Bildungsumfrage 2011


Aktuell gibt es eine bundesweite Bildungsumfrage im Internet:

„Nehmen Sie teil an der grossen Bildungsumfrage 2011 und bewegen Sie etwas, damit der Bundesregierung die Meinung der deutschen Bevölkerung überbracht werden kann.“

Die relevanten Fragen sind natürlich zu 99% auf alle zugeschnitten, die unser Bildungswesen kritisieren und die eine Menge gesellschaftliche Probleme daran festmachen, dass Schule nicht funktioniert. Glücklicherweise gibt es jedoch zwei Fragen, die mit einem eigenen Text zu beantworten sind.

Weil ich mich lang mit dem Thema Schule beschäftigt habe und dazu eine ganz eigene Meinung vertrete, hier meine Antworten auf diese Fragen:

Wo gibt es aus Ihrer Sicht heute die größten Probleme im deutschen Bildungswesen?

Gravierende Probleme kommen aus der Familie, die Kinder nur noch als Freunde sieht und damit ihren Erziehungsauftrag vernachlässigt. Kinder haben heute zum großen Teil kein Bewusstsein mehr Probleme zu meistern und etwas tun zu müssen. Es geht nur noch um Rechte ohne Pflichten. Wenig bis gar keine Motivation und ein absoluter Mangel Kritik anzunehmen, Arbeitsverweigerung und Fernbleiben von der Schule, wenn es einem gerade einfällt, dies alles kann von Lehrern nicht mehr ausgebügelt werden. Die Zahl dieser Schüler-Mentalität hat in den letzten Jahren stark zugenommen, auch in Gymnasien und die Leistungen werden trotz verminderter Anforderungen immer schlechter. Gute Schüler bleiben dadurch auch auf der Strecke. Der generelle Anspruch von Eltern, Kinder müssten Abitur machen trägt auch dazu bei, dass sich total überforderte Kinder auf höheren Schulen befinden, die dann irgendwie durchgeboxt werden müssen, weil Eltern darauf bestehen, Lehrern auch teilweise drohen und bei Bedarf mit dem Rechtsanwalt in die Schule kommen.

Das Versagen der Eltern wird in der öffentlichen Debatte auf die Lehrer und Schulen projiziert und das Dilemma wird auch noch von den Kultusministerien unterstützt indem es immer weniger Handhabe gibt Schüler die sich verweigern zu sanktionieren oder aus der höheren Schule auszuschließen. Behörden fordern Lehrer in Gymnasien dazu auf alles zu tun, um auch noch den Dümmsten zum Abitur zu bringen. Da es nun mal Usus geworden ist, dass jedes Kind zum Abitur geprügelt wird, haben wir auch das immense Gefälle zu den Hauptschulen. Dort befinden sich entsprechend nur noch Kinder aus der sozialen Unterschicht und Migranten, was wiederum in dieser Schulform zu speziellen Problemen führt. Somit braucht die gesamte Bildungsdiskussion völlig andere Ansätze, denn so wie es momentan ist, kann die Schule nicht mehr angemessen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Sowohl Hochschulen, als auch Betriebe sind heute schon entsetzt, mit welchen Defiziten Abiturienten bestückt sind und auch hier geht der Buhmann an die Schulen. In den Hauptschulen fehlt die gesunde Mischung von guten sozialisierten Schülern, die letztendlich auch dazu hilft die Unterschichtsschüler mit zu motivieren und anzuspornen. Eltern müssen somit wieder dahin kommen ihre Kinder so zu nehmen wie sie sind, sprich den maximalen Bildungsgrad akzeptieren und sich dabei auf das Urteil der Lehrer verlassen. Nur so kann es in Zukunft wieder qualifizierte Schüler für alle, auch handwerkliche Bereiche geben. Verschiedene Talente kann man nicht ausradieren und wer praktisch veranlagt ist sollte dies auch ausleben, statt überfordert und somit auch unglücklich in eine höhere Schule gepresst zu werden. Hier kann natürlich Politik und Wirtschaft auch einen Beitrag dazu leisten, indem Haupt- und Realschulabschlüsse wieder mehr gewürdigt werden und somit in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung erfahren.

Was funktioniert heute Ihrer Meinung nach besonders gut im deutschen Bildungswesen?

In Bezug auf Bildung und Pädagogik waren Lehrer noch nie so gut ausgebildet wie heute. Jeder Ansatz zur Verbesserung wird heute in Schulen umgesetzt, bzw. ausprobiert. Das dreigliedrige Schulsystem bietet optimale Voraussetzung zur Förderung verschiedenster Talente und mit dem Ausbau von Ganztagesschulen schafft man für jedermann sehr gute Bedingungen.Die Un.zufriedenheit hat gesellschaftliche Gründe: Erziehungsprobleme und die wegfallende Bereitschaft die Grenzen der Bildungsfähigkeit der eigenen Kinder anzuerkennen und statt dessen darauf zu bestehen, dass jedes Kind einen höheren Bildungsabschluss machen können muss, wenn es die Schule richtig macht, hat fatale Folgen für das Bildungssystem, denn dadurch entsteht das totale Chaos, das gleichzeitig die Diskrepanz zwischen Unter- und Überforderung nicht mehr ausgleichen kann und somit niemand mehr optimal gefördert wird. In den Hauptschulen befinden sich heute deswegen nur noch Unterschichtskinder mit sozialen Defiziten und Migranten, die an erster Stelle sozialpädagogische Betreuung und besondere Sprachförderung bräuchten, um überhaupt beschult werden zu können. Hier sind Lehrer restlos überfordert, weil sie dafür auch nicht qualifiziert und zuständig sein können.

2 Gedanken zu “Bildungsumfrage 2011

  1. Ihr Politiker, was habt ihr nur angerichtet! Unser schönes Gemeinwesen wird unerbittlich von globalen Wirtschaftsheuschrecken vernascht. In so einer Welt zählt nur noch das Abitur, da müssen jetzt alle Eltern ihre Kinder hintreiben. Und das, obwohl die Kinder so etwas wie Pflichten und Bemühungen nicht kennen.
    In diesem Schuljahr habe ich schon drei Fälle von nachträglicher Fälschung der zurückgegebenen Klassenarbeit gehabt. Wieviel Druck muss in diesen Kindern sein?
    Die Wunderlösung der Regierung: Ein Gymnasium mit 70% und eine Mittelschule mit 30%. Und alles als „Förderplanschule“. Ich verwette meinen ……, dass in wenigen Jahren die Mittelschule die Restschule geworden ist und alle ein Abiturzeugnis in der Hand haben, das den Wert von Inflationsgeldscheinen hat.

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  2. In den entsprechenden Ministerien begann das Disaster. Fachlich Unfähige und charakterlich unwürdige haben sich in politische Positionen „hoch-geellbogt“. Ihre Daseinsberechtigung musste ja durch irgendwelche „Lebenszeichen“ begründet werden. Das zeigte und zeigt sich bis heute durch ein immer stärker werdendes Hineinregieren und Hineinverwalten in den Intimraum Schule. Damit verbunden war eine ständige Unruhe im gesamten Schul- und Lernbereich. Der gute Lehrer bewies seine Kompetenz nun weniger durch seine Unterrichtsqualität sondern im Durchführen möglichst vieler sogenannter „Projekte“. Diese Krankheit wird von erfahrenen Pädagogen als „Projektitis“ diagnostiziert. Eine zusätzliche Infektion erhielt das Schulwesen durch die von außen importierte „Testitis“. Es begann dazu parallel die Mode, den Lehrerberuf in den Medien lächerlich zu machen. Jeder journalistische Schwachkopf in Presse und Fernsehen konnte es sich ungestraft leisten, über diesen Beruf Pauschalurteile zu fällen. Dazu fällt mir eigentlich nur folgender Satz des griechischen Philosophen Platon ein:
    „Ein Volk, das schlecht von seinen Lehrern redet, ist ein verderbtes Volk“.
    Gleichzeitig begann logischerweise die Massenflucht aus dem schlecht- und totgeredeten Bereich der Hauptschule. Diese Massenumschichtung wurde durch die Bildungspolitik noch durch ein weiteres Herunterschrauben der Anforderungen an weiterführenden Schulen erleichtert und damit verstärkt. Ein Niveauverlust an allen Schulzweigen war die unausweichbare Folge. A. Merkel machte dann das Kraut noch fett, indem sie Bildung zur „Chefsache“ erklärte. Für den erfahrenen Beobachter ein Ablenkungsmanöver hoch drei.

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