Waldorfschule & Co – Ersatzreligion Reformpädagogik


Artikel via WELT online:

Schule als Ersatzreligion

VON JOSEF KRAUS
Zu lange wurden die Ideen der Reformpädagogik heiliggesprochen. Dabei haben sie weit weniger gebracht als gemeinhin behauptet. Zeit für eine nüchterne Betrachtung.

Die sogenannte Reformpädagogik hat mit den aktuellen Fällen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ihren GAU erlebt. Dieser Missbrauch wird nicht dadurch relativiert, dass es kirchliche Schulen gibt, an denen Entsprechendes geschehen ist. Und ebenso kann der Missbrauch an kirchlichen Internaten nicht damit heruntergespielt werden, dass freie, nicht kirchliche Schulen ebenso zu den „Täter“-Schulen gehören. Auf jeden Fall aber sollte eine kritische Betrachtung der Reformpädagogik insgesamt einsetzen. Lange genug waren ihre Historie und ihre avantgardistischen Visionen unreflektiert hingenommen, ja heiliggesprochen worden.

Aus Reformpädagogik war etwas Sakrosanktes geworden. Wer sich ihren Dogmen kritisch näherte, galt reformbeflissenen Inquisitoren als unsensibler Holzklotz, der keine Ahnung von wahrem Kindsein hatte. Es galt zudem die Legende, dass alles, was an Neuerungen in der Pädagogik implementiert wurde, von der Reformpädagogik mit ihrem Einheitsschulgedanken und mit ihrem Ziel ganzheitlicher, ja totaler Erziehung ausgegangen sei. Dabei ist die zwischen 1900 und 1920 als Gegenbild zur staatlichen Buch- und Lernschule inszenierte Reformpädagogik selbst der Anachronismus, als dessen Überwindung sie sich ausgibt. Schließlich leitet sich Reformpädagogik immer noch von Defizitbeschreibungen der Bildung des ausgehenden 19. Jahrhunderts her – Beschreibungen, die damals teilweise gelten konnten, nicht aber für das 21. Jahrhundert gelten können. Um diejenige Klientel, die die Risikoschülerschaft ausmacht, hat sich Reformpädagogik freilich selten gekümmert. Allein deshalb war und ist sie alles andere als zeitgemäß.

Gleichwohl gibt es die Reformpädagogik schlechthin nicht. Es gehören zu ihr unter anderen: Maria Montessori (1870 bis 1952) mit ihrer Casa dei Bambini; Rudolf Steiner (1861 bis 1925) mit seiner Waldorfschule; Peter Petersen (1884 bis 1952) mit seiner Jenaplan-Schule; Hermann Lietz (1868 bis 1919) mit seiner Landerziehungsheim-Bewegung beziehungsweise deren Sezessionen, etwa der Odenwaldschule; Célestin Freinet (1896 bis 1966) mit der Freiarbeit. Die Reformpädagogik bietet damit und mit anderen Varianten ein vielfältiges Bild, das von völkisch bis sozialistisch, von individualistisch bis kollektivistisch, von metaphysisch bis rationalistisch reicht …

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3 Gedanken zu “Waldorfschule & Co – Ersatzreligion Reformpädagogik

  1. „Religionsschule Waldorfschule: ein „Umkreisen Gottes“

    Bei den Ruhrbaronen streitet man darüber, ob es an öffentlichen Schulen bekenntnisorientierten Religionsunterricht geben sollte. An den Waldorfschulen gibt es ihn – als Ablenkungsmanöver von der alles durchdringenden religiösen Prägung durch die Anthroposophie.

    Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”

    Schwieriger wird es, will man die Religion Anthroposophie auch als solche erkennen, Prange führt aus: „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“ (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/religionsschule-waldorfschule-ein-umkreisen-gottes/

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  2. “Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen

    (…) Mir muss nicht extra gesagt werden, dass man als (zukünftiger) Waldorflehrer Teil einer grossen Gemeinschaft ist, die höhere Ziele verfolgt: „Die Welt wird zum Tempel, die Welt wird zum Gotteshaus“, sagt Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorf-Pädagogik. Für Steiner ist die Waldorfschule der „praktische Beweis für die Durchschlagskraft der anthroposophischen Weltorientierung.“ Nicht weniger. Und die Anthroposophie ist Steiners Haus-Religion: Steiner ist ihr selbsternannter Prophet, Hellseher, dessen Worte Offenbarungscharakter besitzen. Und schon erschallt – Hosianna! – das allgegenwärtige „Rudolf Steiner hat gesagt …“

    Steiner wird in Schloss Hamborn auch „zur Fortbildung“ in der Lehrerkonferenz gelesen, natürlich. Aber auch sonst hat man zu jeder noch so kleinen Lebensäusserung ein „Wahrspruchwort“ Steiners parat, ähnlich wie der vorbildliche Waldorflehrer und Dozent des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, der „Missionar in Sachen Steiner ist“ (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-schloss-hamborn-das-anthroposophische-zentrum-in-ostwestfalen/

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  3. Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie:

    “(…) Prof. Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun. (…)”

    zum Interview “Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule”: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

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