheinlich, dass die TK von der Wirkung alternativer Medizin überzeugt ist, somit handelt es sich bei dieser Maßnahme eindeutig um einen kalkulierten Werbegag.

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  3. Wie gut das ich nicht bei der TK bin. Es gibt sicherlich sogenannte Placeboeffekte,wie auch im Video dargestellt. Unser Gehirn lässt sich manchmal leicht beschummeln. Meine Ex- Lebensgefährtin sagte immer……Klar die Homäopatie kann nicht alles, aber der Placeboeffekt bzw. der Glaube daran bewirkt schon sehr viel. Sie glaubt auch daran, das Wasser ein Gedächtnis hat. Allerdings wenn man um den Placeboeffekt weiß kann er folglich ja auch keiner mehr sein, oder? Darauf gab es natürlich keine Antwort mehr. Ich könnte nur noch abkotzen…..

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    • @Bernd:

      Allerdings wenn man um den Placeboeffekt weiß kann er folglich ja auch keiner mehr sein, oder?

      Es kann dann ein neuer Placeboeffekt entstehen:

      Placeboeffekt: Jemand ist überzeugt von der Wirksamkeit von X.
      (X= „Medikament“) wird ersetzt durch (X=Glaube an die Wirksamkeit eines unwirksamen „Medikaments“)

      Auch kann sich die Aussage Deiner Ex-Lebensgefährtin von ihrem Empfinden unterscheiden. Eine Selbstauskunft ist kein verläßliches Messinstrument.

      Placeboeffekte sind vertrackt…

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