Kinder schlagen im Namen Gottes


NDR.de, von Christian Baars und Angelika Henkel

„Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute.“ Das erklärt Wilfried Plock in einem Vortrag. Er berichtet, wie er einmal seine Kinder bestraft habe, nachdem sie Süßigkeiten aus einer fremden Wohnung gestohlen hätten: „Es war klar. Der Sohn bekommt zehn Schläge mit dem Stock auf den Po und die Tochter fünf. Und das haben wir gemacht und das hat beiden wehgetan. Das soll wehtun!“ Der Vortrag war lange Zeit im Internet zu hören, wurde aber jetzt entfernt – nachdem der NDR Wilfried Plock dazu einige Fragen geschickt hatte.
„Praktische Ratschläge“ für die „körperliche Züchtigung“

Plock ist ein christlicher Prediger, Leiter eines Zusammenschlusses von mehr als 200 Gemeinden in Deutschland, der „Konferenz für Gemeindegründung“ (KfG). Er ist oft unterwegs, um Vorträge zu halten, unter anderem zum Thema „Ehe und Familie“. Anfang dieses Jahres war er in Niedersachsen, in Garbsen. Dort ging er zwar nicht auf die Prügelstrafe ein, empfahl aber ein Buch zur Kindererziehung von einem amerikanischen Autor: Tedd Tripp. Auch Tripp rät, Kinder „körperlich zu züchtigen“, also zu schlagen. Sein Buch „Eltern – Hirten der Herzen“ ist laut dem deutschen Verleger mittlerweile vergriffen – zu kaufen sind aber noch CDs und DVDs mit Mitschnitten von Vorträgen, die er in Gemeinden in Deutschland gehalten hat …

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Evangelikale – Züchtigung im Namen des Herren

10 Gedanken zu “Kinder schlagen im Namen Gottes

  1. Ich bin evangelikaler Christ und kenne keinen in meiner Gemeinde, der Prügelstrafe für eine angemessene Form der Kindererziehung hält. Hier werden wieder Pauschalierungen vorgenommen, um Christen, die nicht mit dem Strom schwimmern, in Missruf zu bringen.

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  2. Idioten aller Art sind, im Sinne der Normalverteilung, überall, in allen Gesellschaften anzutreffen. Auch in sogenannten evangelikalen Gemeinden werden wir sicherlich Spinner aller Art finden. Ebenso aber auch in den Medien, bei Anthroposophen, Atheisten, Buddhisten, Esoterikern, Muslimen, Politikern, Katholiken, Protestanten aller Art, Bankern, Psychologen, Ärzten, Betriebswirten, Lehrern,…
    Wer sich umschaut, wird feststellen, dass sich überall seltsame Gestalten finden lassen. 80% aller Mitglieder der eben aufgezählten Gruppen und in allen anderen Untergruppen sind, wenig erstaunlich, ziemlich durchschnittlich, viele sogar ziemlich in Ordnung.
    Wer sich seine Meinung aus Einzelfällen bildet, ist nicht weniger radikalisiert, als es dem Prediger Block vorgeworfen wird.

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  3. Auch ich bin „geliebt“ worden. Ich sage keine verserl, knie nicht auf kirchenbaenken, und hasse die mich auf ihre angeprießene weise „geliebt“ haben noch heute

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  4. Von Herrn Block -ersichtlich unter kfg.org- wurden nach seinem Konzept-viele neue Gemeinden gegründet bzw.schon länger bestehende auf die Liste geschrieben.Diese Gemeinden folgen Gott-im Zweifel- und nicht dem deutschen Staat.
    Dies läßt systematisches Stöckenschlagen zu.
    Unser christlicher Glaube begründet sich auf dem Herrn Jesus Christus.
    ER ist der Anfang und das Ende.Er ist (sollte) der Mittelpunkt und das Haupt.
    Beim Bi belstudium konnte ich nichts finden ,daß der Herr Jesus Christus Kinder geschlagen hätte.Ja er sagte -Laßt die Kinder zu mir kommen,ihrer ist das Himmelreich. Da steht nichts in der Bibel,so z.B.nachdem ich sie geschlagen habe.
    Der deutsche Staat hat das Recht bei jeder Gewaltausübung tätig zu werden–Das ist das dem Kaiser geben. Aber Gottes ist so zu handeln wie unser Herr der das Fundament unseres Glaubens ist in Zeit und Ewigkeit.

    Jesus allein !!!!

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    • Dann hast Du wohl Deine Bibel nicht richtig gelesen!!

      Im Gegenteil! Zucht und Strenge ist durch alle Schriften hindurch oberstes Gebot (Spr 13,24):

      „Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.“

      Die von der Bibel empfohlene Erziehungspraxis ist eine der verhängnisvollsten Quellen unsäglichen Leidens zahlloser Kinder. Die gewalttätige Prügelpädagogik war verantwortlich für die in vielen tief religiösen Familien herrschende freudlose und bedrückende Atmosphäre; sie war Ursache neurotischer Verbiegungen und Verklemmungen.

      Der allseits bekannte Spruch „Prügel haben noch keinem geschadet“ entstammt direkt der biblischen Weisheitensammlung (Spr 23,13): „Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten.“

      Niemand sollte vor der Unversöhnlichkeit des Herrn bewahrt werden (Hebr 12,6): „Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“

      Wie viele prügelnde Väter haben sich die letzten 2.000 Jahre hindurch mit diesem Bibelvers entschuldigt, ja sich geradezu zum Knüppeln berufen gefühlt?

      „Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, und wenn sie ihn züchtigen und er trotzdem nicht auf sie hört, dann sollen Vater und Mutter ihn packen, vor die Ältesten der Stadt und die Torversammlung des Ortes führen und zu den Ältesten der Stadt sagen: Unser Sohn hier ist störrisch und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein Verschwender und Trinker. Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen und er soll sterben. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.“ (3. Mose/Dt 21,18-21)
      „Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.“ (Spr 13,24)

      „Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters, wer auf Zurechtweisung achtet, ist klug.“ (Spr 15,5)

      „Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung ist, doch lass dich nicht hinreissen, ihn zu töten.“(Spr 19,18 )

      „Du schlägst ihn mit dem Stock, bewahrst aber sein Leben vor der Unterwelt.“ (Spr 23,14)

      „Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Verdruss ersparen und deinem Herzen Freude machen.“ (Spr 29,17)

      „Beug ihm den Kopf in Kindestagen; schlag ihn aufs Gesäss, solange er klein ist, sonst wird er störrisch und widerspenstig und du hast Kummer mit ihm.“ (Sirach 30,12)

      http://www.bibelkritik.ch/kirchenkritik/e7.htm

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  5. Ja, ja, liebe(r) Herr oder Frau Opferkuch, das Christentum hat im Laufe der Zeit so gar manche unmenschlichen Gepflogenheiten und Gebräuche erfunden und entwickelt. Ich erwähne nur die blutige Inquistion, die Hexenverbrennungen, brutalste Missionierungskampagnen in Afrika und Südamerika und eben auch die Prügelstrafe für Kinder, obwohl darüber nichts in der Bibel geschrieben steht. Aber auch im Sklavenhandel waren christliche Menschen verstrickt. So trug z.B. das erste englische Sklavenschiff den sinnigen Namen „Jesus“.

    Wenn nun aber ein Mensch unserer Zeit sich zum Christentum bekennt, sanktioniert er letztlich eben auch die in christlichem Namen begangenen Verbrechen, wenn er sich nicht von dieser Gemeinschaft distanziert.

    Ich stelle fest, dass ihr Bekenntnis zu Jesus und zu Gott leider nicht genügt, um sich von dieser christlichen „Erbsünde“ freizusprechen. Hinzu kommt die Tatsache, dass es mehr als nur fragwürdig ist, dass dieser Jesus, von dem man noch nicht mal das tatsächliche Geburtsjahr kennt, der Gottessohn ist. Aber selbst die Existenz eines Gottes ist lediglich eine Annahme und somit noch längst kein Existenzbeweis.

    Fakt ist, dass weltweit rund 4.000 Gottheiten angebetet werden. Wenn man allein noch die unzähligen in Indien angebeteten Gottheiten dazu zählt, verdoppelt sich diese Zahl auf gut und gern 8.000. Es liegt deshalb die Vermutung sehr nahe, dass es weder 8.000 Götter noch einen einzigen Gott gibt. Denken Sie nur mal darüber nach, woher ihr Gottglaube stammen könnte ? Vermutlich von ihren ebenfalls christlich erzogenen Eltern und die wiederum bezogen ihren Gottglauben von deren Eltern. Das aber kann man wirklich nicht als Gottesbeweis werten. Somit beruht ihr Gottglaube auf nichts anderem als einer Selbsttäuschung. Ich meine: Religion entsteht immer dann, wenn das eigenständige, realitätsorientierte Denken lebenslänglich ausgeschaltet wird.

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  6. Korrektur zu meinem Kommentar:

    Im ersten Absatz müsste es richtig heissen:

    „…und eben auch die Prügelstrafe für Kinder, obwohl darüber a n g e b l i ch nichts in der Bibel geschrieben steht.“

    Elke hat ja die entsprechenden Bibelstellen, bei denen körperliche Züchtigungen von Kindern erwähnt werden, übersichtlich aufgelistet. Ich stelle immer wieder fest, dass manche Atheisten die Bibel besser kennen, als die Christen.

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