VIKAS vor Ort – 5. Gesundheits- & Esoterikmesse Sachsen-Anhalt in Dessau vom 1. bis 3. April 2011


Ein netter Bericht, veröffentlicht von den Statt-Schamanen und VIKAS:

Herr Thomas Ganz, Geschäftsinhaber von Sonnenkopp.de hat zur Dessauer Gesundheits- und Esoterikmesse eingeladen und so meldete sich VIKAS, das elektronische Informationssystem der Vogtländischen Informations- und Kontaktstelle destruktive Kulte / Psychogruppen / Esoterik, unter der Themengruppe „Wissen und Bildung“ als potentiell möglicher Standbetreiber an. Leider vergebens, Teilnahme unerwünscht und so einigte man sich im Vorfeld einvernehmlich, auf einen Infostand von VIKAS zu verzichten. Einem sachlichen und kritischen Besuch dieser Messe stand jedoch nichts entgegen.

Esoterikmessen haben grundsätzlich eines gemeinsam, sie dienen der Gewinnmaximierung der Betreiber und Aussteller der jeweiligen Regionen und u.U. darüber hinaus. Das bei angebotenen Verfahren und Produkten hierbei keinerlei Verantwortung gegenüber dem Besucher wahrgenommen wird findet sich in nahezu jedem „Kleingedruckten“ der jeweiligen Anbieter. Hiermit folgt man einer in der Branche bekannten Empfehlung des Dachverbandes für Geistiges Heilen e.V., um möglichen rechtlichen Konsequenzen zu begegnen.

Herr Ganz ist Geschäftsmann und so bat er bereits im Vorfeld seiner Messe, diese nicht zu stören bzw. diese allzu kritisch zu betrachten, bedeutete die Vorbereitung für ihn doch einen enormen Aufwand. Das ihm hierbei das Wohl und Wehe seiner Besucher nicht einmal peripher tangierte, wurde gleich im Eingangsbereich offensichtlich.

„Osho – Das Buch der Geheimnisse“ 

Beinahe plakativ wurde dort das Buch „Osho – Das Buch der Geheimnisse“ mit 112 Meditations-Techniken zur Entdeckung der inneren Wahrheit angeboten. Osho, Shree Rajneesh Bhagwan, gilt als einer der Sektengurus der New Age Bewegung – seine Zentren werden in zahlreichen Ländern sowohl von konfessionellen als auch konfessionslosen Beratungs- und Aufklärungsstellen für Sektenfragen kritisch betrachtet. Nicht aber von Herrn Thomas Ganz – it´s real Business und so lange keiner kritisch schaut wollte man wohl seinen Geschäften nachgehen. VIKAS unterzog diese Messe vorerst nur einer kritischen Betrachtung und nicht jedes Angebot unter den Fokus eines Brennglases.

VIKAS im kritischen Selbstversuch 

Schon bald wurde einem Mitglied von VIKAS offeriert, dass dieses „heilende Hände“ hätte und nur noch etwas Schulung benötigen würde, um künftig als Heiler bzw. Hypnotischer Therapeut zu arbeiten. Die Schulung würde lediglich zwei Tage dauern und ein Zertifikat bzw. Diplom beinhalten, welches man sich dekorativ in seine künftige Praxis hängen könne. Natürlich sind weder die Begriffe Hypnotischer Therapeut noch Diplom oder Zertifikat rechtlich geschützt, Reikidiplome etwa gibt es bei Ebay schon für unter zehn Euro. Natürlich wettern jene, die für ihr eigenes Reikidiplom mehr gezahlt hätten und meinten nun das jenes Ebay-Reiki ja nichts echtes ist. Egal welches Reiki auch immer, es ist und bleibt ein wirkungsloses Angebot Helfersyndromgeplagter Esoteriker.

Figürlich gesehen tragen einige Messeanbieter jede Menge sogenannten Karmas mit sich und die Bezeichnung Wahrsagekugel könnte bei der einen oder anderen Anbieterin eine völlig andere Bedeutung erlangen – das ist zwar anzüglich bzw. anmaßend aber das Panoptikum einer solchen Messe sollte auch hierfür Platz lassen.

Wären die betrügerischen Angebote und deren Folgen für die Konsumenten auf diesem Markt nicht so dramatisch, könnte man es mit einem Augenzwinkern als „Spökenkiekerei“ abtun. Auf der Messe angebotene mediale Vermißtensuche etwa zielt auf eine extreme Notsituation von Menschen, die bereit sind, nach jedem Strohhalm zu greifen. Dabei spielt es keine Rolle , ob sich diese kostenpflichtig, kostenfrei oder gar auf Spendenbasis darstellen. Wie bereits einige Fälle der Vergangenheit zeigten, wurde hiermit die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft derart behindert, dass bereits erlangte wichtige Ermittlungsergebnisse für eine spätere Prozessführung unbrauchbar wurden. Justizia hat hierfür keinen Spielraum und es ist schlicht verantwortungslos, hier als selbsternannter Wahrsager herum zu pfuschen, nur um seine persönlichen Eitelkeiten und Petitessen pflegen zu wollen.

Das Heidiimage unter der sakralen Kuppel der Dessauer Marienkirche bekommt erhebliche Risse – wenn man nur kritisch genug darauf schaut. Dessau ist Kulturlandschaft – nicht aber Nährboden einer unrealistischen trotzigen Subkultur der Esoterik. Die Verantwortung darüber tragen wenige, vom Nutzen profitieren jedoch viele.

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