„Projekt 1001“ – Sektenerlebnis-Berichte gesucht!


Joachim Huessner, der Autor von „Ein Weg hinters Licht“, plant einen Sammelband mit persönlichen Erlebnissen zu Sekten, bzw. sektenhaften Psychogruppen. Dazu sucht er selbst verfasste Berichte. Eine tolle Idee, denn der Band soll nach Fertigstellung unseren Regierungs-Politikern in Berlin unter die Nase gehalten werden:

Das “Projekt 1001” wurde am 21.1.2011 im SWR1 Hörfunk zum ersten mal öffentlich vorgestellt.

– Nachdem ich auf das Buch und verschiedene Berichte so viele Resonanz bekam, drängte sich dieser Gedanke förmlich auf. Fast täglich erreichen mich Emails oder Briefe von Menschen, die entweder selbst einmal in einer Sekte (oder Gruppe mit sektenähnlichen Strukturen) Mitglied waren, oder gerade dabei sind einen Angehörigen dahin zu verlieren. Die Ohnmacht die ich jedes mal erlebe, wenn mich so eine Nachricht über ein menschliches Schicksal erreicht, lässt sich kaum in Worte fassen. Das Wissen, dass dort wieder eine Familie oder ein Leben aus reiner Profit- und Machtgier zerstört wird, ohne dass man etwas dagegen tun könnte, macht mich dann wirklich wütend. Wut wäre nun natürlich ein schlechter Ratgeber. Aber sie ist allemal ein sehr guter Antrieb um eine Idee zu beflügeln.  Nachdem ich mir die Sache also ein paar Tage lang durch den Kopf gehen ließ, stand das “Projekt 1001” in seinen Eckdaten fest:

Ich sammle 1000 Schicksale und werde daraus ein Buch binden lassen. Tausend Schicksale von euch und mein eigenes machen 1001. Mit dieser Sammlung und einigen Medienvertretern werde ich dann nach Berlin fahren und bei unseren Volksvertretern vorstellig werden.

Ich möchte also jeden, der einen Sektenfall selbst erlebte und an etwas mitarbeiten möchten, das möglicherweise endlich etwas bewirkt, hiermit dazu aufrufen, mir seine Geschichte zu schreiben. Also schreibt sie bitte etwa eine Seite lang und direkt in der Email. – Ja, ich weiß, dass das vielen schwer fallen wird, aber bitte nicht länger. Sonst wird das Buch zu dick. Bitte anonymisiert euch in eurer Mail durch die Verwendung anderer Namen und Orte. Und bitte nicht als Dateianhang. Die werden grundsätzlich nicht geöffnet!

Das ganze dann an die Mailadresse: Ausstieg2008(ä_t)aol.com schicken und schon seid ihr dabei – beim “Projekt 1001”

Namhafte Beratungsstellen wie z.B. Sekten-NRW haben ihre Unterstützung zu dieser Aktion bereits zugesagt. Ich möchte das “Projekt 1001” von Beginn an auf eine so breite Basis wie möglich stellen um sicher zu gehen, dass wir angehört werden und sich endlich jemand dieses Problems ernsthaft annimmt. Aber es kommt jetzt auch auf euch an. Schreibt mir eure Geschichte. Ich weiß, dass das vielen schwer fallen wird. Es kann für den ein oder anderen aber auch befreiend sein. Jedenfalls kann nun jeder etwas beitragen. Die Ausrede: “Ich kann doch sowieso nichts ändern” gilt ab heute nicht mehr. Helft mit es den “Möchtegern Gurus” in der Zukunft schwerer zu machen!

6 Gedanken zu “„Projekt 1001“ – Sektenerlebnis-Berichte gesucht!

  1. Hallo!
    Natürlich kann der Bericht schonmal veröffentlicht worden sein. Es ist nur wichtig, dass er vom Format her passt. Er sollte auf einer A4 Seite stehen, da das Buch bei 1000 Berichten sonst zu dick und unbindbar würde. Das aus deiner Sicht Wichtige und vor allem was es für dein Leben bedeutet hat, sollte im Vordergrund stehen. Die Details sind natürlich für dich persönlich bedeutungsvoll aber für den Zweck, den das Buch erfüllen soll, müssen sie nicht dabei sein. Der Sinn ist aufzurütteln, wach zu machen und den Verantwortlichen bewusst zu machen, dass hier etwas gewaltig schief läuft. Es soll klar machen, dass es hier nicht um Einzelfälle, sondern ein riesiges Problem geht. In der Art dass moderne Gurus hierzulande ein menschenverachtendes Geschäftsmodel unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit betreiben, das anscheinend durch die bestehenden Gesetze nicht ausreichend verhindert werden kann oder nicht verhindert wird.
    Also los – auf geht’s
    Viele Grüße
    J. Huessner

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  2. “Hopmann sieht bei “Waldorfianern” eine Sekte

    Überhaupt sieht er [Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Universität Wien] in den Schriften Steiners ein “Gemengelager aus dem, was im 19. Jahrhundert populär war. Die Lehre ist eine Mischung aus Rassentheorie, Welttheorie, Astraltheorie, Weltuntergang und Atlantis”. Dass die Anhänger von Steiner sagen, dass es ihnen vor allem um das Kind gehe, klinge zwar “freundlich”, gemeint sei damit aber, dass sie das Kind als “Spielfläche für die eigenen Pädagogik” verwenden würden. “Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht”, so Hopmann.

    Wenn man seinem Kind einer Sekte aussetzen wolle und will, dass es nach der Lehre von Steiner unterrichtet wird, dann könne man das aber natürlich machen. “Das ist das Recht der Eltern”. Dass manche Kinder schadenfrei aus der Waldorfschule kommen können, sei nur ein Beweis dafür, dass starke Kinder und ihre Eltern den Schaden ausgleichen können. (…)”

    derStandard.at, LISA AIGNER, 05. Juni 2011, “Mit Schlingenmalen zum Schreiben finden”, http://derstandard.at/1304553480433/derStandardat-Reportage-Mit-Schlingenmalen-zum-Schreiben-finden

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  3. “Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Hopmann: (…) Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist (…)”

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

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  4. mich würde interessieren, ob sich bei dem 1001-Projekt regionale Schwerpunkte herausheben.
    Im D-radio gab´s gerade einen Bericht über Gefahren der Esoterik: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1505308/
    Interessant dabei ist, das alle dort namentlich erwähnten „Gurus“ im Chiemgauer Raum leben, bzw. gelebt haben.
    Das ist auch die Gegend, in der sich zum Teil Jo Huessners Fall passiert ist.
    Meiner Meinung nach hat gerade diese Gegend ein massives Problem.

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  5. “Brandenburg: Waldorfschule für alle? – „Sekte“ für alle?

    Ein Rechtsgutachten sagt: „Dass einem privaten Schulträger in Zukunft eine Monopolstellung zukommen kann, wird grundgesetzlich nicht ausgeschlossen.“ Und: „Er erfüllt dann die Aufgabe einer öffentlichen Schule.“ Gibt es bald eine Monopolstellung privater Schulen? Die Waldorfschule für alle?

    (…) Das Grundgesetz, Artikel 7, Absatz 4, gewährleistet ausdrücklich „das Recht zur Errichtung von privaten Schulen“. Aber ist es noch eine „freie Gesellschaft“, wenn Eltern gezwungen werden, ihre Kinder auf eine Privatschule wie die Waldorfschule zu schicken?

    Eine Schule, von der Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, sagt, dass sie von einer „Sekte“ betrieben wird, Zitat Prof. Hopmann:

    „Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.“

    Waldorfschule als „Sekte“ kommt auch von einem ehemaligen Schüler, Zitat: „Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird.“ Die hier beschriebene Schule ist nicht mehr im „Bund der Freien Waldorfschulen“. Diese schon, siehe den Bericht einer Mutter, Zitat: „Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.“

    (…)”

    weiter (hier auch alle links): http://www.ruhrbarone.de/brandenburg-waldorfschule-fuer-alle-sekte-fuer-alle/

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