Waldorfschule – auch hier sexueller Missbrauch!


Artikel via EsowatchBlog:

Sexueller Missbrauch in Waldorfschule?

Täglich werden es mehr Meldungen zum sexuellen Kindesmissbrauch an privaten Schulen und Internaten. Dass nun auch eine Waldorfschule betroffen sein soll, verwundert nicht, ganz im Gegenteil, man konnte eigentlich darauf warten und man kann auch davon ausgehen, dass es nicht bei einem Fall bleiben wird.

Vorwürfe gegen Waldorfpädagoge
Schwäbische Zeitung, SZON

(ÜBERLINGEN/iw) Auch an der Freien Waldorfschule in Überlingen soll es Missbrauchsfälle gegeben haben. Das berichtet ein ehemaliger Schüler, der die Einrichtung Mitte der Neunziger Jahre besucht hat. Der Pädagoge soll entlassen worden sein.
Erst Salem, jetzt Überlingen. Nachdem die ersten Missbrauchsfälle an schulischen Einrichtungen aufgedeckt wurden, kommen jeden Tag weitere an die Öffentlichkeit. Gestern hat sich ein ehemaliger Schüler der Freien Waldorfschule Überlingen an die Medien gewandt, der die Einrichtung bis zur sechsten Klasse besucht hat, ehe er auf eine andere Schule wechselte. Zwei Kinder in seiner Klasse seien missbraucht worden und es habe zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf Schüler gegeben, auch gegen ihn. Die Schulleitung der Waldorfschule konnte gestern nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Aus dem Umfeld der Schule werden die Vorwürfe gegen den ehemaligen Klassenlehrer bestätigt. Der Mann sei umgehend entlassen worden. Nicht belegt wurde die Anschuldigung, dass die Schule von Vorfällen an anderen Schulen gewusst habe und den Pädagogen dennoch eingestellt habe.

Besonders heilpädagogische Waldorf-Einrichtungen sind ja bereits für Missbrauchsfälle bekannt. Wir erinnern uns an die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Rädel, an das Camphill Brachenreuthe und auch an Erfahrungsberichte von ehemaligen Waldorfschülern. Körperliche Züchtigung, Gewalt und Psychoterror, alles schon dagewesen, und nun kommen eben auch vielleicht pädophile Übergriffe ans Tageslicht.

Die Tatsache, dass es sich bei dem Thema um so viele verschiedene Privatschulen, bzw. Schulträger der unterschiedlichsten Couleur handelt, hat endlich dazu geführt, dass offiziell bekannt wird, dass es eigentlich keine staatlichen Kontrollen gibt. Private Schulen werden zwar in der Regel zu 93 % staatlich finanziert, können jedoch im Prinzip nach Zulassung schalten und walten, wie es ihnen beliebt.

Wie werden die “Ersatz-Schulen” kontrolliert? Hinter privaten Schultüren

WDR.de, von Nina Magoley

Die bisher bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs ereigneten sich größtenteils an Privatschulen. Rund 340 gibt es davon in NRW, darunter viele kirchliche, die sich weitgehend selbst organisieren. Für die Aufsicht ist allerdings der Staat verantwortlich.

Von sexuellem Missbrauch ist das, was Jan Schrecker erlebt hat, weit entfernt. Dennoch berichtet der heute 30-Jährige von Demütigungen und Misshandlungen während seiner Schulzeit, die ihm noch immer zu schaffen machen. Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, “mit voller Wucht” auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete.

Schulaufsicht muss Privatschulen überwachen

Eine Strafanzeige gegen die Lehrerin, die Schrecker im Jahr 2002 bei der Staatsanwaltschaft Dortmund stellte, wurde wegen Verjährung abgewiesen. Als er sich daraufhin an die Bezirksregierung Detmold wandte, habe man ihm dort erklärt, dass die Behörde für private Schulen, wie Waldorf- oder auch kirchliche Schulen, nicht zuständig sei. Auch auf eine Petition beim Landtag NRW hin bekam der ehemalige Schüler dieselbe Auskunft. Das “Verhalten der Lehrkraft”, heißt es in einem Antwortschreiben, das WDR.de vorliegt, “konnte keine schulaufsichtliche Maßnahme auslösen”, da die Lehrkraft nicht Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen war, sondern in einem privatrechtlichen Vertragsverhältnis zum Schulträger stand”. Ein Blick in das Schulgesetz NRW allerdings führt zu anderen Erkenntnissen: Die Schulaufsicht über “Ersatzschulen”, wie private Schulen in Behördensprache heißen, sei Aufgabe der “für die entsprechenden öffentlichen Schulen zuständigen Schulaufsichtsbehörde”. (…)”

weiter hier: WDR.de

Bei Waldorf-Einrichtungen stellt sich dann auch noch die zusätzliche Frage, ob überhaupt ein Interesse besteht, generell Missbrauchsfälle intern zu ahnden. Dies darf gut und gerne bezweifelt werden, denn was wäre die Anthroposophie ohne Karmalehre. Somit liegt die Schuld immer beim Kind, wenn es missbraucht wird oder nicht?

Waldorfschule nimmt Stellung

3 Gedanken zu “Waldorfschule – auch hier sexueller Missbrauch!

  1. „Schläge bestimmen die Grundschulzeit

    Schwäbische Zeitung, SZON, 19.03.2010

    (ÜBERLINGEN/slo) Er hat die vergangenen zwanzig Jahre geschwiegen, jetzt möchte er dieses Schweigen brechen. Der ehemalige Schüler der Freien Waldorfschule Überlingen, der Anfang der Neunziger Jahre gewalttätige Übergriffe und Missbrauch an der Schule erleben musste, berichtet im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung über seine Schulzeit.

    Der erste Schultag ist eigentlich ein schöner und aufregender Tag für die kleinen ABC-Schützen. Gerade Erstklässler sollten beim Start in das Berufsleben liebevoll von ihrem Lehrer in die Klassengemeinschaft eingeführt werden. Auch in Waldorfschulen hat der Lehrer einer ersten Klasse eine besondere Funktion, unterrichtet die Schulanfänger in über der Hälfte der Fächer. Ein guter Start in die Schulzeit blieb dem betroffenen Schüler von Anfang an versagt. „Der Lehrer war sehr autoritär und übermäßig streng“, erinnert er sich. Schnell sei der Pädagoge laut geworden, habe die Kinder angebrüllt und beschimpft.

    Doch die Härte des Lehrers äußerte sich nicht nur in verbalen Attacken gegen die Kinder, sondern auch in körperlicher Gewalt. So erinnert sich der ehemalige Schüler an eine rigide Bestrafungsaktion. Einige Schüler hätten „Blödsinn gemacht“, was den Lehrer sofort wieder extrem wütend gemacht habe. Die betroffenen Kinder hätten daraufhin ihre Finger ausstrecken müssen, auf die der Pädagoge hart geschlagen habe. „Ein Schüler meinte im Nachhinein, der Lehrer hätte sogar eine Nadel in seiner Hand gehabt beim Schlagen, aber das habe ich selbst nicht gesehen“, erzählt der Betroffene über die schmerzhafte Tortur.

    Auf den Tisch geworfen

    Nicht jeden Tag, aber doch mit einer gewissen Häufigkeit sei es zu körperlichen Attacken des Lehrers gekommen. Der ehemalige Schüler erinnert sich an einen Vorfall, als ihn der Pädagoge an den Hosenträger hochgezogen und hart auf einen Tisch geworfen habe. Die gesamte Klasse habe sich vor dem Lehrer gefürchtet.

    Dabei war der Schule sehr wohl bekannt, dass es schon vor dessen Tätigkeit in Überlingen zu Beschuldigungen gegen den Pädagogen gekommen war. „Da nach seiner Einstellung der Verdacht von Eltern geäußert worden war, dass es bereits früher zu Missbrauch gekommen war, stellte der Bund der Freien Waldorfschulen im Auftrag der Schulleitung Nachforschungen an. Diese ergaben, dass ein früheres Gerichtsverfahren gegen den Lehrer in der Schweiz zu einem Freispruch geführt hatte und kein weiterer Verdacht bestand“, schreibt die Schulleitung in einer gestern in der Schwäbischen Zeitung veröffentlichten Stellungnahme. Der ehemalige Schüler berichtet, dass die Schulleitung mehrfach auf die Vorgeschichte des Mannes hingewiesen worden sei. „Darauf gab es keine Reaktion der Schule“, sagt er. Eine Mutter hätte ihr Kind vorsorglich in die Parallelklasse gebracht.

    Über die Vorfälle in der Waldorfschule hätte kaum ein Schüler zu Hause gesprochen. Nach seinen „Ausrastern“ habe sich der Lehrer immer wieder entschuldigt.

    Wie die Schule in ihrer Pressemitteilung einräumt, habe es auch einen Fall von sexuellem Missbrauch an zwei Schülern gegeben. Es habe sich um ein Geschwisterpaar, einen Jungen und ein Mädchen, gehandelt, ergänzt der ehemalige Waldorfschüler. „Sie mussten mittags immer auf den Bus warten, der Lehrer hat auf sie aufgepasst“, berichtet er. Eines Tages habe das Mädchen einer Gruppe erzählt, der Pädagoge habe sie „komisch berührt“. So sei der Missbrauch ans Licht gekommen. Der Pädagoge sei später anonym angezeigt und verurteilt worden. Der Mann hatte selbst eine Familie und mehrere Kinder.

    Keine Aufarbeitung

    Eine Aufarbeitung des Ganzen durch die Schule habe es nicht gegeben. Mit dem Ausscheiden des Lehrers hörten jedoch die Schwierigkeiten in der Klasse nicht auf. Ein neuer Lehrer sei zu den Viertklässlern gekommen, der jedoch mit der Situation überfordert gewesen sei. Ende der 6. Klasse habe die Schulleitung dann kurzfristig bestimmt, dass sechs bis sieben Schüler die Schule verlassen mussten, darunter der betroffene Schüler. Für ihn nahm die Schulkarriere einen guten weiteren Verlauf: Spä-ter schulterte er noch das Abitur.

    An die Vorfälle seiner Grundschulzeit denkt er häufig zurück, aber sie belasten ihn heute nach eigenen Angaben nicht mehr so stark. Dass er sich jetzt gemeldet habe, lag an der aufflammenden öffentlichen Diskussion um Missbrauch und Gewalt an Schutzbefohlenen.“

    http://www.schwaebische.de/lokales/markdorf/meersburg_artikel,-Schlaege-bestimmen-die-Grundschulzeit-_arid,4070228.html

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  2. MENSCHENHANDEL – Pädophilen-Ring nutzte Hilfsverein als Tarnung

    Berliner Morgenpost, Samstag, 16. April 2011 – Von Michael Behrendt, Peter Oldenburger und Steffen Pletl

    Sie sammelten für Straßenkinderprojekte in Haiti – doch offenbar nur zur Tarnung. Kinder wurden nach Berlin verschleppt und sexuell missbraucht. Drei mutmaßliche Täter hat die Polizei bisher festgenommen – darunter ausgerechnet ein Lehrer.

    Die Vorstellung macht Angst – Eltern, Ermittlern, Staatsanwälten:

    Johan E., Lehrer der Waldorfschule im Märkischen Viertel, steht im Verdacht, am organisierten Missbrauch und eventuell auch am Verschleppen von Kindern aus dem Erdbebengebiet Haiti beteiligt zu sein – wie zwei ebenfalls in Berlin lebende mutmaßliche Komplizen. Dem 67-Jährigen werden von der Berliner Justiz sexueller Missbrauch von Kindern in mehr als 20 Fällen in Berlin und Haiti vorgeworfen. Motive der Bande sollen pädophile und auch finanzielle Interessen sein, sagte ein Ermittler Morgenpost Online.

    (…) Nicht nur die kriminellen Machenschaften der bislang ermittelten Beschuldigten im organisierten Bereich seien aufzuklären, auch sensible Recherchen an der Schule im Märkischen Viertel müssten nun erfolgen. „Die Vorgänge am Berliner Canisius-Kolleg haben gezeigt, dass es sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene gibt, die aus Scham oder Angst der Opfer jahrelang unentdeckt bleiben“, so ein Kriminalbeamter. Eltern, Schüler und Lehrer seien nun gleichermaßen gefragt, einen Dialog zu führen, um mögliche Verbrechen aufzudecken. Der Umstand, dass es sich ausgerechnet um einen Lehrer handelt, müsse eine schonungslose Untersuchung nach sich ziehen. (…)“

    zum Artikel der Morgenpost: http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1610962/Paedophilen-Ring-nutzte-Hilfsverein-als-Tarnung.html

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