Die katholische Kirche – Gehören Mixas verbale Entgleisungen zu einer Strategie?


Dass die Finanzkrise und ihre Folgen viele Diskussionen auslöst, die ein Umdenken propagieren, liegt auf der Hand und erscheint generell ja sinnvoll.

Absurd wird es jedoch, wenn die Krise von Institutionen für eigene Interessen ausgeschlachtet wird, um wieder mehr Macht zu erlangen. Und ganz besonders peinlich wirkt es, wenn  den vermeintlich Schuldigen ein Fehlverhalten attestiert wird, das viel mehr den eigenen Reihen zuzuschreiben wäre.

Gemeint ist damit ganz aktuell die katholische Kirche, die sich seit längerem damit konfrontieren muss, dass ihre Pfründe immer mehr dahinschwinden.

Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur, denn es liegt nicht nur an einer wachsenden Zahl von Ungläubigen, die sich vom Katholizismus abwendet, sondern auch daran, dass Gläubige vermehrt konvertieren.

Betrachtet man den Wechsel zu anderen Glaubensrichtungen näher, muss man feststellen, dass unter anderem ein Trend zu mehr Fundamentalismus existiert, der evangelikalen und kreationistischen Glaubensgemeinschaften neue Anhänger beschert.

Ganz extreme Verluste verzeichnet die katholische Kirche ausgerechnet in Brasilien, ihrer ehemaligen Hochburg. Dafür verantwortlich sind dort an erster Stelle evangelikale Kinderpriester (diesen Film sollte man gesehen haben), die die Bevölkerung in ihren Bann ziehen.

Somit muss sich der katholische Klerus darüber Gedanken machen, welchen Weg es einzuschlagen lohnt, um wieder mehr Schäfchen zu gewinnen.

Wenn man sich der veränderten Nachfrage stellt, erscheint es plausibel, dass ein Hin zu mehr Liberalismus und weniger Dogmen, nicht die Lösung sein kann, wenn man entsprechende Abwanderer wieder befriedigen möchte.

Andererseits sollte man auch annehmen, dass die Hürde bereits Ungläubige wieder für den Glauben zu gewinnen weit höher und damit schwieriger zu bewältigen ist, als Gläubige mit dem zu versorgen, was ihren Erwartungen entspricht.

Damit ist es meines Erachtens klar, warum sich unter anderem unser Papst und Bischof Mixa so extrem konservativ und teilweise verächtlich über andere äußern, ohne darauf zu achten, wie viel Dreck den Klerus mit ihren Projektionen verbindet.

Eigentlich logisch, denn die Zielgruppen sind nicht die, die rational denken und hinterfragen, sondern die die bedingungslos glauben, ganz egal wie unrealistisch es erscheint. Dazu kann eben nur ein überzeugendes Auftreten dienen, bei dem man den eigenen Glauben vehement verteidigt und ihn in allen auch noch so widersprüchlichen Aspekten als einzig gültige Wahrheit deklariert.

Bischof Mixa wird es deswegen völlig egal sein, dass seine Äußerungen sowohl zur Finanzkrise als auch zum Atheismus und dessen Verbindung zum Nationalsozialismus, nicht nur dumm sind, sondern im wahrsten Sinne gemeingefährlich.

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