Lebensgefährliche Scharlatanerie – Die Opfer der esoterischen Parallelwelt


Ein erschreckender Bericht, der auch deutlich machen sollte, dass dieses Leid jeden treffen kann, der so handelt. Man bedenke immer, ohne Pharma- und Medizinbashing und entsprechende Verschwörungstheorien wäre die gesamte Pseudo- und Alternativheilszene niemals da angekommen, wo sie heute ist. Der Glaube an Wunderheiler und deren Erfolgsversprechen ist ohne Lug und Trug gar nicht möglich und dazu gehört an erster Stelle die direkte oder indirekte Verunglimpfung des Medizinbetriebs und natürlich auch die Aufwertung der eigenen Branche. Allein der Begriff „Alternativmedizin“ ist eine Frechheit, denn wäre es Medizin, dann hieße es auch so. Alles, was nachweislich wirkt, ist Medizin und Unwirksames ist keine Alternative, sondern Scharlatanerie.

Es hilft auch niemandem weiter immer damit zu kontern, dass die Pharma/Medizin so viele Tote zu verzeichnen hat und dass Pfusch in dem Bereich zur Tagesordnung gehört.  Das verhält sich so, als wenn man äußern würde, dass man zweimal in der Auto-Werkstatt gewesen sei und der Schaden nicht behoben oder gar verschlimmert wurde und man deswegen in Zukunft den Gärtner das Auto reparieren lassen würde. Da man zumindest in Deutschland mit Autos anscheinend besser umgeht als mit dem eigenen Körper, würde jeder sofort den Kopf schütteln und einwerfen, dass man sich nach einer guten Werkstatt erkundigen solle und dass es Qualitätssicherung geben müsse, die den Verbraucher schützt und dass jede öffentliche negative Bewertung eines schlechten Betriebes dazu auch einen Beitrag leisten könne.

Das sind die feinen aber relevanten Unterschiede und ohne die nachhaltige Manipulation der „Alternativen“ würde sich der gesunde Menschenverstand bei der eigenen Gesundheit nicht anders verhalten als beim eigenen Wagen. Ohne die indoktrinierte irrationale Angst vor der bösen „Schulmedizin“, die immerhin im Verhältnis zur massenhaften Anwendung viel mehr nachweislich Gutes als Schlechtes bewirkt, würde sich niemand dem „Russischen Roulette“ der Wunderheiler aussetzen, dem medizinisch geholfen werden könnte.

Und zu guter Letzt, wäre der Scharlatanerie-Bereich nicht so nachgefragt und gewinnversprechend, gäbe es auch keine Ärzte, die auf den Zug aufspringen. Mediziner, die in ihrem Bereich arbeiten und zusätzlich Alternativ-Kram anbieten haben für mich persönlich jede Vertrauenswürdigkeit verloren, denn einerseits verlassen sie aus monetären Gründen  wissenschaftliche Ansprüche und andererseits tragen sie dazu bei, dass Scharlatanerie eine gleichwertige Alternative zur Medizin sei.

Danke an Jemseneier für den Tipp 😉

Dschungel der Wunderheiler

Von Albrecht, Bernhard

Diagnose Brusttumor. Gibt es da eine Alternative zu OP und Chemotherapie? Eine Patientin aus Zürich wechselt, irregeleitet von falschen Versprechen, vier Jahre lang von einem Kurpfuscher zum anderen. Die Geschichte einer Odyssee.

An einem Montag vor dreieinhalb Jahren kroch Renate Mulofwa(*) das erste Mal zu Kreuze. „Ich schaffe es nicht mehr“, sagte sie zur Gynäkologin Angela Kuck und entblößte ihre Brust. „So was Schlimmes haben Sie bestimmt noch nie gesehen!“ Vor Scham brach sie in Tränen aus.

Drei Tage zuvor war der sie behandelnde Naturarzt vor Schreck zurückgesprungen, als ihm das Blut im Strahl entgegenschoss. Die Geschwulst war groß wie eine Grapefruit und beulte sich hervor, als wollte sie aus der Brust springen. Der Tumor hatte die Haut zerfressen; was von ihr übriggeblieben war, bezeichnet Mulofwa als „Gletscherlandschaft“.

Renate Mulofwa war damals 47 und wusste seit knapp zwei Jahren, dass sie an Brustkrebs litt. Sie hatte sich nie operieren lassen wollen. Eine Frau, die immer zur Mammografie gegangen war, seit sie im Alter von 28 das erste Mal eine Verhärtung ertastet hatte. Eine Frau, die ihre drei Kinder impfen und ihnen Antibiotika verschreiben ließ, wenn sie krank waren. Sie hatte nie etwas gegen die Schulmedizin gehabt.

Bis zu jenem Anruf im Juni 2006, mit dem alles anders wurde. An diesem Tag begann für Renate Mulofwa eine Odyssee durch die wundersame Welt der Alternativmedizin. Vier Jahre lang ist sie diesen Weg gegangen; nur einmal, 2008, hat sie ihn für kurze Zeit verlassen.

WEITER im SPIEGEL

3 Gedanken zu “Lebensgefährliche Scharlatanerie – Die Opfer der esoterischen Parallelwelt

  1. Passt auch gut dazu: „Wieder ein mal eine grausliche Geschichte. Keine neue, eigentlich eine alte. Aber durch den Versuch, Kritiker mundtot zu machen, gewinnt sie erneut an Brisanz.
    Bei der Australierin Penelope Dingle war 2003 Darmkrebs mit guter Überlebenschance diagnostiziert worden aber sie entschied, auch ihre klassische Homöopathin Francine Scrayen zu konsultieren. Diese riet ihr von jedweder medizinischer Behandlung ab: …“
    Esowatchblog

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